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Die europäische Grenzschutzagentur FRONTEX. Autonomie der Migration und Entwicklung des Grenzregimes

Title: Die europäische Grenzschutzagentur FRONTEX. Autonomie der Migration und Entwicklung des Grenzregimes

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Bachelor of Arts Stefan Klemme (Author)

American Studies - Culture and Applied Geography
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Diese Arbeit analysiert die Entstehung der Agentur FRONTEX innerhalb des europäischen Grenzregimes unter Berücksichtigung der Thesen der "Autonomie der Migration"

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Europäisierung der Grenzen

III. Die europäische Grenzschutzagentur FRONTEX

a. Geschichte und Entwicklung

b. Aufgaben

IV. FRONTEX und das EU Grenzregime

V. Autonomie der Migration

VI. EU Grenzregime revisited

VII. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der europäischen Grenzschutzagentur FRONTEX durch die theoretische Brille des Konzepts der "Autonomie der Migration". Dabei wird hinterfragt, inwiefern die zunehmende Formalisierung und Repression der europäischen Außengrenzen nicht nur als staatliches Machtinstrument, sondern als reaktive Maßnahme auf die Eigendynamik und Strategien migrierender Menschen zu verstehen ist.

  • Die Europäisierung der Grenzverwaltung und der Schengen-Prozess.
  • Strukturen, Kompetenzerweiterungen und die Rolle von FRONTEX als Koordinierungsorgan.
  • Theoretische Grundlagen und die Analyseperspektive der "Autonomie der Migration".
  • Die ökonomische Nutzbarmachung und Steuerung von Migrationsströmen.
  • Die Bedeutung von Grenzregimen für europäische Identitätskonstruktionen.

Auszug aus dem Buch

V. Autonomie der Migration

Um das Konzept der „Autonomie der Migration“ zu erläutern, ist es wichtig sich dessen Wurzeln bewusst zu sein: Es nährt sich sowohl aus Hardt/Negris Buch „Empire“ als auch aus dem italienischen (Post-)Operaismus.

Ersteres ist eine vieldiskutierte „interdisziplinäre Werkzeugkiste“ (Hardt/Nergi 2002: 14), die zur „Erneuerung kritischer Gesellschaftstheorie beitragen“ (Pieper et al. 2007: 307) kann. Inhaltlich wird eine neue Form globaler Souveränität vorgestellt („Empire“) und zugleich eine Möglichkeit des Widerstandes geboten („Multitude“), da das Empire aus der Multitude hervorgeht. Mit Blick auf Migration schreiben die Autoren:

„Ein Gespenst geht um in der Welt, und sein Name ist Migration. Alle Mächte der alten Welt haben sich vereint und kämpfen gnadenlos dagegen an, aber die Bewegung ist nicht aufzuhalten. […] [J]eder Versuch, die Migrationsbewegungen vollständig zu regulieren, scheitert am gewaltsamen Druck. Wirtschaftsexperten versuchen dieses Phänomen zu erklären, […] doch auch die liefern […] keine Erklärung für dieses unstillbare Verlangen nach Bewegungsfreiheit. […] Desertion und Exodus sind eine machtvolle Form des Klassenkampfs in der imperialen Postmoderne und zugleich gegen sie“ (Hardt/Negri 2002: 225). Zitiert in: (Benz/Schwenken 2005: 368)

Die Verbindung von Multitude und Migration besteht nun darin, dass für Hardt und Negri „Figuren, in denen sie die Modi des Widerstands denken, Figuren der Mobilität sind“ (Bojadzijev et al. 2004).

Letzteres diente einerseits Hardt/Negri als Basis, besitzt jedoch noch mehr Potential, dass die Verfechter des Konzeptes genutzt wissen wollen: Beispielsweise der operaistische Begriff der „Klassen(neu-)zusammensetzung“ als analytische Kategorie kann die Migration zur politischen Bedeutung bringen (Bojadzijev et al. 2004): Erst die Bewegung der Menschen, dann die Bewegung des Kapitals (Moulier-Boutang 2007: 170).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in das Konzept der Autonomie der Migration sowie Darlegung der These, dass FRONTEX eine Reaktion auf die eigenständigen Strategien von Migranten ist.

