Der Klimawandel hat begonnen und verläuft dynamischer als erwartet. Als Folge des Ausstoßes von Treibhausgasen ist die Temperatur im vergangenen Jahrhundert weltweit um durchschnittlich 0,7°C gestiegen. Dieser so genannte Klimawandel ist heute eine der zentralen Herausforderungen mit der sich Gesellschaft und Industrie konfrontiert sehen. Auf lange Sicht und angesichts der prognostizierten Anstiegs der Durchschnittstemperatur sowie der langfristig wachsenden Emissionsminderungserfordernisse, muss der Verkehr überproportional zur CO2-Emissionsminderung beitragen. Das Umweltbundesamt hält es für angebracht, als Minimalziel für 2020 auch im Verkehrssektor eine CO2- Emissionsminderung von 40 % gegenüber 1990 festzulegen. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn sich die Effizienz der Fahrzeuge – gemessen in CO2-Ausstoß pro Fahrzeugkilometer – gegenüber dem Trend deutlich verbessert. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung das „Regierungsprogramm Elektromobilität“ ins Leben gerufen. Dieses sieht für Deutschland große Chancen im Bereich der Elektromobilität. Es sei ein wichtiges Element der klimafreundlichen Energie- und Verkehrspolitik. Somit könnte es möglich sein, eine CO2-freie Fortbewegung zu schaffen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Strom für die Elektrofahrzeuge ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Die Unabhängigkeit von fossilen und immer knapper werdenden Brennstoffen wäre damit gegeben. Folglich ist Elektromobilität ein wichtiges Handlungsfeld für eine neuausgerichtete Energiepolitik.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemdarstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise
2 Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung im Bereich Elektromobilität
2.1 Ziele der Bundesregierung
2.2.1 Elektromobilität durch erneuerbare Energie
2.1.2 Batterieforschung
2.1.3 Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur
2.2 Bisherige Maßnahmen im Bereich der Ladeinfrastruktur
3 Theorie
3.1 Standortauswahl
3.1.1 Standortplanung
3.1.2 Standortfaktoren
3.1.3 Standtorterschließung
3.1.4 Beispiel einer Verteilung mit bestimmten Vorgaben
3.2 Kooperation
3.2.1 Motive der Kooperationsbildung
3.2.2 Eine Win-Win-Partnerschaft
3.2.3 Horizontale Kooperation
3.2.4 Vertikale Kooperation
3.2.5 Diagonale Kooperation
3.2.5.1 Kooperation Energieversorger mit dem Einzelhandel
3.2.5.2 Kooperation mit öffentlichen Parkhäusern
3.2.6 Probleme von Kooperationen
4 Konzept
Phase 1 Zielsetzung
Phase 2 Informationen sammeln
Phase 3 Analogien und Unterschiede zur Verteilung von Rettungswachen
Phase 4 Kooperationspartner suchen
Phase 5 Mögliche Schwachstellen beachten
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit erarbeitet ein Konzept für den Aufbau einer wirtschaftlichen Infrastruktur für Stromtankstellen in Deutschland, um das Ziel der Bundesregierung von einer Million Elektroautos bis 2020 zu unterstützen. Dabei wird untersucht, wie eine optimale Standortverteilung durch theoretische Ansätze und Kooperationsmodelle erreicht werden kann.
