Das Outsourcing hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema bei den Unternehmensführungen entwickelt. Der Umfang des Outsourcings nimmt weltweit jährlich um 10-15% zu. Für das Jahr 2013 wird ein Volumen von 230 Milliarden US-Dollar erwartet. Aufgrund des vorherrschenden Kosten- und Marktdrucks müssen Unternehmen zwangsläufig über Möglichkeiten der Kostensenkung nachdenken. Dies spiegelt sich in den Überlegungen eines Auslagerns oder Ausgliederns einzelner Unternehmensprozesse oder sogar ganzer Geschäftsbereiche wider. Nur ist das Outsourcing in der Umsetzung und Begleitung wohl einer der anspruchsvollsten Veränderungsprozesse, da sowohl interne als auch externe Prozesse angepasst werden müssen.
Die Gründe für Outsourcing und die damit verbundenen Chancen und Risiken, sowohl operativ als auch strategisch, sind Hauptbestandteile des Kapitels 2, insbesondere Kapitel 2.3. Dabei sind dem Umfang von Outsourcingmaßnahmen theoretisch keine Grenzen ge-setzt. Ziel ist, bestimmte Produkte oder Dienstleistungen auf einen Drittunternehmer zu übertragen, der die geforderten Leistungen wirtschaftlicher und gegebenenfalls besser er-bringt als das outsourcende Unternehmen. Dabei kommt es jedoch sehr auf die Wahl des richtigen Dienstleisters an. Dahingehend wird in Kapitel 3 ausführlich von der Entscheidung des Outsourcings über die relevanten potenziellen Partner mit entsprechender Kontaktaufnahme bis hin zum Vertragsabschluss berichtet.
Die Arbeit befasst sich hauptsächlich mit der Auslagerung des Immobilienmanagements, da es im Unternehmen erhebliche Kosten verursacht, obwohl es nicht Teil des Kerngeschäftes darstellt. Trotz eines Marktwertes über der Billiardengrenze führen deutsche Gewerbeimmobilien und Industrieflächen ein Schattendasein. Weder die Firmen als Eigentümer noch Investoren erkennen häufig das Potenzial des Segments, obwohl der Verkauf oder eine angemessene Mieteinnahme gewinnbringend ins Kerngeschäft investiert werden könnten. Dabei stellt sich die Frage: Welche Potenziale bietet die Bündelung von immobilienwirtschaftlichen Aufgaben in einer CREM-Einheit bei Unternehmen, die Immobilien nicht als ihr Kerngeschäft definieren? Darüber und über den Einfluss, die Möglichkeiten, die Erwartungen und die Trends des betrieblichen Immobilienmanagements wird in Kapitel 4 eingegangen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Outsourcings
2.1 Begriffliche Annäherung und Formen des Outsourcings
2.2 Instrument der strategischen Unternehmensführung
2.3 Gründe für Outsourcing
2.3.1 Strategische Motive für das Outsourcing
2.3.2 Operative Motive für das Outsourcing
2.3.3 Risiken des Outsourcings
2.3.3.1 Koordination, Kontrolle, Qualität
2.3.3.2 Kostensteigerung
2.3.3.3 Abhängigkeit
2.3.3.4 Know-How-Verlust
3. Phasen des Outsourcing-Prozesses
3.1 Die Ist-Analyse
3.1.1 Die Betrachtung des Unternehmensumfeldes
3.1.2 Die Betrachtung des Unternehmens
3.1.3 Untersuchung von Handlungsalternativen
3.2 Die Make-or-Buy-Entscheidung
3.2.1 Ablaufschema der Kompetenzanalyse
3.2.2 Der Make-or-Buy-Prozessschritt
3.3 Kontaktaufnahme und -abgleich
3.4 Der Vertrag
3.4.1 Ablauf der Vertragsverhandlungen
3.4.2 Die Vertragsgestaltung
3.5 Die Implementierung
4. Outsourcing des Immobilienmanagements in der Praxis
4.1 Begriffe und Abgrenzungen im Immobilienmanagement
4.2 Zentralisierung der Steuerungsfunktionen für ein modernes CREM
4.3 Der Evolutionsprozess moderner CREM-Strukturen
4.4 Organisatorische Gestaltungsmöglichkeiten
4.5 Umsetzung von CREM im Immobilien-Lebenszyklus
4.6 Outsourcing-Untersuchungen
4.7 Ausblick und Trends
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Outsourcing von immobilienwirtschaftlichen Leistungen in Unternehmen, die Immobilien nicht als ihr Kerngeschäft definieren. Ziel ist es, Potenziale und Risiken der Aufgabenbündelung in einer CREM-Einheit (Corporate Real Estate Management) zu analysieren, um so eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Auslagerung solcher Prozesse zu schaffen.
