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Die Vereinigungssymbolik von Pornographie, Nacktheit und Kunst

Zur Bearbeitung offenbar distinkter Kategorien im Feld der zeitgenössischen Kunst des Westens

Titre: Die Vereinigungssymbolik von Pornographie, Nacktheit und Kunst

Thèse de Bachelor , 2013 , 29 Pages , Note: Sehr Gut

Autor:in: Bakk. BA Daniel Lippitsch (Auteur)

Art - Installations / L’art moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Pornografie bezeichnet einen speziellen Bereich, wenn man sich der Thematik des
Nackten in der Kunst - insbesondere der zeitgenössischen Kunst des Westens - nähert.
Dieser Bereich wird in den meisten Fällen entweder durch die Definition des Begriffs an
sich, oder aber durch die Trennung von Pornografie und Kunst in der wissenschaftlichen
Literatur ausgezeichnet. Dass Pornografie und Kunst eine bedeutsame
Wechselbeziehung in der Diskussion rund um die Implementierung des Begriffs der
Nacktheit in einem künstlerischen Kontext eingehen, kennzeichnet sich allein dadurch
aus, in welchem Ausmaß sich die klassischen, zeitgenössischen und modernen Künstler
mit diesem Thema auseinandersetzten und welche Rolle die Etablierung einer
freizügigen, auf den Körper bezogenen Bildsprache für die Entwicklung einer
aufgeklärten Gesellschaft des Westens hatte (Vgl. Hentschel: 2001, S. 58-68.). Da es aber
nicht im Interesse dieser Arbeit ist, die vielfältigen Aufgaben der Pornografie im Rahmen
der Kunst der letzten Jahrhunderte zu erörtern, oder die Trennlinie zu markieren, ob,
beziehungsweise ab welchem Zeitpunkt Kunst pornographisch ist oder Pornographie
einen künstlerischen Anspruch erheben kann - eine Diskussion, die von Theoretikern
bei weitem schon ausreichend strapaziert wurde-sondern die Vereinigungssymbolik
von Pornografie, Nacktheit und Kunst zu bearbeiten, wird auf die oben genannten
Aspekte nur beiläufig eingegangen werden. Das Ziel ist es also, eine Verbindung
zwischen der Bedeutung von Pornografie und zeitgenössischen Kunstformen des
Westens zu bilden. Dabei soll verdeutlicht werden, dass der Pornografie eine
theoretische Verantwortung zu Grunde liegt, die exemplarisch von Künstlern
aufgegriffen wird und diese nicht nur zur Bildung eines Verständnisses für gewisse
Kunstformen, sondern auch zur Etablierung eines theoretischen Kontexts führte, der
zeitgenössischer Kunst einen erweiterten Rahmen in ihrer Entwicklung eröffnete und
für eine Vereinigung mit weiterführenden Theorien ausschlaggebend war. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Von der Obszönität zur Entästhetisierung des Nackten

1.1. Gustav Courbets, Der Ursprung der Welt, und die Erziehung des Betrachters zum Voyeur

2. Jeff Koons Verweigerung der Pornografie und das Mysterium der Lust

3. Andrea Fraser – Sex als Ware

4. Resumée

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Wechselbeziehung zwischen Pornografie und Kunst in der zeitgenössischen westlichen Kultur. Ziel ist es, die theoretischen Bedingungen und Präsentationsformen zu erörtern, unter denen pornografische Inhalte in einen künstlerischen Kontext überführt werden können, ohne dabei ihre ästhetische und institutionskritische Relevanz zu verlieren.

  • Verbindung von Pornografie und Kunst als Ausdrucksformen
  • Analyse der Rolle des voyeuristischen Betrachters
  • Untersuchung von Jeff Koons Serie Made in Heaven
  • Institutionskritik durch Andrea Frasers Werk Untitled
  • Dekonstruktion von Scham und Begehren in der modernen Kunst

Auszug aus dem Buch

1. Von der Obszönität zur Entästhetisierung des Nackten

Die Rolle der Pornografie in der zeitgenössischen Kunst und der modernen Gesellschaft bezieht sich unter anderem auf die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Materie des Fetischismus, der Funktion eines ambivalenten Körperbegriffs, sowie der Konfrontation mit einer weiterentwickelten gesellschaftlichen Doktrin und Tabuisierung, welche nicht nur zur Beständigkeit eines kanonisierten Empfindens einer neuen exhibitionierten Nacktheit unserer Zeit führte, sondern auch zu einer selektiven Betrachtung von Normen und Verhaltensmustern im Umgang mit Nacktheit (Vgl. Muchembled: 2008, S. 290-292.). Es ist jedoch notwendig, eine klare Abgrenzung des verwendeten Begriffs der Pornografie zu bestimmen, da die Thematik in verschiedensten theoretischen Rahmen bearbeitet wird.2 Es soll keine Spezifizierung der später besprochenen Werke vorgenommen werden, die sie als pornografisch oder nicht pornografisch klassifizieren würde, sondern nur Modelle zur Betrachtung des Inhalts dargeboten werden.3 Im Zentrum der Ausführung steht also die Behauptung, dass sich das Verhältnis von Pornografie zu einem selektiv geprägten Verständnis von Nacktheit, anhand von zeitgenössischen Darstellungen, beziehungsweise Präsentationsformen, in ein gesondertes Feld einordnen lässt, welches sich zwangsweise mit Begriffen wie Scham, Obszönität oder pornografischer Ästhetik befassen muss.

