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Kriegsendverbrechen der Wehrmacht

Eine Spieltheoretische Analyse am Beispiel des Falles „Welda“

Título: Kriegsendverbrechen der Wehrmacht

Trabajo , 2011 , 48 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: M.A. Thomas Grunewald (Autor)

Historia de Alemania - Nazismo, Segunda Guerra Mundial
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„Die Erinnerung ist bei Staaten der Prüfstein ihrer Politik. Je grundlegender die Erfahrung, umso tiefgreifender wertet eine Nation die Gegenwart im Licht der Vergangenheit. Es kann sogar vorkommen, daß eine Nation so starke Erinnerungen mit sich herumträgt, daß sie zum Gefangenen ihrer eigenen Vergangenheit wird.“
Diese Sätze Henry Kissingers, obwohl in einem völlig anderen Kontext verfasst, lesen sich beinahe und ganz natürlich als eine Beschreibung der (bundes-)deutschen Nachkriegsgeschichte. Die nationalsozialistische Vergangenheit wiegt schwer und hat nicht nur die deutsche Außenpolitik, durch eine komplette militärische Enthaltung bis zum Kosovokrieg (1999) und der Erklärung des Erhaltes des Staates Israel zum vitalen Interesse der BRD, geprägt. Die ganze Struktur des zumindest westdeutschen Staates ist mit Dezentralisierung, Föderalismus und dem Grundgesetz ganz an den Lehren aus der Zeit des Hitler-Regimes ausgerichtet. Doch auch die innergesellschaftliche Diskussion bewegt sich, spätestens seit der 68er Bewegung, immer wieder und mit scheinbar zunehmendem Interesse um die 12 Jahre der „Braunen Diktatur“. Im Zentrum dieses Interesses steht das Jahrhundertverbrechen, der Genozid an 6 Millionen Juden, und die damit verbundenen Fragen nach der ethischen und praktischen Möglichkeit einer solchen Tat, aber auch nach den Tätern und dem Umgang mit diesen. Die so genannte „Fischer- Kontroverse“, der „Historikerstreit“, die Goldhagen-Debatte und zuletzt auch die Diskussionen über die Wehrmachtsausstellung waren im Endeffekt Auseinandersetzungen über Sinn oder Sinnlosigkeit von Erklärungsversuchen und Deutungsmustern in Bezug auf eben diese Fragen.

Die Brisanz und Langlebigkeit dieser ‚Täter und Motiv’- Kontroverse(n) ergab sich dabei aus der Deutung der jeweiligen Historiker, welche in den Tätern eine „kleine Gruppe fanatisierter Antisemiten“ oder aber, wie im Falle Goldhagens, einen „repräsentativen Querschnitt der deutschen Bevölkerung“ erblickten. Die Debatte entzündete sich unter anderem an der Einordnung des Völkermordes an den europäischen Juden im Sinne einer quasi ‚kollektiven Verurteilung’ des deutschen Volkes oder der ‚Verharmlosung’, durch Einengung des Täterkreises auf nur wenige Personen. Gerade ersteres, die Kollektivschuld aller Deutschen,wurde spätestens mit den Thesen Goldhagens zur „Opinio communis“, wie etwa der renommierte Historiker Johannes Hürter meint und vor einem „stark vereinfachte[m] Geschichtsbild“ warnt,

Extracto


1. Einleitung

2. Die Rahmenbedingungen I – Die Wehrmacht in der Niederlage

3. Die Rahmenbedingungen II - Die mentale Dimension

3.1. Niederlageerwartung

3.2. Endsiegerwartung

4. Die Rahmenbedingungen III - Die Entgrenzung der Gewalt

5. Der Fall „Welda“

6. Spieltheorie und die Analyse des Falls „Welda“

6.1 Die Machtfrage und das „Markteintrittsspiel“

6.2 Die „Befehlssituation“ und die Principal- Agent- Theorie

6.3 Die Erschießung des Müller und das „Chicken - Spiel“

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Motive der Täter bei Gewalttaten gegen die eigene „Volksgemeinschaft“ in der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Ziel ist es, anhand des Fallbeispiels „Welda“ die komplexen Entscheidungssituationen der Akteure im Spannungsfeld von militärischem Chaos, staatlichem Terror und individuellen Überlebensstrategien mithilfe spieltheoretischer Modelle zu analysieren.

  • Analyse der Rahmenbedingungen der Kriegsendphase (Militär, Mentalität, Gewalt)
  • Untersuchung des Falls „Welda“ als konkretes historisches Fallbeispiel
  • Anwendung spieltheoretischer Modelle zur Modellierung strategischen Handelns
  • Verbindung von historischen Quellen und spieltheoretischer Methodik
  • Reflektion über die Motive der Täter und die Problematik von Befehl und Gehorsam

Auszug aus dem Buch

2. Die Rahmenbedingungen I – Die Wehrmacht in der Niederlage

Wie in sportlichen Wettkämpfen so lassen sich auch im Krieg entscheidende Niederlagen am Besten durch symbolische Gesten und explizite Zahlenverhältnisse ausdrücken. Beide Merkmale sind auch in der Endphase des Zweiten Weltkrieges auszumachen und verdeutlichen die Totalität einer Niederlage, wie es sie noch nicht oft in der Geschichte gegeben hat.

Während beispielsweise die Alliierten systematisch die deutschen Städte zerbombten und damit ein klares Zeichen ihrer Überlegenheit abgaben, blieb Hitler, Himmler und Konsorten nichts anderes übrig, als die - zugegebenermaßen tödlichen, doch vom Zerstörungspotential vergleichsweise unbedeutenden und schon gar nicht Kriegsentscheidenden – Vergeltungswaffen zu rhetorischen Symbolen eines mystischen Endsieges zu machen. Sie ähneln dabei einem schwer angeschlagenen und schwankendem George Foreman, der - verzweifelt, unkontrolliert und unpräzise - nach einem mit Leichtigkeit ausweichenden und ihn locker tänzelnd umkreisenden Muhammed Ali, schlägt, um seinen Gegner und den Kampfrichter zu überzeugen, dass er noch nicht technisch K.O. ist.

Es fehlte der Wehrmacht schlichtweg an den Möglichkeiten noch irgendetwas als eine Verlängerung des Krieges um einige Wochen oder Monate zu erwirken, während die Alliierten nicht nur materiell, sondern auch taktisch überlegen waren. Mit dem Verlust Nordafrikas 1943 endgültig in der Defensive, blieb dem „Dritten Reich“ nur noch das Reagieren auf die Angriffe der Alliierten übrig. Doch schon mit dem Scheitern des „Blitzkrieges“ gegen die Sowjetunion hatte die Wehrmacht die Initiative verloren. Eine Neujustierung des strategischen Konzepts fand nicht statt. Vielmehr wurde die deutsche Armee durch die „Führer – Weisung“ Nr. 51 vom 3. November 1943 ganz auf die Defensive festgelegt, worin ein Indiz zu sehen ist, dass auch Hitler die veränderte Lage endlich zur Kenntnis genommen hatte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die deutsche Nachkriegsgeschichte im Kontext des NS-Genozids und definiert das Forschungsziel, die deutschen Opfer nationalsozialistischer Gewalt in der Kriegsendphase zu untersuchen.

2. Die Rahmenbedingungen I – Die Wehrmacht in der Niederlage: Dieses Kapitel beschreibt die militärische Totalniederlage der Wehrmacht, geprägt durch materielle Unterlegenheit, enorme Verluste und das Scheitern der strategischen Defensive.

3. Die Rahmenbedingungen II - Die mentale Dimension: Hier werden die unterschiedlichen mentalen Grundhaltungen der Soldaten analysiert, wobei zwischen einer resignationgeprägten „Niederlageerwartung“ und einer ideologisch motivierten „Endsiegerwartung“ unterschieden wird.

