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Auguste Rodins Dichterdenkmäler: Victor Hugo und Honnoré de Balzac

Titel: Auguste Rodins Dichterdenkmäler: Victor Hugo und Honnoré de Balzac

Bachelorarbeit , 2013 , 42 Seiten , Note: Sehr Gut

Autor:in: Bakk. BA Daniel Lippitsch (Autor:in)

Kunst - Kunstgeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird dieser Bereich in Rodins Oeuvres diskutiert werden. Es soll ein Versuch unternommen werden die Entwicklung zu beschreiben, wie Auguste Rodin in späten Jahren seine radikale Abwendung von klassizistischen Idealen und Doktrinen, hin zu einem Verständnis über Skulptur erweiterte, welche den Weg für die moderne Plastik des 20. Jahrhunderts ebnete. Um diese Transformation in seinen Arbeiten hinreichend diskutieren zu können und den Kern des Themas nicht zu intensiv zu erweitern, wurde ein spezifischer Bezug auf Rodins bedeutendste Dichterdenkmäler gewählt. Daher werden die Denkmäler für Victor Hugo - welches den wesentlichen Bezugspunkt bilden wird - und Honoré de Balzac im Zentrum der Untersuchung stehen, um ausgehend von diesen beiden Skulpturen die folgende forschungsleitende Fragestellung zu analysieren:
Welche Transformationen des Denkmals lassen sich anhand von Rodins Dichterdenkmälern herleiten und welche aussagekräftigen Unterschiede weisen die Planung, Entwicklung und Umsetzung im Verhältnis zu seinen Zeitgenossen auf?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Genese des Denkmals für Victor Hugo und die Bedeutung des Fragments in der öffentlichen Auftragsplastik

1.1 Der erste Entwurf

1.2 Der zweite Entwurf

1.3 Die Apotheose von Victor Hugo

1.4 Finale Entwürfe und das vollendete Monument

2. Das Denkmal für Balzac

2.1. Entstehungsgeschichte

3. Resumée

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Transformation öffentlicher Denkmäler durch Auguste Rodin gegen Ende des 19. Jahrhunderts, wobei der Fokus auf der Entwicklung seiner Monumente für Victor Hugo und Honoré de Balzac liegt, um den Übergang von klassischen Idealen hin zu einer modernen, individuellen Formsprache zu analysieren.

  • Wandel der Denkmalplastik am Ende des 19. Jahrhunderts
  • Analyse der Entstehungsprozesse der Hugo- und Balzac-Denkmäler
  • Bedeutung des Fragments in Rodins skulpturalem Werk
  • Konfrontation zwischen künstlerischem Anspruch und akademischer Normierung
  • Mythologisierung und Individualisierung von historischen Persönlichkeiten

Auszug aus dem Buch

1.2. Der zweite Entwurf

Die weiterführende Bearbeitung des Hugo Themas veranlasst Rodin dazu, seinen ersten Entwurf von 1885 zu konkretisieren und die Figuren in ihrer Portraithaftigkeit aufzuwerten (Abb. 6). Diese Entwicklung zog sich über fünf Jahre und zeigt Hugo in einer monumentalen Denkerpose, immer flankiert von den Musen der Melancholie, der Meditation und einer Idealgestalt, die von den Wellen getragen werden. Die Kommission war mit diesem Modell nicht zufrieden und forderte von Rodin, seine Skulptur auf Karton lebensgroß abzubilden, damit sie sich die Wirkung der Figur im wirklichen Raum vorstellen konnten.

Daraufhin sprachen sie sich 1890 gegen Rodins Entwurf aus, da es ihm an Klarheit fehlte und dessen Silhouette für die Kommission verschwommen wirkte. Ein besonderes Merkmal dieses Bozzettos ist die Personalisierung des Gesichts und die spezifische Haltung von Hugo. Rodin verweist mit seiner Gesichtsgestaltung auf die bereits erwähnte Hugo Büste von 1883. Das Gesicht weist im Gegensatz zu den restlichen Figuren eine sehr hohe Detailtreue auf und stellt Hugo als steinernen Dichter in seiner gesamten Entschlossenheit und immerwährenden Bereitschaft zur Kontemplation dar.

Für Rodin war es üblich, mit Modellen zu arbeiten und da Hugo im Jahr 1885 verstorben war, musste er stets auf diese Büste, welche nach einer kurzen Sitzung mit Hugo entstanden war, zurückgreifen. In Bezug auf die Haltung überführte Rodin bei seinem zweiten Entwurf den Körper Hugos von einer widerstandslosen Kraftlosigkeit zu einer monumentalen Positionierung. Diese erste Transformation des Victor Hugo Denkmals ist ausschlaggebend für das Endresultat, da sie die Reduktion der dargestellten Figuren einleitet und dem Hauptcharakter eine neugewonnene Wertigkeit einräumt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der antikisierenden Darstellungstradition und die Zielsetzung der Arbeit, Rodins Abwendung von klassischen Idealen in der Denkmalplastik zu beleuchten.

