Kreta war bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. Teil eines überregional verzweigtes Handelsnetzes, über das unterschiedliche Waren ihren Weg nach Zypern, Ägypten, Syrien und sogar bis Mesopotamien fanden.
Die vorliegende kurze Abhandlung soll einen Blick auf diese Beziehungen werfen, wobei neben Rückschlüssen auf die Art der verhandelten Waren, auch auf andere Punkte, wie das Nachahmen ausländischer Importware eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Beziehungen der Ägäis nach Zypern, Syrien und Kleinasien
Beziehungen nach Ägypten
Funde
Verpackung als Luxusgut und lokale Produktion
Gegenhandel
Drei Gabenbringer aus Keftiu (Kreta)
Chronologie der Minoischen Epoche
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Einbindung Kretas und des ägäischen Raums in das überregionale Handelsnetz des östlichen Mittelmeerraums während des zweiten Jahrtausends v. Chr., wobei insbesondere die archäologischen Belege für den Austausch mit Ägypten, Zypern und Syrien im Vordergrund stehen.
- Handelsbeziehungen zwischen der Ägäis und dem östlichen Mittelmeerraum
- Die Rolle archäologischer Funde als Handelsindikatoren
- Analyse von Importwaren und deren Funktion als Verpackung für Luxusgüter
- Diplomatische Geschenke und der Austausch zwischen den Königshöfen
- Die Interpretation bildlicher Darstellungen von Gabenbringern
Auszug aus dem Buch
Drei Gabenbringer aus Keftiu (Kreta)
Die Darstellung zeigt drei männliche Gabenbringer, die anhand ihrer Tracht und den herbeigebrachten Gegenständen als Kreter identifiziert werden können. Anhand der Art der Darstellung ihrer Schurze lassen sich die Männer genauer noch als Minoer benennen. Es handelt sich damit um die frühste bekannte bildliche Darstellung der Keftiu, wie man die Bewohner der Insel Kreta in Ägypten nannte.
Der erste der drei erhaltenen nach links schreitenden Grabenbringer hält mit seiner Linken ein großes rotes Gefäß geschultert, während seine Rechte eine große weiße Schale hält.
Um diese verläuft ein breites Band mit Spiralmuster, das oben und unten von je drei schmalen Streifen eingerahmt wird.
Der hinter ihm folgende Mann, der einen auffallend bunt-gemusterten Gürtel trägt, hält mit seiner Linken eine große weißgrundierte Schale geschultert, die mit zwei Stierschädeln (Bukranion), mit Rosetten zwischen den Hörnern, dekoriert ist. Die Stierköpfe sind frontal abgebildet und haben blaue Hörner, sowie weiße Augen mit roten Pupillen. Nase, Stirn und Ohren sind rot, das Maul hingegen weiß und gelb bemalt. An den Rändern des Gefäßes befinden sich zudem gelbe Streifen.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in die Thematik der überregionalen Handelsbeziehungen in der Bronzezeit und die Schwierigkeiten bei der archäologischen Interpretation von Funden.
Beziehungen der Ägäis nach Zypern, Syrien und Kleinasien: Analyse des Warenverkehrs mit dem Nahen Osten, unterstrichen durch Funde in verschiedenen syrischen und mesopotamischen Zentren.
Beziehungen nach Ägypten: Untersuchung der Kontakte zum ägyptischen Pharaonenreich, insbesondere unter Amenophis III., belegt durch Funde und inschriftliche Zeugnisse.
Funde: Diskussion über die Art der gehandelten Keramikgefäße, die primär als Verpackungen für den Transport von Produkten dienten.
Verpackung als Luxusgut und lokale Produktion: Betrachtung der lokalen Nachahmung mykenischer Gefäßformen und der technologischen Identifizierung von Importwaren.
Gegenhandel: Darstellung der Tauschhandelsprozesse, da ein Geldhandel noch nicht existierte, und der Nachweis ägyptischer Luxusgüter in der Ägäis.
Drei Gabenbringer aus Keftiu (Kreta): Beschreibung einer spezifischen Wandmalerei im Grab des Senenmut, die Aufschluss über minoische Gabenbringer in Ägypten gibt.
Chronologie der Minoischen Epoche: Tabellarische Übersicht zur zeitlichen Einordnung der minoischen und mykenischen Epochen im zweiten Jahrtausend v. Chr.
Schlüsselwörter
Bronzezeit, Kreta, Ägäis, Handel, Ägypten, Keramik, Keftiu, Warenverkehr, Importe, Archäologie, Amenophis III., Gabenbringer, Fernhandel, Palastzentren, Minoer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einbindung der ägäischen Welt, insbesondere Kretas, in den überregionalen Handelsverkehr des östlichen Mittelmeerraums während des zweiten Jahrtausends v. Chr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören Handelsrouten, die Funktion von Keramikfunden als Transportverpackungen, der diplomatische Geschenkaustausch und die chronologische Einordnung minoischer und mykenischer Kontakte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch die Auswertung archäologischer Funde und bildlicher Darstellungen die Intensität und Art der Handelsbeziehungen zwischen der Ägäis und den umliegenden Hochkulturen wie Ägypten und Syrien zu bestimmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine archäologisch-historische Analyse durchgeführt, die Funde, Inschriften und zeitgenössische bildliche Darstellungen miteinander in Bezug setzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Handelskontakten zu Zypern, Syrien und Ägypten, der technologischen Bedeutung der Gefäßfunde sowie der Analyse von Tauschhandel und lokaler Produktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bronzezeit, Handel, Ägäis, Keftiu, Keramik und diplomatischer Austausch charakterisiert.
Welche Bedeutung haben die "Gabenbringer" im Grab des Senenmut?
Sie sind eines der wichtigsten bildlichen Zeugnisse für die direkten diplomatischen Kontakte und den Austausch von Prestigegütern zwischen dem minoischen Kreta und dem ägyptischen Hof der 18. Dynastie.
Warum wird die ägäische Keramik in Ägypten oft nur als Verpackung interpretiert?
Da viele Gefäßformen (wie Steigbügelkannen) typischerweise keine Trink- oder Gebrauchsgefäße sind, sondern aufgrund ihrer Form und Fundlage eher als Transportbehälter für Öle oder Nahrungsmittel dienten.
- Arbeit zitieren
- Patrick Farsen (Autor:in), 2013, Überregionaler Handel in der Bronzezeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232509