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Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht als Mittel zur Förderung des Textverstehens

Dargestellt an der Behandlung des Romans ´Löcher´ von Louis Sacher in der 8. Klasse einer Realschule

Titel: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht als Mittel zur Förderung des Textverstehens

Examensarbeit , 2009 , 86 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Gunnar Norda (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Womit und in welcher Art und Weise kann Lesemotivation erhöht und Textverstehen gefördert werden? Zum einen lege ich den Schülern mit ´Löcher´ eine Lektüre vor, die meiner Ansicht nach spannend ist, begeistern kann und wichtige Kriterien eines guten Jugendbuches erfüllt. Zum anderen wähle ich den methodischen Ansatz des handlungs- und produktionsorientieren (Literatur-)Unterrichts (= HPU). Ich möchte prüfen, ob handlungs- und produktionsorientierte Verfahren in Kombination mit dem oben erwähnten Roman in der Lage sind, die Lesemotivation meiner Schüler zu erhöhen und sich als Mittel zur Förderung des Textverstehens grundsätzlich eignen (Fragestellung). Verfahren dieser Art finden in der fachwissenschaftlichen Literatur seit ca. 30 Jahren Erwähnung, deren Einsatz im Deutschunterricht wird von namhaften Deutschdidaktikern vehement gefordert. So haben die HPV mittlerweile auch Einzug in die Kerncurricula gehalten und entsprechende Angebote gehören in den Schulbüchern des Faches Deutsch mittlerweile zum Standard.
Bevor ich auf die Durchführung meiner Unterrichtseinheit genauer eingehe, müssen zunächst einmal die Begriffe ´Textverstehen´ und ´Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht´ fachwissenschaftlich beleuchtet und definiert werden (erstes und zweites Kapitel). Dabei wird auch zur Sprache kommen, dass es nicht nur ein Konzept von HPU gibt, und dass sehr wohl auch Kritikpunkte aus der Didaktik und der Praxis vorgebracht werden.
Im dritten Kapitel wird der Unterrichtsgegenstand der Einheit, der Roman ´Löcher´, in den Mittelpunkt gerückt. Die Kapitel 4, 5 und 6 beschäftigen sich schließlich mit dem praktischen Teil der Arbeit. Neben der Planung der Unterrichtseinheit, die insbesondere didaktische und methodische Vorüberlegungen einschließt, sind es vor allem die Durchführungen zweier Unterrichtsstunden, die ausführlich beschrieben werden. In der Gesamtreflexion werde ich anhand der Fragestellung der Arbeit (s.o.) ein Resümee ziehen und handlungs- und produktionsorientierte Verfahren auf Basis eigener Erfahrungen hoffentlich kritisch(er) beurteilen können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Textverstehen

1.1 Textverstehen nach PISA

1.2 Verstehen literarischer Texte – literarische Hermeneutik (Waldmann)

2. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht

2.1 Definitionen und Merkmale

2.2 Kurzer geschichtlicher Abriss

2.3 Begründungen für handlungs- und produktionsorientierte Verfahren

2.3.1 Literaturtheoretische Aspekte

2.3.2 Pädagogisch-didaktische und lernpsychologische Aspekte

2.4 Konzepte und Vertreter des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts

2.4.1 Günter Waldmann

2.4.2 Gerhard Haas

2.4.3 Kaspar H. Spinner

2.4.4 Wolfgang Menzel

2.5 Handlungs- und produktionsorientierte Verfahrensweisen

2.5.1 Textproduktive Verfahren

2.5.2 Szenische Gestaltungen

2.5.3 Visuelle Gestaltungen

2.5.4 Akustische Gestaltungen

2.6 Kritik an handlungs- und produktionsorientierten Verfahren

3. Der Roman ´Löcher´ von Louis Sachar

3.1 Informationen zum Autor

3.2 Informationen zum Buch

3.3 Inhalt und Gattung

3.4 Erzähltechnik und Sprache

3.5 Themen und Motive

4. Planung der Unterrichtseinheit

4.1 Rahmenbedingungen und Anmerkungen zur Situation der Klasse

4.2 Didaktische Vorüberlegungen

4.3 Methodische Vorüberlegungen

5. Durchführung der Unterrichtseinheit

5.1 Kompetenzen der Unterrichtseinheit

5.2 Tabellarische Darstellung der Unterrichtseinheit

5.3 Die zweite und dritte Unterrichtsstunde: „Ich hab keine Freunde“ – Stanley über sein Leben in einem fiktiven Radiointerview

