Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Linguistics

Wort- und Satzgliedstellung als Mittel der Komik (am Beispiel von Helge Schneider)

Title: Wort- und Satzgliedstellung als Mittel der Komik (am Beispiel von Helge Schneider)

Seminar Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Gent (Author)

German Studies - Linguistics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Wie in allen Sprachen dieser Erde lassen sich auch im Deutschen feste Regeln ausmachen, die dem Zweck dienen Satzbau und Wortstellung innerhalb eines Satzes zu ordnen, den Sinngehalt von Aussagen zu erhalten und somit eine korrekte Schreibweise zu ermöglichen. Die Relation von Subjekt - Prädikat - Objekt beispielsweise sollte jeder grammatikalisch richtigen Satzkonstruktion zugrunde liegen. Eine praktisch analysierende Hausarbeit zur Thematik „Wortstellung“, die sich mit der Untersuchung eines Schriftwerkes mit einwandfreier Wort- und Satzgliedstellung innerhalb der Topologie jedes einzelnen Satzes befasst, kann, meiner Meinung nach, kein wirklich interessanter Forschungsgegenstand sein. Die Suche nach einem geeigneteren, weniger perfekt verfassten Untersuchungsobjekt erscheint auf den ersten Blick schwer, da eine Umgehung, oder gar eine Außerkraftsetzung von Regeln zur grundlegenden Grammatik oder Semantik des Deutschen, nur schwer vorstellbar ist. Obgleich in der Umgangssprache längst an der Tagesordnung, werden solche Versuche, sich über bekannte und gewohnte Vorschriften hinwegzusetzen, in seriöser geschriebener Sprache nicht als korrekt anerkannt.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich aufgrund dieser Tatsache mit einer Kunstform, der Kunst der Komik. Anhand zweier Werke des Komikers und Buchautors Helge Schneider sollen Beispiele für konkrete Fälle oben angesprochener Art praktisch analysiert, differenziert und deren Wirkung auf den Leser theoretisiert werden. Es wird deutlich gemacht, wie der Humorist Schneider teils gewollt, teils ungewollt, Regeln des deutschen Sprachgebrauchs einfach vernachlässigt, aber auch wissentlich ignoriert, um auf diese Weise seine Art der Komik zu erschaffen. Kombiniert mit einem irrwitzigem Handlungsablauf, immer wieder willkürlich vorkommenden Ort- und Zeitsprüngen, mehr oder weniger sinnvollen Monologen oder Dialogen der Hauptfigur, Schneider selbst, und „seiner“ Sprache ergibt sich dessen unwiderstehliche Komik, die ihn hierzulande bekannt und beliebt werden ließ. Eine solch unorthodoxe Umgangsweise mit Satzbau und Wortstellung, wie sie von Helge Schneider praktiziert wird, macht seine Bücher zu idealen Untersuchungsobjekten zur Thematik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

1. Dilettantisch oder genial? - Der Sprachstil des Helge Schneider

2. Die unterschiedlichen schneider’schen Abwandlungen der Sprache

2.1 Die verschiedenen Stilblüten

2.1.1 Hypo- und parataktische Satzkonstruktionen

2.2 Satzgliedstellung - Die topologischen Felder

2.2.1 Vorfeld

2.2.2 Mittelfeld

2.2.3 Nachfeld

2.4 Thema-Rhema-Gliederung

2.4.1 Thematische Progression

3 Schluss

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Komiker und Autor Helge Schneider in seinen Werken bewusst mit den Regeln der deutschen Satzstruktur und Wortstellung bricht, um komische Effekte zu erzielen. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen syntaktischen Abweichungen, der Verletzung grammatikalischer Konventionen und der Entstehung von Humor theoretisch zu fundieren und praktisch an ausgewählten Textbeispielen zu analysieren.

  • Analyse des Sprachstils von Helge Schneider
  • Untersuchung der topologischen Felder (Vorfeld, Mittelfeld, Nachfeld)
  • Rolle der Thema-Rhema-Gliederung und thematischen Progression
  • Funktion syntaktischer Abweichungen als Mittel der Komik
  • Vergleich von hypotaktischen und parataktischen Konstruktionen

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Vorfeld

Vorfelder mit Länge von bis zu zwei ganzen Zeile werden kreiert:

Zack, Motor aus, und mit Handkantenschlägen die vier Typen, die jetzt auch angekommen waren und aus ihrem Sedan spritzten, zusammenschlagen war für den Kommissar ein außerordentliches Vergnügen. (Schneider 2001, 14)

Hier in diesem Beispiel besteht das Vorfeld aus einer ganz am Anfang des Satzes stehenden elliptischen Konstruktion, der eine Infinitivkonstruktion zugrunde liegt, was an sich schon unorthodox ist, gefolgt von einer subjektiv gebrauchten Infinitivkonstruktion, welche durch eine präpositionale Ergänzungen und ein Akkusativ-Objekt genauer beschrieben wird. Zusätzlich wird dieses Akkusativ-Objekt noch im Vorfeld durch einen Relativsatz näher bestimmt. Die hier platzierte thematische Komponente von erhöhtem Mitteilungswert erbringt die nötige Kontrastfunktion des Vorfeldes zum Nachfeld, die der Autor zur Verstärkung der beschriebenen skurrilen Geschehnisse, des Antagonismus von Gewaltausübung und außerordentlichem Vergnügen, benutzt. Berücksichtigt man hier noch die körperliche Beschaffenheit der Hauptperson wird dieser Widerspruch weiter untermauert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Rahmen fest und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der bewussten Verletzung grammatikalischer Regeln zur Erzeugung komischer Effekte.

