In kaum einer anderen Epoche wurden die Begriffe Kunst, Mode und Geschmack so eng miteinander verknüpft wie in Régence und Rokoko. Mode sah man als eine Ausdrucksform politischer Ereignisse und geistiger Umstrukturierungen, ferner als ein Moment gesellschaftlicher Neuorientierung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Überblick
3. Darstellung des Modewandels anhand der Damen- und Herrenmode
3.1 Damenmode
3.1.1 Kleidung
3.1.2 Frisur und Kopfbedeckung
3.1.3 Kosmetik und Körperpflege
3.1.4 Schmuck und modisches Beiwerk
3.1.5 Fußbekleidung
3.2 Herrenmode
3.2.1 Kleidung
3.2.2 Frisur und Kopfbedeckung
3.2.3 Kosmetik und Körperpflege
3.2.4 Schmuck und modisches Beiwerk
3.2.5 Fußbekleidung
4. Beschreibung des Bildes „Das Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“ von Jean-Antoine Watteau als konkretes Beispiel der Mode dieser Zeit
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den tiefgreifenden Modewandel in den Epochen der Régence und des Rokokos unter Berücksichtigung der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Dabei steht die Analyse der Entwicklungen in der Damen- und Herrenmode, von der höfischen Prachtentfaltung bis hin zu bürgerlichen Einflüssen aus England, im Zentrum der Untersuchung.
- Historischer Kontext und politischer Wandel von Régence zu Rokoko
- Wechsel des Modemonopols von Frankreich nach England
- Strukturelle Entwicklung von Damen- und Herrenbekleidung
- Kulturgeschichte der Modejournale und des Modebegriffs
- Analyse des Gemäldes „Das Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“ als visuelles Zeitzeugnis
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Kleidung
Die Abkehr vom überladenen Barock und dem französischen Pomp des Hofes Ludwigs XIV. spiegelt sich in kaum einer anderen Ebene besser wider als in der der Mode, insbesondere in der Kleidung. In der Régence und im folgenden Rokoko ereigneten sich grundlegende Veränderungen hinsichtlich der Damenmode, die im Folgenden erläutert werden sollen.
Die beträchtlichste Erneuerung durchlief in diesem Jahrhundert der charakteristische Reifrock, der bei der modebewussten Dame unerlässlich war. Der hochgestellten und außergewöhnlichen Frisuren beraubt, galt die fantasievolle Aufmerksamkeit in den ersten Jahrzehnten des Jahrhunderts einer kunstvollen Ausgestaltung, den Röcken. Die englischen Damen am Hofe Ludwigs XIV. verhalfen diesem zunächst leicht ausgestellten Kleidungsstück um 1710 zu einer neuen Popularität. Mit dem spanischen Original aus dem 16. Jahrhundert, dem Verdugado, zu Deutsch der „Tugendwächter“, der bis ins 18. Jahrhundert hinein sowohl zur spanischen als auch zur österreichischen Hofmode gehörte, hatte die Neuorientierung des Rocks der Régencedame minder zu tun. Aufgrund der Form, die an einen Hühnerkorb erinnerte, betitelte man das markante Kleidungsstück in Frankreich als Paniers, das im gesamten Jahrhundert zur Garderobe der Damen gehörte. Während der bodenlange Verdugado die Beine und Füße der Damen vollkommen verdeckte, ermöglichte der Panier der Französinnen den Herren der Zeit Blicke auf Bein- und Fußkleid.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Allgegenwärtigkeit von Mode und deren Funktion als Ausdruck von Gesellschaft und Persönlichkeit.
2. Historischer Überblick: Darstellung der politischen und wirtschaftlichen Hintergründe, insbesondere der Machtverschiebung von Frankreich nach England.
3. Darstellung des Modewandels anhand der Damen- und Herrenmode: Detaillierte Analyse der Kleidung, Frisuren, Kosmetik und Accessoires im Wandel der Epochen.
4. Beschreibung des Bildes „Das Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“ von Jean-Antoine Watteau als konkretes Beispiel der Mode dieser Zeit: Ikonografische und modegeschichtliche Analyse des Gemäldes als visuelle Quelle.
5. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Einordnung des Rokokos als letzte Epoche höfisch geprägter Modegeschichte.
Schlüsselwörter
Mode, Rokoko, Régence, Kleidung, Reifrock, Perücke, Aufklärung, Frankreich, England, Modejournal, Justaucorps, Contouche, Puder, Sozialgeschichte, Kostümgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Wandel der Mode im 18. Jahrhundert, fokussiert auf die Übergangszeit von der Régence zum Rokoko, geprägt durch politische und gesellschaftliche Umbrüche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Kleidermode, die Veränderung von Schönheitsidealen, der Einfluss der Aufklärung sowie der modische Austausch zwischen Frankreich und England.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der Damen- und Herrenmode im historischen Kontext zu rekonstruieren und zu verdeutlichen, wie politische Ereignisse und neue Denkweisen den Modewandel beeinflussten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus historischer Literaturanalyse und einer konkreten bildanalytischen Untersuchung eines zeitgenössischen Gemäldes verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die differenzierte Darstellung von Kleidung, Frisuren, Kosmetik und Beiwerk, getrennt nach Damen- und Herrenmode, um die jeweiligen Entwicklungsschritte aufzuzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Rokoko, Modejournale, Reifrock, Aufklärung und das Modemonopol zwischen Frankreich und England sind zentral.
Warum war das Gemälde von Watteau so bedeutsam für die Untersuchung?
Das „Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“ dient als konkretes, visuelles Beispiel, an dem sich die Mode der Zeit im direkten Gebrauch und sozialen Kontext nachvollziehen lässt.
Wie wirkten sich die Ideen der Aufklärung auf die Mode aus?
Die Aufklärung förderte das Ideal der Natürlichkeit, was zu bequemeren Schnitten, funktionaleren Stoffen und einer Abkehr von der extremen Steifheit des barocken Stils führte.
Welche Rolle spielte der englische Einfluss?
England fungierte ab der Mitte des 18. Jahrhunderts als neuer „leader of fashion“, der mit bürgerlichen Werten, Funktionalität und Sportlichkeit das französische Modemonopol ablöste.
Was bedeutet der Begriff „Negligé“ in diesem Kontext?
„Negligé“ bezeichnete im 18. Jahrhundert keineswegs nur Unterwäsche, sondern eine bequeme, elegante Haus- oder Alltagskleidung, die den Wandel hin zu mehr Freiheit und Natürlichkeit symbolisierte.
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- Marianne Neumann (Autor), 2013, Die Entwicklung der Mode in Régence und Rokoko, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230734