In dieser Hausarbeit möchte ich ganz praktisch beleuchten, welche Bedeutung Regeln und Prozeduren für den Unterricht in der Sekundarstufe 1 haben. Zunächst werde ich auf allgemeine Bedingungen eingehen, welche gegeben sein sollten, um Regeln und Prozeduren sinnvoll einsetzen zu können. Im Weiteren werde ich die Vor- und Nachteile verschiedener Methoden zur Regeleinführung aufzeigen. Da Regeln ohne Konsequenzen bei einem Regelverstoß sinnlos wären und ein Lehrer Konsequenzen bereit halten sollte, um eine klare Linie im Unterricht vorgeben zu können, werde ich abschließend zu diesem Thema einen groben Katalog zur Regelverstoßahndung aufstellen.
Im zweiten Teil dieser Hausarbeit soll es um Prozeduren im Unterricht der Sekundarstufe 1 gehen. Im Hinblick auf meine zukünftige Tätigkeit als Lehrerin möchte ich hier Verfahren aufführen, die ich voraussichtlich in meinem Unterricht integrieren möchte. Hierbei werde ich diese auf allgemeine Prozeduren in der Klassengemeinschaft, sowie im speziellen auf die Bereiche zur Stillarbeit, der Gruppenarbeit und des lehrerzentrierten Unterrichts beziehen. Meinen Schwerpunkt möchte ich auf den bewegten Unterricht legen und hierzu einen praktischen Ideenpool anlegen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeines zu Regeln
2.1 Regeleinführung
2.2 Ahndung bei Regelverstoß
3. Prozeduren
3.1 Allgemeine Prozeduren
3.2 Prozeduren in Stillarbeit und lehrerzentriertem Unterricht
3.3 Prozeduren in Gruppenarbeit
3.4 Prozeduren im bewegtem Unterricht
3.4.1 Warum Bewegung so wichtig ist - die negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel
3.4.2 Warum Bewegung so wichtig ist - was Bewegung positives bewirkt
3.4.3 Bewegungsanlässe im Unterricht
3.4.3.1 Themenbezogenes Bewegen im Unterricht für den Sprachunterricht
3.4.3.2 Bewegungsideen zwischen den Konzentrationsphasen
3.4.3.3 Bewegungspausen zwischen den Konzentrationsphasen
3.4.3.4 Bewegungsspiele zur Gruppenbildung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Bedeutung von Regeln und Prozeduren für den Unterricht in der Sekundarstufe 1, um ein strukturiertes und lernförderliches Umfeld zu schaffen. Dabei wird insbesondere beleuchtet, wie Lehrkräfte durch gezielte Maßnahmen und methodische Ansätze – mit einem besonderen Schwerpunkt auf bewegtem Unterricht – Störungen präventiv begegnen und die Konzentration sowie Motivation der Schülerschaft nachhaltig steigern können.
- Bedeutung von Regeln für ein lernfreundliches Klassenklima
- Methodische Ansätze zur erfolgreichen Regeleinführung und -etablierung
- Strategien zum Umgang mit Regelverstößen und konsequentes Lehrerhandeln
- Prozeduren für verschiedene Unterrichtsphasen (Stillarbeit, Gruppenarbeit, lehrerzentrierter Unterricht)
- Integration von Bewegung im Unterricht zur Förderung der Lernleistung
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Warum Bewegung so wichtig ist - die negativen Auswirkungen von Bewegungsmangel
Unsere heutige Gesellschaft ist geprägt von vielem sitzen – vor dem Fernseher, vor dem Computer, in der Schule, im Auto etc. Dies bringt unweigerlich Nebenwirkungen mit sich. Dr. E. Bolay, F. Platz und H. Wolf legen in „Bewegte Schule Bewegtes Lernen“ dar, in welchem Zustand sich unsere Schüler heute befinden. Sie schreiben:
„Ein großer Teil der heutigen Lernenden zeigt o Lern- oder Verhaltensstörungen, o Stresssymptome, o Eine schnelle Ermüdung, o Konzentrationsprobleme, o Koordinationsprobleme, o Eingeschränkte Leistungsfähigkeit, o Körperliche Beschwerden, o Hyperaktivität, o Ungeduld und Nervosität, unangepasste Sozialverhalten“ (Bolay/Platz/ Wolf 2000, S.15)
