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Die Neuerungen des IAS 19: Pensionsrückstellungen

Titel: Die Neuerungen des IAS 19: Pensionsrückstellungen

Bachelorarbeit , 2013 , 58 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marie-Theres König (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Deutschland hat jeder Arbeitnehmer seit 2002 einen rechtlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jedes Unternehmen zwingend eine Betriebsrente zahlen muss. Lt. Betriebsrentengesetz ist das Unternehmen aber verpflichtet, seinen Arbeitnehmern einen „externen Finanzierer“ (u.a. Pensionsfonds und Pensionskassen) zu vermitteln. Pensionsrückstellungen stellen bei vielen Unternehmen einen nicht unerheblichen Passivposten in der Bilanz dar. Bei der BASF AG z.B. betrug der Anteil der Pensionsrückstellungen an der Bilanzsumme 5,21 % im Geschäftsjahr 2011. Bei der Lufthansa AG bildeten die Pensionsrückstellungen im selben Geschäftsjahr sogar 7,71 % der Bilanzsumme.
Die Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen sowie die damit verbundenen Risiken wurden in den letzten Jahren wie kaum ein anderes Bilanzierungsthema kontrovers diskutiert. Oftmals liegen der Zeitpunkt der Zusage und das Datum der Erfüllung der Pensionsverpflichtung weit auseinander, was dazu führt, dass sich die Unternehmen einem hohen und im Zeitablauf tendenziell wachsenden Verpflichtungsaufwand gegenübersehen. Aufgrund ihrer Komplexität, bestimmter Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte sowie Gewinnglättungsmöglichkeiten bei der Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen bzw. Verlusten, ist die Darstellung der Pensionsverpflichtungen im Jahresabschluss für ihre fehlende Transparenz berüchtigt.
Zielsetzung dieser Bachelorarbeit ist es, die aktuelle Fassung des IAS 19 (Januar 2012) und die damit verbundenen Neuerungen dahingehend zu untersuchen, ob und inwieweit der überarbeitete Standard den Bilanzadressaten nützlichere sowie entscheidungsrelevantere Informationen bieten kann. Die Beurteilung basiert dabei auf dem true-and-fair-view-Ansatz und den qualitativen Kriterien des Frameworks der Rechnungslegung nach IFRS. Als diese gelten die Merkmale, durch welche die im Abschluss erteilten Informationen für die Adressaten nützlich werden. Die vier wichtigsten qualitativen Anforderungen sind Verständlichkeit, Relevanz, Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt aufgrund der Komplexität des Standards auf den Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Gang der Untersuchung

2 Rechnungslegung für Pensionsverpflichtungen nach IAS 19

2.1 Entwicklungsgeschichte des IAS 19

2.2 Anwendungsbereich und Zielsetzung

2.3 Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

2.3.1 Beitragsorientierte Pläne

2.3.1.1 Definition

2.3.1.2 Bilanzierung und Bewertung

2.3.2 Leistungsorientierte Pläne

2.3.2.1 Definition

2.3.2.2 Bilanzierung und Bewertung

2.3.2.2.1 Bilanzierungssystematik von IAS 19

2.3.2.2.2 Bewertung der Pensionsrückstellung

2.3.2.2.2.1 Ermittlung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung

2.3.2.2.2.2 Planvermögen

2.3.2.2.3 Die Komponenten des Pensionsaufwands

2.3.2.2.3.1 Dienstzeitaufwand

2.3.2.2.3.2 Zinsaufwand

2.3.2.2.3.3 Erwarteter Ertrag aus Planvermögen

2.3.2.2.3.4 Gewinne/Verluste aus Plankürzungen und Abgeltungen

2.3.2.2.4 Anhangangaben

2.3.2.3 Neuerungen hinsichtlich des Pensionsaufwands

2.3.2.3.1 Geänderte Darstellung des Pensionsaufwands in der Gesamtergebnisrechnung

2.3.2.3.2 Dienstzeitkomponente

2.3.2.3.3 Komponente Netto-Zinsaufwand

2.3.2.3.4 Neubewertungskomponente

2.3.3 Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste

2.3.3.1 Entstehung

2.3.3.2 Erfassung

2.3.3.2.1 Korridormethode

2.3.3.2.2 Sofortige GuV-wirksame Erfassung

2.3.3.2.3 OCI-Methode

2.3.3.3 Neuerungen hinsichtlich der Behandlung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten

2.3.3.3.1 Abschaffung der Glättungsmechanismen

2.3.3.3.2 Ausweitung der Angabepflichten

2.4 Exkurs: Altersteilzeit

2.4.1 Bilanzierung und Bewertung

2.4.2 Neuerungen

3 Kritische Würdigung der Neuerungen des IAS 19

3.1 Kritische Würdigung der Neuerungen im Hinblick auf den true-and-fair-view-Ansatz und die qualitativen Kriterien

3.1.1 Rahmenkonzept der IFRS

3.1.2 Abhandlung der qualitativen Kriterien in der aktuellen Diskussion

3.1.2.1 Kritische Abwägung der zeitverzögerten Erfassung

3.1.2.2 Soforterfassung als einzig zulässiges Verfahren

3.1.2.3 Anhangangaben

3.1.2.4 Altersteilzeit

3.2 Ausstrahlungseffekte auf das HGB

3.2.1 Überblick zur gesetzlichen Grundlage für Pensionsverpflichtungen nach HGB

3.2.2 Würdigung

3.2.3 Vergleich der beiden Rechnungslegungsvorschriften

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Neufassung des IAS 19 (rev. 2011) mit dem Ziel zu beurteilen, inwieweit die Änderungen den Bilanzadressaten nützlichere und entscheidungsrelevantere Informationen liefern. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich die neuen Vorschriften zur Bilanzierung von Pensionsrückstellungen sowie Altersteilzeitverpflichtungen auf die Transparenz und Qualität der Rechnungslegung auswirken.

  • Analyse der Änderungen in der Darstellung und Bewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen.
  • Untersuchung der Auswirkungen der Abschaffung der Korridormethode auf die Bilanzvolatilität.
  • Kritische Würdigung der Neuerungen unter Anwendung des true-and-fair-view-Ansatzes und der IFRS-Rahmenkonzept-Kriterien.
  • Betrachtung der Ausstrahlungseffekte der IAS 19-Neuerungen auf die handelsrechtliche Rechnungslegung nach HGB.

Auszug aus dem Buch

2.3.2.2.2.1 ERMITTLUNG DES BARWERTS DER LEISTUNGSORIENTIERTEN VERPFLICHTUNG

Das einzige nach IAS 19 zugelassene versicherungsmathematische Verfahren zur Ermittlung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtung ist die Methode der laufenden Einmalprämien (projected unit credit method ,kurz: PUCM). Nach diesem Anwartschaftsbarwertverfahren erarbeitet sich der Arbeitnehmer in jedem Dienstjahr einen „Baustein“ seines letztendlichen Rentenanspruchs. Die Summe der abgezinsten erdienten „Bausteine“ bildet den Barwert der Verpflichtung zum Abschlussstichtag. Dieser wird in der IFRS-Rechnungslegung als Defined Benefit Obligation (DBO) bezeichnet.

Bei der Ermittlung einer DBO wird in drei Schritten vorgegangen:

Schritt 1: Für jeden Arbeitnehmer wird die Höhe der künftigen Pensionszahlungen geschätzt. Die Höhe richtet sich zum einen nach der vertraglichen Vereinbarung, zum anderen nach versicherungsmathematischen Parameter wie Sterblichkeit, Invalidität, Hinterbliebenensituation sowie Gehalts- und Renten-steigerungen und Zinssätze (die sog. demographischen und finanziellen Annahmen). Da die Ermittlung dieser Parameter sehr aufwendig ist, greifen viele Unternehmen auf Richttafeln zurück (z.B. derzeit: Richttafeln Klaus Heubeck 2005 G).

Schritt 2: Die geschätzte künftige Pensionsleistung wird auf den vorgesehenen Zeitpunkt der Pensionierung abgezinst, um so die Beträge zu bestimmen, die bei Renteneintritt der jeweiligen Arbeitnehmer zur Verfügung stehen müssen. Der Zinssatz richtet sich gem. IAS 19.78 nach Stichtags-Marktrenditen langfristiger Unternehmensanleihen hoher Qualität (high quality corporate bonds, kurz: HQCB). Bei den HQCB handelt es sich um Unternehmensanleihen, die zu einer der beiden höchsten Ratingklassen gehören.

Schritt 3: Der in Schritt 2 ermittelte Barwert der Verpflichtung zum Renteneintritt wird auf die aktiven Dienstjahre des Arbeitnehmers, gemäß dem zugrunde liegenden Pensionsplan, verteilt. Das Resultat dieser Verteilung ist dabei die Bestimmung des Dienstzeitaufwands in einer jeden Periode. Dafür wird der Barwert des Anteils ermittelt, der auf die bis zum Bilanzstichtag bereits erbrachten Dienstperioden entfällt. Dieser bereits erdiente Teil wird auf den Bilanzstichtag abgezinst. Damit ergibt sich die DBO als Barwert der bis zum Bilanzstichtag erdienten Leistungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der betrieblichen Altersvorsorge und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Neuerungen des IAS 19 im Hinblick auf deren Nutzen für Bilanzadressaten zu untersuchen.

2 Rechnungslegung für Pensionsverpflichtungen nach IAS 19: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen der Pensionsbilanzierung nach IAS 19 dar, einschließlich der Abgrenzung von beitrags- und leistungsorientierten Plänen sowie der detaillierten Neuerungen durch die Überarbeitung 2011.

3 Kritische Würdigung der Neuerungen des IAS 19: Das Hauptkapitel analysiert die Auswirkungen der Neuregelungen unter Rückgriff auf das IFRS-Rahmenkonzept und prüft die Ausstrahlungseffekte auf das HGB.

4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Neuerungen trotz berechtigter Kritikpunkte einen wichtigen Schritt in Richtung einer transparenteren und informationsorientierteren Rechnungslegung darstellen.

Schlüsselwörter

IAS 19, Pensionsverpflichtungen, Leistungsorientierte Pläne, Bilanzierung, Bewertung, DBO, Planvermögen, Pensionsaufwand, OCI-Methode, Korridormethode, Altersteilzeit, true-and-fair-view, IFRS, Rechnungslegung, Sensitivitätsanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aktuelle Fassung des internationalen Rechnungslegungsstandards IAS 19 „Leistungen an Arbeitnehmer“ mit einem speziellen Fokus auf die umfangreichen Neuerungen, die durch die Revision 2011 eingeführt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Bilanzierung leistungsorientierter Pensionspläne, die geänderte Darstellung des Pensionsaufwands, die Behandlung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste sowie die Auswirkungen auf Altersteilzeitverpflichtungen.

Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu untersuchen, ob der überarbeitete Standard IAS 19 den Bilanzadressaten nützlichere und entscheidungsrelevantere Informationen liefert, unter Anwendung des true-and-fair-view-Ansatzes.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse auf Basis des IFRS-Frameworks (Rahmenkonzept) und ergänzt diese durch die Diskussion aktueller Fachliteratur sowie Praxisbeispiele, um die Auswirkungen der neuen Bilanzierungsmethoden zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Pensionsbilanzierung nach IAS 19 und die Neuerungen (wie die Dienstzeit- und Netto-Zinskomponente) erläutert. Anschließend findet eine kritische Würdigung im Hinblick auf qualitative Kriterien und ein Vergleich mit dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) statt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind IAS 19, Pensionsverpflichtungen, Defined Benefit Obligation (DBO), Planvermögen, OCI-Methode, Korridormethode, Altersteilzeit, Volatilität und Rechnungslegungsqualität.

Was bedeutet die Abschaffung der Korridormethode konkret?

Die Abschaffung bedeutet, dass Unternehmen versicherungsmathematische Gewinne und Verluste nicht mehr über einen Korridor glätten und zeitverzögert erfassen dürfen, sondern diese unmittelbar und vollständig im sonstigen Ergebnis (OCI) ausweisen müssen.

Warum ist die neue Klassifizierung der Altersteilzeit für die Bilanz relevant?

Durch die Einstufung als „other long-term employee benefits“ entfällt die sofortige Einmalbelastung in der GuV. Stattdessen müssen die Aufstockungsbeträge nun über die Dienstzeit verteilt angesammelt werden, was dem Grundsatz der periodengerechten Erfolgsermittlung entspricht.

Inwieweit beeinflusst der IAS 19 die HGB-Rechnungslegung?

Obwohl durch das BilMoG eine gewisse Annäherung an IFRS-Konzepte stattfand, zeigt die Arbeit, dass aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen (Volatilitätsreduktion im HGB vs. Fair-Value im IFRS) keine vollständige Konvergenz hinsichtlich der Erfassung von versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten möglich ist.

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Neuerungen des IAS 19: Pensionsrückstellungen
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg  (Institut für Bank-, Finanz- und Rechnungswesen)
Note
1,3
Autor
Marie-Theres König (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
58
Katalognummer
V232405
ISBN (eBook)
9783656506478
ISBN (Buch)
9783656507109
Sprache
Deutsch
Schlagworte
IFRS IAS19 Bilanzierungssystematik Pensionsrückstellungen Ermittlung des Barwert Beitragsorientierte Pläne Leistungsorientierte Pläne Pensionsaufwand Neuerungen hinsichtlich des Pensionsaufwands Korridormethode OCI-Methode Sofortige GuV-wirksame Erfassung Ausweitung der Angabepflichten Altersteilzeit Ausstrahlungseffekte auf das HGB true-and-fair-view-Ansatz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie-Theres König (Autor:in), 2013, Die Neuerungen des IAS 19: Pensionsrückstellungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232405
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  58  Seiten
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