Körper, Raum, Emotion. Strukturen, Universalien und Besonderheiten in der sudanesischen Sprache Tima


Magisterarbeit, 2013
75 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Einführung zum Tima und seinen Sprechern
II.1. Die Ethnie Tima und ihre Sprache
II.2. Grundzüge des Tima

III. Wahrnehmung und Benennung des Körpers im Tima
III.1. Die Bildung der Bezeichnungen für Körperteile
III.2. Die Benennung von Körperteilen: Universalien auf dem Prüfstand

IV. Raumwahrnehmung im Tima
IV.1. Grundzüge der Raumwahrnehmung im Tima
IV.2. Grammatikalisierung von Körperteilen: Lokative und Räumlichkeit
IV.3. Körperteile als Paten der Raumbeschreibung
IV.4. Alles dreht sich um mich? Die egozentrische Perspektive
IV.5. Wohin und woher kommst Du? Der Ventivmarker im Tima
IV.6. Es geht noch komprimierter: Sprachveredlung durch alloying

V. Mein Knochen ist heiß: Die Rolle von Körperteilen bei der Benennung von Emotionen im Tima
V.1. Vom Körper zur Emotion: Prozesse der Benennung von Emotionen 52 V.2. Fühlen wir alle gleich? Universalien zu Emotionen auf dem Prüfstand

VI. Lange Augen, lange Arme: Weitere sprachliche Verwendung von Körperteilen

VI. Fazit

VII. Anhang

A.Liste der auf grammatikalisierte Ableitungen ergebnislos untersuchten Körperteile und Tätigkeiten

B. Abkürzungsverzeichnis

C. Abbildungsverzeichnis

D. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Ein Mensch mit verbotenen Knochen. Der Kopf des Mundes. Ein Mann, dessen Augen lang sind. All dies sind Wendungen der sudanesischen Sprache Tima. Sie bietet auf den ersten Blick ein buntes, jedoch in der wörtlichen Übersetzung auch verwirrendes Sprachbild. Eine nähere Betrachtung zeigt: Der Körper beeinflusst im Tima die Raumwahrnehmung, das Denken und als Konsequenz dessen die Sprache sehr stark.

Wie wird der menschliche Körper von den Tima-Sprechern wahrgenommen? Welche Körperteile werden als wichtig betrachtet, welche weniger? Nach welchen Gesetzmäßigkeiten werden sie benannt? Bildet das Tima hierbei die Bezeichnungen nach ähnlichen Mustern wie andere Sprachen? Und welche Rolle spielt der Körper letztlich in der weiteren Sprache, wenn es zum Beispiel um Lokative, Zahlen und auch Emotionen geht?

Diesen Fragen widmet sich die vorliegende Arbeit zum Tima mit den Schwerpunkten Kognition und Perzeption des Körpers. Die Prozesse und dadurch entstehenden Strukturen der linguistischen Verarbeitung sowie der weiteren sprachlichen Verwendung von physischen und psychischen Erfahrungen werden hierbei eingebettet in den gesamten Kosmos des Lebens der Sprecher sowie ihrer Sprache betrachtet. Daher beginnt diese Arbeit mit einer kurzen Einführung zu den Tima-Sprechern und den markantesten Aspekten ihrer Sprache. Auf diese kurze Vorstellung der Sprechergemeinde sowie der Grundzüge ihrer Sprache folgt ein Blick darauf, wie der Körper durch die Tima-Sprecher wahrgenommen und im Detail benannt wird. Auch die Gültigkeit postulierter Universalien der Körperbenennung wird überprüft. Wie die Beispiele oben bereits andeuten, endet der Einfluss des Körpers auf die Sprache nicht bei der reinen Benennung von ‚Einzelteilen‘ wie Armen und Beinen. Ob bei der Bildung von Lokativen, Zahlen oder Emotionen: Der Körper bildet im Tima die Grundlage für zahlreiche Einzelworte und Idiome. Diese Arbeit zielt darauf ab, auch die Grundzüge dieser „Weiterverwendung“ über die rein körperliche Ebene hinaus aufzuzeigen, sie zu kategorisieren und, so weit wie nach bisherigem Forschungsstand möglich, zu erklären.

II. Einführung zum Tima und seinen Sprechern

II.1. Die Ethnie Tima und ihre Sprache

Die Sprecher des Tima (Ì m ú r ì k) leben zum überwiegenden Teil in den Nubabergen, einer Mittelgebirgsregion des Sudan. Das Areal umfasst circa 80 000 Quadratkilometer und ist dünn besiedelt. Die Tima-Sprecher in diesem Ursprungsgebiet siedeln in nahe beieinander liegenden Dörfern. Zudem gibt es eine Exilgemeinde von circa eintausend Personen im neunhundert Kilometer entfernt liegenden Khartum, der Hauptstadt des Landes. Die Zahl der Muttersprachler im Heimatgebiet wird auf 5000 bis 6000 Personen geschätzt1, die genaue Erfassung erweist sich durch Krieg, mangelnde Registrierung und die Abgeschiedenheit des Areals als schwierig.2

Die Sprache selbst wird von ihren Sprechern t à m áá d ù m ùí k genannt, in dieser Arbeit jedoch bleibe ich für die Sprecher und ihre Sprache bei dem in der einschlägigen Literatur genutzten Begriff Tima. Die in dieser Arbeit aufgeführten Beispiele und die thematisierten Prozesse sind in erster Linie bei Untersuchungen mit Hilfe der Sprecher im Kerngebiet in den Nubabergen erfasst worden.

