Die Vereinigungssymbolik von Pornographie, Nacktheit und Kunst

Zur Bearbeitung offenbar distinkter Kategorien im Feld der zeitgenössischen Kunst des Westens


Bachelorarbeit, 2013

29 Seiten, Note: Sehr Gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Von der Obszönität zur Entästhetisierung des Nackten
1.1. Gustav Courbets, Der Ursprung der Welt, und die Erziehung des Betrachters zum Voyeur

2. Jeff Koons Verweigerung der Pornografie und das Mysterium der Lust

3. AndreaFraser-SexalsWare

4. Resumée

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildungen

Einleitung

Die Pornografie bezeichnet einen speziellen Bereich, wenn man sich der Thematik des Nackten in der Kunst - insbesondere der zeitgenössischen Kunst des Westens - nähert. Dieser Bereich wird in den meisten Fällen entweder durch die Definition des Begriffs an sich, oder aber durch die Trennung von Pornografie und Kunst in der wissenschaftlichen Literatur ausgezeichnet.1 Dass Pornografie und Kunst eine bedeutsame Wechselbeziehung in der Diskussion rund um die Implementierung des Begriffs der Nacktheit in einem künstlerischen Kontext eingehen, kennzeichnet sich allein dadurch aus, in welchem Ausmaß sich die klassischen, zeitgenössischen und modernen Künstler mit diesem Thema auseinandersetzten und welche Rolle die Etablierung einer freizügigen, auf den Körper bezogenen Bildsprache für die Entwicklung einer aufgeklärten Gesellschaft des Westens hatte (Vgl. Hentschel: 2001, S. 58-68.). Da es aber nicht im Interesse dieserArbeit ist, die vielfältigen Aufgaben der Pornografie im Rahmen der Kunst der letzten Jahrhunderte zu erörtern, oder die Trennlinie zu markieren, ob, beziehungsweise ab welchem Zeitpunkt Kunst pornographisch ist oder Pornographie einen künstlerischen Anspruch erheben kann - eine Diskussion, die von Theoretikern bei weitem schon ausreichend strapaziert wurde-sondern die Vereinigungssymbolik von Pornografie, Nacktheit und Kunst zu bearbeiten, wird auf die oben genannten Aspekte nur beiläufig eingegangen werden. Das Ziel ist es also, eine Verbindung zwischen der Bedeutung von Pornografie und zeitgenössischen Kunstformen des Westens zu bilden. Dabei soll verdeutlicht werden, dass der Pornografie eine theoretische Verantwortung zu Grunde liegt, die exemplarisch von Künstlern aufgegriffen wird und diese nicht nur zur Bildung eines Verständnisses für gewisse Kunstformen, sondern auch zur Etablierung eines theoretischen Kontexts führte, der zeitgenössischer Kunst einen erweiterten Rahmen in ihrer Entwicklung eröffnete und für eine Vereinigung mit weiterführenden Theorien ausschlaggebend war. Die Nacktheit soll daher als ein autonomer Begriff in die Diskussion eingearbeitet werden, der sich durch seine Ausprägung im Feld der zwei bereits erwähnten Pole, als formgebende Instanz rund um die Bearbeitung des theoretischen Komplexes positionieren soll. Die Analyse wird von der folgenden Forschungsfrage geleitet:

Wie kann man das Verhältnis von Pornografie zu Kunst und Nacktheit, beziehungsweise die Bedingungen und Präsentationsformen von pornografischen Inhalten in zeitgenössischen westlichen Arbeiten einordnen?

