Die Wirtschaft beginnt, sich auf die Veränderungen in Umwelt und Gesellschaft einzustellen. Trends wie globale Erderwärmung und Ressourcenverknappung haben in der Öffentlichkeit ein stärkeres Bewusstsein im Sozial- und Umweltbereich entwickelt, die neben ökonomische Zielkriterien in der Unternehmensstrategie zu beachten sind. Nachhaltigkeit als Balance von ökonomischem Erfolg, ökologisches Gleichgewicht und soziale Verantwortung wird zu einem zentralen Instrument der Unternehmen, die Umbruchsphase der wirtschaftlichen Umgebung für ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Nachdem die Finanzkrise in der Realwirtschaft schneller als erwartet überwunden scheint, rücken sozial verträgliches und umweltgerechtes Handeln in den Vordergrund. Wirtschaftsakteure befinden sich so vor der Herausforderung, dass sich der Stellenwert des Themas Nachhaltigkeit spürbar erhöht. Unternehmen, die diesen Handlungsdruck übertragen bekommen, sollen in unserem heutigen Verständnis „mehr“ als ihr Gewinn maximieren. Dem Handeln der Unternehmen wird eine Verantwortung zugrunde gelegt, die die soziale und natürliche Umwelt einbezieht. Auch spiegeln die steigende Anzahl der nachhaltigkeitsbezogenen Anfragen an börsennotierten Unternehmen wider, dass sich in der öffentlichen Wahrnehmung die Anerkennung einer nachhaltigen Entwicklung vollzieht: Nach einer Umfrage vom deutschen Aktieninstitut aus dem Jahr 2011 messen bereits mehr als zwei Drittel der börsennotierten Unternehmen dem Thema nachhaltige Entwicklung eine hohe Bedeutung zu. Unter den DAX-30 Unternehmen sind es mehr als 90 Prozent. Während sich das Thema Nachhaltigkeit bei vielen großen Unternehmen in direkter Vorstandsverantwortlichkeit ansiedelt, ergeben sich für viele betriebliche Funktionen angesichts der zunehmenden Volatilität in der Unternehmensführung, -steuerung neue Inhalte. Die wandelnde Rolle des Controllings und des Controllers in diesem Zusammenhang darzustellen, ist Aufgabe der vorliegenden Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensbeschreibung
2 Definitionen und Abgrenzung relevanter Begriffe
2.1 Umwelt
2.2 Umweltstrategie
2.3 Umweltmanagement
2.4 Greening
2.5 Controlling
2.6 Nachhaltigkeitscontrolling
3 Vorwort zum Thema Nachhaltigkeit
3.1 Nachhaltigkeit und die Entwicklung eines Leitbildes
3.2 Inter- und Intra- Generationen-Gerechtigkeit
3.3 Das Triple-Bottom-Line
4 Unternehmen, Nachhaltigkeit und Controlling
4.1 Beweggründe unternehmerischer Nachhaltigkeit
4.2 Herausforderung der Integration nachhaltiger Aspekte
4.3 Konzepte der nachhaltigen Entwicklung
4.4 Zur „Stakeholder vs. Shareholder Diskussion“
5 Puma SE – die Analyseeinheit
5.1 Die Einbindung grüner Strategien in das Unternehmen
5.2 Environmental Profit & Loss Account; E P & L
5.3 Relevanz für das Controlling
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Bachelorarbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die wandelnde Rolle des Controllings im Kontext einer zunehmend nachhaltigkeitsorientierten Unternehmensführung. Dabei wird analysiert, wie ökologische und soziale Aspekte in das traditionelle Steuerungssystem integriert werden können, um langfristige Wettbewerbsvorteile zu sichern.
- Integration von Nachhaltigkeitszielen in das betriebliche Controlling
- Vergleich der Shareholder- und Stakeholder-Perspektive bei der Unternehmenssteuerung
- Anwendung des Sustainability Balanced Scorecard-Ansatzes
- Fallstudie zur ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung (eP&L) der Puma SE
- Analyse der Herausforderungen durch ökologische und soziale Effizienzziele
Auszug aus dem Buch
4.2 Herausforderung der Integration nachhaltiger Aspekte
Unternehmen messen die Themen, die sie als relevant einstufen. Aus der Zielsetzung einer nachhaltigen Entwicklung ergeben sich für Unternehmen Nachhaltigkeitsherausforderungen, die nachfolgend aufgeführt werden und in Abb. 1 abgebildet sind. Die weiter oben ermittelten ökonomischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsziele werden in diesem Nachhaltigkeitsdreieck um eine sog. Effektivitäts- bzw. Effizienzebene erweitert. Auf der Effektivitätsebene werden adäquate Ziele für die drei Bereiche der Triple-Bottom-Line festgelegt. Anschließend soll auf ökologisch-ökonomischen sowie auf der sozio-ökonomischen Effizienzebene die bestmögliche Zielerreichung, d.h. das optimale Verhältnis zwischen Nutzen zu Aufwand erreicht werden.