4. Die Rahmenbedingungen III - Die Entgrenzung der Gewalt: Dieses Kapitel erläutert die Radikalisierung und Ausweitung der NS-Gewalt auf die eigene Bevölkerung als Reaktion des Systems auf den drohenden Zusammenbruch.

5. Der Fall „Welda“: Hier wird das konkrete Kriegsverbrechen vom 30. März 1945 in Welda geschildert, bei dem ein Unteroffizier auf Befehl Zivilisten wegen des Hissens weißer Fahnen erschoss.

6. Spieltheorie und die Analyse des Falls „Welda“: In diesem Hauptteil wird versucht, das Handeln der Akteure in Welda durch spieltheoretische Modelle wie das „Markteintrittsspiel“, die Principal-Agent-Theorie und das „Chicken-Spiel“ zu modellieren und zu erklären.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Anwendung der Spieltheorie als experimentellen methodischen Ansatz zur Erforschung historischer Entscheidungssituationen.

Schlüsselwörter

Kriegsendphase, Wehrmacht, Nationalsozialismus, Gewalt, Volksgemeinschaft, Niederlageerwartung, Endsiegerwartung, Spieltheorie, Fall Welda, Befehlsnotstand, Principal-Agent-Theorie, Markteintrittsspiel, Chicken-Spiel, Zivilbevölkerung, Handlungsspielräume.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum sich das nationalsozialistische Regime am Ende des Zweiten Weltkriegs gegen die eigene Bevölkerung wandte und wie Soldaten in dieser Zwangssituation handelten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die militärische und materielle Erschöpfung der Wehrmacht, die mentalen Dispositionen der Soldaten sowie die Radikalisierung von Gewalt durch das NS-System.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Motive der Täter von Kriegsendphasenverbrechen zu ergründen und die Entscheidungssituationen der Beteiligten durch spieltheoretische Modelle zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben der historischen Analyse von Quellen und Gerichtsakten nutzt der Autor spieltheoretische Modelle, um die Interaktionen und Handlungsoptionen der Akteure zu strukturieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Rahmenbedingungen sowie eine spieltheoretische Untersuchung des Falls „Welda“, bei dem Befehl und Handlungsspielraum der Täter analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kriegsendphase, Entgrenzung der Gewalt, Handlungsspielräume, Befehlsnotstand und Spieltheorie.

Welche Rolle spielt der „Flaggenbefehl“ im Fall „Welda“?

Der „Flaggenbefehl“ diente dem Kreisleiter als juristische Legitimation für drakonische Strafmaßnahmen gegen Zivilisten, die durch das Hissen weißer Fahnen ihren Wunsch nach Kriegsende ausdrückten.

Wie bewerten die Gerichte das Handeln des Angeklagten L.?

Die Gerichte (1948/1957) bewerteten das Verhalten widersprüchlich: Einerseits wurde seine Intelligenz und sein Wissen um das Unrecht betont, andererseits wurden mildernde Umstände aufgrund der wirren Kriegssituation und des Befehlsdrucks geltend gemacht.

Final del extracto de 48 páginas  - subir

Detalles

Título
Kriegsendverbrechen der Wehrmacht
Subtítulo
Eine Spieltheoretische Analyse am Beispiel des Falles „Welda“
Universidad
Martin Luther University  (Institut für Geschichte)
Curso
Das letzte Jahr des "Dritten Reiches". Die Deutsche Gesellschaft in der Endphase des Zweiten Weltkrieges.
Calificación
1,0
Autor
M.A. Thomas Grunewald (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
48
No. de catálogo
V231896
ISBN (Ebook)
9783656498179
ISBN (Libro)
9783656499435
Idioma
Alemán
Etiqueta
Nationalsozialismus - Wehrmacht - Endkriegsverbrechen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.A. Thomas Grunewald (Autor), 2011, Kriegsendverbrechen der Wehrmacht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231896
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