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Freiheit, Institutionalisierung, Euergetismus

Eine Analyse der Beziehungen zwischen den seleukidischen Königen und den Poleis Westkleinasiens, mit einem spieltheoretischen Versuch

Título: Freiheit, Institutionalisierung, Euergetismus

Trabajo , 2010 , 28 Páginas , Calificación: 2+

Autor:in: Thomas Grunewald (Autor)

Historia universal - Antigüedad
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„Für Gleiche muß gleiches Recht gelten…“ lehrte Aristoteles und beschrieb damit ein Prinzip, das heute in den meisten Staaten nicht nur für das Leben der Menschen miteinander gilt, sondern auch für das Verhältnis der Staaten untereinander. Dank eines verbindlichen Völkerrechts (im Sinne der Charta der Vereinten Nationen) hat dieses Prinzip in unserer Zeit trotz verschiedenster Staatsformen (Demokratie, konstitutioneller Monarchie, ‚reiner’ Monarchie, kommunistische Republik) bestand und sichert zumindest normativ ein friedliches Zusammenleben. Freiheit, Unabhängigkeit und Autonomie sind dabei, in einer immer stärker globalisierten Welt, auch weiterhin emotional aufgeladene Begriffe, die fest im (politischen) Denken der Menschen verankert sind und nicht selten zu propagandistischen Zwecken ausgenutzt werden. Es sollte hierbei nicht verwundern, dass diese Vorstellungen von (außen-) politischer Gleichheit, von Unabhängigkeit, Freiheit und Autonomie ihren Ursprung nicht etwa in der französischen Revolution haben, sondern auf die Antike zurückgehen. Nach dem Tod Alexanders des Großen und dem Zerfall seines Reiches entstand eine Vielzahl von Gemeinwesen unterschiedlicher Form und Ausprägung, die miteinander um Macht und Unabhängigkeit rangen. Die klassischen Vorstellungen von Freiheit, Unabhängigkeit und Autonomie prägten dabei jedoch weiterhin das politische Verständnis vor allem der griechischen Bevölkerung des ehemaligen Alexanderreiches, so dass nicht selten der königliche Machtanspruch der Diadochen und deren Nachfolger in Konflikt mit den Unabhängigkeitsbestrebungen griechischer Poleis gerieten. Von einem verbindlich geregelten Völkerrecht konnte in dieser Zeit keine Rede sein, so dass sich die Frage aufdrängt, wie sich die politisch- rechtlichen Beziehungen im Besonderen zwischen den ‚so ungleichen’ Gemeinwesen der Polis und dem monarchischen Staat darstellten? Welche Ziele verfolgten Stadt und König und welche Rolle spielten die Begriffe Freiheit, Unabhängigkeit und Autonomie dabei?
Diese Fragen, die zu den „zentralen Problemen der hellenistischen Geschichte“ gehören, sollen am Beispiel der Beziehungen zwischen dem Seleukidischen Reich und den westkleinasiatischen Städten in der vorliegenden Arbeit behandelt werden. Im Zuge dessen, wird der Autor zuerst einen kurzen Überblick über die Quellenproblematik und den historischen Hintergrund geben,

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenproblematik

3. Historischer Überblick

4. Freiheit und der König, Euergetismus und die Forschungsdebatte

4.1 Der Freiheitsbegriff im Wandel

4.2 Der siegreiche, wohltätige und rettende König

4.3 Die Politik der Wohltaten (Euergetismus)

4.3.1 Die Beziehungen zu Milet

4.3.2 Iasos und der Brief der Laodike – der ‚implizite Vertrag’

5. Spieltheorie zur Analyse historischer Handlungsabläufe?

5.1 Konflikt oder Kooperation – das „Chicken - Spiel“

5.2 Die Wechselseitigkeit der Handlungen – Das „Ultimatumspiel“

6. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die politisch-rechtlichen Beziehungen zwischen den seleukidischen Königen und den Poleis Westkleinasiens. Dabei soll analysiert werden, wie diese ungleichen Akteure interagierten, welche Ziele sie verfolgten und welche Rolle Begriffe wie Freiheit und Autonomie in diesem Spannungsfeld spielten, wobei ergänzend spieltheoretische Modelle zur Analyse dieser historischen Handlungsabläufe herangezogen werden.

  • Wandel des Freiheitsbegriffs von absoluter zu prekärer Freiheit
  • Legitimierung königlicher Herrschaft durch Euergetismus
  • Die Wechselbeziehung zwischen Wohltaten und Ehrenbezeugungen
  • Anwendung der Spieltheorie auf historische Entscheidungssituationen
  • Analyse des "impliziten Vertrags" am Beispiel von Milet und Iasos

Auszug aus dem Buch

4.3.2 Iasos und der Brief der Laodike – Der ‚implizite’ Vertrag

Wie funktionierte nun der Euergetismus en detail und welche Überlegungen verbergen sich hinter dieser speziellen Form von Interaktion zwischen König und Polis? Anhand einer Analyse des Briefes der Königin Laodike, Gemahlin Antiochos III., an die Polis Iasos sollen diese Fragen geklärt werden.

