Diese Arbeit skizziert das Duale System ("Der Grüne Punkt") der Abfallwirtschaft nach Gründung, Einführung und Etablierung des Systems im Jahre 1990. Neben einer Darstellung wird insbesondere auf den damaligen Hintergrund, insbesondere dem poltischen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Situation vor Einführung des Dualen Systems
2. Grundlage für das Duale System
2.1 Die Verpackungsverordnung
2.2 Inhalte der Verpackungsverordnung
3. Der Grüne Punkt
3.1 Systemanforderung
3.2 Ausgestaltung der Dualen System Deutschland GmbH
3.3 Warenkennzeichen „Der Grüne Punkt“
4. Kritische Würdigung
4.1 Positive Trendwendung durch das DSD
4.2 Allgemein kritische Betrachtung
4.3 Probleme mit Konsumenten
4.4 Probleme in der Politik
4.5 Das DSD auf internationaler Ebene
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Implementierung des Dualen Systems in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, den regulatorischen Rahmen sowie die ökonomische Ausgestaltung des Systems zu beleuchten und eine kritische Würdigung vorzunehmen, die sowohl die positiven Umwelteffekte als auch die praktischen Herausforderungen und politischen Kontroversen diskutiert.
- Historische Ausgangslage und Problematik der Abfallentsorgung vor Einführung des Dualen Systems.
- Rechtliche Grundlagen durch die Verpackungsverordnung und deren Kernanforderungen.
- Strukturelle Organisation der Duales System Deutschland GmbH und die Bedeutung des "Grünen Punktes".
- Kritische Analyse der Systemleistung, ökonomischer Auswirkungen und gesellschaftlicher Akzeptanz.
- Internationale Perspektive und Vorbildfunktion des deutschen Modells.
Auszug aus dem Buch
3.1 Systemanforderungen
Zunächst verlangt § 6 Abs. 3 von dem System, daß es flächendeckend in dem Bundesland, in dem die Waren durch einen Vertreiber in Verkehr gebracht werden, die regelmäßige Abholung gebrauchter Verkaufsverpackungen beim Endverbraucher oder in dessen Nähe in ausreichender Weise gewährleistet.17
Desweiteren verlangt § 6 Abs. 3 vom System, daß es auf vorhandene Sammel- und Verwertungsysteme der entsorgungspflichtigen Körperschaften abzustimmen ist, wobei die Belange der Körperschaften besonders zu brücksichtigen sind.18 Daher bedarf es auch der behördlichen Feststellung durch die zuständige Landesbehörde.
Zudem gelten für das System bestimmte Erfassungsquoten, die es zu erbringen hat. Gemäß dem Referentenentwurf zur Novelierung der Verpackungsverordnung sind zwar Sammel- und Sortierquoten nicht mehr vorgesehen, jedoch gelten folgende, mit der Zeit erhöhte Verwertungsquoten.19
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Situation vor Einführung des Dualen Systems: Dieses Kapitel erläutert den enormen Handlungsdruck des Gesetzgebers aufgrund steigender Abfallmengen und die Problematik der bisherigen Entsorgungswege wie Verbrennung und Deponierung.
2. Grundlage für das Duale System: Hier werden die Verpackungsverordnung von 1991 als rechtliches Fundament sowie die damit verbundenen Rücknahmepflichten und Ziele für Hersteller und Vertreiber detailliert dargestellt.
3. Der Grüne Punkt: Dieses Kapitel widmet sich der Gründung der DSD GmbH, den operativen Anforderungen an das System und der Bedeutung des Warenzeichens „Der Grüne Punkt“ als Finanzierungsinstrument.
4. Kritische Würdigung: Der Schlussteil analysiert die positiven Entwicklungen hinsichtlich der Verwertungsmengen, stellt diesen jedoch die vielfältigen Kritikpunkte von Konsumenten, Politik und aus ökonomischer Sicht gegenüber.
Schlüsselwörter
Duales System, Verpackungsverordnung, Grüne Punkt, Abfallwirtschaft, Rücknahmepflichten, Recycling, Verwertungsquoten, Umweltschutz, Entsorgung, DSD, Verpackungsabfälle, Konsumenteninformation, Mehrwegsysteme, Kreislaufwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Duale System in Deutschland als Instrument der Abfallwirtschaft und untersucht dessen Entstehungsgeschichte, rechtliche Basis und praktische Umsetzung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Verpackungsverordnung, der Organisation des Dualen Systems Deutschland, der Rolle des „Grünen Punktes“ und der kritischen Reflexion der Systemleistung.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist eine fundierte Darstellung der Systemzusammenhänge sowie eine kritische Bewertung der ökologischen und ökonomischen Auswirkungen des Dualen Systems.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine deskriptive und kritisch-analytische Ausarbeitung, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Rechtsgrundlagen sowie offiziellen Statistiken basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die rechtliche Einordnung (Verpackungsverordnung), die strukturelle Systemgestaltung (DSD GmbH) und die kritische Auseinandersetzung mit der politischen und gesellschaftlichen Resonanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Duales System, Verpackungsverordnung, Recycling, Rücknahmepflichten, Entsorgung und die DSD GmbH.
Wie unterscheidet sich das Duale System von der öffentlichen Entsorgung?
Es handelt sich um ein privatwirtschaftliches System, das parallel zur öffentlichen Entsorgung besteht und spezifisch auf die Rücknahme und stoffliche Verwertung von Verkaufsverpackungen ausgelegt ist.
Welche Rolle spielt der „Grüne Punkt“?
Er dient als international geschütztes Warenzeichen, das die Finanzierung des Systems durch Lizenzentgelte der Unternehmen ermöglicht und die Beteiligung am Dualen System signalisiert.
- Quote paper
- Mathias Bellinghausen (Author), 1997, Das Duale System - Darstellung und kritische Würdigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23182