In meiner pädagogischen Facharbeit gehe ich der Frage nach, inwiefern die Methode des Experimentierens durch Beobachten und Beschreiben im Sachunterricht in der Grundschule gefördert werden kann.
Diese Frage ist aufgekommen, als ich Ende des zweiten Schuljahres mit meiner Lerngruppe Versuche zum Thema Luft durchführte. Alle Lernenden waren sehr motiviert. Jedoch gelang es kaum, über Beobachtungen im naturwissenschaftlichen Sinne zu sprechen: Manche beschrieben ausschließlich Nebensächliches, andere erfanden Geschehnisse hinzu oder vermischten Beobachtungen mit eigenen Annahmen. Da ich das Lernpotenzial dieser Methode hoch einschätzte und ich die enorme Motivation der Lernenden lernwirksam nutzen wollte, wurde es mir ein persönliches Anliegen, die Experimentiermethode zu fördern, um sie effektiver für die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler einsetzen zu können.
Da es sich hierbei um eine sehr komplexe Methode handelt, erscheint es notwendig, grundlegende Arbeitsweisen einzeln herauszugreifen und zu fördern.
Das Ziel meiner Arbeit besteht darin, eine Unterrichtseinheit bzw. darüber hinaus Übungen zu konzipieren, welche das Beobachten und das Beschreiben fördern. Ein Kompetenzzuwachs in diesen beiden Methoden, so der Grundgedanke, sollte sich wiederum positiv auf das Experimentieren als übergeordnete Methode auswirken.
Zu Beginn werden theoretische Grundlagen aus fachdidaktischer Literatur zusammengetragen: So wird in Kapitel 2 zunächst der Begriff „Experimentieren“ definiert, bevor Gründe für das Experimentieren in der Grundschule aufgeführt werden.
Kapitel 3 befasst sich speziell mit dem Beobachten als naturwissenschaftliche Arbeitsweise. Anfangs wird der Begriff des Beobachtens geklärt. Im zweiten Teil wird die Lernausgangslage der der sich zum Zeitpunkt dieser Unterrichtseinheit bereits im dritten Schuljahr befindenden Klasse bezüglich des Beobachtens und Beschreibens dargestellt. Auf dieser Grundlage werden im dritten Abschnitt Fördermöglichkeiten diskutiert.
Anschließend stellt Kapitel 4 die Umsetzung der Maßnahmen dar. Es beginnt mit den Zielsetzungen der Maßnahmen. Darauf werden die Übungen und die Einheit im Einzelnen beschrieben.
Innerhalb des fünften Kapitels folgt eine kumulative Evaluation in drei Schritten.
In meiner Gesamtreflexion wird die Wirksamkeit meiner Maßnahmen reflektiert. Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst sowie Konsequenzen für die Weiterarbeit formuliert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:
2. Experimentieren in der Grundschule
2.1 Begriffsklärung des Experimentierens
2.2 Warum Experimentieren im Sachunterricht der Grundschule?
3. Beobachten als naturwissenschaftliche Arbeitsweise
3.1 Begriffsklärung
3.2 Lernausgangslage der Lerngruppe
3.3 Fördermöglichkeiten
4. Darstellung der Umsetzung
4.1 Zielsetzung der Übungen und der Unterrichtseinheit
4.2 Beschreibung der Übungen
4.3 Beschreibung der Unterrichtseinheit: „Wir wollen beobachten wie Wissenschaftler“
5. Evaluation
5.1 Wiederholung der Fragestellung: „Was glaubst du, wie beobachten Wissenschaftler?“
5.2 Verbesserung vergangener Versuchsprotokolle
5.3 Anfertigung eines Versuchsprotokolls unter besonderer Berücksichtigung der Beobachtung
6. Gesamtreflexion
7. Zusammenfassung und Ausblick
8. Literatur
9. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Methode des Experimentierens im Sachunterricht der Grundschule durch gezielte Förderung der Beobachtungs- und Beschreibungskompetenz verbessert werden kann, um effektivere Lernprozesse zu ermöglichen.
- Förderung der Beobachtungsfähigkeit mittels Einbeziehung aller Sinne.
- Entwicklung von Kriterien für präzise und deskriptive Beobachtungsbeschreibungen.
- Bedeutung des Zeichnens als Alternative zur mündlichen oder schriftlichen Darstellung.
- Reflexion der Rolle des Beobachtens im naturwissenschaftlichen Erkenntnisprozess.
- Einsatz metakognitiver Strategien zur Kompetenzentwicklung.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung:
In meiner pädagogischen Facharbeit gehe ich der Frage nach, inwiefern die Methode des Experimentierens durch Beobachten und Beschreiben im Sachunterricht in der Grundschule gefördert werden kann.