- Theoretische Grundlagen und Motive für Outsourcing
- Strukturierter Prozess der Outsourcing-Implementierung
- Analyse des Corporate Real Estate Managements (CREM) in der Praxis
- Einfluss von Zentralisierung und Outsourcing auf die Unternehmenseffizienz
- Herausforderungen und Trends im betrieblichen Immobilienmanagement
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Ist-Analyse
Bei dem reaktiven Outsourcing werden die Entscheidungen zum Outsourcing mit der dazugehörigen Analyse vorschnell getroffen. Dabei werden die vermeintlichen Komplikationen ausschließlich oberflächlich untersucht, die Lösungen beheben dabei nicht das Problem, sondern einzelne Symptome. Zudem besteht die Gefahr, dass Potenziale eines Tätigkeitsbereiches übersehen werden, deren Nutzen erst zukünftig, aber mit großer Ausprägung, wirken werden. Hingegen ist eine sorgfältige Analyse die Grundlage, um die fundamentalen Probleme zu beseitigen. Zu einer sorgfältigen Analyse gehören auch die qualitative und quantitative Untersuchung von Entwicklungen in der Branche, am Markt und im Umfeld sowie die damit verbundenen Problemlagen. Eine tiefgründige Analyse der vorhandenen Unternehmensstruktur ist daher unabdingbar und sollte Ausgangsbasis eines jeden Outsourcing-Prozesses sein. Der Hintergrund besteht im Aufzeigen und Herausarbeiten eines generellen Handlungsbedarfes bei Outsourcing-Objekten. Dazu wird eine Transparenz für die intern erbrachten Leistungen und die marktorientierten Leistungsanforderungen geschaffen, um die Beurteilungskriterien einzugrenzen und zu ermitteln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz des Outsourcings als zentrales Thema der Unternehmensführung und skizziert die Problematik des betrieblichen Immobilienmanagements.
2. Grundlagen des Outsourcings: Dieses Kapitel definiert Outsourcing, ordnet es in die strategische Unternehmensführung ein und untersucht die operativen sowie strategischen Motive und Risiken.
3. Phasen des Outsourcing-Prozesses: Das Kapitel beschreibt den komplexen Prozess der Auslagerung von der Ist-Analyse über die Make-or-Buy-Entscheidung und Vertragsverhandlungen bis zur Implementierung.
4. Outsourcing des Immobilienmanagements in der Praxis: Hier wird der Fokus auf die Anwendung von CREM-Strukturen und die spezifischen Herausforderungen bei der Auslagerung immobilienwirtschaftlicher Aufgaben gelegt.
5. Resümee: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit gründlicher Analysen bei der Entscheidung für Outsourcing zur Unterstützung des Kerngeschäfts.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Immobilienmanagement, CREM, Corporate Real Estate Management, Make-or-Buy-Entscheidung, Prozessanalyse, Strategische Unternehmensführung, Facility Management, Kernkompetenz, Kostenmanagement, Dienstleistersteuerung, Vertragsgestaltung, Immobilienportfolio, Wettbewerbsvorteil, Implementierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Auslagerung (Outsourcing) von Immobilienmanagement-Aufgaben in Unternehmen, für die Immobilien nicht das Kerngeschäft darstellen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen des Outsourcings, den Prozess der strategischen Implementierung sowie die praktische Anwendung und Bedeutung von Corporate Real Estate Management (CREM).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen immobilienwirtschaftliche Aufgaben effizient bündeln und bewerten können, um das Kerngeschäft zu unterstützen und Kostenvorteile zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche sowie die Analyse bestehender Fallstudien und Stufenmodelle, um den Veränderungsprozess von CREM-Strukturen zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Outsourcings und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Praxis des CREM im Immobilien-Lebenszyklus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Outsourcing, CREM, Immobilienmanagement, Kernkompetenz, Kostenreduzierung und Prozessimplementierung.
Was sind die Hauptrisiken einer Outsourcing-Entscheidung im Immobilienbereich?
Zu den Risiken zählen insbesondere der Know-How-Verlust, ein erhöhter Koordinations- und Kontrollaufwand sowie potenzielle Kostensteigerungen durch unterschätzte Transaktionskosten.
Wie unterscheidet sich "internes" von "externem" Outsourcing?
Internes Outsourcing bezeichnet meist die Ausgründung einer eigenen Tochtergesellschaft, während beim externen Outsourcing die Aufgaben an einen rechtlich und wirtschaftlich unabhängigen Dienstleister vergeben werden.
- Arbeit zitieren
- Vico Pilatzki (Autor:in), 2013, Outsourcing des Immobilienmanagements von Unternehmen unterschiedlicher Geschäftsfelder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230788