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Islam und Demokratie

Ist ein islamischer Staat mit einem demokratischen Regierungssystem vereinbar?

Title: Islam und Demokratie

Term Paper , 2012 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Master of Education und Dipl. Kfm. (FH) Volker Ahmad Qasir (Author)

Theology - Practical Theology
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Der Islam stößt in weiten Teilen der hiesigen Öffentlichkeit auf Ablehnung. Bisweilen auch deshalb, weil die Vereinbarkeit von Islam als Religion und Demokratie als Staats- und Gesellschaftsordnung angezweifelt wird. Obwohl viele Muslime in Deutschland leben und obwohl der Islam inzwischen „ein Teil von Deutschland“ ist, findet man hierzulande immer wieder und mit großer Selbstverständlichkeit „abstrakte Grundsatzdebatten darüber, ob der Islam in die westliche Gesellschaftsordnung hineinpasse und überhaupt mit der Werteordnung einer liberalen Demokratie kompatibel sei.“

Zwar gibt es tatsächlich einige muslimische Gelehrte und insbesondere militante Extremistengruppen, die Demokratie als Staatsform ablehnen, da sie den Geboten Gottes, respektive der islamischen Scharia, widerspreche, andererseits gibt es ebenso zahlreiche muslimische Gelehrte und Wissenschaftler, die die Vereinbarkeit von islamischem Glauben und Demokratie schlüssig beweisen konnten. Indes wird gerade an den aktuellen politischen Umwälzungen in der islamischen Welt deutlich, dass „gläubige, praktizierende Muslime“ ihre kulturelle Identität durch Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nicht gefährdet sehen und zwar gerade weil diese Werte „nicht exklusiv westlich sind, sondern universell gültig.“

Im Rahmen der Hausarbeit werden zunächst die wichtigsten Merkmale einer demokratischen Gesellschaftsordnung bestimmt. Im anschließenden Hauptteil werden dann die genannten Merkmale mit dem normativen Bild eines idealen islamischen Staates verglichen. Im Fokus steht hierbei insbesondere eine Betrachtung der koranischen Anweisungen, sowie das historische Praxisbeispiel des Propheten Muhammad und seiner vier nachfolgenden („rechtgeleiteten“) Kalifen. Die Hausarbeit schließt mit einem kritischen Resümee und einem Ausblick auf das auch in Zukunft mögliche oder unmögliche Verhältnis von islamischer Glaubenslehre und demokratischer Gesellschaftsordnung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Merkmale einer demokratischen Gesellschaftsordnung

3.) Vergleich mit den Merkmalen des (idealen) islamischen Staates

3.1) Die Wahl der/des Regierenden

3.2) Politische Gleichberechtigung der Bürger

3.2.1) Rasse / Ethnizität

3.2.2) Geschlecht

3.2.3) Religionszugehörigkeit

3.3) Pluralismus (Ichtilaf)

3.4) Schura: Beratung und Konsens

3.5) Rechtsstaat, Scharia und Gerechtigkeit

4.) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Vereinbarkeit der islamischen Glaubenslehre mit den Grundsätzen einer demokratischen Gesellschaftsordnung, indem sie koranische Anweisungen und historische Praxisbeispiele einem normativen Demokratiebegriff gegenüberstellt.

  • Analyse zentraler Merkmale demokratischer Ordnungen
  • Vergleich mit dem normativen Bild eines idealen islamischen Staates
  • Rolle der Schura (Beratung) und der Rechtsstaatlichkeit im Islam
  • Diskussion von Gleichberechtigung, Pluralismus und Religionsfreiheit

Auszug aus dem Buch

3.3) Pluralismus (Ichtilaf)

Vereinheitlichung und Gleichschaltung des Denkens ist dem Wesen der islamischen Lehren entgegengesetzt. Stattdessen wird der Mensch bereits im Koran mehrfach dazu angehalten, seinen eigenen Verstand um Antworten zu bemühen und auch der Prophet Muhammad hielt insbesondere Amtsinhaber dazu an, sich auf Basis von Koran und Sunna ein eigenes Urteil zu bilden, wenn in diesen keine konkreten Anweisungen zu einer Fragestellung zu finden sind. Weiter verdeutlicht wurde die Richtigkeit unterschiedlicher Ansichten und Meinungen durch den Hinweis des Propheten auf die gleiche religiöse Rechtschaffenheit seiner Gefährten, die zwar unterschiedlich wie die Sterne seien, den Menschen, der ihnen folge, jedoch gleichfalls auf den rechten Weg führe.