Inwieweit sich das in der Hauptstadt Khartum gesprochene Tima von dem der ursprünglichen Gemeinschaft unterscheidet, lässt sich indes erahnen: In der Sprechergruppe in Khartum treten ab der zweiten Generation bereits Prozesse der Sprachanpassung wie Codeswitching3 zwischen Tima und Arabisch auf. Bei einigen vornehmlich jüngeren Sprechern ist bereits ein umfassender Wandel der Sprachgewohnheiten zu beobachten: Ihre Erstsprache ist Arabisch, Tima als ursprüngliche Muttersprache wird nicht oder nur partiell beherrscht.4 Auch bei der Tima sprechenden Bevölkerung in den Nubabergen handelt es sich um multilinguale Sprecher, bei denen Codeswitching zwischen Tima, dem als lingua franca 5 verwendeten Arabisch und anderen Sprachen wie Englisch auftritt. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Sprechergruppen liegt also im Bedeutungsverlust des Tima in der urbanen Gemeinde durch die alltägliche Dominanz einer anderen Sprache: Das Arabische spielt bei den Khartum-Tima eine weit größere Rolle und ersetzt (partiell) das Tima. Im Ursprungsgebiet hingegen ist es weiterhin die Vernakulärsprache6 und Erstsprache der Ethnie Tima. Das Arabische wird im Kontakt mit Nicht-Tima-Sprechern genutzt. Dieser Fall tritt häufig auf und bedingt gute Arabischkenntnisse vieler Tima-Sprecher: Auf den regionalen Märkten treffen die Tima auf Sprecher zahlreicher anderer Sprachen, allein in den Nubabergen gibt es mehr als vierzig Vernakulärsprachen. Arabisch dient im Handelskontext als Verkehrssprache. Diese auch in der entlegenen Bergregion greifende Dominanz des Arabischen ist ein Phänomen, das seit der Unabhängigkeit des Sudans im Jahr 1956 dessen Sprachlandschaft prägt. Als erste Amtssprache neben Englisch sowie eben als lingua franca zwischen Sprechern zahlreicher Vernakulärsprachen gewinnt es seit Jahrzehnten immer weiter an Bedeutung und führt teilweise zur Verdrängung anderer Sprachen.7

Die Ethnie der Tima nutzt wie die Sprecher anderer Vernakulärsprachen der Region Arabisch als Verkehrssprache. Viele Tima sprechen zudem weitere benachbarte Vernakulärsprachen wie Katla. Dies beeinflusst natürlich auch ihre Muttersprache.

Elemente anderer Sprachen können übernommen und in die eigene Grammatik integriert werden. Die Sprachvielfalt in der auch geographisch zersplitterten Region ist groß und zugleich keineswegs ein neues Phänomen. Diesbezüglich äußerte sich auch Gerrit Dimmendaal im Jahre 2009:

"The Nuba mountains constitute a residual zone, with over 40 different languages belonging to a variety of language families, including other groups whose genetic affiliations remain obscure, such as the Kadu languages. Moreover, typological differences between the various genetic groups at times are tremendous, which again suggests that one is dealing with an ancient diffusion zone." 8

Auch die durch Jahrzehnte des Bürgerkriegs ausgelösten Migrationswellen haben im Sudan allgemein und bei der Ethnie der Tima im Speziellen zu Sprachverwerfungen geführt: Geflohene Tima lebten unter anderem in Ruanda und Kenia, wo sie lokale Sprachen teilweise oder komplett erlernten. Neben zurückgekehrten Flüchtlingen üben auch Lehrer aus den Nachbarländern einen starken sprachlichen Einfluss aus, der unter anderem zu einer stärkeren Verbreitung des Kiswahili unter den Tima führt.9

Alles in allem, muss das Tima durch den zunehmenden Einfluss anderer Sprachen sowie die relativ geringe Sprecherzahl als gefährdet eingestuft werden. Diese Beobachtung wurde zudem bereits von Tima-Sprechern selbst als Sorge geäußert und war einer der Gründe, warum der Kontakt wie auch die Arbeit der Forscher zustande kamen.10 Besonders angesichts dieses sich abzeichnenden Wandels der Sprache ist die Feldarbeit durch Gerrit Dimmendaal, Gertrud Schneider-Blum, Suzan Alamin und Kollegen so wertvoll.

II.2. Grundzüge des Tima

Die Sprache Tima selbst wird zumeist zur Niger-Kordofanischen Sprachfamilie zugeordnet. Die Sprache bildet eine historisch-genetische Einheit mit den benachbarten Sprachen Katla und Julud, die ursprünglich von Joseph Greenberg als kordofanische Unterfamilie der Niger-Kongo Sprachfamilie bewertet wurden. Neuere Theorien verorten sie auf Grund von Auffälligkeiten wie Proto-Bantu-Wurzeln und den Überresten eines Nominalklassensystems eher als „ [ … ]independent, early offshot of Niger-Congo. “ 11 Intensiver wurde dies unter anderem durch Alamin et al. diskutiert:

"But there is no convincing evidence that the Katla-Rashad cluster forms a genetic unit with the Heiban-Talodi group. Consequently these two groups are better treated as independent members of the Niger-Congo-Phylum until more detailed comparative studies become available.[ … ] these two groups (Katla-Rashad and Heiban-Talodi] are better treated as independent members of the Niger-Congo phylum until more detailed comparative studies become available. ” 12

Zur finalen Einordnung des Tima in die Gliederung innerhalb der afrikanischen Sprachfamilien bedarf es also weiterer Forschung. Diese könnte letztlich sogar zu einer Einschätzung als linguistic isolate führen könnte, wie Dimmendaal es als Möglichkeit hervorhob:

"It may well be that there are several more linguistic isolates on the African continent. It is not clear, for example, whether Tima [ … ] and the closely related languages Julud and Katla belong to the Kordofanian branch within Niger-Congo. The actual grammatical and lexical evidence for this appears to be rather lean. Possibly, these languages constitute a linguistic isolate." 13

Die weitere Erforschung der Sprache ist hierbei die Basis jeder möglichen Einordnung. Die Grundzüge des Tima und seiner linguistischen Strukturen sind im Lauf der letzten Jahre erforscht worden. Es handelt sich um eine Tonsprache, die über einundzwanzig Konsonanten und zwölf Vokale verfügt. Einer ihrer phonologischen Grundzüge ist eine Vokalharmonie, die auf der Position der Zunge beim Sprechen basiert (advanced tongue root oder retracted tongue root).14

Zudem tritt eine tonale Absenkung zum Satzende (downdrift) sowie eine Tonabstufung zwischen den Silben eines Wortes (downstep) auf.15 Wie die bereits zuvor angesprochenen Fragmente von Nominalklassen indizieren, werden Worte durch Affixe erweitert und somit ihre Bedeutung variiert.

"The singular (or singulative) marker ku- (with a range of allomorphs) and the plural (collective) marker ɪ - (allomorph i) are the only two productive number-marking prefixes synchronically in the language. Although other noun-class prefixes are attested in Tima, none of these are part of a productive singular (singulative)/ Plural (collective) alternation synchronically. Nominal modifiers, which show agreement with regard to number marking follow the head noun. Again, for all modifiers only one singular and one plural agreement marker is found. Similarly, cross- reference marking for subject (or agent) and object is not sensitive to the noun class a particular noun belongs to, i.e. only one singular and one plural pronominal marker occurs." 16

Die mögliche Verbindung von Wurzeln mit Klassenpräfixen und anderen Affixen kennzeichnet Tima als agglutinierende Sprache17. Dies führte zur Entwicklung einer Vielzahl von möglichen Affixen. So kann allein das Verb im Tima mit bis zu zwölf dieser voran- oder hintenangestellten Ergänzungen variiert werden. Diese zeigen dann zum Beispiel Transitivität, Pluraktionalität oder auch die Verwendung des Instrumentalis an. Die Sprache prägt dadurch eine an Derivationen reiche Morphologie aus.

"The rich morphology allows the same root to occur in nominal, adjectival or verbal lexemes, e.g. h ì y á n à 'ask, IMP.SG', k ì h ì y à n ɛɛ l 'asking, VN', k ì h ì y á n à 'question, N' [...]" 18

Eine der Konsequenzen dieses morphologischen System ist die geringe Anzahl von Wortwurzeln in der Sprache: Bisher sind lediglich rund 1900 Wurzeln erfasst worden, von denen viele jedoch mehrere Derivationen umfassen.19 Die meisten dieser Wurzeln bestehen hierbei aus ein bis zwei Silben.20 Zudem ist Polysemie ein verbreitetes Phänomen im Tima, zum Beispiel bei der folgenden Wortwurzel:

(1) - á b è l

‚1. Blatt‘ ‚2. Feder‘

‚3. Haar, Tierpelz‘

Dabei greifen im Tima drei Prozesse der Bildung polysemer Wendungen. Zunächst einmal kann es zu einer metaphorischen Erweiterung eines Begriffs kommen, wenn zwei Objekte sich in ihrer Form ähneln. So wird im Tima das Wort kw ɔ n ɔ (‚Ohr‘) auch für den optisch sehr ähnlichen Kochlöffel verwendet. Auch eine ähnliche Funktion zweier Objekte kann zur polysemen Verwendung eines Ausdrucks führen, wie sie bei kaay ɪ m für ‚Muschel‘ und wiederum ‚Löffel‘ auftritt. Hierbei handelt es sich um eine Metonymie. Der dritte Weg der Bildung von Polysemen ist die Synekdoche, bei der ein Begriff Teil des anderen Begriffs ist. So können Tima-Sprecher mit kwaa sowohl den ‚Tamarindenbaum‘, einen aus seinem Holz gefertigten ‚Dachbalken‘ als auch einen ‚zum Schlagen verwendeten Stock‘ aus seinem Holz indizieren.21

Polysemie ist ein Grund, warum im Tima einer relativ geringen Anzahl von Wurzeln oft mehrere Worte zugeordnet werden können. Daraus resultierte die von Schneider-Blum gewählte Sortierung des Tima-Wörterbuchs entsprechend der Wurzeln statt nach einzelnen Worten.22

Mitentscheidend für die Wortstruktur im Tima sind die Rudimente eines Klassensystems, die zum Beispiel Singular und Plural markieren:

(2) k - â h

NC.Sg K-Klasse Wurzel.Kopf

‚Kopf‘

(3) y - â h

NC.Pl. K-Klasse Wurzel Kopf ‚Köpfe‘

Dieses System besteht aus vier Singular- und einer Pluralklasse. Die Klassen bilden im Tima kein komplettes System mehr wie die Nominalklassensysteme anderer Sprachen aus den Sprachfamilien Bantu oder Kordofanisch.23 Dennoch sind sie durchaus weiterhin in einem gewissen Maß bedeutungstragend. Sie können durchaus zur Einordnung von Begriffen in Sinngruppen und somit einem besseren Verständnis des Gesprochenen dienen. Dies entspricht Beobachtungen aus anderen Sprachen. So steht zum Beispiel im Kiswahili, der wohl bekanntesten Sprache mit Nominalklassensystem, die m -/ wa -Klasse für Personen.24 Wenn also die Wurzel - toto (‚klein‘) mit dem Klassenmarker zu mtoto verschmolzen wird, ist für die Sprecher klar: Es handelt sich um einen kleine Person, also ein ‚Kind‘. In abgeschwächter Form Tima können solche bedeutungsdifferenzierende Spuren des einstigen Klassensystems auch im Tima weiterhin nachvollzogen werden:25

1. D-Klasse für Sprachen: d(V) d ɘ -maada ŋ (‚Sprache Katla‘)
2. L-Klasse für Orte: l(V) lu-mu ɽ uk (‚Siedlungsgebiet der Tulushi‘)
3. K-Klasse für Personen, Objekte : k(V) k ʊ -l ɓ a (‚Feder‘)
4. B-Klasse für abstrakte Begriffe für die eine Zählung irrelevant: b(V) ba-mm ɔ l (‚Schönheit‘)26

Die Wurzeln können durch den Einsatz eines anderen Klassen-Präfix in ihrer Bedeutung variiert werden, so zum Beispiel die Wurzel - maada ŋ, die die Nachbarethnie der Katla bezeichnet. Verbunden mit einem der Allomorphe der D-Klasse wird es somit zu d ɘ - maada ŋ , der Sprache der Katla. Mit anderen Klassenmarkern ergänzt ändert sich entsprechend die Bedeutung.

(4) imaada ŋ ant ɘ l ɪŋɛɛ na ɪ Imurikiyaa.

i -maada ŋ ant ɘ l ɪŋɛɛ na

NC.Pl. K-Klasse -Katla sein, PRÄSENS östlich

ɪ -Imurikiyaa

NC.Pl. K-Klasse Tima

‚Die Katla leben östlich der Tima.‘

Die Wurzel - maada ŋ wird also entsprechend der D-Klasse angepasst, um Personen zu beschreiben: K ɘ maada ŋ , Imaada ŋ (‚Katla Person‘, ‚Katla Personen‘). Das Gebiet der Katla zu benennen, erfordert hingegen zwingend den Einsatz der L-Klasse.

(5) l ɘ maada ŋ

l - ɘ -maada ŋ

NC.SG.L-Klasse -(V) -Katla

‚Siedlungsgebiet der Katla‘

Wie an den obigen Beispielen imaada ŋ (‚die Ethnie Katla‘) und ɪ Imurikiyaa (‚die Ethnie Tima‘) ersichtlich, kann es innerhalb der gleichen Klasse zu Variationen des Klassenmarkers oder des ihn an die Wurzel anschließenden Vokals (V) kommen. Dies entspricht der Vokalharmonie im Tima und kann zu einer Reihe von Allomorphen führen, wie unter anderem in der K-Klasse (k ɪ -/ki-; k ɨ -; k ʊ -/ku-; ka-/k ʌ -). Die Klassen bieten im Tima einen guten Orientierungspunkt, zu welcher Gruppe ein Wort gehört und damit in welche Richtung seine Bedeutung geht. Es handelt sich jedoch um ein mit nur vier verbleibenden Klassen rudimentäres System, dessen Entstehung vermutlich entsprechend lange zurückliegt. Es können daher heutzutage keineswegs mehr alle Substantive im Tima auch einer Klasse zugeordnet werden.

Das Nominalklassensystem des Tima gibt zugleich einen Hinweis gibt, dass seine Sprecher einst entweder Zeit intensiven Sprachkontakt und -austausch mit Sprechern von Klassensprachen wie den Bantusprachen Mittel- und Südafrikas pflegten oder sogar aus ihren Reihen entstammen. Da das Klassensystem nicht im Fokus dieser Arbeit steht, verzichte ich im Folgenden zum besseren Verständnis auf die Klassenangabe sowie die Transkription getrennt in Klassenmarker und Wortwurzeln, so sie nicht im Rahmen dieser Arbeit entscheidend sind. Ebenso halte ich es mit den im obigen Beispiel ersichtlichen Tonmarkierungen.

Wie zuvor beschrieben, stehen die Tima-Sprecher vor allem durch den Handel auf lokalen Märkten in intensivem Kontakt zu Sprechern andere Sprachen. Wie bei Sprachkontakt üblich ist es hierbei auch zu Entlehnungen gekommen, vermutlich am häufigsten aus der dominanten lingua franca Arabisch. Eine solche Entlehnung bedingt stets auch die Anpassung des Lehnwortes an die eigene Sprache, sei es zum Beispiel in der Grammatik oder der Aussprache. Insbesondere die Anpassung von Begriffen an das Nominalklassensystem hat im Tima zu sprachlichen Verschiebungen geführt. Dabei sind folgende Prozesse zu beobachten:27

1. Rückbildung

Beim arabisch stämmigen Lehnwort kataw ʊ für Buch tritt der Prozess der Rückbildung ein, bei dem ein Ableitungsmorphem inkorrekt abgeleitet wird. Der Singular kataw ʊ und der Plural yataw werden gebildet, als ob der Singular bereits einen Klassenmarker „mitgebracht“ hätte. Entsprechend dieser von den Sprechern angenommenen K-Klasse erfolgt die Pluralbildung.

(6) k -ataw

NC.SG. K-Klasse -Buch

‚Buch‘

(7) y -ataw

NC.PL. K-Klasse -Buch

‚Bücher‘

2. Haplologie

Wie im zuvor aufgeführten Beispiel erkennbar, gehen die Tima-Sprecher davon aus, dass ein Nomen wie kataw ʊ in das Klassensystem eingeordnet sein muss. Bei einem Lehnwort wie kataw ʊ würde dies den Regeln der Grammatik wie folgt aussehen:

(8)* ka -kataw ʊ

NC.SG. K-Klasse -Buch

‚Buch‘ *fiktives Beispiel

Stattdessen kam es zum Verlust einer Silbe, wie er bei einer Haplologie bei zwei ähnlich klingenden Silben auftritt. Das Lehnwort hieße somit eigentlich ka-kataw ʊ,

entwickelte sich jedoch zur aktuellen Form k-ataw. Das k- wird von den Sprechern erneut als Präfix und Klassenmarker behandelt.

III. Wahrnehmung und Benennung des Körpers im Tima

Im Tima spielt der Körper eine sehr große Rolle: Über die Beschreibung der physischen Ebene hinaus dient er auch bei der Wortbildung in sprachlichen Bereichen wie Zahlen, Lokativen und vor allem Emotionen als Quelle. Dies ist in den Sprachen der Welt weit verbreitet. Jedoch zeigen sich im Tima nicht nur spannende sprachliche Prozesse, sondern auch einzigartige Sprachbilder, wie zum Beispiel die Dominanz des Knochens als Quellkörperteil für Emotionen.28 Im Folgenden werden zunächst die Grundlagen der Benennung von Körperteilen im Tima behandelt. Dies umfasst auch einen Exkurs über die Bildung von Komposita, die entscheidend sind für die Namensgebung nicht- kanonischer Körperteile.29 Anschließend geht es um die Frage, ob das Tima bei der Vergabe von Namen für Körperteile den gleichen Regeln folgt wie andere Sprachen. Zur Klärung werden die von Elaine Andersen 1978 postulierten Universalien der Namensgebung im Detail auf den Prüfstand gestellt.

III.1. Die Bildung der Bezeichnungen für Körperteile

Alle Menschen verfügen über den gleichen Grundkörper und somit den gleichen Referenzrahmen für die Benennung von Körperteilen. Bilden infolgedessen auch alle Sprachen ähnliche Begriffe nach dem gleichen Strickmuster? Nein, ganz im Gegenteil: Die Vielfalt, die sich auf Basis einer solch einheitlichen Grundlage entwickelte, beweist, dass weitere Faktoren die Benennung und somit die Sprache beeinflussen.

So werden im Tima zwei verschiedene Ebenen von Körperteilen sichtbar: Auf der einen Seite stehen die als besonders bewerteten, kanonischen Körperteile, die mit Monomialen benannt werden. Auf der anderen finden sich alle anderen Körperteile, die für die Tima-Sprecher weniger auffällig, also nicht-kanonisch sind und daher mit Ableitungen auf Basis der ersten Gruppe benannt werden. Dabei stützt sich diese Form der Benennung sehr stark auf der Bildung von Komposita. Es zeigen sich letztlich zwei Gruppen von Körperteilbezeichnungen:

1. Monomiale für kanonische Körperteile wie den Mund

(9) k ɪŋɛ

‚Mund‘

2. aus Komposita bestehende Namen für nicht-kanonische Elemente wie einzelne Zehen

(10) k ɨ m ʌ n k ɪ d ɪɪ k ʊ kw ɔ l ɔŋ

Zeh/ Finger Bein groß

‚großer Zeh‘

Der Mund ist also in den Augen der Sprecher so auffällig, bedeutend, ja einzigartig, dass er einen eigenen Namen haben muss. Dieser kann nicht in weitere Unterbedeutungen zerlegt werden.