Die Fragestellung verdeutlicht, dass es nicht darum gehen kann, ob Pornografie Kunst sein kann, sondern worin die Probleme der Rezeption liegen, wenn pornografische Inhalte in künstlerischen Arbeiten aufgegriffen werden. Es soll daher in der Arbeit exemplarisch an ausgewählten Künstlern verdeutlicht werden, wie sich diese Art der Rezeption auf die intrinsische Bedeutungszuordnung der Werke per se ausübt und welche theoretischen Aspekte dafür mit einbezogen werden müssen. Im ersten Teil der Arbeit soll eine Herleitung zur Erschließung des Sachverhalts anhand der Bearbeitung maßgeblicher Überlegungen zum Thema der Pornografie als Vereinigungssymbol und der Sexualästhetik dargebracht werden. Die ausgewählten Künstler werden in den folgenden Kapiteln in Bezug auf die Theorie eingebettet, um die Argumentation und die Erarbeitung der Forschungsfrage herleiten zu können. Dabei wird ein Bezug auf Gustave Courbet, als Vertreter der klassischen modernen Malerei und Wegbereiter des obszönen künstlerischen Bildes im Kontext einiger Überlegungen zur Bedeutung des voyeuristischen Betrachters präsentiert. Darauf folgt mit maßgeblichem zeitlichen Abstand die Serie Made in Heaven von Jeff Koons, anhand welcher die Facetten einer im Film, sowie in der Fotografie manifesten Verdeutlichung quasi pornografischen Inhalts in der Kunstproduktion der 90er Jahre gezeigt wird. Abschließend wird auf Andrea Frasers Videoinstallation Untitled eingegangen, welche durch diese Arbeit den Spannungsbogen von der Malerei über die subversiven Techniken von Jeff Koons, hin zu einer zeitgenössischen Auslegung des Themas in einem gesellschaftlich artikulierten, jedoch umstrittenen Bereich, integriert. Man erkennt, dass ein besonderer Bezug auf das Medium der Fotografie und des Films ab den 90er Jahren gelegt wurde und daher die Rolle Gustave Courbets in dieser Analyse nur eine beiläufige, beziehungsweise einführende Position zur Erschließung des voyeuristischen Betrachters sein kann. Im Folgenden wird nun auf die Aspekte der Sexualästhetik mit besonderem Bezug auf einen ihrer maßgeblichen Vertreter, Peter Gorsen, präsentiert werden.

1. Von der Obszönität zur Entästhetisierung des Nackten

Die Rolle der Pornografie in der zeitgenössischen Kunst und der modernen Gesellschaft bezieht sich unter anderem auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Materie des Fetischismus, der Funktion eines ambivalenten Körperbegriffs, sowie der Konfrontation mit einer weiterentwickelten gesellschaftlichen Doktrin und Tabuisierung, welche nicht nur zur Beständigkeit eines kanonisierten Empfindens einer neuen exhibitionierten Nacktheit unserer Zeit führte, sondern auch zu einer selektiven Betrachtung von Normen und Verhaltensmustern im Umgang mit Nacktheit (Vgl. Muchembled: 2008, S. 290-292.). Es ist jedoch notwendig, eine klare Abgrenzung des verwendeten Begriffs der Pornografie zu bestimmen, da die Thematik in verschiedensten theoretischen Rahmen bearbeitet wird.2 Es soll keine Spezifizierung der später besprochenen Werke vorgenommen werden, die sie als pornografisch oder nicht pornografisch klassifizieren würde, sondern nur Modelle zur Betrachtung des Inhalts dargeboten werden.3 Im Zentrum der Ausführung steht also die Behauptung, dass sich das Verhältnis von Pornografie zu einem selektiv geprägten Verständnis von Nacktheit, anhand von zeitgenössischen Darstellungen, beziehungsweise Präsentationsformen, in ein gesondertes Feld einordnen lässt, welches sich zwangsweise mit Begriffen wie Scham, Obszönität oder pornografischer Ästhetik befassen muss.

Der Begriff der Pornografie beinhaltet diverse Komponenten um einen Geltungsanspruch erheben zu können. Im klassischen Gebrauch verlangt er laut Schroeder eine „Stimulierungstendenz und Anstandsverletzung"(Schröder: 1992, S. 17.), welche sich durch eine unrealistische, verzerrte Darstellung und einer Isolierung von Sexualität kennzeichnet. Die Sexualität wird daher auf sich selbst reduziert und der Mensch, beziehungsweise der Betrachter, durch seinen animalischen, vom Reiz- Reaktions-Modell geprägten Handlungsspielraum definiert (Vgl. Schröder: 1992, S. 18- 19.).4 Man kann daher in der praktischen Pornografie, aufgrund der Herabsetzung des Humanwesens auf seine reine geschlechtliche Begierde, von keiner reflektierten Auseinandersetzung mit dem Bewusstsein des menschlichen Körpers sprechen. Die Pornografie imaginiert eine virtuelle, teilweise obszöne, durch vorherrschenden Exhibitionismus, Voyeurismus sowie Fetischismus regierte artifizielle Welt, die rein auf den Geschlechtsverkehr reduziert wird und daher keinen Wert auf eine erweiternde Beschreibung des Bildinhalts legt. Diese Prämissen zum Verständnis der pornografischen Rahmenbedingungen allein, erlauben keinen klaren Zugang zum Begriff des Nackten laut Jullien, der jedoch für die Diskussion des Verhältnisses der maßgeblichen Aspekte von Bedeutung ist. Er unterscheidet in seinem Buch, das Wesen des Nackten, zwischen den Kategorien des Nackten und der Nacktheit. Diesbezüglich betont er, ausgehend von der Sinologie, sowie der Religionswissenschaft des Westens und klassischen Werken der antiken Kunst, eine klare Trennung dieser zwei Begriffe, welche in der Sublimierung des Nackten vor dem Sündenfall und der Herabsetzung der Nacktheit, in Analogie zum Schamempfinden des Menschen, gründet (Vgl. Jullien: 2003, S. 11-19.). Weiterführend räumt er dem Nackten eine Freiheit ein, welche durch die frühzeitliche Verwendung der nackten Form geprägt ist und daher eine Entscheidungsfreiheit, fern von der paradiesischen Bekleidung konstituiert:

„Das Nackte verstünde sich also nicht von selbst. Die Nacktheit ist allgemein, ebenso die Scham - das Nackte beruhte dagegen auf einer Wahl. Und diese Wahl wäre gerade diejenige, die der Philosophie zugrunde liegt: Denn das Nackte ist das Ding selbst - es ist das An-Sich, das Wesen. [...] Man hätte annehmen können, dass die Kunst mit dem Nackten verschmilzt. Denn das Nackte ist genauso alt wie die Kunst:

Kann man nicht das Nackte sogar auf die anthropomorphen Figuren oder die steinzeitlichen Felsenmalereien zurückführen? Schon die fast 5000 Jahre alten Kykladenidole versetzten uns in Erstaunen, insofern sie das Nackte bereits geometrisch zu fassen und alle (fein stilisierten) Körperteile in eine Gesamtarchitektur zu integrieren suchen." (Jullien: 2003, S. 65.)

Unter der Berücksichtigung, dass Jullien kein Kunsthistoriker ist, liefert einem diese Passage jedoch einen hilfreichen Zugang zum Verständnis seiner Theorie im Rahmen einer archaischen, künstlerischen Empfindung des Nackten, welche man gut an der folgenden Thematik festmachen kann. Da er im Vorfeld eine klare Trennung der beiden Kategorien vorschlägt, um dann im Nachhinein die Bedeutung des Nackten als einen im Menschen verankerten Ausdruck an Form zu beschreiben, welcher in seiner Konsistenz nicht veränderbar ist, sondern nur in seiner formalen Darstellung, pointiert er sehr deutlich die evolutionäre Bedingung des philosophischen Nackten, das zwar nicht für die Herausbildung einer reinen pornografischen Formensprache, aber in ihrem Gegensatz zur Kategorie der Nacktheit, der Sexualästhetik und künstlerischen Verankerung pornografischer Inhalte, einen Nährboden zur Herausbildung ihrer Vereinigungssymbolik lieferte. Da in der Pornografie die Ästhetisierung des Körpers auf einer rein stimulierenden Ebene betrieben wird und daher den ästhetischen Qualitäten dieser in seiner Nacktheit eine besondere Rolle einräumt, ist es notwendig, die Positionierung des nackten Körpers samt seinen pornografischen Merkmalen - falls vorhanden - in einem entsprechenden Feld zu erfassen. Aufbauend auf der bereits bearbeiteten Materie, muss zwangsweise auf die prägenden Ansichten der Sexualästhetik eingegangen werden, da diese in ihrer Systematik und kontrollierten Auseinandersetzung mit Pornografie und deren Bezug zu Kunst es zulässt, einen erweiterten theoretischen Bereich im Rahmen dieser Auseinandersetzung zu benennen. Wenn wir uns an den bereits kurz veranschaulichten Ansätzen Julliens orientieren, fällt einem die Parallele zu Peter Gorsen auf, der in seinen Schriften darauf verweist, dass die Sexualästhetik an sich kritisch ablehnend zur dogmatischen Ästhetik des Schönen, welche die Scham problematisiert, steht, wohingegen die Sexualästhetik die Scham apologetisiert (Vgl. Gorsen: 1972, S. 16.). Die Rechtfertigung der Scham durch die Theorie der Sexualästhetik gründet in einem Verständnis, welches Schönheit und Scham nicht voneinander trennt, sondern sie in einer idealistischen Ästhetik als gleichrangige Begriffe bewertet. Dadurch kommt es zu einer selektiven Auffassung dieser Gegensätze im Rahmen einer sexualästhetischen Diskussion, die es ermöglicht, in einem pornografischen Inhalt nicht nur eine Obszönität, geprägt durch die Verletzung eines Schamgefühls (Vgl. Ebda), sondern durch die Gleichsetzung des theoretischen Geltungsanspruches, die Vereinigung von Scham und der Ästhetisierung des Körpers ermöglicht.5 Dieser einleitende Schritt zur Begründung einer Vereinigungssymbolik von Pornografie, Nacktheit und Kunst muss laut Gorsen das Prinzip der Verhässlichung des Nackten