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"White-minded Negroes" und "Uncle Tom leaders"

Die Beurteilung der Bürgerrechtsführer und die Verwischung von Grenzlinien der Kategorie "race" bei Malcolm X

Titel: "White-minded Negroes" und "Uncle Tom leaders"

Hausarbeit , 2007 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Schmetz (Autor:in)

Geschichte - Amerika
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als Martin Luther King am 28. August 1963 seine berühmte "I have a dream"-Rede als Höhepunkt des Marsches auf Washington hielt, schien das Konzept des gewaltlosen Protestes ein Ende der Segregationspolitik und die rechtliche Gleichstellung für African Americans in den Bereich des Möglichen zu rücken. Die Symbolkraft, die von dem perfekt inszenierten Auftritt ausging birgt aber auch Risiken, da alternative Auffassungen dadurch in den Hintergrund treten können.
Diese Arbeit soll deshalb die Argumentation von Malcolm X anhand seiner Rede "God's Judgement of White America" untersuchen, und feststellen, auf welche Weise er die Führer der Bürgerrechtsbewegung darstellt und ihre Beziehung zur weißen Bevölkerung der USA interpretiert. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier der rhetorischen Verwischung von Grenzlinien der Kategorie race, die Malcolm durch Einbeziehung von Klassen- und Identitätsaspekten impliziert. Anhand der Rede soll gezeigt werden, dass er versucht seinem Publikum ein differenzierteres Kategoriensystem in Bezug auf die schwarze Gemeinschaft in den USA näher zu bringen. So erkennt er nicht nur die Instanzen Black und White, wie sie in der klassischen Konzeption von race gegenübergestellt werden, sondern auch Zwischenstufen, wie etwa den "white-minded Negro".
In der Forschung zur anglo-amerikanischen Kultur- und Sozialgeschichte spielt das Konzept von race eine wichtige Rolle. Race ist keine an biologischen Maßstäben festgelegte Kategorie, sondern vielmehr ein gesellschaftliches Konstrukt und legt innerhalb einer von rassistischen Wertvorstellungen geprägten Gesellschaft bestimmte Grenzlinien fest, die unterschiedliche Gruppen in Abgrenzung zueinander definieren. Je nach Gruppenzugehörigkeit und abhängig von den Hegemonieverhältnissen in einer Gesellschaft wirken verschiedene Ausgrenzungs- und Benachteiligungsmechanismen. Hierbei ist zu beachten, dass derartige Mechanismen oft nicht allein durch race, sondern darüber hinaus durch Kategorien wie gender und class bedingt werden. Meist lassen sich diese drei zentralen Untersuchungsfelder nur gemeinsam betrachten, was sich auch im Rahmen dieser Arbeit zeigen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kontextbetrachtungen: Die Bürgerrechtsbewegung und die Nation of Islam

3 Die Bürgerrechtsführer und die Verwischung von Grenzlinien der Kategorie race

3.1 Quellenkritik

3.2 Religiöse Kategorien und biblische Rhetorik

3.3 Auslegung von Klassenaspekten

3.4 Die Darstellung des Marsches auf Washington

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Argumentationsstruktur von Malcolm X in seiner Rede "God's Judgement of White America", um aufzuzeigen, wie er durch die Verknüpfung von Klassen- und Identitätsaspekten ein differenziertes Kategoriensystem innerhalb der schwarzen Gemeinschaft der USA etabliert und etablierte Bürgerrechtsführer kritisch hinterfragt.

  • Rhetorische Verwischung von Kategorien wie race, class und gender
  • Die Rolle des Islams als identitätsstiftende Kraft gegenüber dem Christentum
  • Kritik an der "Integration" und der Rolle der "Big Six"
  • Interpretation des Marsches auf Washington als von weißen Eliten gesteuert

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung des Marsches auf Washington

Als Beispiel für eine Situation, die nach Malcolm im Umkreis einer künstlichen und von außen herbeigeführten Revolution eingeordnet werden muss, führt er den Marsch auf Washington an, der im Sommer 1963 stattfand. Wie bereits im vorangegangenen Kapitel unter Berücksichtigung von Klassenaspekten angedeutet wurde, sieht Malcolm diesen von den weißen Führungsschichten gelenkten Akt des Protestes als Ausdruck der an weißen Wertvorstellungen orientierten African Americans, die nur eine Minderheit innerhalb ihrer race ausmachen. Die "real black revolution" gerät durch derartige Infiltrationsmechanismen in Gefahr.

