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Binnenmarktintegration vs. ‚soziales Europa‘

Zum Spannungsverhältnis zwischen dem gestiegenen Bedarf an ‚positiver‘ sozialer Integration und den strukturellen Hindernissen für deren Realisierung

Titel: Binnenmarktintegration vs. ‚soziales Europa‘

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christian Menz (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenwärtig lässt sich ein Spannungsverhältnis identifizieren zwischen dem durch die Europäische Integration gestiegenen Bedarf an sozialpolitischer Abstimmung auf der europäischen Ebene einerseits und dem Unwillen der Mitgliedstaaten andererseits, (zusätzliche) Autonomie- und Souveränitätsverluste in einem absoluten Kernbereich der Staatstätigkeit in Kauf zu nehmen. Früher oder später werden allerdings weitreichende politische Entscheidungen zur Auflösung der gegenwärtigen Widersprüche vonnöten sein. Dies gilt auch im Hinblick auf ein Hauptziel der Europäischen Union, namentlich die vollständige Realisierung der ‚vier Grundfreiheiten‘ (Freizügigkeit von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen), welche nur erreichbar scheint durch eine stärkere Zentralisierung wohlfahrtsstaatlicher Kompetenzen. Ob und wie allerdings das Dilemma zwischen dem gestiegenen Bedarf an ‚positiver‘ sozialer Integration und struktureller Hindernisse für deren Realisierung gelöst werden könnte, erscheint derzeit unklar. Wie die Untersuchung im Rahmen dieser Arbeit zeigt, sprechen viele Faktoren dafür, dass das gegenwärtige Ungleichgewicht zwischen ‚positiver‘ und ‚negativer‘ Integration auf absehbare Zeit nicht kleiner werden wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die veränderte Ausgangslage nationaler Sozialpolitik vor dem Hintergrund der europäischen Integration

2. Argumente für eine stärkere Integration im Bereich der Sozialpolitik

3. Hindernisse für die Europäisierung der Sozialpolitik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem steigenden Bedarf an positiver, sozialer Integration auf europäischer Ebene und den strukturellen Hindernissen, die einer solchen Realisierung entgegenstehen. Dabei wird analysiert, inwieweit die Europäische Union trotz ökonomischer Integration sozialpolitische Kernaufgaben integrieren kann oder ob strukturelle Faktoren dies langfristig verhindern.

  • Wohlfahrtsstaatliche Herausforderungen im europäischen Kontext
  • Die Asymmetrie zwischen negativer (Marktöffnung) und positiver (sozialer) Integration
  • Die Rolle der Offenen Methode der Koordinierung (OMK)
  • Institutionelle und politische Barrieren der europäischen Sozialpolitik
  • Zukünftige Szenarien für die europäische Identität und Solidarität

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung: Die veränderte Ausgangslage nationaler Sozialpolitik vor dem Hintergrund der europäischen Integration

Historisch gesehen war die Entwicklung von Sozialpolitik stets eng verknüpft mit der Herausbildung von Nationalstaaten. Sozialpolitik war also eine explizit nationalstaatliche Aufgabe und die zwischen oder innerhalb von einzelnen Ländern divergierende Ausgestaltung der Ziele, Strukturen, Institutionen und Inhalte der Staatstätigkeit im Bereich der Sozialpolitik wurde bestimmt durch auf nationaler Ebene vorherrschende kulturelle, historische, sozioökonomische und institutionelle Faktoren.

Auch wenn Charles de Gaulle seinerzeit mit seiner Vorstellung eines föderalen Europas ebenso gescheitert ist wie das von Jaques Delors in den 1990er Jahren initiierte Projekt, die Schaffung des Binnenmarktes durch hohe, europaweit gültige Sozialstandards und eine umfassende Einbindung der Sozialpartner in die Entscheidungsprozesse der Europäischen Union (EU) zu flankieren, so ist der europäische Einigungsprozess dennoch nicht ohne Folgen für die Ausgestaltung der nationalen Wohlfahrtsstaaten geblieben.

