Es handelt sich um eine Hausarbeit über die das Verhältnis zwischen Transzendentalphilosophie und Evolutionärer Erkenntnistheorie mit besonderer Berücksichtigung des Begriffs des Dings an sich. Im Verlaufe dieser Arbeit wird nachgewiesen werden, dass die Evolutionäre Erkenntnistheorie weder als Revision noch als Nachfolge der Philosophie Kants angesehen werden kann, sondern hinter den Erkenntnissen derselben zurückbleibt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ding an sich
2.1. Transzendentalphilosophie
2.2. Beschaffenheit des Dings an sich
3. Evolutionäre Erkenntnistheorie
4. Das Ding an sich als Naturwirklichkeit?
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
6.1. Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht kritisch, ob die Identifizierung des Kantischen „Dings an sich“ als Naturwirklichkeit durch die Vertreter der Evolutionären Erkenntnistheorie theoretisch legitim ist und beleuchtet dabei die philosophischen Widersprüche zwischen beiden Ansätzen.
- Kants Transzendentalphilosophie und das Konzept des Dings an sich
- Die theoretische Position der Evolutionären Erkenntnistheorie
- Kritische Analyse der Gleichsetzung von Ding an sich und physikalisch-biologischer Realität
- Das Verhältnis von theoretischer Erkenntnis und ethischer Begründung
Auszug aus dem Buch
2.1. Transzendentalphilosophie
Kant nimmt als Begründer der Transzendentalphilosophie in der abendländischen Geistesgeschichte eine herausragende Stellung ein. Bereits im Vorwort der Kritik der reinen Vernunft vergleicht er seine neue Denkweise mit der des Kopernikus:
„Es ist hiermit ebenso, als mit den ersten Gedanken des Kopernikus bewandt, der, nachdem es mit der Erklärung der Himmelsbewegungen nicht gut fort wollte, wenn er annahm, das ganze Sternenheer drehe sich um den Zuschauer, versuchte, ob es nicht besser gelingen möchte, wenn er den Zuschauer sich drehen, und dagegen die Sterne in Ruhe ließ. In der Metaphysik kann man nun, was die Anschauung der Gegenstände betrifft, es auf ähnliche Weise versuchen. Wenn die Anschauung sich nach der Beschaffenheit der Gegenstände richten müßte, so sehe ich nicht ein, wie man a priori von ihr etwas wissen könne; richtet sich aber der Gegenstand (als Objekt der Sinne) nach der Beschaffenheit unseres Anschauungsvermögens, so kann ich mir diese Möglichkeit ganz wohl vorstellen.“
Kant meint also, dass sich die empirische Wirklichkeit an unserem Erkenntnisapparat orientiert und nicht umgekehrt. Unser Erkenntnisapparat besteht dabei aus den beiden Anschauungsformen von Raum und Zeit sowie den zwölf reinen Verstandesbegriffen (Kategorien). Nur vermittels diesen kann die Welt erkannt werden. Zusammen mit der synthetischen Einheit des Bewusstseins kommt damit die Bedingung der Möglichkeit der Erfahrung zustande. Jenseits dieser kann nichts erkannt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, inwiefern eine Interpretation des Kantischen Dings an sich als Naturwirklichkeit durch die Evolutionäre Erkenntnistheorie berechtigt ist.
2. Ding an sich: Dieser Abschnitt analysiert das Ding an sich innerhalb der Kantischen Transzendentalphilosophie sowie dessen Eigenschaften und die Unmöglichkeit seiner Erkenntnis.
3. Evolutionäre Erkenntnistheorie: Hier wird der Ansatz der evolutionären Erkenntnistheorie dargestellt, die Erkenntnisstrukturen stammesgeschichtlich begründet und eine Revision der kantischen Philosophie anstrebt.
4. Das Ding an sich als Naturwirklichkeit?: Das Kapitel konfrontiert beide Theorien kritisch und zeigt die Widersprüche auf, die durch die Gleichsetzung der Naturwirklichkeit mit dem Ding an sich entstehen.
5. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Evolutionäre Erkenntnistheorie die Kantische Philosophie nicht konsistent fortführt, sondern dogmatisch hinter sie zurückfällt.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Ding an sich, Kant, Transzendentalphilosophie, Evolutionäre Erkenntnistheorie, Naturwirklichkeit, Kategorien, Erkenntnisapparat, Kopernikanische Wende, Noumena, Phaenomena, Kritischer Realismus, Anthropozentrismus, Erkenntniskritik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung, ob die Evolutionäre Erkenntnistheorie das Kantische Konzept des „Dings an sich“ korrekt als Naturwirklichkeit interpretieren darf.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Transzendentalphilosophie Immanuel Kants, die Grundlagen der Evolutionären Erkenntnistheorie sowie das fundamentale Erkenntnisproblem bezüglich der Realität an sich.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, ob die Vertreter der Evolutionären Erkenntnistheorie berechtigt sind, das Ding an sich mit der naturwissenschaftlich erfassbaren Welt gleichzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin bzw. der Autor verwendet eine komparative philosophische Analyse, indem sie/er die Texte von Kant mit den Ansätzen von Denkern wie Lorenz, Vollmer und Riedl gegenüberstellt und kritisch auf Widersprüche hin untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Kants Theorie, eine Vorstellung der evolutionären Perspektive und eine anschließende kritische Gegenüberstellung beider Konzepte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Ding an sich“, „Transzendentalphilosophie“, „Evolutionäre Erkenntnistheorie“, „Erscheinung“ und „Erkenntnisapparat“ definiert.
Wie bewertet die Arbeit den Anspruch der Evolutionären Erkenntnistheorie auf eine „kopernikanische Wende“?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass dieser Anspruch scheitert, da die Evolutionäre Erkenntnistheorie dogmatisch von einer realen Naturwirklichkeit ausgeht und somit hinter die kritische Transzendentalphilosophie Kants zurückfällt.
Warum ist die Gleichsetzung des Dings an sich mit der Naturwirklichkeit problematisch?
Weil dies nach Kant zu einem logischen Zirkel führt und zudem ethische Implikationen hat: Würde die Natur vollständig mit dem Ding an sich zusammenfallen, wäre Freiheit – und damit die Grundlage für Kants Ethik und den kategorischen Imperativ – nicht mehr begründbar.
- Citation du texte
- Peter Gruber (Auteur), 2013, "Ding an sich" (Kant) als Naturwirklichkeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232532