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Volksparteien in der Krise? - Eine kritische Betrachtung der Niedergangsdebatte

Wahlforschung

Titre: Volksparteien in der Krise?  -  Eine kritische Betrachtung der  Niedergangsdebatte

Epreuve d'examen , 2010 , 126 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Richter (Auteur)

Politique - Système politique de l'Allemagne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Das Ergebnis der 17. Bundestagswahl vom 27. September 2009 bestätigte eine Entwicklung, welche nun schon seit Jahrzehnten zu beobachten und deren Ende nicht in Sicht ist. Es hält uns den scheinbar unaufhaltsamen Niedergang der beiden deutschen Volksparteien CDU und SPD vor Augen. Die Volksparteien stecken in einer tiefen Krise, womöglich in der tiefsten Krise Zeit ihres Bestehens. Hierbei handelt es sich keineswegs um eine an Übertreibung grenzende Aussage oder Meinungsmache, sondern um eine in der wissenschaftlichen Literatur, in den Medien und in der öffentlichen Meinung weit verbreitete Ansicht, welche nicht neu ist. Nie stand es schlechter um die beiden Volksparteien. Die CDU/CSU1 erreichte bei den Bundestagswahlen 2009 lediglich 33,8 Prozent aller abgegebenen Stimmen, die SPD gar nur 23 Prozent. Damit fuhr die CDU/CSU ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis nach 1949, die SPD gar das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit ein.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Indikatoren der Volksparteienerosion

2.1 Die Erosion des Wählerfundaments der Volksparteien

2.2 Die Erosion des Mitgliederfundaments der Volksparteien

3. Volksparteienerosion aus makrosoziologischer Erklärungsperspektive

3.1 Theoretische Grundlagen der cleavage und Milieu Theorie

3.2 Sozialstrukturelle Entwicklung in der BRD

3.2.1 Beruf und Wirtschaftssektoren

3.2.2 Konfession und Religion

3.3 Die Entwicklung der Parteipräferenzen in den verschiedenen Gruppen

3.3.1 Die Entwicklung der Parteipräferenz in Abhängigkeit von Stellung im Beruf und Gewerkschaftsmitgliedschaft

3.3.2 Die Entwicklung der Parteipräferenz in Abhängigkeit von Konfession und Religiosität

3.4 Der Erklärungsansatz in der Diskussion

4. Volksparteienerosion aus der Wertewandel Erklärungsperspektive

4.1 Theoretische Grundlagen der Wertewandeltheorie

4.2 Auswirkungen und Verlauf des Wertewandels in der BRD

4.3 Der Erklärungsansatz in der Diskussion

5. Volksparteienerosion aus sozialpsychologischer Erklärungsperspektive

5.1 Theoretische Grundlagen der Determinante der Parteiidentifikation

5.2 Dealignment als Abschwächung von Parteiidentifikation

5.3 Prüfung der Dealignment These

5.3.1 Entwicklung der Parteiidentifikation in der BRD

5.3.2 Kritische Auseinandersetzung mit den Erklärungsansätzen des Dealignments

5.4 Der Erklärungsansatz in der Diskussion

6. Abschließende Betrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die wissenschaftlich diskutierte Krise der deutschen Volksparteien CDU und SPD, mit dem Ziel, die Ursachen für deren langfristigen Erosionsprozess bei Wählerstimmen und Mitgliederzahlen auf Basis der maßgeblichen Literatur kritisch zu analysieren und zu bewerten.

  • Empirische Indikatoren der Volksparteienerosion (Wähler- und Mitgliederschwund)
  • Makrosoziologische Erklärungsansätze (Cleavage- und Sozialmilieu-Theorie)
  • Einfluss des Wertewandels nach Ronald Inglehart
  • Sozialpsychologische Analyse der Parteiidentifikation und Dealignment-Prozesse
  • Diskussion der empirischen Validität dieser Erklärungsansätze für die BRD

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Erosion des Wählerfundaments der Volksparteien

Im folgenden Teilabschnitt soll - anhand von Wahlergebnissen vergangener Bundes- und Landtagswahlen - aufgezeigt werden, inwieweit sich das Wählerverhalten der deutschen Bundesbürger in den letzten sechs Jahrzehnten gegenüber den beiden Volksparteien entwickelt hat.

Betrachtet man die Entwicklung der Stimmenkonzentration auf CDU/CSU und SPD seit Gründung der Bundesrepublik, so fällt auf, dass diese von unterschiedlichen Phasen geprägt ist. Elmar Wiesendahl unterteilt die Entwicklung der Stimmenanteile der Volksparteien in drei Phasen: die „Aufschwungsphase“, die „Hochphase“ und die „Abschwungphase“ (Wiesendahl 1998: 16f.). Die von 1949 bis 1961 zu erkennende Aufschwungphase ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Stimmenkonzentration auf Seiten der Volksparteien. Bei der Bundestagswahl von 1949 konnten sie zusammen 60,2 Prozent aller abgegebenen Stimmen erreichen. Bis zur Bundestagswahl von 1961 stieg der gemeinsame Stimmenanteil von CDU/CSU und SPD um mehr als zwanzig Prozentpunkte auf 81,5 Prozent an. Eine ähnliche Tendenz zeigen die Ergebnisse der Landtagswahlen. Auch hier konnten die beiden Volksparteien im genannten Zeitraum einen stetigen Stimmenzuwachs verzeichnen, sodass deren gemeinsamer Stimmenanteil bei den Landtagswahlen im Wahlzyklus 1957 bis 1961 ebenfalls an die 80-Prozentmarke heranreichte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt den Erosionsprozess der Volksparteien CDU und SPD anhand von Wahlergebnissen dar und formuliert die Forschungsfrage nach den Ursachen dieser Entwicklung.

