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Freundschaft und Sexualität bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung unter den Bedingungen einer Großeinrichtung

Title: Freundschaft und Sexualität bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung unter den Bedingungen einer Großeinrichtung

Diploma Thesis , 2003 , 92 Pages , Grade: 2

Autor:in: Julja Hufeisen (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Freundschaft, Liebe und Sexualität sind untrennbar mit dem Menschsein verbunden. Gerade der Sexualität kommt im Zuge der sexuellen Liberalisierung der letzten Jahrzehnte ein gewichtiger Anteil bei der ganzheitlichen Erfassung des Menschen zu. Diese Ganzheitlichkeit muss auch für Menschen mit geistiger Behinderung von Gültigkeit sein. Dennoch ist es eine Tatsache, dass diesen Personen sowohl von Laien als auch vielfach noch von Professionellen unterstellt wird, das geistige Handicap bewirke stets eine behinderungsspezifische Modifikation des Sexualverhaltens, welches deshalb am besten gar nicht erst zu Tage treten sollte. Diese Haltung vehement kritisierend betont FEUSER dagegen, die Sexualität eines geistig behinderten Menschen und seine daran orientierten Wünsche seien "[...] so wirklich wie die unsrigen. Sie ihm derart abzusprechen ist in gleicher Weise ein Schritt seiner Entmündigung wie seiner Entmenschlichung." 1 Schon hier wird deutlich, dass wir Menschen ohne geistige Behinderung es sind, welche die Geschlechtlichkeit von und zwischen geistig behinderten Erwachsenen als problematisch ansehen. In dieser Arbeit möchte ich aufzeigen, dass die Schwierigkeiten bezüglich der Sexualität dieser Personengruppe nicht primär in der Behinderung selbst liegen, sondern ihre Ursachen in den alltäglichen Einschränkungen, Abhängigkeiten und fremdbestimmten Lebensbedingungen dieser Menschen haben. Diese allgemeine Einschränkung der selbstbestimmten Lebensführung erhält oft noch eine zusätzliche Steigerung, wenn der Betreffende in einer stationären Großeinrichtung untergebracht ist. Im Hauptteil dieser Arbeit möchte ich deshalb insbesondere die institutionellen Einschränkungen des partnerschaftlichen und sexuellen Lebens der Bewohner solcher Einrichtungen diskutieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

2.1 Definition von Freundschaft

2.2 Definition von Sexualität

2.3 Definition von geistiger Behinderung

3. Die Entwicklung der menschlichen Sexualität

3.1 Sexuelle Entwicklung im Kindesalter

3.2 Entwicklung während der Pubertät

3.2.1 Allgemeiner Teil

3.2.1 Aspekte der psychosozialen Pubertätsentwicklung

3.2.2 Behinderungsspezifische Probleme während der Pubertät

4. Bedeutung von Freundschaft und Sexualität für Menschen mit geistiger Behinderung

4.1 Bedeutung von Freundschaft

4.2 Bedeutung von Sexualität

5. Sexualität und sexuelle Partnerschaft bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung

5.1 Sexualverhalten geistig behinderter Menschen

5.1.1 Sexualität als Kommunikationsmittel und im sogenannten Mittelbereich

5.1.2 Genitalsexualität

5.2 Störungen im Sexualbereich

5.4 Exkurs: Sexuelle Ausdrucksformen geistig schwerstbehinderter Menschen

6. Kinderwunsch und Elternschaft geistig behinderter Menschen

6.1 Allgemeiner Teil

6.2 Rechtliche und persönliche Lage von Eltern mit geistiger Behinderung

7. Empfängnisverhütung

7.1 Allgemeiner Teil

7.2 Reversible Methoden der Empfängnisverhütung

7.3 Sterilisation

7.3.1 Allgemeiner Teil

7.3.2 Historische Dimension der Sterilisation

7.3.3 Sterilisation nach dem Betreuungsgesetz von 1992

8. Institutionelle Einschränkungen der Sexualität geistig behinderter Menschen

8.1 Rechtlicher und konzeptioneller Anspruch auf ein normalisiertes (Sexual)Leben der Bewohner

8.2 Diskrepanz zwischen diesen Ansprüchen und der Heimrealität

8.2.1 Einschränkungen durch institutionelle Rahmenbedingungen

8.2.2 Einschränkungen durch das Verhalten der Mitarbeiter

8.2.3 Auswirkungen auf die Bewohner

9. Sexueller Mißbrauch in Einrichtungen der Behindertenhilfe

9.1 Allgemeiner Teil

9.2 Ursachen des erhöhten Mißbrauchsrisikos geistig behinderter Menschen in Großeinrichtungen

9.3 Präventions- und Interventionsmöglichkeiten

10. Exkurs: AIDS

11. Interventionsmöglichkeiten im Hinblick auf die Entwicklung eines selbstbestimmten Sexuallebens geistig behinderter Menschen

