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Das Wetter als Metapher und Metonymie in Wolf Haas' "Das Wetter vor 15 Jahren"

Titel: Das Wetter als Metapher und Metonymie in Wolf Haas' "Das Wetter vor 15 Jahren"

Hausarbeit , 2013 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lena Ackermann (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit setzt sich aus psychoanalytischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive mit der Funktion des Wetters in Wolf Haas' "Das Wetter vor 15 Jahren" (2006) auseinander. Besondere Berücksichtigung finden die Freud'schen Konzepte von Verschiebung und Verdrängung sowie die besondere metafiktionale Struktur des Romans.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorüberlegungen

2.1. Metapher und Metonymie

2.2. Verschiebung und Verdrängung

3. Das Wetter als Projektionsfläche

3.1. Das Wetter als Metapher für das verdrängte Objekt der Begierde

3.2. Das Gewitter als Metapher/Metonymie für den Geschlechtsverkehr

4. Sprachliche Gestaltung – die Metaebene

4.1. Die Metapher auf der Metaebene

4.2. Verschiebungs- und Verdrängungsmechanismen auf der Metaebene

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktion von Wetterphänomenen in Wolf Haas' Roman „Das Wetter vor 15 Jahren“ unter Anwendung psychoanalytischer und literaturwissenschaftlicher Konzepte, um zu klären, ob das Wetter als Metapher oder Metonymie für verdrängte, sexuelle Inhalte fungiert.

  • Psychoanalytische Definition von Metapher und Metonymie
  • Analyse von Verschiebung und Verdrängung beim Protagonisten Vittorio
  • Untersuchung des Wetters als Projektionsfläche für erotische Begierde
  • Reflexion über Metaebenen und die Gefahr der Überinterpretation in der Literatur

Auszug aus dem Buch

3.1. Das Wetter als Metapher für das verdrängte Objekt der Begierde

Es wurde herausgearbeitet, dass die Verdrängung darauf beruht, dass tabuisierte Ideen ins Unterbewusste verdrängt werden und im Bewusstsein durch weniger aufgeladene Bilder ersetzt werden. In diesem Kontext spricht Freud auch von Objektbesetzung, d.h. von der „Besetzung von Objekten (Personen oder Dingen) mit Libido.“ Dass es sich bei Anni um ein von Vittorio besetztes Objekt handelt und dass das Wetter als weniger aufgeladenes Objekt, also als metaphorische Repräsentation, fungiert, wird bereits zu Beginn des Romans angedeutet:

Literaturbeilage: […] Er [ = Vittorio] war frustriert, weil all die Frauen angekommen sind, nur die eine nicht, um die es ihm ging.

Wolf Haas: Na ja. Das stimmt nur zum Teil.

Literaturbeilage: Es muss doch furchtbar enttäuschend für ihn gewesen sein, dass die Frau, wegen der er [bei „Wetten, dass…?“] aufgetreten ist, als Einzige nicht reagiert.

Wolf Haas: Jetzt sprechen Sie einen zentralen Punkt an. Das war eine entscheidende Frage für mich. Ich bin selbst erst nach und nach draufgekommen, dass er sich da eigentlich was vorgemacht hat. Er hat sich ja nie richtig eingestanden, dass seine Wetterleidenschaft was mit Anni zu tun hatte.

Diese kurze Passage enthält drei Punkte, die für die Analyse des Wetters als Metapher und Metonymie von Bedeutung sind: Zunächst stellt die Journalistin Anni aus der Gruppe der Frauen heraus und weist ihr eine besondere Bedeutung in Vittorios Leben zu, indem sie sie die Frau nennt, „um die es ihm ging“. Hier wird deutlich, dass Anni, obwohl Vittorio sie seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat, eine bestimmte Rolle einnimmt, die nicht von anderen Frauen erfüllt werden kann. Sie wird hier aus der Masse herausgehoben und erhält somit einen Status, der mit dem des Objekts der Begierde gleichzusetzen ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Roman und die Fragestellung, ob Wetter als metaphorisches oder metonymisches Element fungiert.

2. Vorüberlegungen: Theoretische Definitionen von Metapher, Metonymie, Verschiebung und Verdrängung aus literaturwissenschaftlicher und psychoanalytischer Sicht.

3. Das Wetter als Projektionsfläche: Analyse der konkreten Wetterphänomene im Roman als Repräsentationen für Vittorios unterdrücktes Verlangen und sexuelle Erfahrungen.

4. Sprachliche Gestaltung – die Metaebene: Untersuchung der interviewartigen Struktur des Romans als Metaebene, die Interpretationsversuche thematisiert und problematisiert.

5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass eine psychoanalytische Lesart möglich ist, aber die Gefahr einer Überinterpretation besteht.

Schlüsselwörter

Wolf Haas, Das Wetter vor 15 Jahren, Psychoanalyse, Metapher, Metonymie, Verdrängung, Verschiebung, Vittorio Kowalski, Anni, Objektbesetzung, Metafiktion, Literarische Analyse, Sexualität, Abwehrmechanismus, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert Wolf Haas' Roman „Das Wetter vor 15 Jahren“ mithilfe psychoanalytischer Konzepte, um die metaphorische und metonymische Bedeutung des Wetters zu ergründen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind psychoanalytische Abwehrmechanismen, die Struktur von Metaphern und die Interaktion zwischen Autor und Interpret in der Metafiktion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob das Wetter lediglich ein Naturphänomen darstellt oder als verdrängtes Symbol für die sexuelle Begierde des Protagonisten Vittorio zu verstehen ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin kombiniert literaturwissenschaftliche Definitionen mit psychoanalytischen Theorien (insbesondere von Sigmund und Anna Freud sowie Lacan) zur Analyse von Romanpassagen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Vorbereitung und eine detaillierte Textanalyse, in der Wetterphänomene wie Unwetter und Stromautobahnen auf ihre erotische Symbolik untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Verdrängung, Verschiebung, Metapher, Metonymie, Objektbesetzung und Metafiktion.

Wie spielt die „Stromautobahn“ eine Rolle für das Verständnis des Romans?

Die Stromautobahn dient als ein weiteres Symbol, das im Dialog zwischen dem fiktiven Autor und der Journalistin als erotisch aufgeladen gedeutet wird.

Warum betont der fiktive Autor Haas die Gefahr der Überinterpretation?

Er warnt davor, dass Literaturkritiker zu stark nach Symbolen suchen und dabei übersehen, dass manche Dinge (wie die Zigarre bei Freud) auch einfach nur wörtlich gemeint sein können.

Was bedeutet es, wenn Anni „durch das Wetter“ im Unterbewusstsein von Vittorio verdrängt wird?

Es deutet auf einen Abwehrmechanismus hin, bei dem der Protagonist sein belastendes, tabuisiertes Interesse an Anni durch ein weniger schmerzhaftes und sozial akzeptierteres Interesse an meteorologischen Daten ersetzt.

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Details

Titel
Das Wetter als Metapher und Metonymie in Wolf Haas' "Das Wetter vor 15 Jahren"
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Germanistik, vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft)
Veranstaltung
Proseminar "Das Wetter in der Literatur"
Note
1,0
Autor
Lena Ackermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V231002
ISBN (eBook)
9783656473831
ISBN (Buch)
9783656473947
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Metapher Metonymie Wetter Wolf Haas Verschiebung Verdrängung Freud Psychoanalyse Lacan Siegmund Freud Anna Freud Metafiktion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Ackermann (Autor:in), 2013, Das Wetter als Metapher und Metonymie in Wolf Haas' "Das Wetter vor 15 Jahren", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231002
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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