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Zur grammatischen Integration von Fremdwörtern

Titel: Zur grammatischen Integration von Fremdwörtern

Hausarbeit , 2010 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: M. A. Conny de le Roi (Autor:in), Enrico Nitzsche (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kaum eine sprachliche Äußerung in deutsch-deutscher Kommunikation kommt ohne die Verwendung von Fremdwörtern aus. Viel stärker noch als in der mündlichen Kommunikation stößt man jedoch im schriftlichen Sprachgebrauch auf Fremdwörter. Die deutsche Sprache weist ein hohes Maß an Wörtern auf, die entweder direkt aus anderen Sprachen übernommen oder an die Systematik der deutschen Sprache angepasst wurden. Im Zentrum dieser Arbeit soll die grammatische Integration von fremden Wörtern in die deutsche Sprache stehen. Dabei soll nicht nur das Eindringen von Anglizismen berücksichtigt werden, sondern auch auf die bereits etablierten Latinismen, Gräzismen und Gallizismen eingegangen werden.
In dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, morphologische, phonologische und graphematische Integrationsprozesse zu beschreiben. Ein weiteres Bearbeitungsfeld ist das der Genusintegration. Hierbei werden wir versuchen, eine Systematik der Genuszuweisung abzubilden, bzw. darüber nachzudenken, in wie weit dies überhaupt möglich ist. Dabei bleibt die Frage nach der Herkunft der Wörter vollkommen außer Acht. Bei der Beschreibung der grammatischen Integrationsprozesse spielt die Herkunft der Wörter nämlich keine Rolle. Sprachgeschichtliche Prozesse und historische Ursachen des lexikalischen Wandels sollen in dieser Arbeit vollkommen unberücksichtigt bleiben. Für diese Arbeit ist eine historische Betrachtung jedoch irrelevant, da unser Fokus sich auf die linguistische Deskription dieser Prozesse richtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Überlegungen zur Fremdwortproblematik

3. Zur grammatischen Integration von fremden Wörtern

3.1. Morphologische Integration

3.2. Genusintegration

3.3. Phonologische Integration

3.4. Graphematische Integration

4. Schlussbemerkung

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die linguistischen Prozesse der Integration fremdsprachiger Wörter in das deutsche System. Ziel ist es, eine deskriptive Analyse der morphologischen, phonologischen und graphematischen Anpassungsmechanismen vorzunehmen sowie die Systematik der Genuszuweisung bei Anglizismen kritisch zu hinterfragen.

  • Analyse der morphologischen Integration (Derivation und Flexion)
  • Untersuchung der Genuszuweisung bei englischen Lehnwörtern
  • Bewertung phonologischer Integrationsphänomene im deutschen Lautsystem
  • Evaluation graphematischer Anpassungsprozesse an die deutsche Orthographie
  • Diskussion der theoretischen Unterscheidung zwischen Fremdwörtern und Lehnwörtern

Auszug aus dem Buch

3.1. MORPHOLOGISCHE INTEGRATION

Auf dem Gebiet der Wortbildung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, fremde Wörter in den heimischen Wortschatz zu integrieren. Hinsichtlich der Komposition sind keinerlei spezifische Integrationsprobleme fremder Wörter festzustellen. Fremde Bestandteile lassen sich problemlos mit nativen Bestandteilen zu Komposita verbinden, wie auch die Bildung von Determinativkomposita wie beispielsweise Softeis, Checkliste, Kundenservice oder Schreibset zeigt.

Auch hinsichtlich der Derivation sind auf den ersten Blick keine Integrationsprobleme festzustellen. Es lassen sich sowohl fremde als auch native Affixe mit fremden oder nativen Stämmen verbinden. Hier seien beispielsweise Wörter wie Exfrau oder uncool angeführt. Zu beachten ist jedoch, dass nicht alle Affixe gleichermaßen für die Integration fremder Wörter zur Verfügung stehen.

Nach Eisenberg (2001: 190) gibt es „[b]etonungsneutrale verbale Präfixe vom Typ be-, ent-, er-, ver-, zer- […] nur im Kernsystem“ des Deutschen. Unberücksichtigt lässt Eisenberg die Nominalisierungssuffixe -ung, -heit, -keit und –nis. Diese lassen sich ebenfalls nicht mit fremden Stämmen verbinden.

