Um der
Fragestellung nachgehen zu können, muss zunächst geklärt werden, was kreatives
Schreiben ist. Ebenso soll die Vielfalt, wozu Schreiben dienen kann, beschrieben
werden. Dabei soll die Erläuterung der positiven Aspekte überwiegen, um negative
Erinnerungen oder Ängste an das Schreiben abzubauen und beim ein oder anderen
Leser die Neugierde auf kreatives Schreiben zu wecken. Diese Aspekte möchte ich in
meinem ersten Punkt bearbeiten. Im anschließenden Punkt möchte ich hierbei ein
besonderes Augenmerk auf die vielen unterschiedlichen Aspekte des Nutzens und der
Wirkung von Kreativem Schreiben in Therapien legen. Um einen besseren Einblick in
die therapeutische Wirkung des kreativen Schreibens bekommen zu können, sollen die
Gemeinsamkeiten des kreativen Schreibprozesses und des therapeutischen Prozesses
mit einander verglichen werden. Im letzten Punkt wird noch einmal näher die
therapeutische Wirkung des kreativen Schreibens anhand eines Beispiels „der
Poesietherapie“ erläutert. Mein persönliches Anliegen mit dieser Hausarbeit ist es,
kreatives Schreiben vorzustellen, sowie die positiven Aspekte der therapeutischen Wirkung darzustellen und Offenheit dafür zu gewinnen, welchen großen Nutzfaktor
kreatives Schreiben für jeden einzelnen beinhalten kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist kreatives Schreiben?
3. Kann kreatives Schreiben therapeutisch wirken?
4. Kreatives Schreiben als Therapie- das Beispiel der Poesietherapie
4.1 Definition Poesietherapie
4.2 Die therapeutische Wirkung der Poesietherapie
4.3 Formen, Inhalt und Anwendungsbereiche der Poesietherapie
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit kreatives Schreiben als therapeutisches Instrument fungieren kann, wobei insbesondere das Beispiel der Poesietherapie im Zentrum der Analyse steht, um deren Wirkungsweisen und Anwendungsbereiche zu beleuchten.
- Grundlagen und Definition des kreativen Schreibens
- Psychologische Wirkmechanismen bei therapeutischen Schreibprozessen
- Poesietherapie: Definition, Methoden und therapeutisches Potenzial
- Vergleich zwischen professioneller Therapie und selbstgesteuerter Selbsthilfe
- Die Rolle des Lesens und Schreibens für die Selbsterkenntnis
Auszug aus dem Buch
4.2 Die therapeutische Wirkung der Poesietherapie
Die therapeutische Wirkung der Poesietherapie lässt sich in zwei Wirkungen unterscheiden, in die des Schreibens und die des Lesens.
Therapeutische Wirkung des Schreibens: Einige Autoren, wie z.B. Otto Rank oder Wilhelm Stekel arbeiten heraus, dass Schreiben als Akt der Selbstheilung zu verstehen sei. Sie stellen fest, dass im Prozess des Schreibens eine Regression, also eine Rückführung, des Ich zum Es stattfindet, dass manifeste neurotische Wünsche im Schreibakt eine verschlüsselte Erfüllung finden. Auch, dass neurotische Schreibursachen im Schreibprozess vor allem der Textarbeit eine in sich selbst heilende Tendenz erfahren. (vgl. Werder 1988, S. 10ff) Präödipale Regionen können in der Tiefe der Regression des Schreibaktes erreicht werden. Die präödipalen Regionen zeigen auf, dass der Schreibakt ödipale, wie präödipale Konflikte erreichen kann. So konnte Anna Freud 1922 nachweisen, dass sich in literarischen Texten von Erwachsenen, kindliche Tagträume, über pubertäre Phantasien finden können.
