Warum kämpften die Hereros gegen die weißen Siedler?

Sensibilisierung für die brutale Fremdherrschaft der Deutschen in Afrika durch die exemplarische Erarbeitung zweier Textquellen zu dem Beispiel des Hereroaufstandes 1904 mittels einer kooperativen Lernform.


Unterrichtsentwurf, 2013

13 Seiten


Leseprobe

Thema der Unterrichtsreihe:

Welche Auswirkungen hatte das Streben Europas nach Kolonialbesitz für die indigenen Völker

Afrikas und Asiens damals und heute?

Imperialismus und Kolonialismus des Deutschen Kaiserreichs im Kontext Europas- Erkennen und Verstehen von Ursache und Wirkung der von rassischen Ideologien geprägten Herrschaft über fremde Kontinente, Völker und Ethnien.

Thema der Unterrichtsstunde:

Warum kämpften die Hereros gegen die weißen Siedler?

-Sensibilisierung für die brutale Fremdherrschaft der Deutschen in Afrika durch die exemplarische Erarbeitung zweier Textquellen zu dem Beispiel des Hereroaufstandes 1904 mittels einer kooperativen Lernform.

Didaktisch- methodische Entscheidung

In Anlehnung an den Kernlehrplan für die Hauptschule in Nordrhein-Westfalen im Bereich Gesellschaftslehre soll eine zweigeteilte Unterrichtsreihe im Inhaltsfeldfeld 8 “ Imperialismus und Erster Weltkrieg“ erfolgen.[1]Im Verlauf der ersten Unterrichtsreihe soll den Schülern und Schülerinnen die Bedeutung der Begriffe Kolonialismus und Imperialismus verdeutlicht werden. Im Zuge dieser Begriffsdefinitionen soll die Aufteilung der Welt unter besonderer Berücksichtigung des Deutschen Reiches verstanden und kritisch beurteilt werden. Um das Rassendenken und die Machtansprüche der weißen Eroberer exemplarisch darzustellen, soll in der gezeigten Unterrichtsstunde auf den Aufstand der Herero im Jahre 1904 eingegangen werden. Die im Volksmund häufig als Völkermord oder auch Genozid bezeichnete Reaktion der Deutschen gegenüber dem indigenen Stamm der Herero lastet bis heute auf den Schultern Deutschlands und sollte daher gesonderte Beachtung im Geschichtsunterricht erfahren.

Um die SuS an das zu untersuchende Szenario heranzuführen, verwendet die Laa[2]als Einstiegsmedium eine Bildquelle, welche die brutale Niederschlagung des Herero Stammes darstellt. Die zeitgenössische Abbildung wurde gewählt, da sie deutlich macht, dass die Hereros trotz ihrer Unterlegenheit durch landestypische Waffen, ihre Situation nicht länger erdulden wollen und werden. Die Laa macht sich hierbei die Methode des „Stummen Impulses“ zu Nutze und lässt den Reaktionen der SuS zunächst genug Raum. Die Laa nimmt hierbei keinen maßgeblichen Einfluss, da die Denkprozesse der Schüler sonst unterbrochen würden. Anschließend soll die mögliche Stundenfrage formuliert werden. Hierbei behält sich die Laa vor, im Falle einer mangelnden Ergebnisfindung, die Stundenfrage selbst zu benennen. Die Fixierung an der Tafel ist zwingend notwendig, um im späteren Verlauf darauf zurückgreifen zu können. Auf einer Seitentafel sammelt die Laa anschließend Vermutungen, die die SuS zu der dargestellten Situation zusammentragen. Die Laa verweist darauf, dass diese am Ende überprüft werden sollen. Die Laa teilt im Anschluss Partnergruppen ein (sofern nicht schon vorhanden). Die kooperative Lernform der Partnerarbeit hat sich im Verlauf der letzten Wochen etabliert und wird von den SuS bei Aufforderung als selbsterklärender Bestandteil einer Unterrichtsstunde angenommen. Anschließend wird das Arbeitsmaterial in Form von ausgewählten Textquellen verteilt. Die Entscheidung für die exemplarischen Texte erfolgte nach den Kriterien Anschaulichkeit, Verständlichkeit sowie der Länge. Da sich die Stunde mit einer Fallanalyse befasst, liegt der Vorteil darin begründet, dass „eine Situation[…]von allen Seiten, in ihrem ganzen Gefüge untersucht [wird]“[3]. Um diesen Umstand zu gewährleisten, bietet das ausgewählte Material einen alternativen Blick auf die Situation.[4]Mittels der „Think!Pair!Share!“-Methode können hierbei individuelle Standpunkte entwickelt, Beziehungen aufgebaut und Austausch geschaffen werden.[5]Noch vor dem Ablauf der Einzel- und Partnerarbeitsphase überprüft die Laa den Fortschritt der Gruppen. Hierbei wählt die Laa zwei Gruppen aus, bei welchen ein vorzeitiges Beenden der Arbeitsaufträge abzusehen ist. Diese zwei Partnergruppen erhalten eine vorbereitete, dem Arbeitsblatt entsprechend bedruckte Folie und einen Stift. Sie erhalten den Auftrag, ihre Ergebnisse auf der Folie zu fixieren. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass Unruhen und Langeweile vermieden werden. In der anschließenden Präsentationsphase werden die Ergebnisse der ausgewählten Gruppen vorgestellt. Um auch den anderen Ergebnissen Raum zu geben, fordert die Laa die anderen Partnergruppen zu Ergänzungen auf der Folie auf. Mittels dieser Methodik ist gewährleistet, dass jeder SuS die Möglichkeit hat sich einzubringen. Die Sicherung dieser Ergebnisse erfolgt auf dem bereits ausgehändigten Arbeitsblatt. Die Laa fordert dazu auf, noch fehlende Ergebnisse von der Folie auf das Arbeitsblatt zu übertragen. Hierdurch kann gewährleistet werden, dass alle SuS dieselben Ergebnisse fixiert haben. In der Reflexionsphase geht die Laa erneut auf die anfänglich formulierte Stundenfrage ein. Hierbei soll geklärt werden, ob die Frage durch die Erarbeitungsphase beantwortet werden konnte. Zudem wird das Verständnis der SuS gegenüber der Thematik geprüft. Anschließend geht die Laa auf die Vermutungen der SuS ein, was letztlich einen Rückbezug zu der Einstiegsphase bildet. Unter der Überschrift der Stundenfrage sammelt die Laa die Ergebnisse zu der gestellten Frage an der Tafel. Eine mündliche/diktierende Ergebnissammlung wäre in diesem Falle keine Alternative, da das Tempo des Schriftführens der SuS stark variiert und das Auslassen von Textelementen vermieden werden kann. Das entstandene Tafelbild dient der Sicherung und soll von allen SuS auf das vorgefertigte Arbeitsblatt übernommen werden. Als didaktische Reserve behält sich die Laa vor, im Zuge eines Gegenwartsbezuges als Ursachenzusammenhang[6]die kontroverse Frage zu stellen: „Sind die finanziellen Forderungen der Hereros gegenüber Deutschland als Wiedergutmachung gerechtfertigt?“ Hierbei soll eine Verknüpfung des Verständnisses von Ursache und Wirkung erzielt werden, denn „aktuelle Verhältnisse und Probleme sind nur dann nachzuvollziehen, wenn man ihre Entstehung kennt“.[7]Sofern die verbleibende Zeit nicht ausreicht, verlagert sich der Gegenwartsbezug in Gänze in die folgende Unterrichtsstunde.