Dies gilt jedoch keineswegs für jedes Körperteil: Im Deutschen wird jeder Finger mit einem eigenen Namen versehen, gespiegelt an den beiden Händen. Im Tima hingegen haben Finger verschiedene Prioritäten für die Sprecher: Nur die wichtigen Finger bekommen eigene Namen - und das sind eben nicht für jede Kultur und jede Sprache die gleichen Finger. Die hohe Dominanz des Zeigefingers im Deutschen (siehe unter anderem „aufzeigen“) spiegelt sich im Tima keineswegs.30 Die Frage ist also, welche Gesetzmäßigkeiten liegen der Auswahl der individuell benannten Körperteile und ihren Namen im Tima zu Grunde? Einen entscheidenden Hinweis gibt hierzu Mathias Schladt:

„ Kanonische Instanzen [...] werden mit Monomialen, d.h. morphologisch einfachen Begriffen, die nicht weiter analysierbar sind, benannt. Im Gegensatz dazu werden weniger beispielhafte Mitglieder einer Dom ä ne in der Regel mit komplexen Ausdr ü cken bezeichnet. die sprachliche Struktur eines K ö rperteilbegriffs ist daher ein erster Hinweis auf die kognitive Stellung des betreffenden K ö rperteils f ü r den Sprecher." 31

Es wird also in erster Linie benannt, was der Sprecher als beispielhaft für die entsprechende Kategorie von Körperteilen erachtet. So ist der Kopf als alleinstehendes Element in allen Sprachen benannt. Andere Körperteile wie einzelne Finger sind es wiederum nicht. Wie sehr sich dies von Sprache zu Sprache unterscheiden kann, zeigt Schladts Untersuchung von 1997. In den von ihm untersuchten afrikanischen Sprachen wird beispielsweise das Schlüsselbein auf Grund seiner geringen Bedeutung für die Sprecher als nicht kanonisch betrachtet und daher nicht monomial benannt. Im Tima hingegen hat das Schlüsselbein einen durchaus passenden Namen erhalten:32

(11) kuh k ɘ raar ɘ n

Knochen zerbrechlich

‚Schlüsselbein‘

Es wird also mit einem ureigenen Begriff benannt, was wichtig und einzigartig erscheint. Diese Wichtigkeit kann sowohl in der Funktion des Körperteils, seinem Aussehen oder auch einer besonderen Eigenschaft begründet liegen, wie in diesem Fall der Häufigkeit von schweren Verletzungen.

Um diese zweiteilige Struktur der Bezeichnung zu verstehen, ist es notwendig auf Wortbildungsprozesse allgemein einzugehen. Aber welche grammatischen Strukturen und Prozesse liegen den Namen der nicht kanonischen Körperteile zu Grunde? Wie bereits am oben aufgeführten Beispiel (11) ersichtlich ist, handelt es sich um Komposita. Solche aus mehr als einem Wort zusammen gesetzten Begriffe finden sich im Tima sehr häufig in der Domäne der Körperteile.

Aber wie sehen die Namen der weniger prägnanten Körperteile im Tima aus? Wie am zuvor aufgeführten Beispiel (10) für den großen Zeh (k ɨ m ʌ n k ɪ d ɪɪ k ʊ kw ɔ l ɔŋ ) offenbar wurde, werden die Namen der wohl als weniger prägnant bewerteten Körperteile oftmals von anderen Körperteilen abgeleitet. Neben dem hier verwendeten Arm und Bein (k ɪ d ɪɪ ) kommen auch andere wie Kopf und Mund als Quellkörperteil zum Einsatz. Die als Quelle genutzten Begriffe wie Kopf (kah)33 sind oft monimial und somit nicht weiter semantisch zerlegbare, kanonische Einheiten. Die Gesetzmäßigkeiten, die dem Transfer von solchen Quellkörperteilen auf weniger beispielhafte Elemente des Körpers zu Grunde liegen, umriss Elaine Andersen wie folgt:

"Structural similarity means that there are properties of shape that are common to the lexically related parts (e.g. both are long and thin) and/ or that the denotata are located at parallel positions (e.g. at the distal end of both upper and lower limbs)." 34

Im Tima finden sich Beispiele für die Benennung entsprechend der Form, wie der identische Name von Gelenken am Arm und Bein mit dem Wort k ɪ r ɛ m ʊŋ . Bei anderen Bezeichnungen spielt vor allem die Position des zu benennenden Körperteils eine ideengebende Rolle. Der Mund (Singular: k ɪɲɛ ; Plural: ɪɲɛ) wird hierbei zum Synonym für Spitze:

(12) ɪŋɛ iimidi

Münder Brüste ‚Brustwarzen‘

Der Kopf (kah) wiederum wird für ebenfalls für Spitze verwendet. Er ist der Körperteil, dem nach bisherigem Erkenntnisstand die meisten abgeleiteten Namen anderer Körperteile zugeordnet werden können. Hierbei zeigt sich eine gewisse Varianz in der Bedeutung, denn auch räumliche Begriffe wie „oben, vorne“ werden mit kah plus Ergänzung umfasst. Zur besseren Illustration dienen die folgenden Beispiele für die Bildung weiterer Körperteile mit kah als Quellkörperteil:

(13) kah k ɪɲɛ

Kopf Mund ‚Lippe‘

(14) kah c ɛɛ n

Kopf Gesicht ‚Stirn‘

(15) kah kwal ʊ k

Kopf Arm

‚Oberarm‘

(16) kan t ʊ d ʊ k ɛ k

Kopf ?