1. Die Genese des Denkmals für Victor Hugo und die Bedeutung des Fragments in der öffentlichen Auftragsplastik: Detaillierte Betrachtung der Entstehungsgeschichte des Victor Hugo Denkmals unter Einbeziehung der bürokratischen Hürden und künstlerischen Konflikte.

1.1 Der erste Entwurf: Analyse des ersten Bozzettos und der kompositionellen Anlehnung an klassische und renaissancistische Vorbilder.

1.2 Der zweite Entwurf: Erläuterung der Überarbeitung des Entwurfs hin zu einer monumentalen Denkerpose und der spezifischen Betonung der Portraithaftigkeit.

1.3 Die Apotheose von Victor Hugo: Diskussion der Kommissionsvorgaben und Rodins Reaktion auf die Forderung nach einer Apotheose-Darstellung.

1.4 Finale Entwürfe und das vollendete Monument: Zusammenfassung der letzten Entwicklungsphasen und der Bedeutung der Nacktheit sowie der Sitzpose im Kontext der Zeit.

2. Das Denkmal für Balzac: Untersuchung der Beauftragung und der besonderen Schwierigkeiten bei der Darstellung des verstorbenen Literaten.

2.1. Entstehungsgeschichte: Darstellung des langwierigen Prozesses vom ersten Entwurf bis zum finalen Gipsmodell des Balzac-Monuments.

3. Resumée: Zusammenführende Analyse der künstlerischen Positionen Rodins und dessen Beitrag zur modernen Skulptur durch die Aufbrechung klassischer Konventionen.

Schlüsselwörter

Auguste Rodin, Denkmalplastik, Victor Hugo, Honoré de Balzac, Fragment, Klassizismus, Moderne, Skulptur, Denkmal, Entwurf, Transformation, Portraithaftigkeit, Monumentalität, Auftragsplastik, Mythologisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Transformation der öffentlichen Denkmalplastik am Ende des 19. Jahrhunderts am Beispiel der Monumente von Auguste Rodin für Victor Hugo und Honoré de Balzac.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die künstlerischen Entwürfe Rodins, die Auseinandersetzung mit Auftraggebern und Kommissionen sowie der Wandel in der ästhetischen Auffassung von Skulptur und Denkmal.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, zu analysieren, welche Transformationen das Denkmal durchlief und wie sich Rodins Ansatz durch die Abwendung von klassischen, akademischen Idealen hin zu einer individuellen Formsprache entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine kunsthistorische Analyse der Entstehungsgeschichte, vergleicht verschiedene Entwurfstadien (Bozzetti) und bezieht zeitgenössische Kritik sowie historische Kontexte ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der einzelnen Entwurfsvarianten für das Hugo-Denkmal sowie die Entstehungsgeschichte des Balzac-Denkmals unter Berücksichtigung der spezifischen Herausforderungen bei der Darstellung verstorbener Persönlichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie Rodin, Denkmalplastik, Fragment, Monumentalität, Apotheose und Transformation definieren.

Welche Bedeutung misst Rodin dem "Fragment" bei?

Für Rodin ist das Fragment eine eigenständige Kunstform; die Zerstückelung oder Unvollständigkeit einer Figur dient der Konzentration auf das Wesentliche und der Abkehr vom Naturalismus.

Warum lehnte die Kommission Rodins Hugo-Entwurf teilweise ab?

Die Kommission empfand die Entwürfe oft als unklar, die Silhouette als verschwommen und die Formensprache als zu weit von den traditionellen, antikisierenden Idealen des 19. Jahrhunderts entfernt.

Welche Rolle spielt die Kleidung in Rodins Denkmalsentwürfen?

Rodin vollzog eine schrittweise Abkehr von der zeitgenössischen Kleidung hin zur Abstraktion oder zur mythologischen Verkleidung (z.B. der Mönchskutte beim Balzac), um die Dargestellten in eine zeitlose, symbolische Sphäre zu heben.

Wie unterscheidet sich das Balzac-Denkmal von klassischen Denkmälern?

Es verzichtet auf eine rein illustrative Darstellung und strebt stattdessen die Visualisierung geistiger Vorgänge und einer psychologischen Tiefe an, was zu einer monumentalen, fast abstrakten Form führt.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Auguste Rodins Dichterdenkmäler: Victor Hugo und Honnoré de Balzac
Hochschule
Universität Wien  (Kunstgeschichte)
Veranstaltung
Bachelorseminar
Note
Sehr Gut
Autor
Bakk. BA Daniel Lippitsch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
42
Katalognummer
V231907
ISBN (eBook)
9783656489443
ISBN (Buch)
9783656490081
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auguste rodin transformationen denkmalplastik jahrhunderts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bakk. BA Daniel Lippitsch (Autor:in), 2013, Auguste Rodins Dichterdenkmäler: Victor Hugo und Honnoré de Balzac, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/231907
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Leseprobe aus  42  Seiten
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