Die ökonomische Nachhaltigkeitsherausforderung: Öko-Effektivität. Das Ökosystem wird von menschlichen Handlungen sowie durch Aktivitäten der Unternehmen beeinflusst. Zu den zentralen Umweltproblemen unserer Zeit zählen der Treibhauseffekt, die Zerstörung der Ozonschicht, die Übersäuerung und Überdüngung von Böden und Gewässern, der Rückgang der Biodiversität, Abfälle und Abwasser usw. Die insgesamt zu hohe Umweltbelastung (z. B. durch CO2-Emission (Klimaproblematik)) in vielen Bereichen, fordert deswegen dazu heraus, das absolute Ausmaß an Umwelteinwirkungen zu reduzieren. Effektivität beschreibt allgemein den Zielerreichungs- oder Wirkungsgrad. Die Öko-Effektivität misst die absolute Zielerreichung in Bezug auf Umweltaspekte, wie gut das angestrebte Ziel der Reduzierung von Umwelteinwirkungen (z. B. Reduzierung des CO2-Ausstosses pro Produktionsvolumen) erreicht wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Nachhaltigkeit für Unternehmen angesichts globaler ökologischer und sozialer Herausforderungen und formuliert die Rolle des Controllings als zentrales Instrument der Unternehmenssteuerung.
2 Definitionen und Abgrenzung relevanter Begriffe: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen für das Verständnis von Umwelt, Umweltmanagement und Controlling gelegt und zum Begriff des Nachhaltigkeitscontrollings abgegrenzt.
3 Vorwort zum Thema Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Leitbildes der Nachhaltigkeit, die Bedeutung von Gerechtigkeit zwischen Generationen sowie das Triple-Bottom-Line-Konzept.
4 Unternehmen, Nachhaltigkeit und Controlling: Hier werden die Beweggründe für unternehmerische Nachhaltigkeit, die methodischen Ansätze zur Integration und die Diskussion zwischen Shareholder- und Stakeholder-Ansätzen untersucht.
5 Puma SE – die Analyseeinheit: Anhand der Puma SE wird konkret aufgezeigt, wie grüne Strategien und ökologische Gewinn- und Verlustrechnungen (eP&L) in die Unternehmenspraxis überführt und vom Controlling bewertet werden.
6. Fazit und Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein abschließendes Resümee über die Herausforderungen für Controller bei der Integration neuer ökologischer und sozialer Ziele in das herkömmliche Berichtswesen.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Controlling, Sustainability Balanced Scorecard, Triple-Bottom-Line, Shareholder Value, Stakeholder Value, Puma SE, Ökobilanz, Umweltschutz, Green Controlling, Unternehmensstrategie, Corporate Social Responsibility, Unternehmenssteuerung, Ressourcenverbrauch, Öko-Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen Nachhaltigkeit in ihre strategische Planung und operative Steuerung einbinden und welche Rolle das Controlling dabei übernimmt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören das Nachhaltigkeitscontrolling, die Integration ökologischer Ziele sowie das Management von Stakeholder-Interessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung der wandelnden Rolle des Controllers, der nicht mehr nur Finanzdaten, sondern auch ökologische und soziale Faktoren in das Steuerungssystem integrieren muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche und eine fallstudienbasierte Analyse am Beispiel der Puma SE.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Konzepte wie die Sustainability Balanced Scorecard, die Triple-Bottom-Line und die Corporate Social Responsibility theoretisch und praktisch diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Nachhaltigkeit, Controlling, Shareholder/Stakeholder Value, Green Controlling und Ökobilanzierung sind die zentralen Begriffe.
Welchen Ansatz verfolgt Puma bei der ökologischen Bewertung?
Puma nutzt eine ökologische Gewinn- und Verlustrechnung (eP&L), um monetäre Werte für Umweltauswirkungen über die gesamte Lieferkette hinweg transparent zu machen.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Controllings bei der Nachhaltigkeit?
Der Controller wird als "Steuermann" betrachtet, der gefordert ist, seine Standardinstrumente zu erweitern, um auch nicht-finanzielle, nachhaltigkeitsrelevante Informationen für das Management verständlich aufzubereiten.
- Arbeit zitieren
- Muhammet Türköz (Autor:in), 2013, Nachhaltigkeit, Controlling und Management, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231673