‚Mandel‘ (Tonsilla)

(17) kah k ɪ m ɛ

Kopf Penis ‚Eichel‘

Im letzten Beispiel ist auch eine Interpretation der Form als Quelle der Benennung denkbar. Dies scheint jedoch weniger wahrscheinlich, da das Muster „Spitze, oben, vorn“ so deutlich die Namensgebung von Körperteilen in der Sprache dominiert. Zudem tritt hier der von Bernd Heine beschriebene Prozess der Namensvergabe „von oben nach unten“ ein:

"According to the top-down strategy, transfer proceeds from the upper to the lower parts of the human body - that is, the lower half of the body tends to be conceptualized in terms of the upper half. This strategy appears to be based on an asymmetric conceptualization of the human body according to which the upper half is perceptually more differentiated and more salient for

perceptual and communicative purposes." 35

Auffällig ist wiederum auch, dass prägnante Körperteile wie Kopf und Mund als Namenspaten für weniger auffallende Körperteilen wie den Oberarm dienen. Die führende Rolle, die der Kopf mit seiner Position im Körperbau und seiner rundlichen Form hierbei spielt, entspricht der von Andersen postulierten Einschätzung:

„ In general, visually perceptible properties of objects, especially properties of shape, play a major role in forming categories. More particularly, the shape features round and (secondarily)

long are especially salient and therefore likely to be involved in classifying objects." 36

Die Form kann also die Benennung nicht-kanonischer Körperteile inspirieren. Grammatisch betrachtet treten dabei verschiedene Arten von Komposita in Erscheinung.37

1. Endozentrische Komposita: Determinatum plus Determinans (modifier)

Bei den endozentrischen Komposita wird ein Hauptbegriff (Determinatum) durch ein Bestimmungswort (Determinans) näher beschrieben und ein neuer Begriff entsteht.

(18) kah k ɪɲɛ

Kopf Mund

‚Lippe‘ (Kopf des Mundes)

In diesem Beispiel sind beide Bestandteile des Kompositum Nomen, der Begriff kah (Kopf) ist der Determinans und bezeichnet das Basiswort (Determinatum) k ɪɲɛ (Mund) näher. Der Kopf des Mundes sind also die Lippen. Dieses Beispiel ist auf andere Körperteile übertragbar, bei denen ebenfalls kah (Kopf) als Determinans dient und mit der Bedeutung „Spitze“ weitere Körperteile bezeichnet.38

2. Kopulative Komposita: Nomen plus Nomen

Bei den kopulativen Komposita sind beide Begriffe gleichwertig,. Eine Unterscheidung in Determinans und Determinatum ist ergo nicht möglich.

(19) cid ʌ kuh

Körper Knochen

‚Skelett‘

(20) kuh kidii

Knochen Rücken

‚Rückgrat‘

(21) kab ʊ h kal ʊ k

Fleisch Arm

‚Bizeps‘

(22) kuh kah

Knochen Kopf

‚Schädel‘

(23) yuh yah

Knochen (Pl.) Köpfe

‚Schädel‘ (Pl.)

[...]


1 Ein guter Ausgangspunkt ist hierbei die Erfassung von Wählern für die Wahlen 2010 mit insgesamt 4818 Wahlberechtigten. Für eine detailliertere Aufführung verschiedener Zahlen und Quellen zur Bevölkerungszahl der Tima siehe: Meerpohl, Meike. In press. The Tima of the Nuba Mountains (Sudan): A Social Anthropological Study. Cologne: Rüdiger Köppe.: 7 f.

2 Vgl. Von Heyking, Beatrix. 2005. Grundlagen, Methoden und Probleme in der Lehnwortforschung am Beispiel der sudanesischen Sprachen Daju, Nyimang, Tama, Temein und Tima. Köln: Magisterarbeit eingereicht an der Universität zu Köln.: 22

3 Codeswitching: Wechsel zwischen mehreren Sprachen innerhalb eines Sprachprozesses, auch innerhalb eines Satzes oder einer Konstituente möglich.

4 Vgl. Alamin, Suzan. 2012. The Nominal and Verbal Morphology of Tima, a Niger-Congo Language Spoken in the Nuba Mountains. Cologne: Rüdiger Köppe.: 6 f.

5 lingua franca: von Sprechern aus verschiedenen Sprachgemeinschaften verwendete Verkehrssprache

6 Vernakulärsprache: ursprüngliche Sprachvarietät eines Gebiets (oft Im Wechsel oder gemeinsam mit lingua franca oder Amtssprache verwendet)

7 Vgl. Heine, Bernd. 1979. Sprache, Gesellschaft und Kommunikation in Afrika. Zum Problem der Verst ä ndigung und sozio- ö konomischen Entwicklung im sub-saharischen Afrika. München: Weltforum Verlag.: 33

8 Dimmendaal, Gerrit. 2009a: Tima. In Dimmendaal, Gerrit (ed.) Coding Participant Marking. Construction types in twelve African languages, pp. 331- 353. Amsterdam/ Philadelphia: John Benjamins Publishing Company.: 19