2 Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Sprachstils, der topologischen Felder sowie der thematischen Struktur in Schneiders Werken.

1. Dilettantisch oder genial? - Der Sprachstil des Helge Schneider: Dieses Kapitel hinterfragt, ob die sprachlichen Auffälligkeiten bei Schneider beabsichtigte Stilmittel oder bloße Unwissenheit sind.

2. Die unterschiedlichen schneider’schen Abwandlungen der Sprache: Hier werden beispielhafte sprachliche Abweichungen eingeführt, die den Grundstock der Komik in den Werken bilden.

2.1 Die verschiedenen Stilblüten: Analyse der typischen „stilistischen Fehler“, Substantivierungen und Wortkreationen des Autors.

2.1.1 Hypo- und parataktische Satzkonstruktionen: Untersuchung des Wechsels zwischen komplexen Verschachtelungen und abgehackten Kleinstsätzen.

2.2 Satzgliedstellung - Die topologischen Felder: Erörterung der unkonventionellen Platzierung von Satzgliedern in den topologischen Feldern des Satzes.

2.2.1 Vorfeld: Detaillierte Analyse der Überfüllung und Ellipsenbildung im Vorfeld als Mittel zur Verstärkung skurriler Szenen.

2.2.2 Mittelfeld: Untersuchung der Erweiterung des Mittelfeldes zur Erläuterung von Pronomina entgegen gängiger Regeln.

2.2.3 Nachfeld: Analyse der Tendenz des Autors, das Nachfeld mit zahlreichen, teils zusammenhanglosen Ergänzungen zu füllen.

2.4 Thema-Rhema-Gliederung: Betrachtung der bewussten Missachtung der „bekannt vor unbekannt“-Regel durch den Autor.

2.4.1 Thematische Progression: Untersuchung der durch Sprünge gekennzeichneten Erzählweise und der Wirkung von Absätzen auf den Leser.

3 Schluss: Fazit der Arbeit, das festhält, dass die Sprache im Dienste der Komik ihre reguläre Funktion ändern kann und syntaktische „Fehler“ als Kunstmittel dienen.

Schlüsselwörter

Wortstellung, Satzgliedstellung, Helge Schneider, Komik, Topologie, Vorfeld, Mittelfeld, Nachfeld, Syntax, Thema-Rhema-Gliederung, Sprachstil, Literaturanalyse, Deutsche Grammatik, Stilblüten, Thematische Progression.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Schreibstil des Humoristen Helge Schneider, insbesondere seine unorthodoxe Handhabung der deutschen Syntax und Wortstellung als bewusste Methode zur Erzeugung von Komik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die topologische Satzstruktur, den Gebrauch von Hypotaxen und Parataxen sowie die Thema-Rhema-Gliederung in literarischen Texten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schneider durch die gezielte Verletzung oder Umgehung grammatikalischer Regeln in seinen Büchern eine spezifische, humorvolle Wirkung erzielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine praktisch-analytische Methode angewandt, bei der ausgewählte Textstellen aus zwei Werken Schneiders linguistisch analysiert und theoretisch eingeordnet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische syntaktische Phänomene wie die Besetzung topologischer Felder (Vor-, Mittel- und Nachfeld) sowie die thematische Progression und Stilblüten des Autors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wortstellung, Satzgliedstellung, topologische Felder, Syntax, Komik, Helge Schneider und thematische Progression charakterisiert.

Wie geht Helge Schneider mit dem Vorfeld in seinen Sätzen um?

Schneider nutzt extrem lange oder elliptische Vorfelder, die weit über das Standardmaß hinausgehen, um skurrile Situationen zu verstärken und den Kontrast zum Rest des Satzes zu schärfen.

Welchen Einfluss haben die "stilistischen Fehler" auf den Leser?

Diese Fehler wirken als Stilmittel, die den Leser irritieren und überraschen, wodurch seine Aufmerksamkeit gesteigert und die komische Wirkung der skurrilen Handlungsabläufe unterstützt wird.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Wort- und Satzgliedstellung als Mittel der Komik (am Beispiel von Helge Schneider)
College
University of Trier  (FB II: Germanistik)
Course
PS II Linguistik - Wortstellung
Grade
2,0
Author
Michael Gent (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V23212
ISBN (eBook)
9783638263795
Language
German
Tags
Wort- Satzgliedstellung Mittel Komik Beispiel Helge Schneider) Linguistik Wortstellung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Gent (Author), 2003, Wort- und Satzgliedstellung als Mittel der Komik (am Beispiel von Helge Schneider), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23212
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint