Ziel der Arbeit : Grundlagenwissen über die genannten Spracherwerbsformen. Unserer Meinung nach für (angehende) Grundschullehrer ein Muss.
In jedem Kapitel werden zunächst die Grundlagen der jeweiligen Spracherwerbsformen aufgezeigt und erläutert. Anschließend werden exemplarisch einige Theorien oder Konzepte vorgestellt.
Unter Spracherwerb versteht man zunächst den „Erwerb einer natürlichen Sprache, d.h. Erwerb der phonologischen, morphologischen, syntaktischen,
semantischen und pragmatischen Regeln einer Sprache. „Man unterscheidet zwischen Erwerb einer Muttersprache (Erstsprache), einer Zweitsprache und einer Fremdsprache und zwischen gesteuertem und ungesteuertem Spracherwerb.“
Des Weiteren bedeutet Spracherwerb eine Aneignung bzw. Übernahme einer speziellen Fertigkeit, welche von der Gesellschaft ausgeht. In Hinblick darauf wird der Fokus auf die eigenproduktive, selbständige Aneignung durch das Kind gerichtet und weniger auf den sprachlichen Input seitens der Gesellschaft. Im Folgenden soll näher auf den Erwerb der Erstsprache eingegangen und die wichtigsten Phasen dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was versteht man unter Erstspracherwerb?
2.1 Die wichtigsten Phasen des Erstspracherwerbs
2.1.1 Vorstufen des Spracherwerbs
2.1.2 Einwortäußerungen und erste Wortkombinationen
2.1.3 Die Zweitwortphase
2.1.4 Drei- und Mehrfachwortphase: Ausbau des grammatischen Systems
2.2 Dauer des Erstspracherwerbsprozess
3. Was versteht man unter Zweitspracherwerb?
3.1 Methoden des Zweitspracherwerbs
3.1.1 Ungesteuerter Zweitspracherwerb
3.1.2 Gesteuerter Zweitspracherwerb
3.2 Theorien zum Zweitspracherwerb
3.2.1 Kontrastivhypothese
3.2.2 Lernersprachen
3.3 Schwierigkeiten beim Erlernen einer zweiten Sprache
4. Was versteht man unter Schriftspracherwerb?
4.1 Methodenkonzeptionen
4.1.1 Das synthetische Verfahren
4.1.2 Das ganzheitliche Verfahren
4.1.3 Das analytische-synthetische Verfahren
4.2 Kurzer Aufriss der sechs Entwicklungsstufen nach Gudrun Spitta
4.3 Schwierigkeiten beim Erlernen der Schriftsprache
5. Schluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen grundlegenden Überblick über die Prozesse des Erst-, Zweit- und Schriftspracherwerbs, um angehenden Lehrkräften das notwendige theoretische Hintergrundwissen für ihre pädagogische Tätigkeit zu vermitteln.
- Grundlagen des Erstspracherwerbs und dessen Entwicklungsphasen
- Differenzierung zwischen gesteuertem und ungesteuertem Zweitspracherwerb
- Theoretische Ansätze und Schwierigkeiten beim Zweitspracherwerb
- Methodenkonzeptionen des Schriftspracherwerbs
- Entwicklungsstufen der Schriftsprache nach Gudrun Spitta
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Das synthetische Verfahren
Dieses Verfahren geht von Einzellauten aus, die im Anschluss daran zu Wörtern erarbeitet und schließlich zu Sätzen und Texten zusammengefügt werden. Die Lernenden erwerben differenzierte Elemente und Teilkomponenten einer zu lernenden Struktur jeweils isoliert, um sie im weiteren Lernprozess zu immer größeren Teilstrukturen zusammenzusetzen. Hierbei werden Elemente oder die Bedeutung von Sprache in den Mittelpunkt gerückt.
Bei dieser Methode lassen sich aufeinander aufbauende Verfahrenschritte aufzeigen; man spricht von einer Stufe der Lautgewinnung, der Stufe der Lautverschmelzung und der Stufe des zusammenfassenden Lesens.
Bei der Stufe der Lautgewinnung geht man davon aus, dass dem Kind nur die verbundene Sprache bekannt und vertraut ist. Das Kind hat demnach Schwierigkeiten, die Bedeutung eines isolierten Lautes zu erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Themen Erst-, Zweit- und Schriftspracherwerb ein und betont die Notwendigkeit dieses Grundlagenwissens für (Grundschul-)Lehrer.
2. Was versteht man unter Erstspracherwerb?: Es werden die verschiedenen Entwicklungsphasen des Erstspracherwerbs von den Vorstufen bis zur Mehrfachwortphase sowie die Bedeutung des Spracherwerbsprozesses erläutert.
3. Was versteht man unter Zweitspracherwerb?: Dieses Kapitel behandelt Methoden, Theorien wie die Kontrastivhypothese und Lernersprachen sowie Herausforderungen beim Erlernen einer zweiten Sprache.
4. Was versteht man unter Schriftspracherwerb?: Der Abschnitt befasst sich mit verschiedenen methodischen Konzeptionen wie dem synthetischen und ganzheitlichen Verfahren sowie Entwicklungsstufen und Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb.
5. Schluss: Ein kurzes Fazit unterstreicht die Relevanz der behandelten Themen für die professionelle pädagogische Praxis.
Schlüsselwörter
Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Schriftspracherwerb, Spracherwerb, Lautgewinnung, Lautverschmelzung, Kontrastivhypothese, Lernersprachen, Schriftsprache, Methodenkonzeptionen, Grundschulunterricht, Kommunikativer Unterricht, Sprachentwicklung, Phonem-Graphem-Beziehung, Sprachlernvermögen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen grundlegenden Überblick über die drei zentralen Spracherwerbsformen: Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb und Schriftspracherwerb.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen und Phasen des Erstspracherwerbs, verschiedene Methoden und Theorien des Zweitspracherwerbs sowie didaktische Verfahren und Entwicklungsstufen beim Schriftspracherwerb.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Vermittlung von Grundlagenwissen, das für (angehende) Grundschullehrer essenziell für die professionelle Förderung von Schülern ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Verwendung?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung einschlägiger sprachwissenschaftlicher Theorien und Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Kapitel, die jeweils die Definitionen, Theorien und methodischen Herausforderungen von Erst-, Zweit- und Schriftspracherwerb beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Erst-, Zweit- und Schriftspracherwerb, Sprachlernvermögen, Lautgewinnung, Lernersprachen sowie die verschiedenen didaktischen Ansätze zum Lesen- und Schreibenlernen.
Wie unterscheidet sich der gesteuerte vom ungesteuerten Zweitspracherwerb?
Der ungesteuerte Erwerb findet in der alltäglichen Kommunikation naturwüchsig statt, während der gesteuerte Erwerb in einem institutionellen Kontext, beispielsweise durch Fremdsprachenunterricht, systematisch beeinflusst wird.
Was besagt die Kontrastivhypothese?
Sie geht davon aus, dass Lerner Strukturen ihrer Erstsprache auf die Zielsprache übertragen, wobei Ähnlichkeiten das Lernen erleichtern und Unterschiede zu Fehlern führen können.
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- Sybille Kolb (Author), Nantana Meesom (Author), 2003, Prinzipien des Spracherwerbs. Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb und Schriftspracherwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23146