9 Vgl. Alamin 2012: 6

10 Vgl. Alamin 2012: Ebd.

11 Dimmendaal, Gerrit. 2009b: The genetic position of Tima (abstract). In The Catalogue of Wocal6. The world congress of African Linguistics, 17.-21.08. 2009, pp. 81 ff.: 81

12 Alamin, Suzan, Dimmendaal, Gerrit J., Gertrud Schneider-Blum. 2012. Finding your way in Tima. In Angelika Mietzner and Ulrike Claudi (eds.), Directionality in Grammar and Discourse: Case Studies from Africa, pp. 9-33. Cologne: Rüdiger Köppe .: 1

13 Dimmendaal 2009a: 19

14 Vgl. Alamin et. al. 2012: 2

15 Alamin et. al. 2012: Ebd.

16 Alamin et. al. 2012: Ebd.

17 Agglutinierende Sprache: Sprache, in der grammatische Funktionen wie Kasus und Person durch das „zusammenkleben“ (lat. agglutinare) mit Affixen kenntlich gemacht werden

18 Schneider-Blum, Gertrud. 2012. Don’t waste words - perspectives on the Tima lexicon. In Matthias Brenzinger and Anne-Maria Fehn (eds.), Proceedings of the 6hth World Congress of African Linguistics, Cologne 17-21 August 2009, pp. 515-522. Cologne: Rüdiger Köppe.: 1

19 Das Tima-Wörterbuch ist ein laufendes Projekt von Gertrud Schneider-Blum. Es diente in der

Rohfassung von 2012 als Quelle der Beispiele in dieser Arbeit und wird im Weiteren gekennzeichnet als Schneider-Blum: Zu Erscheinen.

20 Vgl. Alamin 2012: 46

21 Vgl. Schneider-Blum 2012: 4

22 Vgl. Schneider-Blum 2012: 2

23 Vgl. Alamin 2012: 46

24 Beispiele für die m-/wa-Klasse des Kiswahili: mzee ‚ ehrwürdige/r Ältere/r‘ , wazee ‚ehrwürdige Ältere‘ (Pl.), beide Begriffe sind für Personen beiderlei Geschlechts einsetzbar.

25 Vgl. Alamin 2012: 32 - 33

26 Alle Beispiele sind so nicht anders gekennzeichnet entnommen aus: Schneider-Blum, Gertrud. Zu erscheinen. Tima-English Dictionary. An Illustrated Lexicon of a Niger-Congo Language in the Nuba Mountains. Köln: Rüdiger Köppe.

27 Vgl. Alamin 2012: 22 f.

28 Siehe Kapitel V. Mein Knochen ist hei ß : Die Rolle von K ö rperteilen bei der Benennung von Emotionen im Tima

29 Kanonische K ö rperteile: Nach Schladt 1997 für den Menschen in natürlichen Kategorien zuzuordnende und besonders auffällige Körperteile, deren Auffälligkeit eine eigene Benennung bedingt

30 Mail von Schneider-Blum vom 16.01.2012.

31 Schladt, Mathias. 1997. Kognitive Strukturen von Körperteilvokabularien in kenianischen Sprachen. In Afrikanistische Monographien Band 8.. Köln: Institut für Afrikanistik, Universität zu Köln.: 69 -70

32 10% der erfassten Knochenbrüche betreffen das Schlüsselbein; es ist somit der Knochen, der am zweithäufigsten bricht. http://www.apotheken-umschau.de/Knochen/Die-zehn-haeufigsten- Knochenbrueche-137145.html

33 kah ist für die weitere Sprache eines der produktivsten Körperteile. Neben ‚Kopf‘ trägt es auch die Bedeutung ‚Geist‘. Im Weiteren transkribiere ich es stets mit ‚Kopf‘, bitte aber darum diese mögliche Doppelbedeutung im Hinterkopf zu behalten.

34 Andersen 1978: 354

35 Heine, Bernd. 1997: Cognitive Foundation of Grammar. Oxford: Oxford University Press.: 134

36 Andersen, Elaine S.. 1978. Lexical Universals of Body-Part Terminology. In Greenberg, Joseph H.: Universals of Human Language, pp. 335-368. Stanford: Stanford University Press.: 345

37 Schneider-Blum, Gertrud. 2010. Noun phrase -compound - noun: Some problems with compounds in Tima. In R. Kramer, H. Tröbs and R. Kastenholz (eds.), Afrikanische Sprachen im Fokus, pp. 239-256. Cologne: Rüdiger Köppe.: 5

38 Zum Beispiel auch kah c ɛɛ n ( Kopf + Gesicht; Stirn) oder kah kwal ʊ k ( Kopf + Arm; Oberarm)

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten

Details

Titel
Körper, Raum, Emotion. Strukturen, Universalien und Besonderheiten in der sudanesischen Sprache Tima
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Afrikanistik)
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
75
Katalognummer
V231442
ISBN (eBook)
9783668602724
Dateigröße
688 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
körper, raum, emotion, strukturen, universalien, besonderheiten, sprache, tima
Arbeit zitieren
Andrea Lieske (Autor), 2013, Körper, Raum, Emotion. Strukturen, Universalien und Besonderheiten in der sudanesischen Sprache Tima, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231442

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