Therapeutische Wirkung des Lesens: Dem Lesen wird eine entspannte Funktion zugeschrieben. Schon in der frühen Psychoanalyse stellte Freud fest, dass der eigentliche Reiz des Lesens eines Gedichtes, in der Befreiung von Spannungen unserer Seele liegt. Durch den Dichter, werden wir in die Welt unserer Phantasien gesetzt und können diesen ohne Scham und ohne Vorwürfe nachgehen. Dem Lesen wird in der modernen Forschung eine aktive und eine passive Wirkung zugeschrieben. Das therapeutische Element der Entspannung, der kognitiven Erweiterung und die vertiefte Selbsterkenntnis wird hierbei betont. Regression wird in der Lesesituation erfordert, der Autor und seine Charaktere werden für den Leser zu Personen, das Zeitgefühl ist reduziert. Die Freisetzung von eigenen Assoziationen und der eigenen Phantasie ermöglicht im Leseakt eine Übertragung von kindlichen Wünschen und Ängsten in gestalte Sprache. Dies vermittelt Lust. Im Lesen kann somit die Übertragung/ Veränderung, die Erweiterung und die Erforschung von unbekannten Wunsch- und Gefühlsregionen stattfinden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des kreativen Schreibens ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich dessen therapeutischer Wirkung.
2. Was ist kreatives Schreiben?: Das Kapitel definiert den Begriff "kreatives Schreiben" aus Sicht der Kreativitätsforschung und beleuchtet dessen Funktion als Ausdrucksmittel und psychologisches Instrument.
3. Kann kreatives Schreiben therapeutisch wirken?: Hier wird untersucht, wie durch Schreibprozesse Selbsterkenntnis gefördert wird und welche Parallelen zwischen kreativem Schaffen und therapeutischen Prozessen bestehen.
4. Kreatives Schreiben als Therapie- das Beispiel der Poesietherapie: Dieses Kapitel vertieft die Poesietherapie als konkretes Beispiel und analysiert die Wirkung von Schreiben und Lesen sowie deren praktische Anwendung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht das therapeutische Potenzial des kreativen Schreibens sowie dessen Bedeutung als niederschwelliges Hilfsangebot.
Schlüsselwörter
Kreatives Schreiben, Poesietherapie, therapeutische Wirkung, Selbsterkenntnis, Selbstheilung, Psychologie, Regression, Ausdrucksmöglichkeiten, Schreibwerkstatt, Literatur, Psychotherapie, Kommunikation, Selbsthilfe, Ich-Entwicklung, Kreativitätsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial des kreativen Schreibens als Methode zur Unterstützung therapeutischer Prozesse und beleuchtet die positiven Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von kreativem Schreiben, den psychologischen Wirkungsmechanismen beim Schreiben und Lesen sowie der praktischen Umsetzung innerhalb der Poesietherapie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob und wie kreatives Schreiben therapeutisch wirken kann und welche Vorteile diese Methode für den Einzelnen bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die verschiedene Fachpositionen und Erkenntnisse zur Psychologie des Schreibens zusammenführt und analytisch vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, einen Vergleich von kreativen und therapeutischen Prozessen sowie eine detaillierte Analyse der Poesietherapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem kreatives Schreiben, Poesietherapie, Selbsterkenntnis, Regression im Dienste des Ichs und therapeutische Kommunikation.
Worin liegt der therapeutische Unterschied zwischen professioneller und nicht-professioneller Poesietherapie?
Während professionelle Therapie bei schweren psychischen Belastungen in klinischen Settings Anwendung findet, richtet sich die nicht-professionelle Form an Menschen in Lebenshilfe-Kontexten, wobei die Selbsttätigkeit der Teilnehmer im Vordergrund steht.
Warum ist das Lesen bei der Poesietherapie therapeutisch wirksam?
Lesen ermöglicht eine Entlastung von seelischen Spannungen, bietet Raum für die Projektion kindlicher Phantasien und unterstützt durch die Auseinandersetzung mit Literatur die eigene Selbsterkenntnis ohne Scham.
- Citar trabajo
- Monika Jenke (Autor), 2012, Kann Kreatives Schreiben therapeutisch wirken?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232573