Freie Software und Open Source im Kontext Schule

Eine Bestandsaufnahme


Studienarbeit, 2009
30 Seiten

Leseprobe

1 Inhalt

2 Einleitung

3 Situationsanalyse an den Pflichtschulen des Bezirkes Ried im Innkreis

4 F/OSS in der österreichischen Bildungslandschaft

5 Position der EU zu F/OSS

6 Kritische Bewertung von F/OSS

7 Kosten

8 Abhängigkeit vom Anbieter

9 Möglichkeit der Weitergabe

10 Hilfestellung und Support

11 Resümee

12 Abbildungsverzeichnis

13 Bibliographie

2 Einleitung

In einer zunehmend digitalen Welt ist die bestmögliche informationstechnische Ausbildung der Schülerinnen und Schüler eine unabdingbare Notwendigkeit. Waren bislang Microsoft Windows und Microsoft Office die meist verwendete Software, so hat mittlerweile Freie Software und Open Source Software, in weiterer Folge mit F/OSS abgekürzt, eine Marktreife erreicht, welche einen Einsatz auf Schulrechnern mehr als rechtfertigt.

Da die Auszubildenden zukünftig wohl auf eine zunehmend heterogene Softwarewelt treffen werden, sind sie im Unterricht entsprechend darauf vorzubereiten.

Indem F/OSS außerdem kostenlos an Schülerinnen und Schüler weitergegeben werden kann, ergibt sich für sie die Möglichkeit, mit entsprechender Software auch zu Hause zu arbeiten.

Der Forderung nach Standards und Kompetenzvermittlung Rechnung tragend, stellt die Verwendung von Freier Software und Open Source Software grundsätzlich eine Bereicherung des Unterrichts dar.

Vermehrt sind Lösungsstrategien gefragt, die nicht alleine durch Produktschulungen vermittelt werden.

Gerade die zunehmend geforderte Flexibilität, Teamfähigkeit und Selbständigkeit der Lernenden kann durch den Einsatz von F/OSS bereits im Pflichtschulalter eine zusätzliche Förderung erfahren.

Die softwaremäßige Migration erfolgt hierbei noch nicht auf Betriebssystembasis, sondern es werden die Anwendungsprogramme aus dem F/OSS-Bereich parallel zu bereits vorhandener proprietärer Software auf den Computern installiert. Hierbei spricht man von einer so genannten „Sanften Migration“.

Die Möglichkeiten und Vorteile einer „Sanften Migration“ werden aus der Sicht der
EDV-Verantwortlichen sowie der Schülerinnen und Schüler beleuchtet und entsprechend ausgeführt.

Im Folgenden wird die konkrete Situation an den Pflichtschulen im Bezirk Ried im Innkreis dargestellt.

3 Situationsanalyse an den Pflichtschulen des Bezirkes Ried im Innkreis

Die konkrete und aktuelle Situation im EDV-Bereich wurde von den 10 Hauptschulen im Bezirk Ried i. I. über die EDV-Verantwortlichen mitgeteilt.

Die Befragung der EDV-Kustodinnen und -Kustoden wurde mit der Open Source Software Limesurvey durchgeführt, welche zu diesem Zweck auf dem Webserver der Informatikhauptschule Aurolzmünster installiert wurde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Onlineumfrage im Bezirk Ried i. I. mittels Limesurvey

Dabei üben 7 EDV-Kustodinnen und -Kustoden ihr Amt bereits seit über 10 Jahren aus, die übrigen sind weniger als fünf Jahren in diesem Bereich tätig.

Die Ausstattung der Schulen im IKT-Bereich ist grundsätzlich vergleichbar, so stehen den Schülerinnen und Schülern ein bis zwei EDV-Säle zur Verfügung, den Lehrerinnen und Lehrern in den Konferenzzimmern zwischen zwei und fünf Computerarbeitsplätze.

Verwendet wird fast ausschließlich das Betriebssystem Microsoft Windows XP, an zwei Schulen zusätzlich auch noch Windows 9x bzw. Windows Vista.

Als Server-Betriebssysteme kommen durchwegs Microsoft-Produkte zum Einsatz.

Alleine bei den verwendeten Office-Varianten zeigt sich eine große Vielfalt an eingesetzten Versionen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Office-Versionen an den Hauptschulen im Bezirk Ried i. I.

Sieben der befragten Netzwerkbetreuerinnen und -betreuer sahen einen Vorteil beim Einsatz von F/OSS im Bildungsbereich. Dabei wurden die folgenden Gründe angeführt:

- Software kann den Schülerinnen und Schülern ausgehändigt werden
- Unabhängige Systeme
- Leichter Zugang im Internet
- Sie ist kostengünstig
- Ich kann den Lernenden diese Software mit nach Hause geben, sodass sie das Gelernte mit demselben Programm üben können
- Kostenreduzierung
- Keine Lizenzkosten, Schülerinnen und Schüler können die Software auch zu Hause verwenden
- Kosten

So gab auch nur eine Schule an, keine Probleme bezüglich der Lizenzkosten bei der Softwarebeschaffung zu haben. Zwei der EDV-Kustodinnen und -Kustoden gaben an, dass anfallende Lizenzkosten sehr wohl eine große Hürde darstellen, wenn Software angekauft werden soll.

Verwendung finden dabei die folgenden Vertreter aus der F/OSS-Szene, wobei auffällt, dass es keine Hauptschule gibt, an der überhaupt nicht mit Freier bzw. Open Source Software gearbeitet wird:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: F/OSS-Einsatz an den Hauptschulen im Bezirk Ried i. I.

Über die Qualität der verwendeten Freien Software ist man durchaus unterschiedlicher Meinung. So befinden sechs Mitglieder der Kustodengruppe die Qualität im Vergleich zu proprietärer Software als gleich, vier sehen sie schlechter abschneiden.

Die Begriffe Freie Software und Open Source Software sind den EDV-Kustodinnen
und -Kustoden hinlänglich bekannt.

Neun EDV-Verantwortliche meinen, es sollte mehr Fortbildungsangebote im Bereich F/OSS für die Unterrichtenden geben, auch wenn zugleich festgestellt wurde, dass der aktuelle Informationsstand zum Thema durchaus ausreichend sei.

Gefragt nach der Durchführung von ECDL-Prüfungen gaben 7 Schulen an, solche Prüfungen bereits durchzuführen, zwei Schulen nicht und eine Schule plane eine diesbezügliche Durchführung.

Auf die Frage nach der Abhaltung der Prüfungen unter Verwendung von OpenOffice.org gab es nur eine Schule mit diesbezüglicher Erfahrung. Eine weitere Schule gab an, den Umstieg auf OpenOffice.org für ECDL-Prüfungen zu planen.

Zusammenfassend kann hier festgestellt werden, dass auch unter den Informatiklehrerinnen und -lehrern bzw. EDV-Kustodinnen und -Kustoden der Wunsch nach mehr Fortbildung in Richtung F/OSS existiert. Damit könnte unter Umständen auch eine größere Akzeptanz erreicht werden.

Zum anderen wurden auch wirtschaftliche Gründe wie Lizenzkosten für den Einsatz von F/OSS angeführt.

Und nicht vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang, dass es als zusätzlich positiv gewertet wird, dass Schülerinnen und Schüler diese Software auch uneingeschränkt zu Hause verwenden dürfen.

4 F/OSS in der österreichischen Bildungslandschaft

Trotz wohlmeinender Ankündigungen über die Einführung von F/OSS an den Schulen sind es doch immer wieder Einzelinitiativen, die in diese Richtung gestartet werden. Österreichweit gibt es zwar Willenskundgebungen, ein gemeinsames Konzept fehlt jedoch.

Sowohl die Umfrage an die EDV-Verantwortlichen im Bezirk Ried als auch das Interview mit dem Kollegen Johann Oblinger bestätigen ein Informations- und Schulungsdefizit im Bereich F/OSS im schulischen Einsatz.

Kollege Oblinger hat die Erweiterungsprüfung für Informatik im Jahre 1990 ablegt und beschäftigt sich seit fünf Jahren intensiv mit F/OSS im Unterricht. Er kennt die aktuelle Situation an den Pflichtschulen in Bezug auf Freie Software bzw. Open Source Software und stellt sie folgendermaßen dar.

„Ich verwende OpenOffice.org, Firefox, aber auch Sunbird, Gimp und andere. Ich verwende diese Applikationen auch als Portable Versionen für die Schüler.

Und indem es Schüler gibt, die keine Software wie Office zu Hause haben, gebe ich die Software den Schülern auf einem USB-Stick mit.

Auf dem USB-Stick nehmen die Schüler auch ihre Arbeitsdateien mit nach Hause.

Dass die Schüler die Software selber auf einem Stick haben, taugt ihnen.

Außerdem sind die Eltern nicht immer erfreut darüber, wenn die Kinder auf deren Rechner Software installieren wollen. Deshalb gebe ich ihnen die Software in portabler Version mit und zeige ihnen, wie sie die entsprechenden Ordner auf die Festplatte ziehen können. Das zeige ich ihnen in der Schule genau vor und dann können die Schüler das auch daheim machen.

Für den schulischen Bereich ist der Reifegrad der verwendeten Freien Software auf jeden Fall ausreichend. Wobei den Schülern die Mehrauswahl bei den Cliparts und Vorlagen zum Beispiel bei Microsoft Office Powerpoint schon sehr gefällt. Aber über Extensions können Sachen wie eine Clipart-Gallery auch für OpenOffice.org nachgerüstet werden.“

Hier beschreibt Oblinger einen wichtigen Punkt in der Entwicklung von OpenOffice.org und den Wechsel auf Version 3. Da das Programm immer komplexer wird, hat man einzelne Programmteile ausgelagert, die in Form von so genannten Extensions nachinstalliert werden können. So bleibt es der Anwenderin bzw. dem Anwender überlassen, dem Programm je nach Notwendigkeit einzelne Erweiterungen hinzuzufügen. Der Programmstamm bleibt somit nicht zu sehr überfrachtet und ist je nach Bedarf erweiterbar.

„Also den einzigen Nachteil, den ich gesehen habe, war, das mit den fehlenden Prüfungsdateien für OpenOffice, das war beim ECDL. Aber das ist mittlerweile auch behoben. Ich kann hier eigentlich keine Nachteile anführen.“

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Freie Software und Open Source im Kontext Schule
Untertitel
Eine Bestandsaufnahme
Hochschule
Pädagogische Hochschule Oberösterreich  (Fortbildung & Schulentwicklung 1)
Autor
Jahr
2009
Seiten
30
Katalognummer
V231686
ISBN (eBook)
9783656484837
ISBN (Buch)
9783656486022
Dateigröße
1077 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
freie, software, open, source, kontext, schule, eine, bestandsaufnahme
Arbeit zitieren
Josef Grabner (Autor), 2009, Freie Software und Open Source im Kontext Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231686

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