mit einbeziehen, welches sich speziell auf die Abstraktionsphänomene der modernen Kunst, sowie die Demontage der Fotografie konzentriert. Gorsen betont die Modellhaftigkeit des nackten Körpers in einer abstrahierten künstlerischen Darstellung, die er als vorästhetische Wirklichkeit bezeichnet, da sie aufgrund ihrer Konzeption nur durch die Bekenntnis zu einem persönlichen Fetischismus als eine obszöne Kunst verstanden werden kann (Vgl. Gorsen: 1969, S. 39.). Er verdeutlicht damit die inhaltliche Komponente eines quasi pornografischen Bildes, welches seinen Zuspruch zur Obszönität oder praktischen Pornografie nur in der Auseinandersetzung mit der fetischisierten Auffassung des Rezipienten erhalten kann, weil durch eine Demontage oder Abstraktion im Bild, das Prinzip einer obszönen Nacktheit nicht eindeutig feststellbar ist. Man erkennt in einem derartigen Bild nicht den pornografischen Inhalt per se, da die Bearbeitung pornografischer Inhalte ein Sammelsurium diverser theoretischer Komplexe aufgreift6, die nur durch die Loslösung vom Werk und in der Ausübung eines rezeptiven Fetischismus negiert werden können, um ein autonomes, auf den Stimulationseffekt bezogenes, pornografisches Bild zu erhalten. Diesen Umstand beschreibt Gorsen als die Verhässlichung oder Entästhetisierung des Nackten, hinführend zu einer subtilen Auffassung von Pornografie, die in der Diskussion zur Gleichsetzung von Pornografie und Kunst immer vernachlässigt wurde (Vgl. Gorsen: 1972, S. 58-60.). Wenn man sich nun rückblickend den bereits bearbeiteten theoretischen Modellen zur Diversifizierung zwischen Nacktheit, Kunst und Pornografie, welche einen Zugang zur Erfassung einer Vereinigungssymbolik liefern, widmet, kann man die maßgeblichen Aspekte der Herleitung wie folgt kurz zusammenfassen. Das Problem der definitorischen Gleichstellung ist grundlegend gegeben, da die Begriffe an sich keine Verträglichkeit aufweisen, sondern nur in der Zerlegung ihrer Komponenten Aspekte hervorbringen, die für ihre Vereinigung symptomatisch aufgezeigt werden können. Diese Zerlegung bringt einem die Thematik des Nackten inklusive der Wechselbeziehung zur Nacktheit näher, welche durch die kurz bearbeiteten Prinzipien von Gorsen zur Sexualästhetik, in Bezug auf die Pornografie, säkularisiert werden. Zentrale Begriffe wie die Fetischisierung des Rezipienten, die Obszönität im Verhältnis zur Scham oder die Idealisierung des vermittelten Inhalts, stehen in ständiger Auseinandersetzung zur Entästhetisierung des Schönen, das eine realitätsnahe Aufarbeitung des Konflikts zulässt und an den folgenden Künstlern veranschaulicht wird. Ohne der Einführung dieser Theorien, welche sich im Folgenden aus der Bearbeitung herauslesen lässt, wäre es nicht möglich, einen Anspruch auf Vereinigung der drei Positionen herleiten zu können, da man sich, wie es Gorsen bereits veranschaulichte, immer an der definitorischen Instanz von Kunst, in Relation zur Pornografie, Nacktheit und Obszönität wiederfinden würde und daher keine eingängige philosophische Betrachtung der Metaebene der Vereinigungssymbolik, ohne der Verwendung der expliziten theoretischen Ansätze, zulässig wäre.

1.1 Gustave Courbets, Der Ursprung der Welt, und die Erziehung des Betrachters zum Voyeur

„Nicht das Nackte ist unsittlich, sondern die Augen des Betrachters. Derjenige, der im Nackten nur das Weib sieht, der über den ersten sinnlichen Ausdruck nicht hinauskommt und sich von ihm beherrschen lässt, ist unsittlich und überträgt seine eigene Unvollkommenheit auf den Gegenstand, den er betrachtet."(Wenk: 1987, S. 230.)