11.1 Ansatzpunkte bei den institutionellen Rahmenbedingungen

11.2 Ansatzpunkte bei den Mitarbeitern

11.3 Ansatzpunkte bei den Bewohnern

12. Mitarbeiterbefragung in einer Großeinrichtung zu dem Thema "Freundschaft und Sexualität geistig behinderter Menschen in einer Großeinrichtung."

13. Schlußbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Freundschaft und Sexualität für Menschen mit geistiger Behinderung in stationären Großeinrichtungen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Schwierigkeiten in diesem Bereich oft nicht in der Behinderung selbst begründet liegen, sondern in den alltäglichen Einschränkungen und fremdbestimmten Lebensbedingungen, und Wege zur Förderung eines selbstbestimmten Sexuallebens aufzuzeigen.

  • Normalisierung der Lebensbedingungen in stationären Einrichtungen
  • Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen auf das Sexualleben
  • Sexualerziehung und Prävention von sexuellem Missbrauch
  • Rolle und Haltung der Mitarbeiter in Bezug auf die Sexualität der Bewohner

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Freundschaft, Liebe und Sexualität sind untrennbar mit dem Menschsein verbunden. Gerade der Sexualität kommt im Zuge der sexuellen Liberalisierung der letzten Jahrzehnte ein gewichtiger Anteil bei der ganzheitlichen Erfassung des Menschen zu. Diese Ganzheitlichkeit muss auch für Menschen mit geistiger Behinderung von Gültigkeit sein. Dennoch ist es eine Tatsache, dass diesen Personen sowohl von Laien als auch vielfach noch von Professionellen unterstellt wird, das geistige Handicap bewirke stets eine behinderungsspezifische Modifikation des Sexualverhaltens, welches deshalb am besten gar nicht erst zu Tage treten sollte. Diese Haltung vehement kritisierend betont FEUSER dagegen, die Sexualität eines geistig behinderten Menschen und seine daran orientierten Wünsche seien "[...] so wirklich wie die unsrigen. Sie ihm derart abzusprechen ist in gleicher Weise ein Schritt seiner Entmündigung wie seiner Entmenschlichung." Schon hier wird deutlich, dass wir Menschen ohne geistige Behinderung es sind, welche die Geschlechtlichkeit von und zwischen geistig behinderten Erwachsenen als problematisch ansehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation der Verfasserin dar, das Tabuthema Sexualität in Großeinrichtungen zu beleuchten und zentrale Forschungsfragen zur Lebenssituation behinderter Menschen zu formulieren.

2. Begriffsbestimmungen: Es werden die zentralen Begriffe Freundschaft, Sexualität und geistige Behinderung wissenschaftlich definiert und in den Kontext der Arbeit gesetzt.

3. Die Entwicklung der menschlichen Sexualität: Dieses Kapitel erläutert die psychosexuellen Entwicklungsphasen und beleuchtet die spezifischen Herausforderungen während der Pubertät, insbesondere bei Menschen mit geistiger Behinderung.

4. Bedeutung von Freundschaft und Sexualität für Menschen mit geistiger Behinderung: Hier wird analysiert, welchen Stellenwert soziale Bindungen und Sexualität für die Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung behinderter Menschen haben.

5. Sexualität und sexuelle Partnerschaft bei erwachsenen Menschen mit geistiger Behinderung: Das Kapitel beschreibt verschiedene Ausdrucksformen von Sexualität sowie Störungen und Bedürfnisse im Kontext von Partnerschaft.

6. Kinderwunsch und Elternschaft geistig behinderter Menschen: Es werden die rechtliche Lage und die persönlichen Möglichkeiten behinderter Elternschaft diskutiert sowie pädagogische Unterstützungsangebote vorgestellt.

7. Empfängnisverhütung: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Verhütungsmethoden und die ethische sowie rechtliche Problematik der Sterilisation im Kontext des Betreuungsgesetzes.

8. Institutionelle Einschränkungen der Sexualität geistig behinderter Menschen: Hier stehen die Diskrepanz zwischen dem Anspruch auf Normalität und der tatsächlichen Heimrealität sowie die Rolle der Mitarbeiter im Fokus.

9. Sexueller Mißbrauch in Einrichtungen der Behindertenhilfe: Das Kapitel befasst sich mit den Ursachen des erhöhten Risikos für Missbrauch in Großeinrichtungen und stellt Präventionskonzepte vor.

10. Exkurs: AIDS: Ein kurzer Überblick über die Relevanz der AIDS-Prävention im Alltag einer Behinderteneinrichtung.

11. Interventionsmöglichkeiten im Hinblick auf die Entwicklung eines selbstbestimmten Sexuallebens geistig behinderter Menschen: Es werden konkrete Ansatzpunkte für institutionelle Änderungen sowie pädagogische Arbeit mit Mitarbeitern und Bewohnern aufgezeigt.

12. Mitarbeiterbefragung in einer Großeinrichtung zu dem Thema "Freundschaft und Sexualität geistig behinderter Menschen in einer Großeinrichtung.": Dieser Teil evaluiert die in der Theorie erarbeiteten Erkenntnisse anhand von Interviews mit Mitarbeitern einer Einrichtung.

13. Schlußbemerkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung der Selbstbestimmung behinderter Menschen.

Schlüsselwörter

Geistige Behinderung, Sexualität, Großeinrichtung, Behindertenhilfe, Partnerschaft, Normalisierungsprinzip, Sexualpädagogik, Sterilisation, Elternschaft, Prävention, Sexueller Missbrauch, Institutionelle Rahmenbedingungen, Selbstbestimmung, Empowerment, Teilhabe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Spannungsfeld zwischen den menschlichen Grundbedürfnissen nach Freundschaft und Sexualität und der Lebensrealität in einer stationären Großeinrichtung für geistig behinderte Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Sexualerziehung, Partnerschaft, Elternschaft, Verhütung, institutionelle Zwänge, sexuelle Gewalt und die Einstellung von professionellen Betreuern gegenüber der Sexualität von Bewohnern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass Schwierigkeiten im Sexualleben behinderter Menschen meist institutionell bedingt sind und aufzuzeigen, wie ein selbstbestimmteres Leben ermöglicht werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Neben einer umfangreichen Literaturanalyse zum aktuellen Forschungsstand führt die Verfasserin eine qualitative Mitarbeiterbefragung in einer Großeinrichtung durch, um die Theorie mit der Praxis zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Entwicklungsaspekte, die Bedeutung von Sexualität, die rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen (wie z.B. Sterilisationspraxis) und entwickelt pädagogische Interventionsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören: Geistige Behinderung, Sexualpädagogik, Normalisierungsprinzip, stationäre Unterbringung, soziale Abhängigkeit und sexuelle Selbstbestimmung.

Wie gehen Mitarbeiter mit dem Thema Sterilisation um?

Aus der Befragung geht hervor, dass Mitarbeiter oft verunsichert sind und die Entscheidung für eine Sterilisation häufig eher als Maßnahme zur Entlastung des Personals oder der Eltern gesehen wird, statt als bewusste Lebensentscheidung des behinderten Menschen selbst.

Welchen Einfluss haben Wohngruppenstrukturen auf das Sexualleben?

Die Arbeit zeigt, dass die Unterbringung in Mehrbettzimmern und fehlende Rückzugsmöglichkeiten die Ausübung von Intimität massiv einschränken und somit die soziale Isolation der Bewohner fördern.

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Details

Title
Freundschaft und Sexualität bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung unter den Bedingungen einer Großeinrichtung
College
University of Applied Sciences Braunschweig / Wolfenbüttel  (Sozialwesen)
Grade
2
Author
Julja Hufeisen (Author)
Publication Year
2003
Pages
92
Catalog Number
V23242
ISBN (eBook)
9783638264068
Language
German
Tags
Freundschaft Sexualität Erwachsenen Behinderung Bedingungen Großeinrichtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julja Hufeisen (Author), 2003, Freundschaft und Sexualität bei Erwachsenen mit geistiger Behinderung unter den Bedingungen einer Großeinrichtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23242
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