„Queen Laodike to the council and the people of the Iasians, greetings. Having often heard from my brother what urgent help he continually deploys for his friends and allies, and that after recovering your city as it has fallen into unexpected calamaties, he gave back to you your liberty and your laws, and in the other matters he strives to increase the citizens body and bring it to a better condition, and making it my own intention to act in accordance with his zeal and eagerness, and, because of this, to confer some benefaction on the poor among the citizens, and a general advantage to the whole people, I have written to Strouthion the dioiketes for him to send along to the city one thousand Attic medimnoi of wheat a year, for ten years, and hand them over to the representatives of the people...”

Betrachten wir diesen Auszug, fällt zuerst einmal auf, dass nicht der König oder einer seiner Beamten den Brief an die Polis Iasos verfasst hat, sondern des Königs Gemahlin Laodike. Dieser, vielleicht etwas verwunderliche Umstand, erklärt sich aus dem, von König Antiochos III. verliehenen Ehrentitel der „Schwesterkönigin“ an seine Gemahlin, die dadurch nicht nur in die kultische Verehrung des Königs miteinbezogen wurde, sondern scheinbar auch in die Staatsgeschäfte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Freiheit und Autonomie als zentrale Probleme der hellenistischen Geschichte und führt in die Thematik der Beziehungen zwischen dem Seleukidenreich und den westkleinasiatischen Städten ein.

2. Quellenproblematik: Dieses Kapitel thematisiert die Dürftigkeit und Einseitigkeit des verfügbaren Quellenmaterials, das primär aus Inschriften besteht und daher nur begrenzt Einblicke in reale Machtverhältnisse gewährt.

3. Historischer Überblick: Der Abschnitt bietet eine historische Kontextualisierung der Beziehungen seit dem Tod Alexanders I. bis zum Jahr 281 v. Chr. und beschreibt die Entwicklung der Machtverhältnisse der Diadochen.

4. Freiheit und der König, Euergetismus und die Forschungsdebatte: Hier wird der Wandel des Freiheitsbegriffs analysiert, die Institutionalisierung des Königs als wohlwollender Herrscher beleuchtet und die Politik der Wohltaten anhand der Beispiele Milet und Iasos untersucht.

5. Spieltheorie zur Analyse historischer Handlungsabläufe?: Dieser Teil wendet spieltheoretische Modelle wie das „Chicken-Spiel“ und das „Ultimatumspiel“ auf die Interaktionen zwischen König und Polis an, um strategische Handlungsweisen besser zu verstehen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die Reziprozität von Wohltat und Ehrenbezeugung als stabiles, sich selbst tragendes System, wobei die Spieltheorie als wertvoller, wenn auch ergänzender methodischer Ansatz hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Seleukidenreich, Poleis, Westkleinasien, Freiheit, Autonomie, Euergetismus, Wohltatenpolitik, Spieltheorie, Chicken-Spiel, Ultimatumspiel, impliziter Vertrag, Laodike, Milet, Iasos, antike Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die komplexen politisch-rechtlichen Beziehungen zwischen den seleukidischen Königen und den griechischen Städten (Poleis) im westlichen Kleinasien.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Wandel des Freiheitsbegriffs, die Institutionalisierung des Herrscherbildes als wohltätiger Retter und die gezielte Politik der Wohltaten (Euergetismus).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche Ziele Stadt und König verfolgten und welche Rolle Begriffe wie Freiheit und Unabhängigkeit in den Beziehungen zwischen dem monarchischen Staat und der Polis spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird ergänzend verwendet?

Neben historisch-philologischen Methoden nutzt der Autor spieltheoretische Modelle, um historische Entscheidungssituationen und das strategische Handeln beider Parteien neu zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Quellenlage, dem historischen Kontext, einer systematischen Analyse der Euergetismus-Politik sowie der Anwendung spieltheoretischer Modelle auf die Interaktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Seleukidenreich, Euergetismus, Freiheit, Polis, Spieltheorie und Reziprozität.

Welche Rolle spielt der „implizite Vertrag“ in der Argumentation des Autors?

Der implizite Vertrag beschreibt das wechselseitige Verhältnis von Wohltaten des Königs und den als Gegenleistung erwarteten Ehrenbezeugungen der Stadt, wodurch indirekte Herrschaftsstrukturen legitimiert wurden.

Warum wird die Freiheit der Poleis vom Autor als „prekär“ bezeichnet?

Die Freiheit ist als prekär definiert, da sie nicht erkämpft, sondern vom König als Privileg verliehen wurde, was die Städte in eine langfristige Abhängigkeit vom Wohlwollen des Monarchen brachte.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Freiheit, Institutionalisierung, Euergetismus
Subtítulo
Eine Analyse der Beziehungen zwischen den seleukidischen Königen und den Poleis Westkleinasiens, mit einem spieltheoretischen Versuch
Universidad
Martin Luther University  (Seminar für Klassische Altertumswissenschaft)
Curso
Städtisches Leben im Seleukidenreich (3. – 1. Jh. vor Christus)
Calificación
2+
Autor
Thomas Grunewald (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
28
No. de catálogo
V231542
ISBN (Ebook)
9783656482833
ISBN (Libro)
9783656482888
Idioma
Alemán
Etiqueta
Seleukidenreich - Griechische Poleis - Euergetismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Grunewald (Autor), 2010, Freiheit, Institutionalisierung, Euergetismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231542
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