Ziel dieser Arbeit ist es, auf Grundlage der Betrachtung und Reflexion des derzeitigen Forschungsstandes zum Thema Religion und Film, zu belegen, dass aktuell erfolgreiche Filme wie Peter Jacksons Blockbuster „Der Herr der Ringe“, Themen beinhalten, die gleichzeitig zentrale Themen der christlichen Religionen darstellen. Aus diesem Grunde gilt der Enthüllung der vielfältigen Verflechtungen zwischen Film und Religion eine besonders intensive Auseinandersetzung. Primär wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich der Populärfilm ebenso wie die Religion spezieller Sinnstrukturen, Mythen und Symbole bedient, um bestimmte Bedeutungsinhalte zu vermitteln.
Um religiöse Tendenzen im populären Film aufzudecken und zu erschließen, ist eine detaillierte Annäherung der Thematik aus wissenschaftlicher Sicht unumgänglich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik
2. Allgemeine Vorgehensweise
3. Definitionen und Abgrenzungen
3.1. Schwierigkeiten einer Religionsdefinition
3.2. Der Blockbuster
3.3. Narrative Grundgestaltung von Film und Religion
3.4. Filmrezeption
4. Parallelen zwischen populärem Film und Religion
4.1. Sinnvermittlung
4.2. Symbole
4.3. Mythos
5. „Der Herr der Ringe“ – Ein Beispiel für Sinndeutung und Religion im populären Film?
5.1. Grundlagen für eine Filmanalyse aus religiöser Perspektive
5.2. Hintergrundinformationen zu Buch und Film
5.3. Die Trilogie – Kurzzusammenfassung
5.4. Parallelen zwischen „Der Herr der Ringe“ und Religion
5.4.1. Sinnvermittlung
5.4.2. Symbole
5.4.3. Mythos
5.5. Interpretationsansatz
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, auf Grundlage der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand zum Thema Religion und Film zu belegen, dass populäre Blockbuster wie Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“ zentrale Themen der christlichen Religion enthalten und als moderne Sinnressourcen fungieren können.
- Die wissenschaftliche Definition und Abgrenzung der Begriffe Religion, Sinn, Symbol und Mythos.
- Die Analyse der narrativen Gemeinsamkeiten von Religion und populärem Film.
- Die Untersuchung der Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ auf implizite religiöse Verweise.
- Die Frage nach dem kommerziellen Mainstreamfilm als zeitgenössische populäre Religionsform.
Auszug aus dem Buch
3.1. Schwierigkeiten einer Religionsdefinition
Für die Aufdeckung religiöser Elemente im Film spielt der zu Grunde gelegte Religionsbegriff insofern eine wichtige Rolle, als dass das jeweils vorausgesetzte Verständnis von Religion zu unterschiedlichen Zielsetzungen und Analysemethoden führt.
Religion oder Religiös-sein, was genau wird in der heutigen Zeit eigentlich darunter verstanden? In unserer Gesellschaft wird der Religionsbegriff nicht selten auf offensichtlich religiöse Formen und Riten reduziert und erfreut sich dabei vermeintlich großer Evidenz. Erst eine genauere Betrachtung dieses Begriffes zeigt, dass sich verschiedene Schwierigkeiten mit einer Definition von Religion verbinden. Probleme bei der Bestimmung des Religionsbegriffes liegen zunächst darin, dass dieser charakteristisch für die abendländische Welt ist. Religion ist kein Ausdruck, von dem angenommen werden kann, dass auch nicht-europäische Kulturen und Sprachen diesen zur Selbstbezeichnung für das nehmen, was westlichen Auffassungen von Religion entspricht. In zahlreichen außereuropäischen Kulturen gibt es keine semantische oder inhaltliche Entsprechung des Religionsbegriffs.
