Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - Postwar Period, Cold War

Die Entstehung der Zeitung

Title: Die Entstehung der Zeitung

Term Paper , 2013 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rainer Kraus (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Entstehung neuer Kommunikationsformen und Medien zieht gesellschaftliche Weiterentwicklung nach sich. Das Internet hat neue Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten eröffnet und so nicht nur nationale, sondern die weltweite Gesellschaft stärker miteinander verbunden, neue mediale Verhaltensweisen, Umgangsformen oder sogar Spracheigenschaften entwickelt. Schon die aus heutiger Sicht vergleichsweise simpel erscheinende Einführung der Telegrafie in der Mitte des 19. Jahrhunderts und die Verlegung des ersten transkontinentalen Kabels 1866 veränderte die allgemeine Wahrnehmung der Welt und der Distanzen in ihr, vom Telefon und der akustischen Sprachübermittlung über Distanzen ganz zu schweigen. Technische Neuerungen machen diese Entwicklungen möglich, ähnliche Effekte auf die Wahrnehmung der Welt hatten natürlich auch die neuen Transportmittel von der Eisenbahn bis zum Zeppelin. Genau ein solcher Prozess wird schon, dank Gutenbergs Druckerpresse, in der Frühen Neuzeit mit der Entstehung gedruckter, regelmäßig erscheinender Zeitungen in Gang gesetzt. Die Zeitung ist das erste Kommunikationsmedium, welches auf breiter gesellschaftlicher Ebene einen nachhaltigen Effekt auf die Menschen und ihre Wahrnehmung der Welt hat und dadurch Entwicklungen in Gang setzt, die wir noch heute spüren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Entstehung der gedruckten Zeitung im deutschsprachigen Raum im frühen 17. Jahrhundert

2.1 Frühe Formen der Zeitung und die Voraussetzung für den Druck

2.1.1 Voraussetzungen für die Entstehung der gedruckten Zeitung: Drucktechnik und Post

2.1.2 Neue Zeitungen: Flugblätter, -schriften, Messrelationen und Monatsschriften als Vorläufer der gedruckten Zeitung

2.2 Die ersten gedruckten und regelmäßig erscheinenden Zeitungen

2.2.1 Straßburger Relation

2.2.2 Wolfenbütteler Aviso

2.2.3 Von der Wochenzeitschrift bis zur Tageszeitung

2.3 Entwicklung des Mediums Zeitung und gesellschaftliche Bedeutung

2.3.1 Publizität, Periodizität, Aktualität, Universalität und Unparteilichkeit: Entwicklung eines neuen, modernen Mediums

2.3.2 Mediale Entwicklung der Gesellschaft in der Frühen Neuzeit

3 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der ersten periodisch erscheinenden gedruckten Zeitungen in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie technologische Fortschritte und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Frühen Neuzeit die Etablierung des neuen Informationsmediums „Zeitung“ ermöglichten und welche Auswirkungen dies auf die gesellschaftliche Kommunikation und Meinungsbildung hatte.

  • Technologische Voraussetzungen (Drucktechnik und Postwesen)
  • Vorläuferformen (Flugblätter, Messrelationen, Monatsschriften)
  • Fallstudien zur Straßburger Relation und zum Wolfenbütteler Aviso
  • Entwicklungsprozess von der Wochen- zur Tageszeitung
  • Konstituierende Prinzipien des modernen Zeitungsmediums

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Voraussetzungen für die Entstehung der gedruckten Zeitung: Drucktechnik und Post

Technische und infrastrukturelle Veränderungen machten diese Entwicklungen möglich. Gutenberg erfand um 1448 den Buchdruck zwar nicht neu, aber, inspiriert von rheinischen Weinpressen, entwickelte er das Verfahren dahingehend weiter, dass der Druckvorgang einfacher, schneller und billiger wurde, seine „Leistung bestand daher im Transfer, d. h. in der Verbindung von Bekanntem mit Neuem und der Verbesserung des Bewährten“. Aber seine eigene Entwicklung waren die einfach herzustellenden, beweglichen bzw. austauschbaren Drucktypen und die die für den bisherigen Holzdruck verwendete dünne Druckfarbe ersetzende Druckerschwärze. Durch sie erst wurde „die erste Massenproduktion vollständig identischer Kopien“ ermöglicht. Wie wichtig diese Erfindung Gutenbergs für die Zeit war, kann man daran ablesen, dass innerhalb der nächsten 20 Jahre Druckereien in Straßburg, Bamberg, Köln, Eltville (Mainz), Basel, Augsburg, Nürnberg und Ulm entstanden. Um 1500 herum gab es dann europaweit ca. „1000 Druckereien in rund 250 Städten“. Somit ist „der Buchdruck [...] die entscheidende Voraussetzung für die Entstehung der Massenkommunikation. Seine Bedeutung geht über die Vorteile der Vervielfältigung (Reproduktion) weit hinaus“.

Das entstehende und sich stetig weiter verbreitende Postwesen, dessen Bezeichnung sich von den „Posten“ genannten Pferde- und Versorgungsstationen herleitete, wiederum bildete allgemein die infrastrukturelle Grundlage für die Verbreitung von Nachrichten. Im Zuge größerer Professionalisierung auf Seiten der Verleger bzw. Redakteure wurde es auch enorm wichtig für die immer schnellere Lieferung von Informationen und Nachrichten und umgekehrt natürlich für Vertrieb und Verbreitung des Druckerzeugnisses. Nur mit dem Postnetzwerk war es möglich, einzelne Zeitungsnummern teilweise weite Strecken zu liefern. Der Thurn und Taxischen Reichspost fiel im HRR hier eine besondere Rolle zu. Die Zentralisierung des Postwesens ermöglichte höhere Streckendichte und Geschwindigkeiten beim Transport, Reiter der Post schafften durch die Stafette im 16. Jahrhundert bis zu 10 Kilometer in der Stunde und von Anfangs rund 130 Kilometer später bis zu 200 Kilometer am Tag. Ohne die Post wäre die Verbreitung des Zeitungswesens so nicht möglich gewesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung skizziert das Forschungsinteresse an der Entwicklung der ersten gedruckten Zeitungen und ordnet das Thema in die medienhistorische Forschung ein.

2 Die Entstehung der gedruckten Zeitung im deutschsprachigen Raum im frühen 17. Jahrhundert: Dieses Kapitel behandelt die Rahmenbedingungen und die technologische sowie infrastrukturelle Basis für die Entstehung des Zeitungswesens.

2.1 Frühe Formen der Zeitung und die Voraussetzung für den Druck: Hier werden die vorindustriellen Nachrichtenwege und die Rolle des Buchdrucks und des Postwesens als Grundvoraussetzungen dargelegt.

2.1.1 Voraussetzungen für die Entstehung der gedruckten Zeitung: Drucktechnik und Post: Der Fokus liegt auf der technischen Innovation des Buchdrucks und der Bedeutung der beschleunigten Nachrichtenübermittlung durch das Postwesen.

2.1.2 Neue Zeitungen: Flugblätter, -schriften, Messrelationen und Monatsschriften als Vorläufer der gedruckten Zeitung: Dieses Unterkapitel analysiert verschiedene mediale Vorläufer wie Flugblätter und Messrelationen auf dem Weg zur periodischen Zeitung.

2.2 Die ersten gedruckten und regelmäßig erscheinenden Zeitungen: Untersuchung der zwei maßgeblichen Pionierwerke des frühen Zeitungswesens.

2.2.1 Straßburger Relation: Detaillierte Betrachtung des Unternehmertums von Johann Carolus und seiner Straßburger Relation als eine der ersten Zeitungen.

2.2.2 Wolfenbütteler Aviso: Analyse des Wolfenbütteler Aviso als hofnahes, protegiertes Nachrichtenmedium im Vergleich zur Straßburger Relation.

2.2.3 Von der Wochenzeitschrift bis zur Tageszeitung: Beschreibung der rasanten Entwicklung der Erscheinungsfrequenz im 17. Jahrhundert bis hin zur ersten Tageszeitung.

2.3 Entwicklung des Mediums Zeitung und gesellschaftliche Bedeutung: Reflexion über die Etablierung des Mediums in der Gesellschaft.

2.3.1 Publizität, Periodizität, Aktualität, Universalität und Unparteilichkeit: Entwicklung eines neuen, modernen Mediums: Definition der vier Kernprinzipien, die das Zeitungswesen als modernes Medium konstituierten.

2.3.2 Mediale Entwicklung der Gesellschaft in der Frühen Neuzeit: Untersuchung der soziokulturellen Auswirkungen der Zeitung auf das reflektierende Subjekt und die öffentliche Meinungsbildung.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung der Zeitung als gesellschaftsveränderndes Instrument zusammen und zieht Parallelen bis in die heutige Zeit.

Schlüsselwörter

Zeitungswesen, Frühe Neuzeit, Buchdruck, Postwesen, Johann Carolus, Straßburger Relation, Wolfenbütteler Aviso, Medienentwicklung, Publizität, Periodizität, Nachrichtenübermittlung, Mediengeschichte, Aufklärung, Informationsmedium, Nachrichtenbeschaffung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Genese und Etablierung der ersten periodisch erscheinenden gedruckten Zeitungen in Deutschland während des 17. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder umfassen die technologischen und infrastrukturellen Voraussetzungen, die verschiedenen Vorläufermedien, die Fallanalysen der ersten Zeitungen sowie die gesellschaftliche Bedeutung des neuen Mediums.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den historischen Prozess darzulegen, wie aus handgeschriebenen Nachrichtenbrieven und unregelmäßigen Flugschriften das moderne, periodische Medium Zeitung entstand.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine medienhistorische Analyse unter Rückgriff auf zeitgenössische Quellen, Archivmaterialien und eine umfassende Auswertung aktueller wissenschaftlicher Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die technischen Grundlagen sowie die Vorläuferformen beleuchtet, anschließend die Straßburger Relation und der Wolfenbütteler Aviso analysiert und abschließend die Entwicklung der publizistischen Prinzipien diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Publizität, Aktualität, Periodizität, Nachrichtennetzwerk, Pressegeschichte und mediale Transformation.

Was unterscheidet den Wolfenbütteler Aviso von der Straßburger Relation?

Während die Straßburger Relation auf einer unternehmerischen Initiative von Johann Carolus basierte, war der Wolfenbütteler Aviso ein stärker hofnahes und staatlich protegiertes Projekt.

Warum war die Post für die Entstehung der Zeitung so entscheidend?

Das Postnetzwerk bildete die infrastrukturelle Grundlage, da es erst durch geregelte Boten- und Stafettensysteme möglich wurde, Nachrichten zeitnah und über größere Distanzen für eine regelmäßige Produktion zu sammeln.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Die Entstehung der Zeitung
College
University of Würzburg  (Institut für Geschichte)
Course
Zwischen Zensur und Propaganda: Europäische Medienpolitik in der Frühen Neuzeit
Grade
1,3
Author
Rainer Kraus (Author)
Publication Year
2013
Pages
19
Catalog Number
V231260
ISBN (eBook)
9783656473923
ISBN (Book)
9783656473985
Language
German
Tags
entstehung zeitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rainer Kraus (Author), 2013, Die Entstehung der Zeitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231260
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint