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Die Modernisierung des Krieges in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Beispiel des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71

Title: Die Modernisierung des Krieges in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Beispiel des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71

Seminar Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Georg Hermann (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 bietet eine Vielzahl von lohnenden geschichtswissenschaftlichen Herangehensweisen und Fragestellungen. Seine historisch wohl tiefstgreifende Konsequenz dürfte die Gründung des Deutschen Kaiserreichs sein. Doch auch auf anderen Gebieten als dem Politischen stellte er eine gewisse Zäsur dar. So zeigt der Preußisch-Österrreichische Krieg von 1866 im Vergleich zur Ära der Napoleonischen Kriege zwar bereits einen erheblichen Wandel der Kriegsführung, aber erst 1870/71 findet eine Entwicklungsphase auch in Europa ihren Abschluss, deren Ende auf dem nordamerikanischen Kontinent bereits mit dem Sezessionskrieg 1861-65 erreicht war. Diese Arbeit ist der Frage nach der Modernisierung des Krieges in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Allgemeinen und im Besonderen der, inwieweit bzw. in welchem Umfang der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 einen Markstein dieser Modernisierung darstellt, gewidmet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Das Entstehen einer Rüstungsindustrie in den mitteleuropäischen Staaten

2. Der Wandel der Kriegsführung

3. Die Gesellschaft und die neue Kriegsführung

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Modernisierung der Kriegsführung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Beispiel des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, um den Übergang zum industriell geprägten "Volkskrieg" sowie technologische und gesellschaftliche Veränderungen aufzuzeigen.

  • Entstehung und Einfluss einer organisierten Rüstungsindustrie
  • Wandel der militärischen Taktik und Strategie durch neue Waffentechnologien
  • Transformation des Krieges von einem monarchischen "Kabinettskrieg" zum nationalstaatlichen "Volkskrieg"
  • Rolle von Eisenbahn und Telegrafie als technologische Katalysatoren
  • Einfluss der Propaganda und gesellschaftliche Wahrnehmung des Krieges

Auszug aus dem Buch

Das Entstehen einer Rüstungsindustrie in den mitteleuropäischen Staaten

Bis einschließlich der Ära der Revolutions- und Napoleonischen Kriege (1792-1815) geschah „die Fertigung der Waffen [...] auf überlieferte handwerkliche Weise nach einem bestimmten, festgelegten Muster in Manufakturen.“ Erst durch die Erschließung von Stahl als Massenwerkstoff und die zunehmende Verwendung von Werkzeugmaschinen in Folge der industriellen Revolution, wurden die nötigen Voraussetzungen geschaffen, die Ideen der Erfinder und Konstrukteure zu verwirklichen und deren Waffen in großen Stückzahlen anzufertigen. Durch die so erreichte, präzise Arbeitsweise wurden letztendlich die Fertigung von Hinterladern und die Austauschbarkeit der Teile von Waffe zu Waffe möglich. Maschinen, wie Waffen, unterlagen dem „Bestreben, in der Form gleiche, normierte Teile [...] in großen Mengen und mit großer Produktivität herzustellen und aus diesen Einzelteilen ein funktionsfähiges Gerät zusammenzusetzen[.]“ Ein solches Vorhaben konnte nur durch eine Vereinheitlichung der Maßsysteme erreicht werden. Als erste Festlegung wurden die Schraubenprofile und Steigungsmaße der Firma Withworth aus England gewählt, welche in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Maschinenbau führend war.

Neben den veränderten Produktionsverfahren im Hüttenwesen und in der Metallverarbeitung waren Voraussetzungen der beschleunigten Entwicklung die Möglichkeit eines verstärkten Handels durch die neuen Verkehrsmittel, die Kapitalsammlungen zur Errichtung großer, leistungsfähiger Industriebetriebe mittels Banken und eigener Gesellschaften, sowie ein verstärkter Austausch neuen Gedankenguts und neuer Erfindungen durch Schrifttum und Industrieausstellungen. „Die zunehmende Ausstattung der Fabriken mit Maschinen erforderte naturgemäß immer mehr Kapital. Damit begann auch der Typ des Erfinders und Unternehmers der alten Zeit zu verschwinden und Gründungen auf gesellschaftlicher Basis Platz zu machen: zuerst als Offene Handelsgesellschaft (OHG), dann auch Aktiengesellschaft[.]“

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Modernisierung des Krieges im 19. Jahrhundert vor und erläutert das methodische Vorgehen anhand des Deutsch-Französischen Krieges als Fallbeispiel.

1. Das Entstehen einer Rüstungsindustrie in den mitteleuropäischen Staaten: Dieses Kapitel beschreibt den Übergang von handwerklicher Manufakturfertigung zur industriellen Massenproduktion von Waffen unter Einbeziehung neuer Werkzeugmaschinen und Kapitalstrukturen.

2. Der Wandel der Kriegsführung: Hier werden die Veränderungen in Taktik und Strategie, der Einfluss neuer Fernwaffen sowie die Entwicklung einer professionellen Generalstabsarbeit beleuchtet.

3. Die Gesellschaft und die neue Kriegsführung: Der Fokus liegt auf der Mobilisierung der Zivilbevölkerung, dem Wandel zum "Volkskrieg", dem Einsatz von Propaganda und der Auswirkung des Krieges auf die Heimatfront.

4. Fazit: Das Fazit ordnet den Krieg von 1870/71 historisch ein und konstatiert ihn als Übergangsphase, die bereits Elemente des späteren totalen Krieges vorwegnimmt.

Schlüsselwörter

Deutsch-Französischer Krieg, Industrialisierung, Rüstungsindustrie, Hinterlader, Generalstab, Volkskrieg, Kabinettskrieg, Eisenbahn, Telegrafie, Propaganda, Kriegführung, 19. Jahrhundert, Waffentechnik, Militärreform, Mobilmachung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Modernisierung der militärischen Auseinandersetzungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, insbesondere am Beispiel des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Aufbau einer industriellen Rüstungsproduktion, der Wandel von strategischer Taktik und Waffentechnik sowie die gesellschaftliche Transformation hin zum sogenannten "Volkskrieg".

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit der Deutsch-Französische Krieg einen entscheidenden Markstein und Wendepunkt innerhalb der Modernisierung der Kriegsführung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur sowie zeitgenössischen Quellen basiert, um historische Zusammenhänge zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die technologischen Aspekte der Rüstungsindustrie, die taktischen Neuerungen der Armeen (insbesondere des preußischen Generalstabs) und die Rolle der Zivilgesellschaft im Kontext moderner Kriegsführung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Rüstungsindustrie, 1870/71, Volkskrieg, Militärreform, technischer Wandel und Generalstab.

Welche Rolle spielten die neuen Verkehrsmittel wie die Eisenbahn?

Die Eisenbahn fungierte als entscheidender Faktor für die Logistik, indem sie das Heimatgebiet und das Kriegstheater näher zusammenbrachte, jedoch auch die Abhängigkeit von komplexen, störanfälligen Versorgungsleitungen erhöhte.

Wie veränderte sich die Rolle des Soldaten durch die neuen Waffentechnologien?

Durch die Einführung präziserer Hinterlader und moderner Artillerie verlor die starre "Stoßtaktik" der napoleonischen Zeit an Bedeutung; der Soldat musste nun verstärkt eigenverantwortlich im Rahmen einer "Auftragstaktik" agieren.

Was bedeutete der Übergang vom "Kabinettskrieg" zum "Volkskrieg"?

Dieser Übergang markiert die Einbeziehung der gesamten Gesellschaft und Wirtschaft in das Kriegsgeschehen, was durch Propaganda, nationale Mobilisierung und eine zunehmende Belastung der Zivilbevölkerung gekennzeichnet war.

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Details

Title
Die Modernisierung des Krieges in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Beispiel des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71
College
LMU Munich  (Historicum)
Course
Preußen 1786-1871
Grade
2,3
Author
Georg Hermann (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V232589
ISBN (eBook)
9783656490029
ISBN (Book)
9783656840282
Language
German
Tags
modernisierung deutsch-französisch Krieg 19. Jahrhundert 1870 1871
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Georg Hermann (Author), 2010, Die Modernisierung des Krieges in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts am Beispiel des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232589
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