Politik und Gesellschaft stehen heutzutage vor gewaltigen Herausforderungen die negativen Auswirkungen von globalem Wachstum und Industrialisierung in Grenzen zu halten. Nach einer Studie der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) von 2012, könnte sich die mittlere globale Erwärmung der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts auf 3° bis 6° Celsius belaufen, wenn heute keine ambitionierten Maßnahmen eingeleitet werden. Um dies zu verhindern wurde in der Vergangenheit das Ziel festgelegt, die Erderwärmung auf 2°Celsius zu beschränken.
Zur Einhaltung dieses Ziels ist es notwendig, dass Politik und Gesellschaft sich ihrer Verantwortung bewusst werden und gemeinsam Maßnahmen ergreifen. Auf der Seite der Unternehmen ist bereits zu erkennen, dass es heute kaum mehr ein größeres Unternehmen gibt, das keine Umweltschutzziele in seinen Unternehmensrichtlinien verankert hat. Nun gilt es, diese Versprechen auch einzulösen und den Weg hin zu einer nachhaltigen Entwicklung zu finden.
Ein Teil der Emissionen des klimaschädlichen Gases Kohlenstoffdioxid (CO2) wird von der Logistik, insbesondere dem Transportsektor verursacht. In Deutschland befindet sich der Transport auf Rang zwei der CO2-Emissionsverursacher. Dies macht deutlich, dass in diesem Bereich bereits bestehende Konzepte weiter ausgebaut und neue Lösungsansätze implementiert werden müssen, um den Anteil der Logistik an den klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren. Die Verfolgung ökologischer Ziele unterliegt dabei den Anforderungen des unternehmerischen Handlungskontextes.
Die Herausforderung in der Umsetzung nachhaltiger Konzepte ist es deshalb, ökologische als auch ökonomische Anforderungen miteinander zu verbinden und daraus möglichst ein zweifaches Potenzial abzuleiten.
Der Fokus in dieser Arbeit soll speziell auf die Distributionslogistik gerichtet werden. Sie weist einen hohen Anteil an physischen Transportleistungen auf und bietet dadurch das größte Potenzial in der Logistikkette, um durch die Realisierung von Nachhaltigkeitskonzepten zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Besonderes Augenmerk wird daher auf Konzepte zur Effizienzsteigerung von Transporten gerichtet werden. Zudem sollen auch die Auswirkungen von Logistikimmobilien und deren nachhaltige Anordnung im Distributionsnetzwerk Thema dieser Arbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Relevanz und Abgrenzung des Themas
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Relevante Grundlagen
2.1 Distribution
2.1.1 Definition der Distribution
2.1.2 Distribution als Teil der logistischen Kette
2.2 Nachhaltigkeit
2.2.1 Definition der Nachhaltigkeit
2.2.2 Nachhaltigkeit in der Logistik
2.3 Treiber nachhaltiger Logistik
2.3.1 Fossile Brennstoffe
2.3.2 Veränderung der gesellschaftlichen Wahrnehmung
2.3.3 Politische und rechtliche Rahmenbedingungen
3. Nachhaltigkeitskonzepte in der Distribution
3.1 Nachhaltigkeitskonzepte im Transport
3.1.1 CO2 effizienter Fuhrpark
3.1.2 Eco-Driving
3.1.3 Änderung des Modal Split – Modal Shift
3.2 Nachhaltige Logistikimmobilien
3.3 Nachhaltige Netzwerkstrukturkonzepte
3.3.1 Struktur der Distributionsnetzwerke
3.3.2 IT-Einsatz zur Optimierung der Routen- und Tourenplanung
3.3.3 Transportkonsolidierung in Konsolidierungszentren
4. Bewertung
4.1 Katalog der Kriterien
4.1.1 Ökonomisches Potenzial
4.1.2 Ökologisches Potenzial
4.1.3 Realisierbarkeit
4.2 Bewertung der Konzepte
4.2.1 CO2 effizienter Fuhrpark
4.2.2 Eco Driving
4.2.3 Änderung des Modal Split – Modal Shift
4.2.4 Nachhaltige Logistikimmobilien
4.2.5 Struktur der Distributionsnetzwerke
4.2.6 IT-Einsatz zur Optimierung der Routen- und Tourenplanung
4.2.7 Transportkonsolidierung mit Konsolidierungszentren
5. Zusammenfassung und Zukunftsausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, geeignete Handlungsfelder für den Einsatz von Nachhaltigkeitskonzepten in der Distributionslogistik zu identifizieren, deren ökonomisches und ökologisches Potenzial zu bewerten sowie ihre praktische Realisierbarkeit zu analysieren.
- Grundlagen der Distribution und Nachhaltigkeit
- Analyse der Treiber für nachhaltige Logistik
- Vorstellung verschiedener Nachhaltigkeitskonzepte (Transport, Immobilien, Netzwerke)
- Bewertung der Konzepte nach ökonomischen und ökologischen Kriterien
- Untersuchung der Umsetzbarkeit in der Praxis
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Struktur der Distributionsnetzwerke
Grundsätzlich muss jedes Unternehmen, das Güter zu seinen Kunden transportiert, sich für die Stufigkeit sowie horizontale Struktur seines Distributionsnetzwerkes entscheiden. Die Stufigkeit einer Lieferkette hängt davon ab, wie viele Zwischenstationen der Transport vom Erzeuger bis zum Kunde durchläuft. Dazu gehören zum Beispiel Umschlagpunkte, Läger oder auch Distributionszentren. Je größer die Anzahl der Zwischenstationen, desto größer ist die Stufigkeit des Netzwerkes. Dabei sind generell zwei Arten von Belieferungsformen zu unterscheiden. Die Direktbelieferung verzichtet dabei auf Zwischenstationen und führt den Transport direkt vom Produzent zum Kunden durch. Diese Variante bietet sich dann an, wenn ein Transport auf diesem Weg kontinuierlich vollständig ausgelastet ist. Die Alternative dazu stellt ein mehrstufiges Distributionsnetz dar. Dabei durchläuft der Transport eine oder mehrere Zwischenstationen auf dem Weg zum Kunden. Ein Beispiel für solch ein Distributionsnetz ist die Organisation in Zentralläger und Regionalläger. Diese Option bietet sich an, wenn die Direktbelieferung nicht genügend ausgelastet ist. Durch die Bündelung der Transporte in einer Zwischenstation wird so eine höhere Auslastung erreicht.
Die horizontale Struktur eines Netzwerks zeichnet sich durch die Anzahl der einer Distributionsstufe zugeordneten Logistikimmobilien. Je größer die Anzahl die Lägern und Distributionszentren, desto breiter ist die horizontale Struktur.
In der Vergangenheit, besonders seit den 80er Jahren, haben die Logistikfachleute bei der Gestaltung von logistischen Netzwerken in erster Linie die Faktoren Kosten und Geschwindigkeit in den Blickpunkt gestellt, was zu einer Zentralisierung der Knotenpunkte innerhalb der Netzwerke geführt hat. Doch unter wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit in der Logistik, müssen bisherige Zielsysteme um den Faktor Ökoeffizienz erweitert werden, was zu Ergebnissen führen kann, die vom Status Quo abweichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz einer nachhaltigen Distributionslogistik ein und definiert die Zielsetzung sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit.
2. Relevante Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe der Distribution, die logistische Kette sowie die verschiedenen Aspekte und gesellschaftlichen Treiber der Nachhaltigkeit.
3. Nachhaltigkeitskonzepte in der Distribution: Hier werden konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit in den Bereichen Transport, Logistikimmobilien und Netzwerkstruktur detailliert vorgestellt.
4. Bewertung: Dieses Kapitel bewertet die zuvor vorgestellten Konzepte anhand von ökonomischen, ökologischen und realisierbarkeitsbezogenen Kriterien.
5. Zusammenfassung und Zukunftsausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der nachhaltigen Distribution.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Distributionslogistik, Ökoeffizienz, Transportmanagement, CO2-Reduktion, Logistikimmobilien, Netzwerkstruktur, Konsolidierung, Modal Shift, Tourenplanung, Umweltschutz, Kosteneffizienz, Supply Chain Management, grüne Logistik, Nachhaltigkeitsbewertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration und Bewertung von Nachhaltigkeitskonzepten innerhalb der Distributionslogistik.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt die Bereiche Transport (Fuhrpark, Eco-Driving, Modal Split), Logistikimmobilien sowie die Gestaltung effizienter Netzwerkstrukturen ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Handlungsfelder für mehr Nachhaltigkeit in der Distribution aufzuzeigen und diese hinsichtlich ihres ökonomischen Potenzials, ökologischen Nutzens und ihrer praktischen Umsetzbarkeit zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematische theoretische Aufarbeitung der Grundlagen und eine anschließende kriteriengestützte Bewertung der verschiedenen Logistikkonzepte.
Was ist der Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil analysiert, wie durch technologische Anpassungen am Fuhrpark, energetische Optimierung von Immobilien und intelligente Netzwerkgestaltung CO2-Emissionen und Kosten gesenkt werden können.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Zentrale Begriffe sind Ökoeffizienz, Distributionslogistik, Nachhaltigkeit, Transportkonsolidierung und Supply Chain Management.
Wie wirkt sich die Wahl des Modal Split auf die CO2-Bilanz aus?
Der Modal Shift hin zu Verkehrsträgern wie Bahn oder Schiff kann die Emissionen deutlich reduzieren, wobei dies stark vom jeweiligen Streckenprofil abhängt.
Warum ist die Kooperation für eine nachhaltige Distribution wichtig?
Da viele Maßnahmen wie Konsolidierungszentren unternehmensübergreifende Prozesse erfordern, ist die Kooperation zwischen verschiedenen Wirtschaftssubjekten ein entscheidender Erfolgsfaktor für eine nachhaltige Entwicklung.
- Citar trabajo
- Andre Roux (Autor), 2013, Green Distribution. Bewertung ausgewählter Konzepte zur Realisierung einer nachhaltigen Distribution, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232384