Nun könnten zwar Beispiele wie Diszipliniertheit oder Determiniertheit angegeben werden, doch hierbei hat bereits eine morphologische Integration mittels des Verbalisierers –ier stattgefunden und erst dadurch ist die Verbindung mit dem Nominalisierungssuffix –heit möglich geworden. Der Verbalisierer –ier mit seinen Varianten –isier und –ifizier fungiert als Wortbildungselement bei der Integration von Fremdwörtern. Fremde Suffixe stehen links von ihm, native Suffixe stehen rechts von ihm.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und definiert den Fokus auf die linguistische Deskription der grammatischen Integration fremder Wörter unter Ausschluss historischer Sprachwandelprozesse.

2. Allgemeine Überlegungen zur Fremdwortproblematik: Hier werden soziologische Aspekte der Fremdwortdiskussion und die Rolle der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) beleuchtet sowie der Begriff des Fremdworts kritisch hinterfragt.

3. Zur grammatischen Integration von fremden Wörtern: Das Hauptkapitel widmet sich der systematischen Untersuchung der Integration auf verschiedenen linguistischen Ebenen.

3.1. Morphologische Integration: Dieses Kapitel analysiert Wortbildungsprozesse, insbesondere die Rolle von Affixen, Konfixen und Verbalisierern bei der Integration fremder Stämme.

3.2. Genusintegration: Hier werden die Kriterien der Genuszuweisung für Anglizismen auf semantischer, morphologischer und phonologischer Ebene untersucht.

3.3. Phonologische Integration: Dieses Kapitel diskutiert die Anpassung der Aussprache entlehnter Wörter an das deutsche Lautsystem und die Grenzen der phonologischen Assimilation.

3.4. Graphematische Integration: Hier wird die Anpassung der Fremdwörter an die deutsche Orthographie und die damit verbundene Graphem-Phonem-Korrespondenz analysiert.

4. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Integration fremder Wörter ein produktiver Prozess ist, der das deutsche System eher erweitert als bedroht.

5. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Fremdwort, Lehnwort, morphologische Integration, Genuszuweisung, Anglizismen, Phonologie, Graphematik, Sprachkontakt, Wortbildung, Sprachsystem, Assimilation, Latinismen, Gräzismen, Gallizismen, Flexion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die linguistischen Mechanismen, nach denen fremdsprachige Wörter in das deutsche Sprachsystem integriert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf morphologischen Integrationsprozessen, der Genuszuweisung bei Nomen, phonologischen Anpassungen und graphematischen Veränderungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die linguistische Beschreibung der Prozesse, die bei der Übernahme von Fremdwörtern ablaufen, um zu zeigen, wie das Deutsche diese Begriffe in sein System integriert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autoren nutzen eine deskriptive, sprachwissenschaftliche Analyse, die sich auf theoretische Grundlagen von Linguisten wie Eisenberg, Munske und Yang stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Kapitel zur morphologischen, genustheoretischen, phonologischen und graphematischen Integration, ergänzt durch Fallbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Fremdwortintegration, morphologische Assimilation und Genuszuweisung charakterisieren.

Warum spielt die Herkunft der Wörter für die Autoren keine Rolle?

Für die Autoren ist die historische Herkunft irrelevant, da der Fokus rein auf der synchronen linguistischen Beschreibung der Anpassungsprozesse an das heutige deutsche System liegt.

Wie gehen die Autoren mit der Problematik der Genuszuweisung bei Anglizismen um?

Sie zeigen auf, dass die Zuweisung meist nach semantischen, morphologischen oder phonologischen Mustern erfolgt, wobei keine starre Hierarchie, sondern ein flexibles System vorliegt.

Warum wird die Bezeichnung „Fremdwort“ kritisch betrachtet?

Die Autoren thematisieren, dass der Begriff eine gewisse Stigmatisierung und Ausgrenzung impliziert, während eine vollständige Integration das Wort eigentlich zum Bestandteil des deutschen Wortschatzes macht.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur grammatischen Integration von Fremdwörtern
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Mehrsprachigkeit in der Bundesrepublik
Note
1,3
Autoren
M. A. Conny de le Roi (Autor:in), Enrico Nitzsche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V231651
ISBN (eBook)
9783656478065
ISBN (Buch)
9783656479222
Sprache
Deutsch
Schlagworte
integration fremdwörtern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. A. Conny de le Roi (Autor:in), Enrico Nitzsche (Autor:in), 2010, Zur grammatischen Integration von Fremdwörtern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231651
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