In dieser Arbeit sollen kirchliche Bildprogramme des Hochmittelalters in Frankreich untersucht werden. Dabei werden als Beispiele Teile der Motivprogramme der Kirchen Ste. Madelaine in Vézelay und St. Lazare in Autun betrachtet. Im Fokus der Untersuchungen sollen dabei die Darstellungen von Fabelwesen und dem Pfingstwunder stehen. Von großer Bedeutung ist hier die Repräsentation des Fremden und Phantastischen, welches miteinander vermischt, zumeist als dämonisch und unchristlich beschrieben wurde. Im ersten Kapitel soll die Frage nach den bildlichen Vorläufern der phantastischen Wesen im romanischen Mittelalter gestellt werden, die sowohl an Kirchenportalen und Kapitellen, als auch in die Literatur Einzug fanden. Im 2. Teil wird die Ikonographie der Kirche Ste. Madeleine in Vézelay unter diesem Gesichtspunkt untersucht. Dabei sollen die Thematiken und ihre Bedeutungen bzw. derzeit geläufigen Interpretationen einiger exemplarischer Bildszenen dargestellt und bewertet werden. Wie die im nachfolgenden (Kap. 3) beschriebene Kirche St. Lazarus in Autun, so ist auch Ste. Madeleine eng mit dem Werk des Bildhauers Giselbertus verbunden. Stationen dieses Werkes und Verbindungen zwischen ihnen werden in diesen Kirchen erkennbar. Im letzten Teil der Arbeit soll eine These beurteilt werden, die den Bildprogrammen des 12. Jh. von Cluny ausgehend, anti-islamische Propaganda vorwirft.
Inhalt
Einführung
1. Von Monstern und Fabelwesen
2. Ste. Madeleine/Vézelay
2.1 Baugeschichte der Ste. Madeleine/Vézelay
2.2 Die Kapitelle von Ste. Madeleine
2.2.1 Themengruppen
2.2.2 Teufel, Dämonen und Fabelwesen an den Kapitellen
2.3 Die Pfingstdarstellung im Tympanon von Vézelay
3. Die Kathedrale St. Lazarus in Autun
3.1 Das Tympanon von St. Lazarus
4. Fremdenfeindlichkeit
Zusammenfassung
Literatur
Häufig gestellte Fragen
Welche Kirchen werden in der Arbeit untersucht?
Untersucht werden die Bildprogramme der Kirchen Ste. Madeleine in Vézelay und St. Lazare in Autun im französischen Hochmittelalter.
Was ist das Besondere an den Kapitellen in Vézelay?
Die Kapitelle zeigen eine Vielzahl von Fabelwesen, Dämonen und Teufeln, die oft als Repräsentation des Fremden und Unchristlichen interpretiert werden.
Wie wird das Pfingstwunder im Tympanon von Vézelay dargestellt?
Die Darstellung zeigt die Aussendung der Apostel und integriert exotische Völker und phantastische Wesen, was die weltweite Verbreitung des Glaubens symbolisiert.
Wer war Giselbertus?
Giselbertus war ein bedeutender Bildhauer des 12. Jahrhunderts, dessen Werk eng mit den Skulpturen in Autun und Vézelay verbunden ist.
Gab es anti-islamische Propaganda in mittelalterlichen Bildprogrammen?
Die Arbeit beurteilt eine These, die den Bildprogrammen des 12. Jahrhunderts (ausgehend von Cluny) vorwirft, gezielt anti-islamische Motive zur Propaganda genutzt zu haben.
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- MA Guido Maiwald (Author), 2007, Kirchliche Bildprogramme im französischen Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230754