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Kreativität in der Pflege

Die Förderung kreativer Potenziale in der pflegeberuflichen Bildung

Titel: Kreativität in der Pflege

Bachelorarbeit , 2012 , 74 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Viola Straubenmueller (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kreativität ist im allgemeinen Sprachgebrauch, aber auch in wissenschaftlichen Beiträgen
zahlreicher Disziplinen mit unterschiedlichen Erwartungen und Vorstellungen konnotiert.
Die in diesem schillernden Begriff verborgenen Potenziale verändern möglicherweise
sowohl im Sinne eines Zieles als auch im Sinne eines Mittels die Bildung (vgl. von Hentig
2000, S.11).
Dies scheint lohnenswert, wenn Kreativität für zukünftig Pflegende als Chance gesehen
wird, ihren beruflichen Alltag produktiv zu bewältigen und Gestaltungspotenziale im
beruflichen Handeln zu nutzen. Hierzu ist eine explizite Aufmerksamkeit für solche
Potenziale erforderlich. Als Zielperspektive pflegerischer Bildungsprozesse kann dann die
Erhöhung der Bereitschaft gesehen werden, „sich mit den Herausforderungen der
Arbeitswelt kritisch auseinanderzusetzen und sich kreativ und eigenverantwortlich zu
engagieren“ (Ertl- Schmuck 2000, S.114).
Die Frage, ob es sich bei Kreativität um ein Bildungsziel, einen Prozess (vgl.
Csikszentmihalyi 2010a, S.19) eine Persönlichkeitseigenschaft (vgl. Csikszentmihalyi
2010a, S.80) oder gar eine Kompetenz handelt, wird näher zu beleuchten sein. Kreativität
ist zunächst mit Neuartigkeit und Originalität (vgl. von Wissel 2012, S.251), aber auch mit
ästhetischen (vgl. Carper 1978 in White 1995, S.1) oder impliziten (vgl. Friesacher 2008,
S.208) Wissensformen konnotiert. Letztere werfen für die vorliegende Arbeit die Frage
auf, wie viel Raum jenen impliziten, intuitiven Aspekten pflegerischen Handelns (vgl.
Friesacher 2008, S.208) vor allem angesichts einer zunehmenden Ökonomisierung im
Gesundheitswesen (vgl. Keuchel 2005, S.48) zugebilligt wird. Mit diesem Einwand wird
nicht die Notwendigkeit einer ökonomisch orientierten Pflegepraxis in Frage gestellt,
vielmehr wird ein Korrektiv gegenüber rein funktionaler Arbeitsmarktorientierung (vgl.
Keuchel 2005, S.19) als wünschenswert erachtet. Damit soll auch die eine
Scheinsicherheit erzeugende alleinige Orientierung an gesicherter Evidenz zur Lösung
medizinischer Probleme (vgl. Friesacher 2008, S.223) vermieden werden.
Hieraus ergibt sich die Frage, welche Fähigkeiten in der Ausbildung zur Gesundheits- und
Krankenpflege der Förderung bedürfen, um neben beruflicher Handlungskompetenz (vgl.
Kultusministerkonferenz 2011, S.15) kreative Potenziale im noch zu beleuchtenden Sinne
zur Entfaltung zu bringen.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Zielgruppenbestimmung

1.3 Hintergründe

1.3.1 Ausgewählte gesellschaftliche Aspekte

1.3.2 Kreativität- Kompetenz oder Bildungsziel?

1.3.3 Strukturierung der Arbeit und Recherche

2 Begründungslinien zu Kreativität

2.1 Kreativitätsbegriff

2.2 Kreativitätstheorie und -forschung

2.3 Zwischenbetrachtung

2.4 Kreativität aus lernpsychologischer Sicht

2.4.1 Lernen und Lernmotivation

2.4.2 Motivation und Emotion

2.4.3 Zwischenbetrachtung

3 Kreativität im pflegerischen Handeln

3.1 Konstitutive Merkmale pflegerischen Handelns

3.2 Charakteristika kreativer Pflege

3.3 Zwischenbetrachtung

4 Kreativität aus berufspädagogischer Sicht

4.1 Charakteristika einer Lernkultur

4.2 Lebenslanges- oder Lebensbegleitendes Lernen

4.3 Kreativität: Schlüsselqualifikation oder -kompetenz?

4.4 Subjektorientierung als Schlüsselprinzip

4.5 Zwischenbetrachtung

5 Didaktische Einordnung- Konstruktivistische Sicht

5.1 Grundannahmen eines gemäßigten Konstruktivismus

5.2 Lernformen innerhalb des Konstruktivismus

5.3 Zwischenbetrachtung

6 Zusammenschau der Förderungsaspekte

7 Schlussbetrachtung

7.1 Ausgewählte Ergebnisse

7.2 Mögliche Grenzen

7.3 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Relevanz und Fördermöglichkeiten kreativer Potenziale in der pflegeberuflichen Bildung. Ziel ist es, den Kreativitätsbegriff aus verschiedenen disziplinären Perspektiven zu beleuchten, dessen Bedeutung für das pflegerische Handeln darzulegen und didaktische Impulse zu entwickeln, um Pflegende in ihrer Erstausbildung zu befähigen, komplexe pflegerische Situationen kreativ und eigenverantwortlich zu bewältigen.

  • Kreativitätstheorien und -forschung im Kontext pflegerischer Bildung
  • Bedeutung der Kreativität für das pflegerische Handeln und die Beziehungsebene
  • Berufspädagogische und konstruktivistische Grundlagen zur Lernförderung
  • Methodische Ansätze und Konzepte zur Förderung von Kreativität

Auszug aus dem Buch

Charakteristika kreativer Pflege

Nicht selten bestehen in pflegerischen Situationen widersprüchliche Anforderungen, eine Abwägung und Priorisierung scheint einerseits kreative Denkprozesse (im Sinne von Hypothesen entwickelndem Denken) und andererseits kritische Denkprozesse (zur Überprüfung von Hypothesen) zu erfordern (vgl. Miller/ Babcock 2000,S. 182).

Kreatives Denken weist eine Komplementarität mit kritischem Denken (vgl. Miller/Babcock 2000, S.184)auf. Letzteres stellt eine ebenso gewichtige Komponente pflegerischen Handelns dar. Die Frage, in welchen Kontexten kritisches Denken in der Pflege gefordert ist, bedürfte jedoch einer eigenen Betrachtung (vgl. hierzu: Miller/ Babcock 2000).

Angesichts widersprüchlicher Handlungserfordernisse kommt zudem die Ambiguitätstoleranz zum Tragen, welche auch in Kreativitätstheorien (vgl. Urban 1992, S.62 in Berka, Brix, Smekal 2003, S.131) als Komponente von Kreativität oder als Eigenschaft kreativer Persönlichkeiten (vgl. Sikora 1975, S.25) zur Diskussion gestellt wird. Habermas bezeichnet Ambiguitätstoleranz als Grundqualifikation des Rollenhandelns, die darauf abzielt, Unklarheiten zu ertragen und dennoch handlungsfähig zu bleiben (vgl. Habermas 1968/1973 in Hörner, Drinck, Jobst 2008, S.169).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert das Potenzial-Verständnis und legt die Fragestellung zur Rolle kreativer Potenziale in der pflegeberuflichen Bildung fest.

2 Begründungslinien zu Kreativität: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Kreativitätsbegriffs anhand verschiedener Ebenen und Forschungsansätze unter besonderer Berücksichtigung lernpsychologischer Bedingungen.

3 Kreativität im pflegerischen Handeln: Hier wird die Bedeutung von Kreativität für die spezifische Komplexität pflegerischer Handlungsfelder und die Qualität der professionellen Beziehung herausgearbeitet.

4 Kreativität aus berufspädagogischer Sicht: Dieses Kapitel diskutiert zentrale Konzepte wie Lernkulturwandel, lebenslanges Lernen und Subjektorientierung als Rahmenbedingungen für die Förderung kreativer Potenziale.

5 Didaktische Einordnung- Konstruktivistische Sicht: Es wird die didaktische Einbettung in den Konstruktivismus vorgenommen, um kreative Lernprozesse methodisch zu fundieren und begründen.

6 Zusammenschau der Förderungsaspekte: In diesem Kapitel werden die theoretischen Überlegungen in einer tabellarischen Übersicht von Methoden und Prinzipien für die Praxis konkretisiert.

7 Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, Grenzen der Förderbarkeit reflektiert und ein Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf in der Pflegebildung gegeben.

Schlüsselwörter

Kreativität, pflegeberufliche Bildung, Handlungskompetenz, Konstruktivismus, Lernkultur, Subjektorientierung, Pflegehandeln, Lernmotivation, berufliches Lernen, Kreativitätsförderung, Schlüsselqualifikation, professionelle Pflege, Reflexion, Didaktik, Empowerment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie kreative Potenziale in der pflegeberuflichen Ausbildung identifiziert und gezielt durch didaktische Konzepte gefördert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Kreativitätstheorie, die Lernpsychologie, berufspädagogische Prinzipien wie die Subjektorientierung sowie konstruktivistische Didaktikmodelle.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, den Kreativitätsbegriff für die Pflege zu klären und methodische Wege aufzuzeigen, um Auszubildende auf die komplexen und teils widersprüchlichen Anforderungen ihres Berufsalltags vorzubereiten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Bildungs- sowie Pflegetheorien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Kreativität aus lernpsychologischer, pflegerischer und berufspädagogischer Sicht und leitet daraus konkrete didaktische Prinzipien für die Unterrichtsgestaltung ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Kreativität, pflegeberufliche Bildung, Konstruktivismus und Handlungskompetenz geprägt.

Warum spielt das "Scheitern" eine Rolle in dieser Arbeit?

Das Scheitern wird als unverzichtbarer Teil von Lernprozessen und der professionellen Entwicklung betrachtet, da es zur kritischen Reflexion anregt und zur Anerkennung von Ungewissheit im Pflegehandeln befähigt.

Inwieweit ist der Humor für kreative Pflege relevant?

Humor wird als Ausdruck von Kreativität gesehen, der hilft, den Rahmen des Gewöhnlichen zu sprengen und eine vertrauensvolle, therapeutisch wertvolle Beziehung zum Patienten aufzubauen.

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Details

Titel
Kreativität in der Pflege
Untertitel
Die Förderung kreativer Potenziale in der pflegeberuflichen Bildung
Hochschule
Hochschule Esslingen  (Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege)
Veranstaltung
Pflegepädagogik/ Pflegewissenschaft
Note
1.3
Autor
Viola Straubenmueller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
74
Katalognummer
V231587
ISBN (eBook)
9783656472971
ISBN (Buch)
9783656474265
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kreativität pflege förderung potenziale bildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Viola Straubenmueller (Autor:in), 2012, Kreativität in der Pflege, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231587
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  74  Seiten
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