Die theoretischen Grundlagen und Merkmale von Beratung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Beratung

3. Beratungsziele

4. Beratungsformen

5. Beratungsphasen
5.1. Orientierungsphase
5.2. Klärungsphase
5.3. Veränderungsphase
5.4. Abschlussphase

6. Beratungskonzepte
6.1. Trait-and-factor-Beratung
6.2. Verhaltensorientierte (behavioristische) Beratung
6.3. Handlungsorientierte (klientzentrierte) Beratung
6.4. Systemorientierte Beratung

7. Schlussbetrachtung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Beratung unterstützt und hilft bei Problemen des menschlichen Zusammenlebens sowie Zusammenarbeitens und dient ganz allgemein der menschlichen Entwicklung. Dabei erstreckt sich Beratung über einen weiten Bereich von unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. So gibt es psychologische Beratung für einzelne Personen oder auch für ganze Familie aber beispielsweise auch Beratung für Unternehmen oder Organisationen. In gleichem Maße von Vielfältigkeit geprägt sind die theoretischen und methodischen Ansätze von Beratung in den verschiedenen Beratungsfeldern. Kurzum - ob im Bereich von Arbeit, bei Fragen des Zusammenlebens, bei der Planung des Bildungsweges oder auch im Rahmen von Veränderungsprozessen - Beratung ist in aller Munde.

Der Grund für die Themenwahl der vorliegenden Arbeit begründet sich auf zwei Themenblöcke die im Seminar „Gespräche bei der Arbeit - Gespräch als Arbeit. Sozialwissenschaftliche Gesprächsanalysen zur psycho-sozialen Arbeit“ angeschnitten wurden sind. Zum einen wurde die sozialpädagogische Familienberatung sowie Erziehungsberatung behandelt und zum anderen wurde näher auf die Pragmatik von Beratung sowie Berufsberatung eingegangen. Die weitere Auseinandersetzung mit der Thematik in den Seminaren „Beratungsformen: Kommunikation - theoretische und praktische Aspekte“ und „Systemische Beratung für Sozialpädagogen“ ließen mein Interesse an dem Thema „Beratung“ stetig wachsen. Nach Abschluss der Seminare wollte ich mich noch weiterhin mit diesem Themenkomplex beschäftigen. So entstand das Thema zu meiner Seminararbeit:

„Die theoretischen Grundlagen und Merkmale von Beratung“

Da es mein Anliegen ist, in dieser Arbeit einen einführenden und allgemeinen Überblick über das Thema „Beratung“ zu geben, sollen bei der Bearbeitung dieser Thematik vor allem zwei Fragekomplexe im Vordergrund stehen:

1. Was sind die Ziele von Beratung und welche unterschiedlichen Beratungsformen gibt es?
2. In welche verschiedenen Phasen lässt sich Beratung aufgliedern und was für Beratungskonzepte werden in der Praxis angewendet?

Um zu verstehen was mit Beratung überhaupt gemeint ist, werde ich unter Punkt 2. zu Beginn der Arbeit den Begriff der Beratung näher definieren. Im Anschluss daran werde ich unter Punkt 3. auf die Ziele von Beratung eingehen. Zum Abschluss des ersten Fragekomplexes werde ich schließlich unter Punkt 4. die unterschiedlichen Formen von Beratung darlegen. Zur Bearbeitung des zweiten Fragekomplexes werde ich unter Punkt 5. zunächst die verschiedenen Phasen von Beratung anführen und im Einzelnen näher darstellen. Anschließend werde ich im letzten Abschnitt der Arbeit unter Punkt 6. vier Beratungskonzepte ausführlich beleuchten. Zum Abschluss der Arbeit werde ich unter Punkt 7. schlussendlich ein Resümee ziehen und die Ergebnisse noch einmal reflektierend zusammenfassen.

2. Definition von Beratung

Beratung beschränkt sich nicht auf ein kleines Fachgebiet, sondern es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Beratungsfeldern. So gibt es beispielsweise Erziehungsberatung, Sexualberatung, Schuldnerberatung, Steuerberatung, Berufsberatung, Rechtsberatung, Unternehmensberatung, Familienberatung usw.. An dieser Liste, welche sich beliebig fortsetzen lässt, wird deutlich, dass für die unterschiedlichsten Lebensbereiche Beratung angeboten wird und von Ratsuchenden augenscheinlich auch in Anspruch genommen bzw. gefordert wird. Hofer nennt dafür folgende Ursache: „Mit dem wachsenden Druck zur selbstverantwortlichen Ausgestaltung des eigenen Lebens ist der Bedarf an professioneller Beratung gestiegen“ (Hofer 1996, S. 4).

Beraten im Allgemeinen bedeutet „ein Problem mit jemandem besprechen, um eine Entscheidung treffen zu können“ und „jemandem durch seinen Rat (bei einer Entscheidung) helfen“ (Dictionary, 07.02.2012). Der ursprüngliche Begriff der Beratung stammt aus der Sozialarbeit und findet erst später auch seine Bedeutung in der Erziehungswissenschaft. Allgemein spricht man von Beratung, wenn ein Berater, ein Klient und ein „Beratungsproblem“ vorhanden sind. Außerdem hat der Klient den Wunsch nach einer Beratung, weil er sein vorliegendes Problem nicht allein lösen kann und zudem ist er bereit über die Problemsituation zu sprechen. Ein weiteres Kennzeichen von Beratung ist, dass der Berater dem Klienten die Entscheidung hinsichtlich der Lösung der vorliegenden Problemlage überlässt (vgl. Hottelet 1988, S. 95).

Der Berater ist für die abschließende Entscheidung des Klienten nicht verantwortlich und soll diesen bei einer möglichen Lösungsfindung ausschließlich unterstützen. Somit unterscheidet sich Beratung von Führung und direktivem Verhalten und hat stattdessen die „Hilfe zur Selbsthilfe“ als Ziel. Das Medium von Beratung bildet dabei das Gespräch. Hierbei soll der Berater den Klienten als Person akzeptieren und achten, ihm Respekt entgegenbringen, partnerschaftlich nachfragen und fachmännisch informieren. Dadurch, dass der Berater den Klienten über Sachfragen aufklärt und informiert wird deutlich, dass ein Wissens- bzw. Kompetenzgefälle in der Berater-Klienten-Beziehung besteht (vgl. Jall 1995, S. 227).

Durch diesen Umstand entsteht jedoch keine Vorrangstellung des Beraters, sondern es besteht eher ein komplementäres Verhältnis in der Berater-Klienten-Beziehung. Die größere Kompetenz des Beraters legitimiert ihm in keiner Weise eine Machtposition, von der aus er willkürlich handeln kann. Vielmehr stehen Berater und Klient in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis, wobei jede Seite von der anderen profitiert.

Bachmair spricht dabei von einem „Tauschgeschäft zwischen Berater und Ratsuchenden“ (Bachmair 1999, S. 22). Der Klient bekommt die benötigte sowie gewünschte Hilfeleitung und der Berater bekommt im Gegenzug positive Anerkennung sowie Geldleistungen, von welchen er letztlich sein Leben finanziert (vgl. Brunner/Schönig 1990, S. 156).

Zu dieser Thematik erörtern auch McDonald-Schlichting und Offe das Thema „Selbstkonzept der Berater“ in Verbindung mit möglichen Beratungszielen sowie deren Überprüfbarkeit. Ein Berater der den Ratsuchenden offen und nicht-direktiv gegenübertritt, entwickelt allenfalls gemeinsame Ziele aber gibt von sich aus keine Ziele vor. Dadurch wiederum unterstreicht der Berater in gewisser Weise die Eigenverantwortlichkeit des Klienten in Bezug darauf, was während und nach der Beratung passiert, und ist damit nur noch indirekt für den Erfolg der Beratung verantwortlich (vgl. McDonald-Schlichting/Offe 1987, S. 304).

An dieser Stelle kann letztlich zudem festgehalten werden, „dass dieses Ungleichgewicht zwischen Berater und Klient auf der ‚Sachebene‘ vermutlich oft gegeben und auf der ‚Beziehungsebene‘ weniger erwünscht ist“ (Lindner 2004, S. 7).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die theoretischen Grundlagen und Merkmale von Beratung
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V232499
ISBN (eBook)
9783656489061
ISBN (Buch)
9783656491453
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen, merkmale, beratung
Arbeit zitieren
Michel Stade (Autor), 2012, Die theoretischen Grundlagen und Merkmale von Beratung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232499

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die theoretischen Grundlagen und Merkmale von Beratung


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden