Romanisierung und Vulgärlatein im Zusammenhang mit den Theorien sprachlicher Komplexität

Sprachliche und soziale Aspekte der Entstehung der romanischen Sprachen aus dem Vulgärlatein


Seminararbeit, 2013

28 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Soziale Aspekte der sprachlichen Komplexitat: Romanisierung
2.1 Sprachkontakt:L2-Sprecher
2.2 Exkurs Isolation: Das Sardische
2.3 GrofiederSprachgemeinschaft
2.4 Normbezug

3 Sprachliche Aspekte der sprachlichen Komplexitat
3.1 Vulgarlatein: Merkmale sprachlicher Einfachheit
3.1.1 Morphologie des Nomens: Transparenz
3.1.1.1 Genus
3.1.1.2 Deklinationen
3.1.1.3 Kasus
3.1.1.4 Adjektive
3.1.2 Morphologie des Verbs
3.1.2.1 Tempus: analytisches Perfekt
3.1.2.2 Genus Verbi: Deponentien
3.1.3 Satz: Schwund von Acl
3.2 Romanische Sprachen: Merkmale sprachlicher Komplexitat
3.2.1 Morphologie des Nomens
3.2.1.1 Herausbildung des Artikels und klitischer Pronomina
3.2.1.2 Re-synthetisierte Umschreibungen
3.2.2 Morphologie des Verbs
3.2.2.1 Tempus: synthetisches Futur
3.2.2.2 Modus: synthetischerKonditional
3.2.2.3 Aspekt: Herausbildung von Verbalperiphrasen
3.2.3 Satz: SVO

4 Zusammenfassung

Bibliographie

1 Einleitung

Die Frage nach der Komplexitat von Sprache ist eine schwierige und daher nicht leicht zu beantworten. Denn was fur den einen schwer ist, ist wiederum fur andere leicht zu erlernen und auch die Gefahr weniger komplexe Sprachen als primitiv zu werten bestand v. a. im 19. Jahrhundert. Komplexitat zu berechnen, stellt Forscher vor Probleme verschiedenster Art, sei es die angewandte Methode oder die Schwierigkeit der Definition von Komplexitat an sich. Daher wird in folgender Arbeit versucht die Entstehung der romanischen Sprachen aus dem Vulgarlatein im Zusammenhang mit sozialen und sprachlichen Aspekten der Theorien sprachlicher Komplexitat zu erklaren. Das Vulgarlatein gilt als protoromanische Ausgangssprache. Es ist ein Komplex von Varietaten der lateinischen Nahesprache und die Fortsetzung des Altlateins in ununterbrochener Kontinuitat (vgl. Koch/Osterreicher 2001).

Auch das Vulgarlatein war einem stetigen Sprachwandel unterworfen und stand im Konflikt zum Schriftlatein. So kam es schliefilich nach einer langen Diglossiesituation zum Ende der vertikalen Kommunikation und somit zur Ausgliederung der romanischen Sprachen (vgl. Banniard 1992). Zum besseren Verstandnis erlautere ich kurz die sozialen und sprachlichen Aspekte der sprachlichen Komplexitat anhand derer ich v. a. die Morphologie des Vulgarlatein und der romanischen Sprachen untersuchen werde. Die sozialen Aspekte der Romanisierung behandeln vor allem den Grad des Sprachkontakts im Gegensatz zur Isolation, die Grofie der Sprachgemeinschaft und den Normbezug (vgl. Trudgill 2009). Wohingegen mit den sprachlichen Aspekten das Vulgarlatein und die romanischen Sprachen im Vergleich untereinander und mit dem klassischen Latein vor allem in Bezug auf die Flexionsmorphologie auf Regelmafiigkeit, Transparenz und Stammalternanz untersucht werden wird.

Am Ende soll die These der wieder komplexeren romanischen Sprachen im Gegensatz zum Vulgarlateinischen bestatigt werden. Im Idealfall bildet sich eine Ursache-Folge- Kette von komplexem klassischem Latein uber vereinfachtes Vulgarlatein hin zu wieder komplexeren romanischen Sprachen, welche jedoch nicht jene Komplexitat des klassischen Lateins erreichen. Im Folgenden werden nun zuerst die sozialen Aspekte der Romanisierung angefuhrt, die zu einer anfanglichen Simplifizierung der sprachlichen Strukturen fuhrt. Nach Zusammenbruch des Romischen Reichs konnten sich diese jedoch verandern und komplexer werden, welche anhand der sprachlichen Aspekte der sprachlichen Komplexitat anschliefiend diskutiert werden.

2 Soziale Aspekte der sprachlichen Komplexitat: Romanisierung

Bestimmte soziale Aspekte der sprachlichen Komplexitat wirken sich auf sprachliche Strukturen und Merkmale aus, da sich eine Sprache ihrer Umgebung anpassen kann. So gibt es zum Beispiel deutliche Unterschiede zwischen Sprachen aufgrund ihrer Sprachkontaktsituation (High- oder Low-Contact-Situation) oder aufgrund der Grofie ihrer jeweiligen Sprachgemeinschaft (vgl. Kusters 2003). In unserem Falle werden die Phanomene zur Zeit der Romanisierung untersucht. Unter Romanisierung versteht man sowohl die Verbreitung romischer Sprache und Kultur, als auch deren Annahme der unterworfenen Volker (vgl. Kiesler 2006). Folgende soziale Aspekte werden nun in Punkt 2.1 bis 2.4 deutlich gemacht und es wird eine vorlaufige Simplifizierung des Vulgarlateinischen festgestellt.

Konkrete Sprachbeispiele fur die, in den folgenden Punkten genannten Simplifizierungen, wie die Reduktion der Formenvielfalt und eine anschliefiende Abnahme der Unregelmafiigkeiten und folglich eine Zunahme von Transparenz werden unter Punkt 3.1 behandelt.

2.1 Sprachkontakt: L2-Sprecher

Eines der wichtigsten Kriterien ist der Grad des Sprachkontakts und dem damit verbundenen Einfluss auf die Komplexitat der sprachlichen Strukturen. Durch die Romanisierung entstand in den einzelnen Provinzen eine sogenannte High-Contact- Situation zwischen den Volkern vor Ort, mit sogenannten Substratsprachen, den romischen Herrschern und den einzelnen Provinzbevolkerungen. Hierbei spielte das romische Militarwesen eine grofie Rolle, da auch Einheimische aus den verschiedenen Provinzen in das romische Heer aufgenommen wurden. Auch Eheschliefiungen zwischen romischen Soldaten und Frauen des eroberten Gebietes trugen zur Verbreitung des Lateinischen bei. Zur Aufrechterhaltung des Kontakts kommen das Christentum, das romische Schulwesen, das Errichten vieler kultureller Zentren in den Provinzstadten und naturlich das Erteilen des romischen Burgerrechts hinzu.

Die sogenannte Constitutio Antoniniana (212 n. Chr.), welches allen Bewohnern des romischen Reichs das romische Burgerrecht verlieh, trug ebenso erheblich zur Einheit des Reichs bei (vgl. Kiesler 2006).

Vor allem aber die Tatsache, dass das Lateinische nun von Nicht-Muttersprachlem, sogenannten L2- Sprechern erlernt werden musste, um sich verstandigen zu konnen, lasst darauf schliefien, dass schwer erlernbare sprachliche Strukturen, wie stark ausgepragte Flexionsmorphologie des Lateinischen nicht ubernommen und weitergegeben wurden (vgl. Trudgill 2009: 98-109). Ein L2- Lerner eignet sich in einem ungesteuerten Zweitspracherwerb eine sogenannte, dem Pidgin ahnliche, transparentere Basisvarietat an, welche eine wesentlich schwachere Flexionsmorphologie aufweist, wie die Zielsprache (vgl. Klein 2003: 23-54). Auch was das Satzgefuge betrifft, wird dort aufgrund geringerer Sprachkompetenz im spaten Spracherwerb die Komplexitat aufgrund weniger Gliedsatze zweiter, dritter und vierter Ordnung reduziert.

Dies wird dadurch verstarkt, dass das Vulgarlateinische der gesprochenen Sprache deutlich naher als das klassische Latein war (vgl. Muller-Lance 2012). Dieser Sprachwandel der Sprecher/Horer-Generationen ist zwar prognostizierbar aber geschieht vollig unbewusst (vgl. Ludtke 1987). Als Vergleichsbeispiel eines geringen Sprachkontakts konnte das Baskische dienen, da sich dieses mit ihren komplexen Strukturen aufgrund der kaum stattgefundenen Romanisierung bis heute in Spanien als Dialekt erhalten hat. Doch da der Ursprung des Baskischen nicht geklart ist, habe ich das Sardische, als Reprasentant fur eine Low-Contact-Situation und einer kleinen Sprachgemeinschaft mit Ll-Lernern gewahlt, da es eine, der romanischen Sprachfamilie zugehorige Minderheitssprache darstellt. Obwohl es auch einige Differenzen innerhalb des Sardischen gibt, was in diesem Falle aber zu vernachlassigen ist.

2.2 Exkurs Isolation: Das Sardische

Um die Auswirkung des Sprachkontakts besser verstehen zu konnen, wird nun als Exkurs das Sardische erlautert. Im Gegensatz zu den restlichen romanischen Sprachen, ausgenommen das Rumanische, welches ebenfalls eine gewisse Sonderstellung einnimmt, ist beim Sardischen eine deutliche Isolation gegeben. Diese Isolation wirkt sich sowohl auf die sozialen, als auch auf die sprachlichen Strukturen aus (vgl. Trudgill 2011). Sardinien wurde schon fruh von den Romern erobert (238 v. Chr.) und bereits 233 v. Chr. zur romischen Provinz ernannt. Ab diesem Zeitpunkt wurden auf Sardinien fast keine kulturellen Zentren erbaut, noch wurde starker Kontakt gehalten, was kaum wechselseitige (sprachliche) Beeinflussung und somit einen extrem langsamen Entwicklungsrhythmus und kaum Sprachwandel verursachte (vgl. Blasco Ferrer 1988). Vor allem im Bereich der Lexik und der Morphosyntax erkennt man, dass dort Formen des „archaischen“ Vulgarlateins erhalten wurden. Ein Indiz hierfur ist die Fortsetzung des Konjunktiv Imperfekts z.B. cantaret anstatt des Konjunktiv Plusquamperfekts canta(vi)sset, welches in der restlichen Romania ubernommen wurde (vgl. Blasco Ferrer 1988). An Beispielen wie domo von klat. DOMUS fur 'Haus' (klat. CASA > sp., it. la casa) oder gianna von klat. IANUA fur 'Tur' (klat. PORTA > sp. la puerta, it. la porta) wird deutlich, dass im Sardischen Worter aus einem fruheren Stadium des Lateinischen ubernommen und bewahrt wurden (vgl. Schlosser 2005). Aber auch die Tatsache, dass das Sardische (meist nur) von L1-Sprechern erlernt wurde, trug zur Bewahrung komplexer sprachlicher Strukturen bei, da Kinder z.B. schwer erlernbare Flexionsmorphologie, zwar auch erlernen mussen, aber sie sich wie selbstverstandlich aneignen konnen (vgl. Klein 2003: 23-54).

Die relativ stabile Situation auf der Insel konnte diese komplexen Strukturen auch uber einen so langen Zeitraum hinaus bis heute bewahren (vgl. Trudgill 2011). Auch die geographische Lage Sardiniens wirkt sich auf die sprachlichen Strukturen des Sardischen aus. Eine Insel hat grofiere Probleme sein soziales Netzwerk nach aufien zu erweitern, ist verkehrstechnisch schwerer zu erreichen und ist einem Sprachwandel nicht so stark ausgeliefert, was sich auf die Bewahrung komplexer Strukturen ausschlagt (vgl. Trudgill 2009: 98-109). Durch ihre Randposition innerhalb des Romischen Reichs wurden die Neuerungen Roms und Nivellierungen des Lateinischen kaum bis gar nicht ubernommen (vgl. Stefenelli 1996: 77) und auf der Insel bildete sich ein enges inneres soziales Netzwerk.

Als Insel bildet Sardinien auch eine eher kleinere Sprachgemeinschaft was sich wiederum auf die komplexeren sprachlichen Strukturen auswirkt. Die Auswirkung der Grofie der Sprachgemeinschaft wird im Vergleich zu den romanischen Sprachen, wie im folgenden Punkt angefuhrt wird, deutlich gemacht.

2.3 Grofie der Sprachgemeinschaft

Einen weiteren sozialen Aspekt stellt die Grofie der Sprachgemeinschaft dar. Betrachtet man die Romania wahrend der Zeit der Romanisierung und der romischen Herrschaft (von ca. 218 v. Chr. - 476 n. Chr.), so kann man mit Sicherheit eine sehr grofie Sprachgemeinschaft feststellen. Eine hohe Anzahl von Sprechern mit unterschiedlicher Herkunft wirkt sich stark auf die sprachlichen Strukturen einer Sprache aus. In kleinen Sprachgemeinschaften, wie z.B. beim Sardischen, beim Baskischen oder dem Islandischen, mit einem engen inneren sozialen Netzwerk zeichnet sich sogar ein Anstieg von Unregelmafiigkeiten, also komplexeren Strukturen ab. Somit kann man davon ausgehen, dass genau das Gegenteil, also ein Simplifizierung in grofieren Sprachgemeinschaften, deren soziales Netzwerk eher locker ist, entsteht (vgl. Trudgill 2009: 98-109). Dies erklart die vielen Vereinfachungen des Vulgarlateinischen in der Romania. Die hohe Anzahl von L2-Sprechern ist naturlich ebenso ausschlaggebend, denn gabe es nur wenige, so konnten sich die vereinfachten Innovationen nicht so leicht durchsetzen.

In einer Sprachgemeinschaft von Type 2 (vgl. Kusters 2003) ist die Anzahl der L2- Sprecher bzw. der L2-Lerner wesentlich hoher, als in Type 1 (z.B. Sardinien), was sich auf das Erlernen und die „Vererbung“ komplexer sprachlicher Strukturen und somit auf den Sprachwandel auswirkt. Auch bei Trudgill (2011: 104) findet man die Aussage „irregularization is just less likely to succeed in larger societies[44] zur Erklarung von Abbau von Unregelmafiigkeiten den Bezug zu grofien Sprachgemeinschaften. Auch das hohe Mafi an Informationsubertragung, welche mit Hilfe des gut ausgebauten Strafienverkehrsnetzes fur damalige Verhaltnisse relativ schnell vonstattenging erhohte die Wahrscheinlichkeit von der Verbreitung von sprachlichen Veranderungen und somit von Vereinfachung der Sprache. Zum Beispiel konnten so Neuerungen und Nivellierungen in entlegene Gebiete des Reiches gelangen und dort ubernommen werden.

Auch beim Handel unter verschiedenen Provinzen des romischen Reichs mussten sich Handler verschiedener Herkunft und Sprache irgendwie verstandigen konnen und somit kam es zu einer Simplifizierung der sprachlichen Strukturen. Je lockerer das soziale Netzwerk in einer grofien Sprachgemeinschaft, desto lockerer auch die sprachlichen Normen. Dies wird nun im folgenden Punkt diskutiert.

2.4 Normbezug

Wahrend der Romanisierung bestand in der Romania wie in den vorherigen Punkten erlautert in einer relativ grofien Sprachgemeinschaft ein hoher Sprachkontakt mit einem eher lockeren sozialen Netzwerk. Vor allem Letzteres wirkte sich auch auf den sprachlichen, wie auch den kulturellen Normbezug aus. So entstand eine Sprachlockerung mit geringem Grad der Normierung. Dieser mangelnde Normbezug, welcher sich sehr stark abzeichnete, trieb eine Vereinfachung der sprachlichen Strukturen voran. Auch Trudgill (2011: 102) schreibt uber den Zusammenhang von der Dichte des sozialen Netzwerks und die Erhaltung von Normen:

From the work of the Milroys, notably in Belfast, it can be concluded that dense networks lead to strong social ties, which than lead to closer maintenance of community norms - in language as in other forms of behaviour. On the other hand, loose networks lead to weaker social ties and so to a relative lack of maintenance of community norms.

Vor allem der, seit dem Beginn der Dezentralisierung (ab ca. 100 n. Chr.) und schliefilich gegen Ende der romischen Herrschaft geringer werdende Kontakt und der darauffolgende „Verfall“ der Normen bewirkte einen kulturellen Wandel. Aufierdem bewirkten die allmahlichen Lockerungen der Sprachtraditionen eine zunehmende Beschleunigung des Entwicklungsrhythmus (vgl. Stefenelli 1996: 74), welcher sich wiederum auf die Abnahme komplexer sprachlicher Strukturen auswirken konnte. Die Romer waren Vorreiter des Schulwesens in den Provinzen und sorgten fur ein gutes Bildungssystem. Doch nach dem Zusammenbruch des romischen Reiches verringerte sich auch der Einfluss aufBildung, v. a. auch im Bereich der hohen Literatur.

Abschliefiend kann man sagen, dass wenn alle Faktoren zusammenwirken, also der hohe Sprachkontakt, die grofie Sprachgemeinschaft, das instabile soziale Netzwerk und der folglich geringe Normbezug zur Vereinfachung der sprachlichen Strukturen fuhrt, was zur Zeit und auch noch nach der Romanisierung der Fall war (vgl. Trudgill 2011).

3 Sprachliche Aspekte der sprachlichen Komplexitat

Bei der Untersuchung der sprachlichen Aspekte der sprachlichen Komplexitat werde ich mich auf Flexionsmorphologie und Syntax beschranken. Einerseits, das es sonst den Rahmen dieser Arbeit sprengen wurde, andererseits aber auch, weil man v. a. im Bereich der Flexionsmorphologie viele aussagekraftige Phanomene findet und diese am meisten von sprachlichen Vereinfachungen (s. L2-Lerner) betroffen ist. Zuerst sollen anhand einiger Beispiele, die in den vorangegangenen Kapiteln erwahnten Vereinfachungen im Vulgarlatein und anschliefiend Beispiele fur die Zunahmen der Komplexitat in den romanischen Sprachen dargestellt werden.

3.1 Vulgarlatein: Merkmale sprachlicher Einfachheit

Im Folgenden werden einige Beispiele zur Untermauerung der These eines im Gegensatz zum klassischen Latein weniger komplexen Vulgarlateins vorgestellt und anhand der sprachlichen Theorien sprachlicher Komplexitat erklart. Doch sei anfangs gleich erwahnt, dass durch das Vulgarlateinische auch bereits der Grundbaustein fur die Komplexitat in den romanischen Sprachen gelegt wurde, worauf ich unter Punkt 3.2 naher eingehen werde. Ein kleiner Exkurs in die Phonologie soll deutlich machen, dass manche dieser Merkmale sprachlicher Einfachheit durch phonetische Reduktion vorbereitet wurden (vgl. Kabatek/ Pusch 2011: 246). Der sogenannte Quantitatenkollaps fuhrte dazu, dass Vokale nun nicht mehr nach Lange und Kurze (quantitativ), sondern nach Qualitat, also offen oder geschlossen ausgesprochen, unterschieden und somit auch reduziert wurden (vgl. Muller-Lance 2012).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dadurch konnte z. B. der Genetiv klat. exercitQS 'Heer' nun vlat. exercitus vom Nominativ Singular und Plural nicht mehr unterschieden werden (vgl. Schlosser 2005: 22).

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Romanisierung und Vulgärlatein im Zusammenhang mit den Theorien sprachlicher Komplexität
Untertitel
Sprachliche und soziale Aspekte der Entstehung der romanischen Sprachen aus dem Vulgärlatein
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Romanische Philologie)
Veranstaltung
Sprachliche Komplexität
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
28
Katalognummer
V231767
ISBN (eBook)
9783656485100
ISBN (Buch)
9783656486220
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Komplexität, romanisierung, Vulgärlatein, Romanische Sprachen
Arbeit zitieren
Johanna Eierstock (Autor), 2013, Romanisierung und Vulgärlatein im Zusammenhang mit den Theorien sprachlicher Komplexität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231767

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