Kinder sind das wichtigste Gut der Menschheit und bedürfen eines besonderen Schutzes. Als schwächstes Glied der Gesellschaft müssen ihre Rechte durch Erwachsene verfestigt werden. Man geht von sieben Grundbedürfnissen der Kinder aus. Diese sind das Bedürfnis nach beständigen liebevollen Beziehungen, nach körperlicher Unversehrtheit, Sicherheit und Regulation, das Bedürfnis nach Erfahrungen, die an individuelle Unterschiede angepasst sind, nach entwicklungsgerechten Erfahrungen und das Bedürfnis nach Grenzen und Strukturen. Das Bedürfnis nach stabilen, unterstützenden Gemeinschaften, nach kultureller Kontinuität und nach einer sicheren Zukunft für die Menschheit sind die Grundmauern der Kindheit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gemeinwesen und Gemeinwesenarbeit
3. Partizipation
4. Notwendigkeit von Kinderpartizipation
5. Politik für Kinder
6. Beginn der Kindheit
7. Ende der Kindheit
8. Geschichte
9. Entwicklung der Kinderrechte
9.1 Grundvoraussetzung
9.2 geistesgeschichtliche Prozess
9.3 Kind als Subjekt
9.4 Formulierung von Kinderrechten
9.5 völkerrechtlich bindende Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention von 1989
9.6 Etablierung
10. Aufbau der UN-Kinderrechtskonvention
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das Konzept der Kinderpartizipation vor dem Hintergrund historischer Entwicklungen und rechtlicher Grundlagen, insbesondere der UN-Kinderrechtskonvention, zu erläutern und deren Notwendigkeit im Kontext der Sozialen Arbeit zu unterstreichen.
- Historische Entwicklung des Kindheitsbildes und der Kinderrechte
- Strukturelle Analyse der UN-Kinderrechtskonvention
- Bedeutung von Partizipation für die gesellschaftliche Integration
- Die drei Basisnormen: Schutz, Förderung und Beteiligung
- Methodische Ansätze der Kinderbeteiligung in der Praxis
Auszug aus dem Buch
4. Notwendigkeit von Kinderpartizipation
Kinder und Jugendliche, die aktiv an Entscheidungen der Gestaltung ihrer Umgebung teilnehmen, dabei mitreden, mitgestalten und mitbestimmen dürfen, tragen zur Stärkung von demokratischen Strukturen bei. Sie sind noch nicht in der Lage, komplexe technische, wirtschaftliche oder rechtliche Zusammenhänge richtig einzuschätzen. Kinder und Jugendliche haben aber andere Kompetenzen, Fantasie, Kreativität, Spontanität und Begeisterungsfähigkeit, die Erwachsenen oft verloren gegangen sind. Eine Kommune, die die Ressourcen ihrer Bürger einschließlich Kinder für sich nutzen will, beteiligt auch ihre Schwächsten, die Kinder, an Entscheidungsprozessen ihrer Entwicklung. Die Beteiligung beginnt in den Köpfen der Erwachsenen. Wenn den Kindern die Möglichkeit gegeben wird, gestalterisch und politisch zu Handeln, entwickeln sie soziale Kompetenzen. Partizipation ist eine Grundhaltung von Pädagogik und Politik. Gemeinsames Handeln, Planen und mit Entscheidungen im Alltag zu treffen, ist Partizipation mit Kindern, auch wenn die Folgen für die Erwachsenen unbequem sein können, denn aktive Kinder und Jugendliche sind nicht nur in der Lage, Wünsche zu äußern, sondern auch Veränderungen zu bewirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den historischen Wandel der Kindheitswahrnehmung vom missbrauchten Subjekt hin zum Träger eigener Rechte im Rahmen moderner Menschenrechtsabkommen.
2. Gemeinwesen und Gemeinwesenarbeit: Definiert den Begriff des Gemeinwesens als soziales Gefüge und ordnet die Gemeinwesenarbeit als Arbeitsprinzip der Sozialen Arbeit ein.