Lernziele der Unterrichtsstunde

Sachkompetenz

Die Schüler und Schülerinnen aktivieren und vernetzen ihr bestehendes Vorwissen zu der Thematik des Imperialismus und Kolonialismus durch die Analyse von exemplarischen Textquellen aus unterschiedlichen Perspektiven zu dem Fallbeispiel des Hereroaufstandes.

Urteilskompetenz

Die Schüler erfassen die Auswirkungen der imperialistischen Expansion auf die Bevölkerung Afrikas anhand des exemplarischen Ereignisses des Hereroaufstandes. Ziel soll es hierbei sein, das Handeln und Denken der Weißen, sowie das des Hererovolkes unter Einbeziehung von Wert- und Urteilsnormen zu betrachten.

Methodenkompetenz

Durch die Verwendung von historischen Bild- und Textquellen aus unterschiedlichen Perspektiven kann eine Erweiterung des Betrachtungshorizonts erreicht werden. Die Methode „Think!Pair!Share!“ ermöglicht den SuS einen kooperativ gestalteten Zugang zu der Thematik.

[...]


[1] URL: http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de (Stand 28.04.2012)

[2] Dient hier im weiteren Verlauf als Abkürzung für „Lehramtsanwärterin“.

[3]Sauer, M.: Geschichte unterrichten. Eine Einführung in die Didaktik und Methodik, 10. Auflage, Seelze 2012, S. 62.

[4]Vgl.: Sauer, S. 81

[5]Vgl.: Green, N. u. K.: Kooperatives Lernen im Klassenraum und im Kollegium, 5. Auflage 2010, Fulda 2010, S 130.

[6]Vgl.: Sauer, S. 91

[7]Ebd.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Warum kämpften die Hereros gegen die weißen Siedler?
Untertitel
Sensibilisierung für die brutale Fremdherrschaft der Deutschen in Afrika durch die exemplarische Erarbeitung zweier Textquellen zu dem Beispiel des Hereroaufstandes 1904 mittels einer kooperativen Lernform.
Hochschule
Studienseminar Bielefeld
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V231659
ISBN (eBook)
9783656500872
ISBN (Buch)
9783656534259
Dateigröße
1151 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
warum, hereros, siedler, sensibilisierung, fremdherrschaft, deutschen, afrika, erarbeitung, textquellen, beispiel, hereroaufstandes, lernform
Arbeit zitieren
Franziska Müller (Autor), 2013, Warum kämpften die Hereros gegen die weißen Siedler?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231659

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