Im Kontext von Malcolms Beurteilung der Bürgerrechtsführer und des Marsches auf Washington spielt John F. Kennedy eine wichtige Rolle. Nachdem Malcolm die angespannte Situation in Birmingham beschrieben hat, wo sich African Americans gegen weiße Übergriffe wehrten und einen Marsch auf Washington proklamierten, um den Senat und das Weiße Haus unter Druck zu setzen, bezieht er den ermordeten Präsidenten in seine Interpretation des Marsches auf Washington ein:

When the late president saw that he couldn't stop the march, he joined it; he endorsed it; he welcomed it; he became a part of it; and it was he who put the six Negro civil rights leaders at the head of it.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie Malcolm X durch rhetorische Mittel Kategorien innerhalb der schwarzen Bevölkerung neu definiert.

2 Kontextbetrachtungen: Die Bürgerrechtsbewegung und die Nation of Islam: Dieses Kapitel bettet die Person Malcolm X und die Nation of Islam in das historische Umfeld der US-Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 1960er Jahre ein.

3 Die Bürgerrechtsführer und die Verwischung von Grenzlinien der Kategorie race: Das Hauptkapitel analysiert die rhetorische Strategie von Malcolm X, bestehende gesellschaftliche Kategorien durch religiöse und klassenspezifische Differenzierungen aufzuweichen.

3.1 Quellenkritik: Es werden die methodischen Herausforderungen bei der Analyse der historischen Rede als subjektive Quelle diskutiert.

3.2 Religiöse Kategorien und biblische Rhetorik: Dieser Abschnitt zeigt auf, wie Malcolm X religiöse Narrative nutzt, um eine Abgrenzung innerhalb der schwarzen Gemeinschaft vorzunehmen.

3.3 Auslegung von Klassenaspekten: Hier wird untersucht, wie Malcolm X soziale Schichtungen wie die "black bourgeoisie" den "black masses" gegenüberstellt.

3.4 Die Darstellung des Marsches auf Washington: Das Kapitel schließt mit einer Analyse der Kritik von Malcolm X an der Instrumentalisierung des Marsches durch liberale weiße Kräfte.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Grenzen der Untersuchung sowie die Komplexität der Identitätskonstruktion bei Malcolm X.

Schlüsselwörter

Malcolm X, Nation of Islam, Bürgerrechtsbewegung, Marsch auf Washington, race, class, Identität, Integration, black masses, white-minded Negroes, God's Judgement of White America, Elijah Muhammad, rhetorische Analyse, soziale Konstruktion, schwarze Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rhetorische Strategie von Malcolm X in seiner Rede "God's Judgement of White America" und wie er damit die Identität der schwarzen Bevölkerung in den USA thematisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Wechselwirkung zwischen religiösen Identitäten, Klassenunterschieden und der politischen Einordnung der Bürgerrechtsbewegung.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit analysiert, auf welche Weise Malcolm X die Führung der Bürgerrechtsbewegung darstellt und wie er durch die Verwischung von Grenzlinien der Kategorie "race" neue Unterscheidungen innerhalb der schwarzen Gemeinschaft vornimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die den historischen Kontext berücksichtigt und eine rhetorische Textanalyse der genannten Rede durchführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Quellenkritik, der Nutzung biblischer Rhetorik, der Klassendifferenzierung innerhalb der schwarzen Bevölkerung sowie der spezifischen Interpretation des Marsches auf Washington.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Malcolm X, Nation of Islam, Bürgerrechtsbewegung, black masses, white-minded Negroes und soziale Identitätskonstruktion.

Warum ordnet Malcolm X die Bürgerrechtsführer als "Uncle Tom leaders" ein?

Er tut dies, um ihre Rolle als Instrumente der weißen liberalen Elite zu kritisieren, die seiner Meinung nach die Interessen der schwarzen Bevölkerung untergraben, anstatt sie zu vertreten.

Welche Rolle spielt die Religion in der Argumentation von Malcolm X?

Religion dient Malcolm X als zentrales Differenzierungsmerkmal, um den Islam als authentische Identität gegenüber dem als "polytitheistisch" und fremdbestimmt kritisierten Christentum der weißen Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen.

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Details

Titel
"White-minded Negroes" und "Uncle Tom leaders"
Untertitel
Die Beurteilung der Bürgerrechtsführer und die Verwischung von Grenzlinien der Kategorie "race" bei Malcolm X
Hochschule
Universität zu Köln  (Abteilung für Anglo-Amerikanische Geschichte des Historischen Seminars)
Note
1,0
Autor
Christoph Schmetz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
17
Katalognummer
V232283
ISBN (eBook)
9783656488279
ISBN (Buch)
9783656491781
Sprache
Deutsch
Schlagworte
white-minded negroes uncle beurteilung bürgerrechtsführer verwischung grenzlinien kategorie malcolm
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Schmetz (Autor:in), 2007, "White-minded Negroes" und "Uncle Tom leaders", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232283
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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