5.3.1 Ziel der Unterrichtsstunde

5.3.2 Teillernziele

5.3.3 Geplanter Unterrichtsverlauf

5.3.4 Ergänzungen zu Anmerkungen der Klassensituation

5.3.5 Ergänzungen zur Sachanalyse

5.3.6 Didaktische Ergänzungen

5.3.7 Methodische Ergänzungen

5.3.8 Reflexion der Unterrichtsstunde

5.4 Die 15. und 16. Unterrichtsstunde: Die Campleitung vor Gericht

5.4.1 Ziel der Unterrichtsstunde

5.4.2 Teillernziele

5.4.3 Geplanter Unterrichtsverlauf

5.4.4 Ergänzungen zu Anmerkungen der Klassensituation

5.4.5 Ergänzungen zur Sachanalyse

5.4.6 Didaktische Ergänzungen

5.4.7 Methodische Ergänzungen

5.4.8 Reflexion der Unterrichtsstunde

6. Gesamtreflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit handlungs- und produktionsorientierte Verfahren im Literaturunterricht einer achten Realschulklasse dazu beitragen können, die Lesemotivation zu steigern und das Textverstehen bei der Behandlung des Romans „Löcher“ von Louis Sachar gezielt zu fördern.

  • Analyse theoretischer Grundlagen des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts (HPU).
  • Untersuchung des Roman-Potenzials zur Motivationsförderung von leseunwilligen Jugendlichen.
  • Erprobung und Reflexion spezifischer methodischer Verfahren wie Rollenspiele, Interviews und Comic-Gestaltung.
  • Evaluation des Einflusses von HPU auf das Textverstehen und die aktive Teilhabe der Schülerschaft.

Auszug aus dem Buch

3.3 Inhalt und Gattung

Der 15-jährige Stanley Yelnatz, Protagonist des Romans und, wie seine anderen männlichen Familienmitglieder, aufgrund eines durch den Ururgroßvater verschuldeten Familienfluchs Pechvogel durch und durch, wird (typischerweise) zu Unrecht des Diebstahls von Turnschuhen eines Baseball-Stars bezichtigt und landet dafür im Camp Green Lake, einer Besserungsanstalt in einer Wüste für straffällig gewordene Jugendliche. Diese haben hier tagtäglich die anstrengende Aufgabe, ein fünf Fuß tiefes und fünf Fuß breites Loch in brütender Hitze aus knochentrockener Erde in einem Gebiet mit gefährlichen gelb gefleckten Eidechsen auszuheben, was laut Angaben der Campleitung, insbesondere der Chefin, ihrer Charakterbildung dienlich sein soll. Zuerst ist Stanley kaum in der Lage, das tägliche Arbeitspensum zu bewältigen. Doch mit der Zeit arbeitet er sich immer besser ein und beginnt, sich Gedanken über das Leben im Camp zu machen. Er findet heraus, dass die Jugendlichen eigentlich einen Schatz finden sollen. Zusammen mit seinem Haftgenossen Zero, mit dem er sich schließlich auf der Flucht befindet, schafft er es, diesen Schatz zu heben. Die „Mitarbeiter“ des Camps können dagegen mit Hilfe von Stanleys Anwältin als Betrüger entlarvt und verhaftet werden. Am Ende des Romans stellt sich heraus, dass der Schatz zum Familienbesitz der Yelnatz gehört. Stanley und Zero werden reich und der Familienfluch kann gebannt werden.

Was hier (bewusst) in einer sehr knappen und nüchternden Form zum Inhalt des Romans dargestellt wurde, steht im Kontrast zu den oben bereits ausgeführten Pressezitaten. Diese zeugen nicht nur von einer gewissen Bewunderung für Sachars Werk, sondern ordnen unbewusst den Roman verschiedenen literarischen Gattungen zu. Bevor ich auf diesen Aspekt näher eingehen werde, lässt sich grundsätzlich festhalten, dass ´Löcher´ als Teil der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) zu betrachten ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Herausforderung der Lesemotivation im Medienzeitalter und formuliert die Fragestellung zur Wirksamkeit handlungs- und produktionsorientierter Verfahren.

1. Textverstehen: Dieses Kapitel definiert Textverstehen unter Rückgriff auf die PISA-Studie und das hermeneutische Modell von Günter Waldmann.

2. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht: Es werden die theoretischen Begründungen, historische Wurzeln und Konzepte sowie die Kritik am HPU erörtert.

3. Der Roman ´Löcher´ von Louis Sachar: Der Unterrichtsgegenstand wird hinsichtlich Autor, Gattung, Erzähltechnik und thematischer Schwerpunkte vorgestellt.

4. Planung der Unterrichtseinheit: Hier werden die Rahmenbedingungen der Klasse sowie didaktische und methodische Vorüberlegungen dargelegt.

5. Durchführung der Unterrichtseinheit: Dieser Teil beschreibt detailliert die Lernziele, Verlaufspläne und Reflexionen zweier ausgewählter Sequenzen.

6. Gesamtreflexion: Abschließend erfolgt eine kritische Bewertung der Wirksamkeit des HPU auf Basis der gemachten Erfahrungen im Unterricht.

Schlüsselwörter

Literaturunterricht, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, HPU, Lesemotivation, Textverstehen, Louis Sachar, Löcher, PISA, Jugendbuch, Literaturdidaktik, Szenische Gestaltung, Textproduktive Verfahren, Lesekompetenz, Unterrichtsplanung, Ganzschrift.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie handlungs- und produktionsorientierte Verfahren (HPU) dazu genutzt werden können, die Lesemotivation zu steigern und das Textverstehen bei Schülern der achten Realschulklasse anhand des Jugendromans „Löcher“ zu verbessern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Textverstehen (u.a. PISA-Kontext), die theoretische Einbettung des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts sowie die didaktische Planung und praktische Erprobung dieses Ansatzes.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu prüfen, ob handlungs- und produktionsorientierte Verfahren in Kombination mit einem spannenden Jugendroman in der Lage sind, die Lesemotivation der Schüler signifikant zu erhöhen und das Textverstehen als grundlegende Kompetenz zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verknüpft eine theoretische Literaturanalyse mit einer praxisorientierten Unterrichtsdokumentation. Der Autor evaluiert dabei die Wirksamkeit der methodischen Ansätze durch Planung, Durchführung und anschließende Reflexion von zwei Unterrichtssequenzen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des HPU, die Vorstellung des Romans „Löcher“, die Planung der Unterrichtseinheit unter Berücksichtigung der Klassensituation sowie die detaillierte Darstellung und Reflexion zweier konkreter Unterrichtssequenzen (Radiointerview und Gerichtsverhandlung).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Handlungsorientierung“, „Produktionsorientierung“, „Lesemotivation“, „Jugendliteratur“ und „Textverstehen“ bestimmt.

Warum wurde der Roman „Löcher“ von Louis Sachar als Lektüre gewählt?

Der Roman wurde aufgrund seiner thematischen Relevanz für Jugendliche, seines spannenden Aufbaus und des für die Zielgruppe angemessenen Sprachstils gewählt, um eine hohe Identifikationsmöglichkeit zu bieten und die Lust am Lesen neu zu entfachen.

Wie gehen die Schüler mit der Anforderung um, den Roman produktiv zu bearbeiten?

Der Autor stellt fest, dass die Schüler durch die verschiedenen produktiven Verfahren – wie das Erstellen von Interviews oder Comics – eine höhere Motivation zeigten und sich intensiv mit dem Inhalt auseinandersetzten, wenngleich einige Verfahren anfangs eine hohe Lernkurve erforderten.

Ende der Leseprobe aus 86 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht als Mittel zur Förderung des Textverstehens
Untertitel
Dargestellt an der Behandlung des Romans ´Löcher´ von Louis Sacher in der 8. Klasse einer Realschule
Hochschule
Studienseminar Nordhorn für das Lehramt an Grund-, Haupt- u. Realschulen
Note
2,0
Autor
Gunnar Norda (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
86
Katalognummer
V231177
ISBN (eBook)
9783656470854
ISBN (Buch)
9783656470885
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Textverstehen PISA literarische Hermeneutik Literaturunterricht Günter Waldmann Gerhard Haas Kaspar H. Spinner Wolfgang Menzel Handlungs- und produktionsorientierte Verfahren Löcher Louis Sachar Didaktische Vorüberlegungen Methodische Vorüberlegungen Unterrichtseinheit Kompetenzen Ziel der Unterrichtsstunde Teillernziele Geplanter Unterrichtsverlauf Sachanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Gunnar Norda (Autor:in), 2009, Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht als Mittel zur Förderung des Textverstehens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231177
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  86  Seiten
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