Der sich so entwickelnde Pluralismus innerhalb des Islams stellte dabei (im Gegensatz zu der Auffassung von Extremisten) weniger eine Gefahr, sondern vielmehr eine Bereicherung der islamischen Glaubenspraxis dar. Deutlich zum Vorschein kam dieser Pluralismus in der Entstehung der vier islamischen Rechtsschulen (nach Hanafi, Malik, Hanbal und Shaafi), die sich „sowohl in rituellen als auch in gesetzlichen Fragen in den verschiedenen orthodoxen Madahib, ja innerhalb eines und desselben Madhab, voneinander unterscheiden konnten, mit denen dann die harmonisierende Theologie jedoch nichts anderes anzufangen wusste, als sie als nebeneinander gleichberechtigt anzusehen, ja sogar ihre Verschiedenheit als Segen für die Islam-Gemeinde zu erklären.“

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Arbeit thematisiert die gesellschaftliche Debatte um die Kompatibilität von Islam und liberaler Demokratie.

2.) Merkmale einer demokratischen Gesellschaftsordnung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Demokratie, wie Volkssouveränität, Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit, definiert.

3.) Vergleich mit den Merkmalen des (idealen) islamischen Staates: In diesem Hauptteil erfolgt ein systematischer Vergleich zwischen demokratischen Werten und islamischen Quellen anhand von Fallbeispielen.

4.) Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass der Islam normativ demokratische Systeme stützt, die praktische Umsetzung jedoch durch politische Einflussnahme und historische Interpretationen behindert wird.

Schlüsselwörter

Islam, Demokratie, Rechtsstaat, Scharia, Schura, Pluralismus, Ichtilaf, Menschenrechte, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Politische Teilhabe, Idealer islamischer Staat, Koran, Sunna, Konsensfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob der Islam als Religion und Gesellschaftsordnung mit den Werten einer liberalen Demokratie vereinbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Schwerpunkte sind das Demokratieverständnis, die islamische Lehre, die Gleichberechtigung, der Pluralismus und die Rolle von Rechtsstaatlichkeit im islamischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Vereinbarkeit durch eine theoretische und historische Analyse der koranischen Anweisungen und der Praxis des Propheten Muhammad zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechts- und politikwissenschaftliche Literaturanalyse sowie eine vergleichende Betrachtung normativer Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Aspekte wie die Regierungsform, politische Gleichberechtigung, das Prinzip der Beratung (Schura) und die Bedeutung der Scharia für einen Rechtsstaat.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Islam, Demokratie, Rechtsstaat, Schura und Pluralismus definiert.

Wie unterscheidet sich die islamische Schura von einem demokratischen Parlament?

Die Schura ist eine religiös verankerte Beratungsinstitution, die jedoch in der historischen Interpretation oft nicht bindend für den Herrscher war, was im Vergleich zu modernen demokratischen Parlamenten als Schwachpunkt identifiziert wird.

Warum ist die Gleichberechtigung der Frau im islamischen Kontext laut der Arbeit ein komplexes Thema?

Obwohl die Lehre Gleichwertigkeit betont, führen traditionelle Interpretationen der Geschlechtertrennung und spezifische Rechte/Pflichten zu Debatten über politische Partizipation und die Stellung der Frau.

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Details

Title
Islam und Demokratie
Subtitle
Ist ein islamischer Staat mit einem demokratischen Regierungssystem vereinbar?
College
University of Kassel  (Geistes- und Kulturwissenschaften)
Course
Religion und Politik – Theologische und politikwissenschaftliche Perspektiven auf ein spannungsreiches Verhältnis
Grade
1,0
Author
Master of Education und Dipl. Kfm. (FH) Volker Ahmad Qasir (Author)
Publication Year
2012
Pages
19
Catalog Number
V231219
ISBN (eBook)
9783656477785
ISBN (Book)
9783656479673
Language
German
Tags
Islam Demokratie Scharia Sharia Rechtsstaat Politik Fanatismus Islamisten Salafisten Salafismus Schura Ichtilaf Pluralismus Gerechtigkeit Gleichheit Apostasie Frauenrechte Muslime Moslem Arabien Ägypten Deutschland Grundgesetz Gleichberechtigung Tariq Ramadan Ahmadiyya Al-Jabri Khan Gudrun Krämer islamische Demokratie Kalifat Kalifatstaat Gottesstaat Theokratie Iran Saudi-Arabien Demokratietheorie Farag Foda Quran Koran Bibel Andersgläubige Ungläubige Kafir Mekka Medina Hadith Ahadith Rechtsschulen Islamisches Recht Idschma Ijma Idschtihad Ijtihad Dschihad Jihad
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Quote paper
Master of Education und Dipl. Kfm. (FH) Volker Ahmad Qasir (Author), 2012, Islam und Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231219
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