Was kann ich gegen die Konzentrationsschwächen meiner Schüler machen? Sind die vorhandenen Sitzmöbel noch zeitgemäß? Gehört ein Fußballfeld auf jeden Pausenhof? Erfährt mein Kind an dieser Schule eine optimale Ausbildung?
Lehrer, Schulleiter, Hausmeister und Eltern sind ständig mit Fragen wie diesen konfrontiert. Auch wenn jede Personengruppe eigene Interessen und Prioritäten verfolgt, so liegt ihnen allen das Wohl der Kinder am Herzen. Zunehmend wird die Schule nicht mehr nur als reine Bildungsanstalt betrachtet. Stattdessen legen Eltern heute vermehrt Wert auf eine ganzheitliche und zuweilen auch ganztägige Betreuung ihrer Kinder. Dadurch übt die Schule als Institution einen immer größeren Einfluss auf die junge Generation aus. Sie kann sich nicht mehr allein auf die Förderung der geistigen Entwicklung der Schüler beschränken. Auch körperliche, soziale und gesundheitliche Aspekte müssen berücksichtigt werden. Besonders der Bereich Gesundheit nimmt seit einigen Jahren eine wichtige Stellung in der öffentlichen Debatte ein.
So ist es nur verständlich, dass sich auch Eltern verstärkt für das Thema Gesundheitsförderung an Schulen einsetzen. Sie fordern eine ganzheitliche Ausbildung, die nicht krank macht und ihren Kindern einen optimalen Start ins Leben und Arbeitsleben ermöglicht. Den Ansprüchen heutiger Eltern und Schüler gerecht zu werden ist – aufgrund dieser Fülle an unterschiedlichen Erfordernissen - keine leichte Aufgabe. Dennoch solltenv sich unsere Schulen den Herausforderungen stellen und eine stetige Weiterentwicklung anstreben. Doch wie kann die Bewältigung dieses Vorhabens gelingen?
Zunächst ist es wichtig, sich Orientierung zu verschaffen. Welche Möglichkeiten schulischer Gesundheitsförderung gibt es? Welche theoretischen Ansätze werden derzeit diskutiert und können diese Konzepte mit der bestehenden Schulkultur harmonieren? Anschließend ist es hilfreich, die bestehenden Umstände an der eigenen Schule zu analysieren. Dabei sollte geklärt werden, welche Problemfelder eine schnelle Lösung erfordern und in welchen Bereichen eher nachrangig agiert werden kann. Ein komplexes Thema wie die schulische Gesundheitsförderung bedarf einer umfassenden Betrachtung aller mit der Schule verbundenen Strukturen. Dazu gehören neben der Gestaltung von Unterricht und Pausen auch bauliche Gegebenheiten und außerunterrichtliche Angebote. Erst nach sorgfältiger Analyse der vorhandenen Umstände sollten Maßnahmen eingeleitet werden[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Eigene Fallstudie
2.1 Fragestellung
2.2 Hypothesen
2.3 Informationen zur Schule
2.4 Durchführung der Untersuchung
2.5 Ziele der Untersuchung
2.6 Auswertung der Untersuchung
2.7 Vergleich mit anderen Studien
2.8 Interpretation
3 Bewegte Schule
3.1 Problemsituation – Folgen des Bewegungsmangels
3.2 Bewegter Unterricht
3.3 Bewegungspausen
3.4 Sportunterricht
3.5 Außerunterrichtliche Bewegungsangebote
3.6 Bewegungsräume
3.7 Sitzen im Unterricht
3.8 Stille und Entspannung
4 Umsetzung des Konzepts an der Freien Waldorfschule
4.1 Bewegter Unterricht und Bewegungspausen
4.2 Sportunterricht
4.3 Außerunterrichtliche Bewegungsangebote
4.4 Bewegungsräume
4.5 Sitzen
5 Empfehlungen
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Freie Waldorfschule Schwerin bei der Einführung und Optimierung einer bewegten Schulkultur zu unterstützen, indem sie zunächst den Ist-Zustand bezüglich der Körpergewichtsverteilung der Schülerschaft analysiert und anschließend theoretische Konzepte der "Bewegten Schule" mit der schulspezifischen Praxis abgleicht.
- Analyse der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas unter den Schülern
- Untersuchung der theoretischen Grundlagen und Potenziale der "Bewegten Schule"
- Evaluation der aktuellen Bewegungsangebote und -strukturen an der Freien Waldorfschule Schwerin
- Erarbeitung von konkreten Handlungsempfehlungen zur Förderung körperlicher Aktivität
Auszug aus dem Buch
3.1 Problemsituation – Folgen des Bewegungsmangels
Betrachtet man die diversen Konzepte und Ausarbeitungen zur Bewegten Schule, so vermitteln sie trotz individueller Ansätze eine gemeinsame Botschaft. Der derzeitige Schulalltag soll sich wandeln, es wird eine Verbesserung angestrebt. Alte Strukturen sollen ergänzt, verändert oder auch vollständig ersetzt werden. Dabei stellt sich die Frage, welche Merkmale der heute gängigen schulischen Praxis besonders problematisch sind. Im Folgenden werden verschiedene Situationen und Zustände an deutschen Schulen dargestellt, die laut Meinung diverser Autoren einer schnellen Verbesserung oder Beseitigung bedürfen.
