Die vorliegende Schriftenreihe "Hotspot - aktuelle Schriften zum Online-Medienmanagement" befasst sich mit den Herausforderungen, die das Internet für klassische Medienunternehmen stellt. Hotspot hat dabei das Ziel, aktuelle Entwicklungen aus dem Bereich Online-Medienmanagement aufzuzeigen und dabei eine interdisziplinäre Brücke zwischen Betriebswirtschaftslehre und Medienwirtschaft zu schlagen.
Alle veröffentlichen Beiträge sind Ergebnisse herausragender Forschungsarbeiten, die im Rahmen von Bachelor-, Studien- oder Projektarbeiten gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs Online – Medien – Management an der Hochschule der Medien Stuttgart durchgeführt wurden.
Die zweite Ausgabe beschäftigt sich mit Social TV. Insgesamt umfasst sie drei Essays und vier Fallstudien in englischer Sprache.
Den Auftakt macht der Beitrag „Social TV – Herausforderungen und Potentiale“. Er stellt neben einer Definition und Hintergrundinformationen über Social TV ein Social TV-Modell vor. Hierbei wird neben den in Bezug auf Social TV bereits etablierten Entwicklungsstufen des „Lean back“ und des „Lean forward“ das „Dive in“ als neue Dimension des Social TV vorgestellt. Fallstudien u.a. über About:Kate und der BBC Serie Sherlock runden den Beitrag ab.
Der zweite Beitrag „Second Screen: Analyse und Chancen am Beispiel des deutschen Fernsehmarktes“ beschäftigt sich mit den aktuell auf dem deutschen Fernsehmarkt verfügbaren Second Screen-Angeboten. Ebenso wird ein Blick auf den internationalen Fernsehmarkt geworfen. Da Thema Second Screen ist auch Thema des dritten Beitrags „Second Screen – Grundlagen und Nutzungsmuster“, der u.a. auf Grundlage einer empirischen Umfrage den Bedarf und das Potential von Second Screen aufzeigt. Es schließen sich im vierten Teil nationale und internationale Fallstudien zum Thema Social TV an. Die erste Fallstudie beschäftigt sich mit “Social TV Strategien für Der letzte Bulle” des Senders SAT1 und zeigt auf, wie für ein bewährtes Serienformat neue Konzepte entwickelt werden können. The case studies continue with English contributions, starting with an analysis of the Social TV potential for the US-Series Breaking Bad and for Germany’s Next Topmodel. The final contribution evaluates already existing innovations of Sky Deutschland’s current live football broadcast situation and suggests further potential ideas and technologies.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Social TV – Herausforderungen und Potentiale
3. Second Screen: Analyse und Chancen am Beispiel des deutschen Fernsehmarktes
4. Second Screen – Grundlagen und Nutzungsmuster
5. Fallstudien
5.1 Der letzte Bulle
5.2 The Future of Breaking Bad
5.3 Germany’s Next Topmodel
5.4 Sky Deutschland
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Publikation befasst sich mit den aktuellen Herausforderungen und Potenzialen von Social TV sowie Second-Screen-Angeboten im deutschen Fernsehmarkt. Ziel ist es, den Status quo der Zuschauerintegration zu analysieren, innovative Nutzungsmodelle zu evaluieren und Handlungsempfehlungen für Medienunternehmen zu entwickeln, um die Bindung der Zielgruppe an lineare TV-Formate durch transmediales Storytelling zu stärken.
- Social-TV-Modelle und Entwicklungsstufen (Lean back, Lean forward, Dive in)
- Analyse der Second-Screen-Strategien deutscher Fernsehsender (RTL, ProSiebenSat.1)
- Fallstudien zu nationalen und internationalen Formaten (u.a. "Der letzte Bulle", "Breaking Bad")
- Technologische Voraussetzungen für Interaktion (ACR, Soundprint, mobile Endgeräte)
- Strategische Weiterentwicklung der Zuschauerbindung durch Gamification und Storyfication
Auszug aus dem Buch
5.2.3 „Dive in“
Blickt man aber auf aktuelle innovative Projekte und ins Ausland, so wird es notwendig, die Dimensionen des „lean back“ und des „lean forward“ durch eine dritte Dimension zu erweitern, die als „dive in“ bezeichnet werden kann:
Hier verschmelzen Zuschauer und Fernsehangebot. Der Zuschauer wird zum Akteur und Co-Produzent der Fernsehinhalte. Fernsehsender können diese Art der Integration vor, während und nach den Sendungen nutzen. So können im Vorfeld von Sendungen Aktionen der Zuschauer, die im Zusammenhang mit der Sendung stehen, in die Sendung bzw. Serie übernommen werden. Insbesondere während Livesendungen können Kommentare auf Facebook, Twitter oder den Senderplattformen direkt in die Sendung eingebaut werden. Die Casting-Show "The Voice of Germany" praktiziert dies bereits mit Erfolg und baut Twitter-Meldungen als „Bauchbinde“ ins Fernsehbild und in die Moderation ein. Gleichzeitig twittern die Akteure der Show live und motivieren so Zuschauer, darauf zu reagieren.
„Das Zusammenspiel von Interaktion in ‚Join the Team‘ und Kommunikation und Information in Echtzeit in ‚ProSieben Connect‘ bietet dem Zuschauer die ideale Möglichkeit, sich selbst als Teil der Sendung zu fühlen – vor, während und nach jeder Ausstrahlung. Dadurch entsteht für jeden Fan ein einzigartiges und intensives Fernseh-Erlebnis.” (Markan Karajica, Vorsitzender der Geschäftsführung von ProSiebenSat.1 Digital)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitung zur Schriftenreihe "Hotspot" und Überblick über die thematische Fokussierung auf Social TV und aktuelle Forschungsergebnisse des Studiengangs Online-Medien-Management.
2. Social TV – Herausforderungen und Potentiale: Untersuchung der Begriffsdefinitionen, Vorstellung eines Social TV Modells mit den Dimensionen "Lean back", "Lean forward" und "Dive in" sowie Analyse des Paradigmenwechsels in der Fernsehlandschaft.
3. Second Screen: Analyse und Chancen am Beispiel des deutschen Fernsehmarktes: Detaillierte Betrachtung der Second-Screen-Angebote in Deutschland, inklusive technischer Voraussetzungen und empirischer Nutzerbefragungen.
4. Second Screen – Grundlagen und Nutzungsmuster: Theoretische Fundierung von Second Screen, Identifikation von Nutzertypen (Personas) und Ableitung von Konzeptmustern für interaktive Medienangebote.
5. Fallstudien: Praktische Analyse von Umsetzungsmöglichkeiten anhand der TV-Serien "Der letzte Bulle", "The Future of Breaking Bad", "Germany’s Next Topmodel" und "Sky Deutschland".
Schlüsselwörter
Social TV, Second Screen, Zuschauerintegration, Parallelnutzung, Transmediales Storytelling, Lean back, Lean forward, Dive in, Medienmanagement, Fernsehlandschaft, Interaktion, ProSieben Connect, RTL Inside, User-generated Content, Digitales Fernsehen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die veränderte Fernsehnutzung durch die parallele Verwendung von Internet-Endgeräten (Second Screen) und untersucht, wie Medienunternehmen diese Entwicklung durch Social-TV-Konzepte aktiv gestalten können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen Dimensionen, der Rolle des Zuschauers, der Analyse bestehender Senderplattformen sowie der Entwicklung innovativer Storytelling-Modelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Identifikation von Potenzialen, um die Zuschauerbindung an lineare Fernsehformate durch die Verknüpfung von TV-Content mit sozialen Netzwerken und interaktiven Applikationen zu erhöhen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zur Anwendung?
Die Arbeit basiert auf der Auswertung aktueller Studien zur Mediennutzung, einer Literaturanalyse zu Social-TV-Modellen sowie auf spezifischen Fallstudien, die durch eigene Nutzererfahrungen und Experteninterviews ergänzt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung eines Social-TV-Modells, die Analyse der Second-Screen-Landschaft in Deutschland und den internationalen Vergleich sowie konkrete Fallstudien zu verschiedenen Sendeformaten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Social TV, Second Screen, Zuschauerintegration, Parallelnutzung und transmediales Storytelling.
Was unterscheidet das "Dive in"-Modell von bisherigen Ansätzen?
Während "Lean back" (passiv) und "Lean forward" (aktiv) bekannte Stufen sind, beschreibt "Dive in" die höchste Integrationsstufe, bei der der Zuschauer zum Co-Produzenten wird und Inhalte eigenständig weiterentwickelt.
Warum ist die Analyse von "Der letzte Bulle" für die Untersuchung relevant?
Die Fallstudie dient als Modellbeispiel, um aufzuzeigen, wie ein bewährtes Krimi-Serienformat durch gezielte Zusatzangebote in einer Second-Screen-App zielgruppenspezifisch aufgewertet werden kann.
Welche Rolle spielt die "ProSieben Connect"-Plattform?
ProSieben Connect fungiert als zentraler Gegenstand der Analyse, da es als eine der führenden deutschen Applikationen die Verknüpfung von TV-Inhalten, Social Talk und Zuschauer-Votings beispielhaft umsetzt.
- Quote paper
- Prof. Dr. Constanze Sigler (Author), Constanze Sigler (Series editor), 2013, Social TV. Aktuelle Schriften zum Online-Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232173