- Standortplanung und -faktoren für Stromtankstellen
- Kooperationsmodelle als strategischer Ansatz zur Infrastrukturentwicklung
- Analyse der Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung im Bereich Elektromobilität
- Übertragung von Logistikmodellen aus dem Rettungsdienst auf die Ladeinfrastruktur
- Anforderungen an das Käuferverhalten und die Batterietechnik
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Standortplanung
In der Betriebswirtschaftslehre wird der Begriff Standort meist als geographischer Ort definiert an dem ein Unternehmen Produktionsfaktoren einsetzt. Zur Ermittlung des optimalen Standortes bedarf es einerseits der Kenntnis der relevanten Standortfaktoren und andererseits eines Verfahrens, das es ermöglicht die quantitativen und qualitativen Wirkungen der relevant erachteten Standortfaktoren zu bewerten. Aufgabe der Standortplanung ist es, aus einer Vielzahl von möglichen Standorten einen bzw. mehrere so auszuwählen, dass eine weitestgehende Übereinstimmung zwischen Standortanforderungen und Standortbedingungen mit dem Ziel der Maximierung des wirtschaftlichen Erfolges gewährleistet wird. Dies kann realisiert werden, wenn für eine komplexe und unsichere Entscheidungssituation eine möglichst optimale Informationsgrundlage geschaffen wird. Die Standortplanung bzw. der Standortplanungsprozess ist auch durch eine hohe Komplexität gekennzeichnet und es kann erwähnt werden, dass die Initiierung und der Ablauf dieses Prozesses stets individuell und einzelfallabhängig sind. Im Allgemeinen wird der Standortentscheidungsprozess in vier bis fünf Phasen eingeteilt: Die Initiativphase, Konzeptphase, die Informationsbeschaffungs- und Bewertungsphase sowie letztendlich die Entscheidungsphase.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit der Elektromobilität vor dem Hintergrund des Klimawandels und stellt die Forschungsfrage zur Entwicklung eines Standortkonzepts für Stromtankstellen.
2 Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung im Bereich Elektromobilität: Dieses Kapitel erläutert die Regierungsziele zur Etablierung von Elektrofahrzeugen sowie den aktuellen Status der Batterieforschung und den Ausbau der Ladeinfrastruktur.
3 Theorie: Der theoretische Teil behandelt die wissenschaftlichen Grundlagen der Standortwahl sowie die verschiedenen Formen unternehmerischer Kooperationen als Instrument zur Marktdurchdringung.
4 Konzept: Hier wird ein schrittweises Vorgehensmodell für die Verteilung von Stromtankstellen entwickelt, das Analogien aus dem Rettungswesen nutzt und die Suche nach geeigneten Kooperationspartnern sowie Risikoanalysen umfasst.
5 Fazit: Das Fazit bewertet das erarbeitete Konzept und betont die Notwendigkeit flexibler Ladeinfrastrukturen und fortlaufender technologischer Innovationen.
Schlüsselwörter
Elektromobilität, Stromtankstellen, Standortplanung, Ladeinfrastruktur, Kooperation, Bundesregierung, Standortfaktoren, Rettungswachen, Standortentscheidung, Batterietechnik, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Infrastrukturaufbau, Diagonale Kooperation, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Konzepts zur wirtschaftlichen Verteilung von Stromtankstellen in Deutschland, um die Rahmenbedingungen für die angestrebte Million Elektrofahrzeuge zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die staatlichen Förderziele, die Theorie der Standortplanung, verschiedene Kooperationsmodelle mit dem Einzelhandel oder Parkhausbetreibern sowie die praktische Umsetzung durch ein Phasenmodell.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein praktikables Standortkonzept zu erarbeiten, das eine effiziente Versorgung von Elektrofahrzeugen mit Strom aus erneuerbaren Energien sicherstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Übertragung betriebswirtschaftlicher Standortplanungsmodelle und den Vergleich mit Infrastrukturkonzepten aus dem Rettungsdienst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Standortanalyse, die Darstellung von Kooperationsformen und die Ausarbeitung eines fünfphasigen Konzepts zur Standortverteilung inklusive einer Schwachstellenanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Elektromobilität, Standortplanung, Kooperationsmodelle, Ladeinfrastruktur und die politische Zielsetzung zur CO2-Reduktion.
Inwiefern hilft der Vergleich mit Rettungswachen bei der Planung von Stromtankstellen?
Der Vergleich dient als Analogie zur flächendeckenden Bedarfsdeckung. Wie bei Rettungswachen, die gesetzliche Hilfsfristen einhalten müssen, lässt sich für Stromtankstellen eine räumliche Verteilung ableiten, die eine Mindestreichweite der Fahrzeuge berücksichtigt.
Welche Rolle spielen Kooperationen mit dem Einzelhandel oder Parkhäusern?
Diese diagonalen Kooperationen ermöglichen es, Ladepunkte dort zu installieren, wo Fahrzeuge ohnehin längere Zeit stehen, wodurch die langen Ladezeiten für Kunden nutzbar gemacht werden und Synergieeffekte für beide Partner entstehen.
- Quote paper
- Jennifer Serabian (Author), 2012, Elektromobilität in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232292