Der Begriff der Pornografie beinhaltet diverse Komponenten um einen Geltungsanspruch erheben zu können. Im klassischen Gebrauch verlangt er laut Schroeder eine „Stimulierungstendenz und Anstandsverletzung“(Schröder: 1992, S. 17.), welche sich durch eine unrealistische, verzerrte Darstellung und einer Isolierung von Sexualität kennzeichnet. Die Sexualität wird daher auch selbst reduziert und der Mensch, beziehungsweise der Betrachter, durch seinen animalischen, vom Reiz-Reaktions-Modell geprägten Handlungsspielraum definiert (Vgl. Schröder: 1992, S. 18-19.).4 Man kann daher in der praktischen Pornografie, aufgrund der Herabsetzung des Humanwesens auf seine reine geschlechtliche Begierde, von keiner reflektierten

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Verbindung von Pornografie und Kunst sowie Darstellung der zentralen Forschungsfrage.

1. Von der Obszönität zur Entästhetisierung des Nackten: Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Pornografie, Nacktheit und Obszönität sowie deren Einordnung in den Kunstkontext.

1.1. Gustav Courbets, Der Ursprung der Welt, und die Erziehung des Betrachters zum Voyeur: Analyse von Courbets Werk als Ausgangspunkt für die Entwicklung des voyeuristischen Blicks in der modernen Malerei.

2. Jeff Koons Verweigerung der Pornografie und das Mysterium der Lust: Untersuchung der Serie Made in Heaven und wie Koons durch Inszenierung und Sublimierung versucht, sich vom Vorwurf der Pornografie zu distanzieren.

3. Andrea Fraser – Sex als Ware: Betrachtung der Videoinstallation Untitled hinsichtlich ihrer institutionskritischen Komponente und der Dekonstruktion des Kunstmarktes.

4. Resumée: Zusammenführung der Ergebnisse und Reflexion über die Möglichkeiten, pornografische Inhalte künstlerisch zu transformieren.

Schlüsselwörter

Pornografie, Kunstgeschichte, Nacktheit, Voyeurismus, Jeff Koons, Andrea Fraser, Gustav Courbet, Institutionskritik, Sexualästhetik, Scham, Obszönität, Made in Heaven, Untitled, Der Ursprung der Welt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Pornografie zu den Kategorien Nacktheit und Kunst in der zeitgenössischen westlichen Kunstgeschichte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Feldern gehören die Ästhetisierung des Nackten, der voyeuristische Blick des Betrachters, die Rolle von Fetischismus und Scham sowie die Institutionskritik im Kontext von Sex als Handelsware.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, unter welchen theoretischen Bedingungen und Präsentationsformen pornografische Inhalte in einen künstlerischen Rahmen integriert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse, die Begriffe der Sexualästhetik mit Fallbeispielen renommierter Künstler (Courbet, Koons, Fraser) verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung und die detaillierte Analyse von Werken, die das Spannungsfeld zwischen pornografischer Darstellung und künstlerischem Anspruch thematisieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Pornografie, Institutionskritik, voyeuristischer Betrachter und Sexualästhetik definieren.

Welche Rolle spielt Gustav Courbets "Der Ursprung der Welt" in der Analyse?

Das Werk dient als historischer Ankerpunkt, um die Genese des voyeuristischen Blicks und die Transformation des Betrachters hin zur Rezeption pornografischer Inhalte zu beleuchten.

Wie unterscheidet sich die Herangehensweise von Jeff Koons von der klassischen Pornografie?

Koons versucht durch eine bewusste Überinszenierung und die Sakralisierung des Körpers in der Serie "Made in Heaven", den pornografischen Akt als abstraktes, mystisches Element darzustellen und sich damit von der rein triebhaften Pornografie abzugrenzen.

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Titre
Die Vereinigungssymbolik von Pornographie, Nacktheit und Kunst
Sous-titre
Zur Bearbeitung offenbar distinkter Kategorien im Feld der zeitgenössischen Kunst des Westens
Université
University of Vienna  (Kunstgeschichte)
Cours
Bachelorseminar
Note
Sehr Gut
Auteur
Bakk. BA Daniel Lippitsch (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
29
N° de catalogue
V231906
ISBN (ebook)
9783656486817
ISBN (Livre)
9783656492245
Langue
allemand
mots-clé
vereinigungssymbolik pornographie nacktheit kunst bearbeitung kategorien feld westens
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bakk. BA Daniel Lippitsch (Auteur), 2013, Die Vereinigungssymbolik von Pornographie, Nacktheit und Kunst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231906
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Extrait de  29  pages
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