Gustave Courbets Gemälde, Der Ursprung der Welt von 1866, ist wahrscheinlich eines der bedeutendsten Werke der frühen Moderne in Hinblick auf die Bearbeitung nackter, entblößter Körper in der Malerei und soll daher einführend die Thematik des voyeuristischen Betrachters markieren. (Abb. 1)

Courbets Gemälde zeigt auf kleinem Format einen unverstellten visuellen Zugang zur Vagina eines liegenden Aktes mit halbbedecktem Oberkörper. Obwohl die bereits erwähnten Bedingungen zur Pornografie hier nicht unmittelbar zutreffen, betont Hentschel in ihrem Aufsatz, Das pornotopische Begehren der Kunst, einen markanten Aspekt im Umgang mit diesem Gemälde - nämlich die Erziehung des Betrachters zum Voyeur. Durch den voyeuristischen Umgang mit dem Gemälde leitet der Betrachter ein notwendiges Entwicklungsstadium zur Etablierung von pornografischen Inhalten in der Kunst ein. Hierbei wird von einer besonderen Phase des späten 18.

[...]


1 Anm.: Zur Vertiefung in die Thematik liefern Fokt und Levinson eine strukturierte Analyse der linguistischen Definitionsformen von Pornografie im Bereich der Kunst und die damit verbundene inhaltliche Trennung von dieser, siehe: Fokt, Simon (2012): „Pornographic Art - A Case from Definitions", in: British Journal of Aesthetics, 52:3, Oxford: University Press, S. 287-300, sowie Levinson, Jerrold (2005): „Erotic Art and Pornographic Pictures", in: Philosophy and Literature, 29:1, Maryland: John Hopkins University Press, S. 228-240.

2 Anm.: Pornografie: (porne=Dirne / graphein=schreiben) „Einseitig das sexuelle darstellend“. Autor unbekannt (2004): Duden -die deutsche Rechtschreibung, Mannheim: Dudenverlag, S. 759.

3 Anm.: Es wird daher weder im Interesse dieser Abgrenzung sein, Pornografie anhand seiner filmischen oder gesellschaftlichen Relevanz zu erörtern, noch sie im Kontext einer feministischen oder kulturpolitischen Diskussion zu beleuchten. Daher kann man nur als Anmerkung auf die umstrittenen Theorien einer geschlechterzentrierten Wechselbeziehung der Opfer / Täter Rollen im Rahmen des pornografischen Films verweisen, da sie für die folgende Bearbeitung keine stichhaltige Relevanz aufweisen. Für eine genauere Bearbeitung diverser feministischer Theorien zum Thema der Pornographie, siehe: (Heartney: 1991.).

4 Anm.: Für eine Vertiefung in die Kategorisierung von Pornografie, siehe: Streblow, Lothar (1968): Erotik, Sex, Pornographie, München: Lichtenberg.

5 Anm.: Zum Verständnis um die Verwendung des Begriffs des Obszönen im Kontext der Scham: „Die Scham ist heilig und schön, denn sie drückt das Gefühl des Geistes aus, seinem Wesen nach über die Natur hinaus zu sein; naturlos kann er nicht sein, aber naturfrei sollte er sein. Die Natur kennt die Scham nicht und das liebe Vieh, wie man im Deutschen sagt, schämt sich nicht; der Mensch aber, seines Unterschiedes von der Natur sich innewerdend, schämt sich. Das Obszöne besteht in der absichtlichen Verletzung dieser Scham.“ (Rosenkranz zitiert nach Gorsen: 1969, S. 16)

6 Anm.: An dieser Stelle wird noch nicht auf die werkimmanente theoretische Auseinandersetzung der Künstler in ihren Arbeit Bezug genommen, da dies im späteren Verlauf exemplarisch an Andrea Fraser sowie Jeff Koons veranschaulicht werden soll. Wir werden am Beispiel von Jeff Koons erkennen, dass das Moment des Sündenfalls ein markanter Ansatzpunkt zum Verständnis der Serie Made in Heaven ist. Weitere Ansätze werden dann in Kapitel 2 behandelt.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Die Vereinigungssymbolik von Pornographie, Nacktheit und Kunst
Untertitel
Zur Bearbeitung offenbar distinkter Kategorien im Feld der zeitgenössischen Kunst des Westens
Hochschule
Universität Wien  (Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Bachelorseminar
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
2013
Seiten
29
Katalognummer
V231906
ISBN (eBook)
9783656486817
ISBN (Buch)
9783656492245
Dateigröße
1022 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vereinigungssymbolik, pornographie, nacktheit, kunst, bearbeitung, kategorien, feld, westens
Arbeit zitieren
Bakk. BA Daniel Lippitsch (Autor), 2013, Die Vereinigungssymbolik von Pornographie, Nacktheit und Kunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231906

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