Zunächst wird berichtet, dass der schulische Sportunterricht vielerorts Kürzungen und Einsparmaßnahmen erfahren hat, was sich zumeist in einer reduzierten Stundenanzahl niederschlägt. So behauptet Schweiger, dass der Schulsport im Zuge von finanziellen Einsparungen von 4 auf 2 Unterrichtseinheiten gekürzt wurde, gibt dabei jedoch keine konkrete Schule bzw. ein Bundesland an. (Schweiger, 2000, S. 106)
Urban spricht von lediglich einmal wöchentlich stattfindendem Sportunterricht, welcher es in diesem Umfang nicht vermag, Bewegungsdefizite bei Schülern zu kompensieren. (Urban, 2000, S. 149)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit schulischer Gesundheitsförderung und leitet das Vorhaben ein, den Ist-Zustand an der Freien Waldorfschule Schwerin zu erfassen.
2 Eigene Fallstudie: In diesem Kapitel wird eine Untersuchung zur Prävalenz von Übergewicht bei Schülern vorgestellt und im Kontext des Body-Mass-Index bewertet.
3 Bewegte Schule: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen und beleuchtet die Folgen von Bewegungsmangel sowie Konzepte zur Integration von Bewegung in den Schulalltag.
4 Umsetzung des Konzepts an der Freien Waldorfschule: Hier erfolgt ein Abgleich der theoretischen Anforderungen mit den realen Strukturen an der Freien Waldorfschule Schwerin, differenziert nach den verschiedenen Bereichen des Schulalltags.
5 Empfehlungen: Basierend auf der vorangegangenen Analyse werden konkrete Handlungsschritte zur Verbesserung der bewegungsfreundlichen Schulkultur formuliert.
6 Fazit: Das Kapitel resümiert die Vorgehensweise und die zentralen Ergebnisse der Arbeit hinsichtlich der Relevanz von Denken, Handeln und Bewegen in der Schule.
Schlüsselwörter
Bewegte Schule, Waldorfschule, Gesundheitsförderung, Übergewicht, Body-Mass-Index, Bewegungsdrang, Sportunterricht, Bewegungspausen, Lernkultur, Schulentwicklung, körperliche Aktivität, Sitzmobiliar, Kindesalter, Prävention, ganzheitliche Bildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung und Weiterentwicklung des Konzepts "Bewegte Schule" an der Freien Waldorfschule Schwerin, um einen gesünderen Schulalltag zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die körperliche Gesundheit von Schülern (speziell die Übergewichtsprävalenz), die Bedeutung von Bewegung für das Lernen sowie die baulichen und didaktischen Rahmenbedingungen der Schule.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, den Ist-Zustand der Schule durch eine Fallstudie zu erfassen und darauf aufbauend realistische Handlungsempfehlungen für eine bewegtere Schulkultur zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Erhebung (BMI-Daten) durchgeführt und mit bundesweiten sowie regionalen Studien verglichen, ergänzt durch eine qualitative Analyse der schulischen Strukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung der eigenen Fallstudie, die theoretische Aufarbeitung des Konzepts "Bewegte Schule" sowie eine Bestandsaufnahme der praktischen Umsetzung an der Freien Waldorfschule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bewegte Schule, Übergewichtsprävalenz, Waldorf-Pädagogik, körperliche Aktivität und Gesundheitsförderung.
Wie unterscheidet sich die Waldorfpädagogik in Bezug auf Bewegung?
Die Waldorfpädagogik verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der den Epochenunterricht nutzt, um komplexe Themen zusammenhängend zu behandeln, wobei der rhythmische Teil des Unterrichts eine wichtige Rolle spielt.
Welches Fazit zieht der Autor zur Situation der Oberstufe?
Der Autor bewertet die Integration von Bewegung in der Oberstufe kritisch und empfiehlt dringend eine Erhöhung der verpflichtenden körperlichen Aktivität, da die derzeitige Abwahlmöglichkeit des Sportunterrichts das Risiko für Bewegungsmangel erhöht.
Wie bewerten die Lehrer die vorgeschlagenen Maßnahmen?
Die Arbeit stellt fest, dass die Akzeptanz bei Lehrern und Schülern durch schrittweise Gewöhnung und das Vorbild der Lehrkraft entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen ist.
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- Georg Funke (Autor), 2013, Waldorf bewegt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230811