Millionen von Menschen waren auf den mittelalterlichen Straßen unterwegs und es gab viele unterschiedliche Gründe sich auf eine Reise zu begeben: Flucht, Hoffnung auf ein besseres Leben oder Missionierungsgründe. Vor allem im Dienste von einer der drei großen monotheistischen Religionen waren tausende von Menschen unterwegs. Die Kirche war zwar gespaltener Ansicht gegenüber Reisen, aber schlussendlich überwog die Reisen befürwortende Seite. Hierfür sorgten unter anderem die vielen Vorbilder, die im Alten und Neuen Testament zu finden waren. Besonders reisefreudig waren die irischen Mönche, die bereits im 6. Jahrhundert begannen von Irland nach Europa zu reisen, um dort die christliche Lehre zu verbreiten und diese durch ein Netz von Klöstern zu sichern. Zu diesen Mönchen gehörte auch Columban der Jüngere (543-615). Er war ein irischer Wandermönch und Missionar. Der heilige Columban, im weiteren Verlauf dieser Arbeit auch nur Columban genannt, gab den Anstoß zur christlichen Mission auf dem Festland und hatte starken Einfluss auf die Christianisierung des Frankenreiches, das bei seiner Ankunft noch stark vom Heidentum geprägt war. Das Motiv des heiligen Columban, Irland zu verlassen und sich auf Wanderschaft zu begeben, war im primären Sinne die Peregrinatio, das Verlassen des Heimatlandes ohne jemals dorthin zurückzukehren und sich auf die Suche nach dem sogenannten „Weißen Martyrium“ zu begeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Peregrinatio als monastisches Ideal des irischen Mönchtums
3. Das Wirken der Peregrinatio auf das Leben Columbans und die Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums im Frankenreich
3.1. Das Leben und Wirken Columbans als Peregrinus
3.2. Columbans Wirken im Frankenreich
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
5.1. Quellen
5.2. Literatur
Häufig gestellte Fragen
Wer war der heilige Columban?
Columban der Jüngere (543-615) war ein bedeutender irischer Wandermönch und Missionar, der die christliche Mission auf dem europäischen Festland maßgeblich beeinflusste.
Was bedeutet der Begriff „Peregrinatio“?
Die Peregrinatio war ein monastisches Ideal des irischen Mönchtums, bei dem Mönche ihre Heimat für immer verließen, um als Fremde in der Welt Gott zu dienen.
Welchen Einfluss hatte Columban auf das Frankenreich?
Er gab den Anstoß zur christlichen Missionierung im Frankenreich, das damals noch stark heidnisch geprägt war, und gründete ein weitreichendes Netz von Klöstern.
Was ist das „Weiße Martyrium“?
Es bezeichnet die lebenslange Askese und das freiwillige Exil in der Fremde (Peregrinatio) als Form der religiösen Hingabe ohne Blutvergießen.
Warum waren irische Mönche im Mittelalter so reisefreudig?
Getrieben durch Missionseifer und das Ideal der Peregrinatio suchten sie neue Lebensräume, um die christliche Lehre zu verbreiten und Klöster als Zentren des Glaubens zu etablieren.
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- Yvonne Kruschel (Author), 2011, Die Peregrinatio des Heiligen Columban und die Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums im Frankenreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231548