Ein Grundkonsens über Form und Substanz eines ‚sozialen Europas‘ besteht nach wie vor nicht innerhalb der Union, geschweige denn eine einheitliche Vorstellung darüber, welche konkreten Maßnahmen im Bereich der sozialpolitischen Integration ergriffen werden sollten (Beramendi 2007; Busemeyer et al. 2006). Fakt ist aber dennoch, dass auch für sämtliche Bereiche der Sozialpolitik viele Entscheidungen mittlerweile in Brüssel getroffen werden oder zumindest durch freiwillige, institutionalisierte Austauschprozesse zwischen den Mitgliedstaaten dort ihren Ausgangspunkt haben. Zudem sind sozialpolitische Anliegen längst auch – zumindest teilweise – europarechtlich verankert worden und zwar sowohl durch Bestimmungen im Primär- und Sekundärrecht als auch durch das Richterrecht des Europäischen Gerichtshofs (EuGH).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die veränderte Ausgangslage nationaler Sozialpolitik vor dem Hintergrund der europäischen Integration: Das Kapitel führt in die historische Verknüpfung von Sozialpolitik und Nationalstaat ein und beleuchtet den Wandel durch den europäischen Einigungsprozess, der zunehmend sozialpolitische Kompetenzen nach Brüssel verlagert.

2. Argumente für eine stärkere Integration im Bereich der Sozialpolitik: Hier werden die Gründe für eine notwendige Europäisierung erläutert, darunter die Sicherung von Lebensstandards, die Förderung sozialer Kohäsion und die Abwehr von Sozialdumping im europäischen Binnenmarkt.

3. Hindernisse für die Europäisierung der Sozialpolitik: Dieses Kapitel identifiziert strukturelle Barrieren wie die politische Handlungsunfähigkeit durch Verflechtungsfallen, nationale Pfadabhängigkeiten und das Fehlen einer europäischen Identität als Hemmnisse für eine umfassende sozialpolitische Integration.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchung zusammen und stellt fest, dass das gegenwärtige Ungleichgewicht zwischen negativer Marktintegration und fehlender sozialer Kompensation auf absehbare Zeit bestehen bleiben dürfte.

Schlüsselwörter

Sozialpolitik, Europäische Union, Binnenmarktintegration, Wohlfahrtsstaat, Offene Methode der Koordinierung, soziale Kohäsion, Europäischer Gerichtshof, Integration durch Recht, nationale Souveränität, Sozialdumping, soziale Integration, demokratisches Defizit, Pfadabhängigkeit, soziale Sicherung, wirtschaftliche Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen dem ökonomischen Integrationsprozess der EU und der nationalstaatlichen Sozialpolitik.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Kernfeldern zählen die wirtschaftliche Marktintegration, die Rolle des EuGH bei der Gestaltung von Sozialrecht sowie die Möglichkeiten und Grenzen der Offenen Methode der Koordinierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, das Spannungsverhältnis zwischen dem Bedarf an europäischer sozialpolitischer Abstimmung und den strukturellen Hindernissen für eine Kompetenzverlagerung zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und institutionentheoretische Analyse, basierend auf einer Auswertung aktueller Fachliteratur und Dokumenten zur EU-Governance.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl Argumente für eine stärkere soziale Integration als auch die tiefgreifenden politischen und strukturellen Hindernisse, wie das demokratische Defizit und nationale Interessen, diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind negative vs. positive Integration, Europäisierung, soziale Kohäsion und Wohlfahrtsstaat.

Welche Rolle spielt der Europäische Gerichtshof (EuGH) in diesem Kontext?

Der EuGH agiert als Hüter der Grundfreiheiten und prägt durch seine Rechtsprechung maßgeblich das soziale Gefüge in Europa, oft mit Folgen für nationale Arbeits- und Sozialrechte.

Was ist die Offene Methode der Koordinierung?

Sie ist ein politisches Instrument auf Basis freiwilliger Kooperation, das als Alternative zur direkten Gesetzgebung dient, um soziale Ziele durch gegenseitiges Lernen zu erreichen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Binnenmarktintegration vs. ‚soziales Europa‘
Untertitel
Zum Spannungsverhältnis zwischen dem gestiegenen Bedarf an ‚positiver‘ sozialer Integration und den strukturellen Hindernissen für deren Realisierung
Hochschule
Universität Bremen  (Zentrum für Sozialpolitik)
Veranstaltung
“Sozialwissenschaftliche Sozialpolitikanalyse: Sozialpolitik in Deutschland – Geschichte, Strukturen, Perspektiven”
Note
1,0
Autor
Christian Menz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V232020
ISBN (eBook)
9783656480730
ISBN (Buch)
9783656480488
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Europäische Integration Europäische Sozialpolitik OMK Offene Methode der Koordinierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Menz (Autor:in), 2011, Binnenmarktintegration vs. ‚soziales Europa‘, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232020
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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