Schon als Kleinkind fängt der Mensch an, Erfahrungen zu sammeln. Stellt ein Kind fest, dass es die heiße Herdplatte lieber nicht ein zweites Mal berührt, da dies zu Schmerzen führt, so evaluiert es. Evaluation ist eine Methode, um Erfahrungswissen zu sammeln. Man sammelt Informationen, bewertet diese und fällt daraufhin Entscheidungen.
Besonders im politischen Prozess sind Evaluationen unerlässlich. Innerhalb des Modells des Policy-Cycles erfüllen Evaluationen die Aufgabe, Ergebnisse von politischen Programmen und Maßnahmen zu erfassen und zu bewerten. Außerdem wird überprüft, ob die gewollten Ziele und Wirkungen tatsächlich erreicht werden. Gleichzeitig hat sich die Evaluationsforschung als Teilbereich der Politikfeldanalyse etabliert, in der der Fokus auf den sozialen und wirtschaftlichen Folgen von politischen Programmen liegt.
Hierbei wird auch nach den intendierten und nicht-intendierten Wirkungen von Politiken geforscht. Evaluationen können oft einen sehr perspektivistischen Charakter annehmen.
Dieser hängt stark davon ab, welche Ziele und Wirkungen beobachtet werden,
und wer evaluiert bzw. wer eine Evaluation in Auftrag gegeben hat. Je nachdem welche Interessengruppen Einfluss haben, kann sie darauf ausgerichtet sein, eine bestimmte Politik zu unterstützen oder zu behindern. Damit können Evaluationen in einem gewissen Rahmen als politische Tätigkeit angesehen werden, die weitreichenden Einfluss auf Gestaltung, Kontrolle und Verabschiedung politischer Programme haben kann. Diese hohe Komplexität von Evaluationen, welche weit über ihre, auf den ersten Blick, kleine Rolle als simple Phase innerhalb des Policy-Cycles hinausgeht, soll im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit aufgezeigt werden. Hierfür ist es hilfreich, zunächst
die Entwicklung der Evaluationsforschung in den USA, Europa und Deutschland zu betrachten. Danach wird aufgezeigt, welche konkrete Anwendung sie in der Politikfeldanalyse findet und welche Kriterien bei der Bewertung von Evaluationen zu beachten sind. Ferner wird die Frage geklärt, ob und wodurch hierbei Probleme entstehen und wie diese möglichst vermieden werden können.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Entwicklung der Evaluationsforschung
I. Entwicklung in den USA
II. Entwicklung in Europa
III. Entwicklung in Deutschland
C. Anwendung von Evaluationen in der Politikfeldanalyse
I. Der Policy-Cycle
II. Anwendungsarten der Evaluationsforschung
III. Aufgabenfelder von Evaluationen
IV. Theorien und Methoden der Evaluationsforschung
D. Probleme in der Evaluationsforschung
E. Fazit
F. Literaturverzeichnisverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Evaluationsforschung in der Politik?
Sie dient dazu, Ergebnisse politischer Programme zu erfassen, zu bewerten und zu überprüfen, ob die beabsichtigten Ziele und Wirkungen tatsächlich erreicht wurden.
Welche Rolle spielt die Evaluation im Policy-Cycle?
Evaluation ist eine Phase innerhalb des politischen Prozesses, die Informationen für die Gestaltung, Kontrolle und Verabschiedung zukünftiger Programme liefert.
Wie hat sich die Evaluationsforschung entwickelt?
Die Forschung hat ihren Ursprung in den USA und hat sich über Europa auch in Deutschland als fester Teilbereich der Politikfeldanalyse etabliert.
Warum können Evaluationen politisch beeinflusst sein?
Da der Fokus einer Evaluation oft davon abhängt, wer sie in Auftrag gegeben hat, kann sie dazu genutzt werden, bestimmte Politiken zu unterstützen oder zu behindern.
Welche Probleme können bei Evaluationen auftreten?
Probleme entstehen oft durch Interessenskonflikte, die Auswahl beobachteter Wirkungen oder methodische Schwierigkeiten bei der Erfassung nicht-intendierter Folgen.
- Citation du texte
- Daniel Kolev (Auteur), 2013, Evaluationsforschung in der Politikfeldanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232280