Innerhalb der Untersuchungen, die sich mit theoretischen und praktischen Problemen süchtigen Verhaltens befassen, nehmen die Recherchen über Formen und Erscheinungsweisen der nicht stoffgebundenen Abhängigkeiten einen zunehmend größer werdenden Raum ein. Im Vergleich zur gesellschaftlichen Bedeutung der stoffgebundenen Suchtformen, wie beispielweise Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit, spielen diese zwar eine geringere Rolle, ihre praktische Relevanz hat aber in den letzten Jahren in der modernen Gesellschaft ständig zugenommen.
Unter den am meisten diskutierten Formen der stoffungebundenen Süchte ist die Arbeitssucht zu nennen. Zahlreiche Autoren, die sich in ihren wissenschaftlichen Arbeiten mit der Arbeitssucht beschäftigen, deuten jedoch darauf hin, dass die Arbeitssucht, im Gegensatz zu Spiel- oder Sexsucht, von Medizinern, Psychologen sowie der Rechtssprechung als Krankheit nicht anerkannt wird, und dass die Sucht nach Arbeit noch keine eigenständigen Diagnosekategorien und kein individuelles Krankheitsbild besitzt. Poppelreuter nennt dafür folgende Ursachen:
Zum einen findet erst seit wenigen Jahren eine Grundlagenforschung zur Definition, Abgrenzung und theoretischen Fundierung der stoffungebundenen Süchte im Allgemeinen und der Arbeitssucht im Besonderen statt. Zum anderen hat die Arbeit insbesondere in den westlichen Industrienationen einen solch hohen Stellenwert, dass die kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob ein Zuviel an Arbeit denn auch schädliche Folgen haben kann, vielfach schroff abgelehnt wird (vgl. Poppelreuter, 2002)
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE BEGRÜNDUNGEN
2.1 DEFINITIONEN UND BEGRIFFE
2.2 MERKMALE DER ARBEITSSUCHT
2.3 EIGENSCHAFTEN DER ARBEITSSUCHT
2.4 URSACHEN DER ARBEITSSUCHT
2.5 ERKLÄRUNGSANSÄTZE ARBEITSSÜCHTIGEN VERHALTENS
2.5.1 Verhaltenstheoretischer Ansatz
2.5.2 Psychoanalytischer Ansatz
2.5.3 Familiendynamischer Ansatz
2.6 TYPEN VON ARBEITSSÜCHTIGEN
3. THERAPEUTISCHER ANSATZ
3.1 PROBLEME
3.2 THERAPEUTISCHE STRATEGIEN
3.2.1 Konfliktorientierung
3.2.2 Lösungsorientierung
3.3 FALLBEISPIEL
3.3.1 Konfliktorientierte Hypothesen zum Fallbeispiel
3.3.2 Lösungsorientierter Beitrag zum Fallbeispiel
3.4 DIE UNTERSCHIEDLICHEN BEHANDLUNGSELEMENTE.
3.5 RATIONAL EMOTIVE BEHAVIOUR THERAPY
3.6 FRAGESTELLUNG
3.7 EMOTIONS- THERAPIE
4. ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Arbeitssucht aus psychologischer Sicht, um therapeutische Ansätze zur Identifikation und Bewältigung des süchtigen Verhaltens zu erarbeiten.
- Theoretische Fundierung der Begriffe und Ursachen von Arbeitssucht
- Analyse von Fallbeispielen zur Ableitung therapeutischer Strategien
- Anwendung der Rational Emotive Behaviour Therapy (REBT)
- Untersuchung von Konfliktorientierung und Lösungsorientierung in der Therapie
- Erörterung von Behandlungselementen wie Gruppentherapie und Verhaltensänderungen
Auszug aus dem Buch
3.3 Fallbeispiel
In seinem Werk „Macht Arbeit das Leben süß?“(2005) führt Peter Berger ein Fallbeispiel auf, das die Zusammenhänge zwischen dem innerlichen Konflikt, der Biographie und der Erscheinungsform der Arbeitssucht bei dem Patienten deutlich macht.
Die 54-jährige, verheiratete Studienrätin und Mutter von zwei erwachsenen Söhnen beschreibt sich als dienstunfähig. Es gelingt ihr nicht sich zu entspannen, außerdem treten bei ihr physische Probleme auf: Rücken- und Magenbeschwerden, für die es nach medizinischer Untersuchung keinen organischen Befund gäbe. In den letzten Monaten beobachtet sie bei sich auch eine Neigung zum Konsum von Alkohol. Ihr Ehemann bringt wenig zum Unterhalt der Familie dazu, wohingegen die Patientin immer vollschichtig gearbeitet hat. Momentan bezeichnet sie sich als „rundum unglücklich“, trägt sich zunehmend mit Trennungsgedanken, die sie aber bisher aus Sorge um ihren Mann immer zurückgewiesen hat, und deutet Suizidimpulse an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Arbeitssucht als aktuelles, jedoch medizinisch oft nicht anerkanntes gesellschaftliches Problem.
2. THEORETISCHE BEGRÜNDUNGEN: Herleitung von Definitionen, Merkmalen und Ursachen der Arbeitssucht sowie Vorstellung verschiedener Erklärungsansätze.
3. THERAPEUTISCHER ANSATZ: Darstellung konkreter therapeutischer Strategien, Fallbeispiele und der Anwendung spezieller Therapiemethoden wie der REBT.
4. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Diskussion des aktuellen Forschungsstandes und der therapeutischen Möglichkeiten bei Arbeitssucht.
Schlüsselwörter
Arbeitssucht, Workaholism, Psychotherapie, Konfliktorientierung, Lösungsorientierung, Rational Emotive Behaviour Therapy, REBT, Sucht, Verhaltensmuster, Selbstwertgefühl, Bewältigungsstrategien, Burnout, Symptomatik, psychologische Behandlung, Arbeitsverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Arbeitssucht und der Frage, wie dieses psychologische Phänomen therapeutisch behandelt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung von Arbeitssucht, ihre Ursachen sowie der therapeutische Umgang mit betroffenen Individuen.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer Grundlagen therapeutische Ansätze und Strategien zu skizzieren, die bei der Betreuung arbeitssüchtiger Patienten zum Einsatz kommen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine theoretische Aufarbeitung der Thematik vorgenommen, ergänzt durch die Analyse von Fallbeispielen und die Anwendung kognitiv-verhaltenstherapeutischer Modelle wie der REBT.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben theoretischen Begründungen insbesondere therapeutische Konzepte, Fallbeispiele und spezifische Interventionstechniken zur Verhaltensänderung diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Arbeitssucht, Psychotherapie, REBT, Konfliktlösung und Verhaltensmuster charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der konfliktorientierte vom lösungsorientierten Ansatz?
Der konfliktorientierte Ansatz versucht, das Verhalten aus biografischen Ereignissen und unbewussten Konflikten zu erklären, während der lösungsorientierte Ansatz primär auf aktuelle Copingmechanismen und die Änderung des Arbeitsverhaltens abzielt.
Welche Rolle spielt die Rational Emotive Behaviour Therapy (REBT) bei der Behandlung?
Die REBT bietet ein strukturiertes Schema, um die kognitiven Prozesse und irrationalen Glaubenssätze der Betroffenen zu identifizieren und durch eine kognitive Umstrukturierung zu verändern.
Was bedeutet das "ABCD"-Diagramm in der Therapie?
Das ABCD-Diagramm hilft Patienten zu verstehen, wie ihre Glaubenssysteme (B) zwischen einem auslösenden Ereignis (A) und den emotionalen Folgen (C) stehen und wie diese durch eine Disputation (D) verändert werden können.
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- Kira Kogan (Author), 2007, Arbeitssucht. Ein therapeutischer Ansatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231206