3. Partizipation: Erläutert den etymologischen Ursprung und die unterschiedlichen Typen der Partizipation, wie etwa die allgemeine, problemspezifische oder parteiorientierte Teilhabe.
4. Notwendigkeit von Kinderpartizipation: Argumentiert für die Beteiligung von Kindern als Demokratie-förderndes Element, das Kompetenzen stärkt und Vandalismus vorbeugen kann.
5. Politik für Kinder: Zeigt anhand von Praxisbeispielen, wie Kindern über Internetportale spielerisch politische Bildung vermittelt werden kann.
6. Beginn der Kindheit: Erörtert die rechtlichen Unklarheiten bezüglich des Beginns der Kindheit, insbesondere im Hinblick auf die Rechtsfähigkeit nach Geburt.
7. Ende der Kindheit: Legt fest, dass das Ende der Kindheit international einheitlich mit der Vollendung des 18. Lebensjahres definiert wird.
8. Geschichte: Skizziert den langen historischen Weg von der rechtlosen Stellung des Kindes als Besitz bis hin zur Anerkennung als eigenständige Persönlichkeit.
9. Entwicklung der Kinderrechte: Analysiert die sechs Etappen der Entstehung von Kinderrechten von der Aufklärung bis zur internationalen Ratifizierung.
10. Aufbau der UN-Kinderrechtskonvention: Strukturiert die Konvention in Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte und unterstreicht das Kindeswohl als oberste Norm.
Schlüsselwörter
Kinderpartizipation, UN-Kinderrechtskonvention, Gemeinwesenarbeit, Kinderschutz, Kinderrechte, Demokratiebildung, Sozialarbeit, Mitbestimmung, Kindeswohl, Beteiligungsrechte, Förderrechte, Lebensumwelt, politische Bildung, Integration, gesellschaftliche Teilhabe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen, die Notwendigkeit und die rechtliche Einbettung von Kinderpartizipation innerhalb der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das historische Verständnis von Kindheit, die Entwicklung der Kinderrechte sowie die drei Säulen der UN-Kinderrechtskonvention: Schutz, Förderung und Beteiligung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Notwendigkeit der Partizipation von Kindern aufzuzeigen und zu erklären, wie diese durch gesetzliche Rahmenbedingungen abgesichert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung vorhandener Fachliteratur sowie rechtlicher Grundlagenwerke.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Begriff des Gemeinwesens, die Typen der Partizipation, die geschichtliche Entwicklung und der detaillierte Aufbau der UN-Kinderrechtskonvention erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kinderpartizipation, Kinderrechte, Kindeswohl und die UN-Kinderrechtskonvention.
Was unterscheidet die drei Basisnormen (Schutz, Förderung, Beteiligung)?
Schutz befasst sich mit der Abwehr von Gefahren (z.B. Missbrauch), Förderung mit der Bereitstellung von Lebensbedingungen (z.B. Bildung), während Beteiligung das Recht auf Mitsprache und Mitgestaltung sicherstellt.
Warum wird das Kindeswohl als "Zentralnorm" bezeichnet?
Das Kindeswohl-Vorrang-Gebot verpflichtet alle staatlichen und privaten Entscheidungsträger, das Wohlergehen des Kindes bei allen Maßnahmen als oberste Priorität zu behandeln.
Welche Rolle spielen die Zusatzprotokolle der Konvention?
Sie dienen der Erweiterung und Konkretisierung der Konvention, etwa durch das Verbot des Einsatzes von Kindern als Soldaten oder die Bekämpfung von Kinderhandel.
Welche Bedeutung hat das Projekt "mitWirkung" der Bertelsmann Stiftung?
Es dient als empirischer Beleg dafür, dass Kinderpartizipation in der Praxis erfolgreich umsetzbar ist und die Kompetenzen der teilnehmenden Kinder stärkt.
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- Carola Baumgart (Author), 2012, Die Notwendigkeit von Kinderpartizipation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232041