Diese Frage ist aufgekommen, als ich Ende des zweiten Schuljahres mit meiner Lerngruppe Versuche zum Thema Luft durchführte. Alle Lernenden waren sehr motiviert. Jedoch gelang es kaum, über Beobachtungen im naturwissenschaftlichen Sinne zu sprechen (für die Begrifflichkeit des Beobachtens siehe Kap. 3.1): Manche beschrieben ausschließlich Nebensächliches, andere erfanden Geschehnisse hinzu oder vermischten Beobachtungen mit eigenen Annahmen (für nähere Beschreibungen siehe Kap. 3.2). Da ich das Lernpotenzial dieser Methode hoch einschätzte (siehe Kap. 2.2) und ich die enorme Motivation der Lernenden lernwirksam nutzen wollte, wurde es mir ein persönliches Anliegen, die Experimentiermethode zu fördern, um sie effektiver für die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler einsetzen zu können.
Da es sich hierbei um eine sehr komplexe Methode handelt (siehe S. 4), erscheint es notwendig, grundlegende Arbeitsweisen einzeln herauszugreifen und zu fördern. Schreier betont, die womöglich wichtigste Grundlage des naturwissenschaftlichen Arbeitens und naturwissenschaftlicher Erkenntnisse sei das Beobachten (vgl. Schreier 2004/1999). Dies wird von weiteren Autoren unterstützt (vgl. u.a. Frischknecht-Tobler/Labudde 2010, S. 135; Tütken/Spreckelsen 1971, S. 18). Da das Beobachten eng mit dem Beschreiben in Zusammenhang steht, beschränke ich mich innerhalb dieser Arbeit auf ebendiese Methoden (vgl. Schreier 1999, S. 18).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert das Ausgangsproblem, die Relevanz der Beobachtungskompetenz für das Experimentieren und das Ziel der Unterrichtskonzeption.
2. Experimentieren in der Grundschule: Definiert den Begriff des Experimentierens und begründet dessen Bedeutung im Sachunterricht anhand von Rahmenplänen und Kompetenzbereichen.
3. Beobachten als naturwissenschaftliche Arbeitsweise: Analysiert das Beobachten als methodische Grundlage, beschreibt die Ausgangslage der Lerngruppe und diskutiert Fördermöglichkeiten.
4. Darstellung der Umsetzung: Detailliert die konkreten Übungen und die Unterrichtseinheit, in der die Schüler Kriterien für Beobachtungs- und Zeichnungsaufgaben erarbeiten.
5. Evaluation: Bewertet den Lernerfolg durch Vergleich von Vor- und Nachtests, die Verbesserung alter Protokolle und die Analyse eines neuen Versuchs.
6. Gesamtreflexion: Reflektiert die Wirksamkeit der methodischen Entscheidungen und zieht Schlüsse für die zukünftige pädagogische Praxis.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Ergebnisse der Facharbeit und gibt einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der Methodenkompetenz im Unterricht.
8. Literatur: Listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und fachdidaktischen Referenzen auf.
9. Anhang: Enthält Arbeitsblätter, Lerntagebucheinträge, Protokolle und Dokumentationen der Themenwand als Belege der Arbeit.
Schlüsselwörter
Sachunterricht, Experimentieren, Beobachten, Beschreiben, Naturwissenschaften, Grundschule, Protokollieren, Beobachtungskriterien, Erkenntnisgewinnung, Handlungsorientierung, Zeichnen, Reflexion, Metakognition, Methodenkompetenz, Lernausgangslage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der naturwissenschaftlichen Arbeitsweise des Beobachtens und Beschreibens in der Grundschule, um die übergeordnete Methode des Experimentierens effektiver zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die fachdidaktische Bedeutung des Experimentierens, die Definition und Einübung von Beobachtungstechniken sowie die Entwicklung methodischer Kriterien durch die Schüler selbst.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, inwiefern die Methode des Experimentierens durch gezielte Förderung der Kompetenzen im Beobachten und Beschreiben gestärkt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine unterrichtspraktische Erprobung und Evaluation, wobei Lernfortschritte durch qualitative Analysen von Versuchsprotokollen, Lerntagebüchern und Vor-/Nachtests erfasst werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen dargelegt, die Lernausgangslage der Klasse analysiert, das methodische Vorgehen bei den Unterrichtseinheiten beschrieben und die Wirksamkeit der Maßnahmen evaluiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Experimentieren, Beobachten, Beschreiben, naturwissenschaftliche Arbeitsweise und Sachunterricht zusammenfassen.
Wie gehen die Schüler mit den Beobachtungskriterien um?
Die Schüler erarbeiten die Kriterien in einem sozial-konstruktiven Prozess selbst, halten diese auf Methodenplakaten fest und wenden sie anschließend bei verschiedenen Versuchen eigenständig an.
Warum spielt das Zeichnen in der Arbeit eine so wichtige Rolle?
Das Zeichnen wird als eine wertvolle Alternative zum mündlichen oder schriftlichen Beschreiben genutzt, die den Schülern hilft, Details genauer wahrzunehmen und sachlich festzuhalten.
Welche Rolle spielen Messgeräte bei der Beobachtung?
Messgeräte werden als wichtige Hilfsmittel eingeführt, um Beobachtungen objektiver zu gestalten, Messgrößen präzise zu erfassen und Fehlvorstellungen zu korrigieren.
- Citation du texte
- Ann-Kathrin Daab (Auteur), 2013, Förderung des Experimentierens durch Beobachten und Beschreiben im Sachunterricht der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231471