2. Indikatoren der Volksparteienerosion: Dieses Kapitel analysiert quantitativ den langfristigen Rückgang bei Wählerstimmen und Parteimitgliedern als zentrale Anzeichen der Volksparteienkrise.

3. Volksparteienerosion aus makrosoziologischer Erklärungsperspektive: Hier wird untersucht, inwieweit der soziale Wandel und die Erosion traditioneller gesellschaftlicher Konfliktlinien (Cleavages) und Milieus den Rückgang der Volksparteien erklären können.

4. Volksparteienerosion aus der Wertewandel Erklärungsperspektive: Dieses Kapitel kritisiert die Theorie des Wertewandels von Ronald Inglehart und diskutiert, ob die Verschiebung von materialistischen zu postmaterialistischen Werten die Krise der Volksparteien plausibel macht.

5. Volksparteienerosion aus sozialpsychologischer Erklärungsperspektive: Hier wird der Prozess des Dealignments – also die Abschwächung langfristiger Parteiidentifikationen – als möglicher Erklärungsfaktor für die Krise analysiert.

6. Abschließende Betrachtung und Ausblick: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Krise nicht monokausal, sondern nur durch das Zusammenwirken verschiedener soziologischer und psychologischer Faktoren erklärt werden kann.

Schlüsselwörter

Volksparteien, CDU, SPD, Wählererosion, Mitgliederverlust, Cleavage-Theorie, Sozialmilieu, Wertewandel, Postmaterialismus, Parteiidentifikation, Dealignment, Politische Partizipation, Wahlbeteiligung, Strukturwandel, Parteienkrise

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifende Krise der beiden deutschen Volksparteien CDU und SPD und analysiert, warum diese über Jahrzehnte hinweg stetig an Wählerzuspruch und Mitgliedern verloren haben.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Analyse behandelt?

Zentrale Felder sind der Wählerschwund, der Mitgliederschwund, die Veränderung der Sozialstruktur, gesellschaftliche Wertewandlungsprozesse sowie die abnehmende Bindung der Wähler an die Parteien.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Wie kann auf Basis der maßgeblichen Literatur der Erosionsprozess beziehungsweise die Krise der CDU und SPD in der Bundesrepublik Deutschland erklärt werden?

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse in Kombination mit einer empirischen Auswertung von Wahlergebnissen, Mitgliederstatistiken und Daten zur gesellschaftlichen Wertestruktur und Parteibindung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Perspektiven: die makrosoziologische (Cleavage- und Milieutheorie), die wertewandeltheoretische und die sozialpsychologische (Parteiidentifikation und Dealignment).

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Volksparteienerosion, Parteiidentifikation, Cleavages, Wertewandel, Dealignment, Milieuerosion und Wählerbindung definiert.

Welche Rolle spielt die Wiedervereinigung für die Analysen?

Die Wiedervereinigung wird als strukturelle Zäsur betrachtet, die insbesondere die Daten zur Konfessionszugehörigkeit, zur Parteienbindung und zur Mitgliederstruktur beeinflusst hat und somit bei der Interpretation der Zeitreihen berücksichtigt werden muss.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Bedeutung von Parteimitgliedern?

Der Autor konstatiert, dass der Mitgliederschwund aufgrund ausbleibender Neueintritte dramatisch ist, da Parteimitglieder wichtige Funktionen erfüllen und die Parteien ohne diesen Nachwuchs drohen, den Anschluss an die Gesellschaft zu verlieren.

Ist der Wertewandel nach Inglehart als alleinige Ursache für die Krise anzusehen?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Wirkkraft des Wertewandels in der wissenschaftlichen Literatur oft überschätzt wurde und dieser nur sehr beschränkt als Erklärungsansatz für die Krise dienen kann.

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Résumé des informations

Titre
Volksparteien in der Krise? - Eine kritische Betrachtung der Niedergangsdebatte
Sous-titre
Wahlforschung
Université
University of Frankfurt (Main)
Note
1,0
Auteur
Sebastian Richter (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
126
N° de catalogue
V232264
ISBN (ebook)
9783656494492
ISBN (Livre)
9783656494188
Langue
allemand
mots-clé
Volkspartei cleavage Parteiidentifikation Milieu Wertewandel Inglehart Postmaterialismus Materialismus Dealignment Wahlprognose Wahlforschung Wahl Bundestagswahl Wähler
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sebastian Richter (Auteur), 2010, Volksparteien in der Krise? - Eine kritische Betrachtung der Niedergangsdebatte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232264
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Extrait de  126  pages
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