Viele dieser Defizite lassen sich auf mangelnde Bewegung zurückführen. In einer Studie, veröffentlicht von der DAK 2010, gaben 57 % der befragten Kinderärzte an, dass die Häufigkeit von Übergewicht und motorischen Defiziten bei Kindern in den letzten zehn Jahren stark zugenommen hat. 40% gaben an, das Übergewicht habe etwas zugenommen, doch niemand gab eine Abnahme an. In einer ähnlichen Studie führten 99% der Kinderärzte dieses Ergebnis auf mangelnde Bewegung und eine schlechte Ernährung zurück. (vgl. http://de.statista.com/) Doch nicht nur Übergewicht und motorische Defizite sind direkte Auswirkungen von Bewegungsmangel, sondern auch Haltungsschwächen- und Schäden. Selbst die Psyche und Persönlichkeit muss leiden. Denn durch Bewegungsmangel wird die Atemfunktion vermindert. Das führt „zu einer Unterversorgung des Hirns mit Sauerstoff und zu einer Minderversorgung des Organismus mit Nährstoffen, was wiederum u.a. Kopfschmerzen, verminderte sinnliche Wahrnehmung, Unwohlsein, Aggressionen und Unlust zum Lernen verursacht.“ (Bolay/Platz/Wolf 2000, S.10) Dies führt langfristig zu Schäden der psychischen und physischen Gesundheit, was die sich entfaltende Persönlichkeit des Kindes maßgeblich beeinflusst (vgl. Bolay/Platz/ Wolf 2000, S.7).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Intention der Hausarbeit, die Bedeutung und Umsetzung von Regeln und Prozeduren in der Sekundarstufe 1 praktisch zu beleuchten.
2. Allgemeines zu Regeln: Dieses Kapitel erläutert die elementare Bedeutung von Regeln für ein positives Klassenklima und diskutiert Ansätze zur Einführung sowie zum Umgang bei Regelverstößen.
3. Prozeduren: Dieser Abschnitt widmet sich den organisatorischen Rahmenbedingungen im Unterricht, unterteilt in allgemeine Abläufe, fachspezifische Szenarien und den Schwerpunkt des bewegten Unterrichts.
Schlüsselwörter
Regeln, Prozeduren, Klassenmanagement, Bewegung im Unterricht, Sekundarstufe 1, Lernklima, Unterrichtsorganisation, Prävention, Regelverstoß, Gruppenarbeit, Stillarbeit, Lehrerzentrierter Unterricht, kognitive Entwicklung, Bewegungsspiele, Unterrichtsfluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der praktischen Umsetzung von Regeln und Prozeduren im Schulalltag der Sekundarstufe 1, um einen störungsfreien und effizienten Unterricht zu gewährleisten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Klassenmanagement durch klare Regelwerke, die methodische Gestaltung von Unterrichtsabläufen sowie die gezielte Einbindung von körperlicher Bewegung zur Förderung der Lernleistung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, einen praktischen Ideenpool für angehende Lehrkräfte zu schaffen, wie durch geschickte Strukturierung und Bewegungselemente ein lernförderliches Umfeld geschaffen werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und reflektiert diese im Kontext von praxisorientierten Modellen und eigenen Vorstellungen für den zukünftigen Lehrerberuf.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche der Regeleinführung und -ahndung sowie der detaillierten Beschreibung von Prozeduren für Still-, Gruppen- und lehrerzentrierten Unterricht, inklusive eines umfassenden Konzepts für bewegten Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Klassenmanagement, Regeln, Prozeduren, bewegter Unterricht, Konzentrationsförderung und Unterrichtsstruktur.
Welche Bedeutung hat die "wichtigste aller Regeln" laut Kahlert?
Die wichtigste Regel ist die der Anerkennung; sie fordert eine Haltung, die den anderen respektiert und seine Bedürfnisse wertschätzt, statt lediglich Drill oder Macht auszuüben.
Wie kann Bewegung konkret zur Gruppenbildung beitragen?
Bewegung kann laut der Arbeit durch spezifische Spiele wie das Spiel 'Ninja' oder Bewegungsspiele zur Ermittlung von Gruppenmitgliedern eingesetzt werden, um soziale Prozesse und Interaktionen innerhalb der Klasse zu fördern.
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- Mirjam Sommer (Author), 2011, Regeln und Prozeduren in der Sekundarstufe I, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232466