Auch ein Versuch der Ableitung des Terminus Religion aus dem Lateinischen erweist sich aufgrund seiner verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten als nicht aufschlussreich. Debatten darüber, ob Religion von „‚relegere‘ = wieder zusammennehmen, von ‚religere‘ = rücksichtsvoll beachten, oder von ‚religare‘ = anbinden, festbinden“ abzuleiten ist, verdeutlichen diese Problematik. „Relegere“ beispielsweise legt in Anlehnung an das römische Rechtsbewusstsein den Akzent hauptsächlich auf die Pflicht zu kultisch-ritueller Verehrung, während das Wort „religare“ im christlich gefärbten Kontext das Verhältnis zwischen Gott und Mensch hervorhebt. Die semantische Unschärfe des Religionsbegriffes, die in zahlreichen Bedeutungsumwandlungen im Laufe der ca. 2000-jährigen Geschichte von Religion begründet liegt, zeigt, dass es keine objektiv gültige Definition gibt. Zugleich verweist die komplexe Begriffsgeschichte auf spezifische, historisch-kulturelle Entstehungskontexte dieses Terminus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Thematik: Die Einleitung beleuchtet den Säkularisierungsprozess und die wachsende Bedeutung audiovisueller Medien für die religiöse Sozialisation der Gegenwart.
2. Allgemeine Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert den dreiteiligen Aufbau der Masterarbeit, bestehend aus Grundlagenbereich, theoretischer Analyse und angewandter Filmanalyse.
3. Definitionen und Abgrenzungen: Hier werden zentrale Begriffe wie Religion, Blockbuster, Narration und Filmrezeption wissenschaftlich definiert und voneinander abgegrenzt.
4. Parallelen zwischen populärem Film und Religion: Dieses Kapitel arbeitet Sinnvermittlung, Symbole und Mythen als zentrale Schnittpunkte zwischen filmischen Erzählungen und religiösen Traditionen heraus.
5. „Der Herr der Ringe“ – Ein Beispiel für Sinndeutung und Religion im populären Film?: Der Hauptteil wendet die erarbeiteten theoretischen Aspekte auf die Filmtrilogie an und untersucht diese auf implizite religiöse Strukturen.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über das Potenzial des Mainstreamfilms als populäre Religionsform heute.
Schlüsselwörter
Religion, Film, Der Herr der Ringe, Blockbuster, Säkularisierung, Sinnvermittlung, Symbol, Mythos, Filmanalyse, Religionswissenschaft, Filmrezeption, narrative Ethik, Medientheorie, Transzendenz, populäre Filmkultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die religiösen Tendenzen in der modernen populären Filmkultur am Beispiel der „Der Herr der Ringe“-Trilogie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Verflechtungen von Medien und Religion, die Bedeutung von Narrativen sowie die Analyse religiöser Symbole und Mythen im Film.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es zu belegen, dass erfolgreiche populäre Filme wie die Ringtrilogie grundlegende religiöse und existenzielle Sinnfragen thematisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine hermeneutisch orientierte Filmanalyse angewandt, die auf der Reflexion des aktuellen Forschungsstandes zu Religion und Film basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Sinnvermittlung, Symbole und Mythen in „Der Herr der Ringe“ systematisch aus einer religionswissenschaftlichen Perspektive untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Säkularisierung, Sinnstiftung, symbolischer Subtext, Heldenreise und implizite Religion charakterisiert.
Welche Rolle spielt der „Herr der Ringe“ als Beispiel?
Er dient als Paradebeispiel für ein Werk, das zwar keine explizite religiöse Lehre verbreitet, aber dennoch christlich geprägte Werte und Mythen transportiert.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Symbol und Zeichen?
Während ein Zeichen lediglich auf etwas hinweist, animiert ein Symbol das Individuum zur Vorstellung eines tieferen, meist nicht rational definierbaren Sinnzusammenhangs.
Was bedeutet die „Heldenreise“ im Kontext der Arbeit?
Die Heldenreise wird als universelles dramaturigisches Grundmuster nach Joseph Campbell und Christopher Vogler identifiziert, das moderne Filme mit biblisch-christlichen Erzählstrukturen verbindet.
Ist der Film aus Sicht der Autorin ein Religionsersatz?
Die Autorin äußert sich hierzu differenziert: Während Filme religiöse Funktionen übernehmen können, wird die Bezeichnung als reiner „Religionsersatz“ kritisch hinterfragt.
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- Johanna Plottek (Author), 2012, Religiöse Tendenzen in der populären Filmkultur? Eine Analyse des Blockbusters „Der Herr der Ringe“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232014