II. Die Europäisierung der Grenzen: Skizzierung der wesentlichen politischen Stationen und Abkommen, die zur Etablierung eines europäischen Grenzregimes führten.

III. Die europäische Grenzschutzagentur FRONTEX: Darstellung der Entstehungsgeschichte und der operativen Aufgaben der Agentur sowie ihrer internen Entwicklung.

IV. FRONTEX und das EU Grenzregime: Analyse der Vernetzung von FRONTEX mit anderen EU-Mechanismen wie dem "Integrated Border Management" und der Vorverlagerung der Außengrenzen.

V. Autonomie der Migration: Theoretische Herleitung des Konzepts aus dem Post-Operaismus und der Arbeit von Hardt/Negri als Untersuchungsperspektive.

VI. EU Grenzregime revisited: Kritische Reflexion der Grenzentwicklung als Reaktion auf die Autonomie der Migration, inklusive der ökonomischen Verwertung von Migration.

VII. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass FRONTEX eine notwendige, aber oft ineffektive staatliche Antwort auf die dynamischen Bewegungen der Migration darstellt.

Schlüsselwörter

Autonomie der Migration, FRONTEX, Grenzregime, Europäisierung, Migrationsmanagement, Post-Operaismus, Grenzüberwachung, illegale Migration, Festung Europa, Grenzvorverlagerung, Migrationspolitik, kritische Migrationsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle und Funktion der EU-Grenzschutzagentur FRONTEX im Kontext des europäischen Grenzregimes aus einer kritischen wissenschaftlichen Perspektive.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Europäisierung der Grenzpolitik, die strukturelle Entwicklung von FRONTEX sowie die theoretische Auseinandersetzung mit der "Autonomie der Migration".

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, FRONTEX nicht als isoliertes technisches Instrument zu sehen, sondern als Reaktion auf die eigenständigen Strategien und Bewegungen von Migranten zu begreifen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine regimeanalytische Untersuchungsperspektive eingenommen, die theoretische Ansätze der Migrationsforschung mit der Analyse von Dokumenten und politischen Strategien verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Genese der EU-Grenzkontrollen, den Aufgabenbereichen von FRONTEX sowie den Mechanismen der Vorverlagerung von Grenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autonomie der Migration, Grenzregime, Migrationsmanagement und kritische Migrationsforschung geprägt.

Inwiefern beeinflusst die "Autonomie der Migration" die Arbeit der EU?

Die Arbeit argumentiert, dass die offiziellen EU-Strategien, wie Grenzvorverlagerung oder Automatisierung, direkte Reaktionen auf die Tatsache sind, dass Migration nicht vollständig durch staatliche Verbote steuerbar ist.

Was bedeutet es, dass FRONTEX laut Kasparek "Anzug trägt, nicht Uniform"?

Dieser Ausdruck verdeutlicht, dass FRONTEX als Agentur für Koordination, Planung und Risikoanalyse fungiert und weniger als eine ausführende Kampftruppe, was ihr eine gewisse rechtliche und administrative Grauzone verleiht.

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Details

Title
Die europäische Grenzschutzagentur FRONTEX. Autonomie der Migration und Entwicklung des Grenzregimes
College
University of Cologne  (Anglo-Amerikanische Geschichte)
Course
Autonomie der Migration
Grade
1,0
Author
Bachelor of Arts Stefan Klemme (Author)
Publication Year
2010
Pages
31
Catalog Number
V231559
ISBN (eBook)
9783656474616
ISBN (Book)
9783656474692
Language
German
Tags
frontex manager migration autonomie entwicklung grenzregimes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Stefan Klemme (Author), 2010, Die europäische Grenzschutzagentur FRONTEX. Autonomie der Migration und Entwicklung des Grenzregimes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231559
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