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Die Ausrottung der Armut

Titel: Die Ausrottung der Armut

Bachelorarbeit , 2009 , 37 Seiten , Note: 2

Autor:in: MA Markus Scholze (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Man könnte meinen, dass seit dem Aufruf von Bob Geldof zum Live-Aid-Konzert im Juli 2005, wo Elton John, Bono, Madonna, Coldplay und andere Rockstars versuchten die Aufmerksamkeit der Welt auf die Ärmsten der Armen zu lenken, die Ausrottung der Armut ins Finale geht. Im selben Jahr warb der damalige britische Premierminister Tony Blair in Davos für einen massiven Förderungsschub für Afrika um die Millennium Development Goals – auf die ich noch eingehen werde – bis 2015 zu erreichen. Parallel zu „Live 8“, fand im Juli 2005 der G8-Gipfel in Gleneagles (Schottland) statt, wo sich ebenfalls Tony Blair und der damalige britische Finanzminister und heutige Premierminister Gordon Braun massiv für die Armutsbekämpfung in Afrika einsetzten und gemeinsam mit den G8-Staatschefs, die Verdoppelung der Entwicklungshilfe für Afrika von 25 Milliarden Dollar pro Jahr auf 50 Milliarden Dollar beschlossen (vgl. Easterly 2006, S.18).
Eigentlich könnte man nach all diesen Unterstützungserklärungen der Mächtigsten der Welt optimistisch in die Zukunft blicken und einer endgültigen Ausrottung der Armut entgegen sehen. Aber machen wir uns nichts vor, schon Daniel Bell berichtet in seinem Aufsatz „The future world disorder“ über ein Dokument, das die United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) für die International Labor Organization (ILO) Konferenz im Juni 1976 entwarf. In diesem Dokument wurde das Ziel formuliert, die extreme Armut dieser Welt bis zum Jahre 2000 „auszurotten“, von der rund 20 Prozent der Weltbevölkerung betroffen waren. Wenn auch dieses Ziel von der UNCTAD formuliert wurde, so hielt es Bell damals für unwahrscheinlich dieses Ziel zu erreichen (Bell 1977). Wenn wir uns die Armutsproblematik seit dem Jahre 2000 ansehen, so müssen wir Bell mit seiner pessimistischen Haltung leider Recht geben. Auch wenn ich nicht Schwarz malen möchte, so müssen wir doch realistisch genug sein und all die vornehmlichen und überaus lobenswerten Bemühungen von Geldof,Bono, Blair und Obama, kritisch betrachten – was die genannten Persönlichkeiten und ihre Kollegen auch sicherlich selbst tun – und den Kampf gegen die Armut nüchtern analysieren und schließlich auch zu Ende führen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Aufbau der Arbeit

2. Fragestellung und Hypothesen

3. Definition von Armut und Entwicklungsländer

4. Bestandsaufnahme

4.1. Die Armut in Zahlen

4.2. Aktuelle Probleme

5. Ursachen der Armut

5.1. Der Kolonialismus und seine Folgen

5.2. Klimatische und geographische Bedingungen

5.3. Das Problem mit den Ressourcen

5.4. Die politische Situation

6. Maßnahmen zur Ausrottung der Armut

6.1. UN Millennium Development Goals

6.2. Entwicklungshilfe

6.2.1. Entwicklungshilfe in Zahlen aus dem Jahr 2008

6.2.2. Entwicklungshilfe – der Weg aus der Armutsfalle

6.3. Die Hoffnung auf Schuldenerlass

6.4. Wirtschaftswachstum

7. Akteure der Armutsbekämpfung

7.1. Die OECD

7.1.1. Der OECD-Entwicklungsausschuss (DAC)

7.1.2. Das OECD-Development Centre

7.2. Die Rolle der Europäischen Union

7.2.1. Die Organisation der EU – für Entwicklungszusammenarbeit

7.2.1.1. EuropeAid – Koordinator der Entwicklungspolitik

7.2.1.2. ECHO – Helfer in Katastrophen und Notfällen

7.2.1.3. Die Europäische Investitionsbank – Kreditgeber für Partnerländer

7.2.2. Hilfsmaßnahmen der Europäischen Union in Zahlen

7.3. Die UNO

7.3.1. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen

7.3.2. Die größte humanitäre Organisation der Welt – das WFP

7.4. Die Sonderorganisation – IWF

7.5. Die Weltbank

7.5.1. Die Weltbankgruppe

7.5.2. Die Aufgaben und Arbeitsweise der Weltbankgruppe

7.6. Die Nichtstaatlichen Akteure

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Voraussetzungen und Maßnahmen, die notwendig sind, um eine tatsächliche Ausrottung extremer Armut zu erreichen. Im Zentrum steht die Analyse, ob klassische Entwicklungshilfe ausreicht oder ob ein grundlegender Wandel in der Strategie erforderlich ist, um Menschen dauerhaft aus der Armutsfalle zu befreien.

  • Analyse der Ursachen von Armut (Kolonialismus, Ressourcen, Geografie, Politik)
  • Evaluation der Effektivität internationaler Entwicklungshilfe
  • Untersuchung der Rolle zentraler Akteure wie OECD, EU, UNO und Weltbank
  • Diskussion der Bedeutung von Wirtschaftswachstum und Schuldenerlass

Auszug aus dem Buch

5.1. Der Kolonialismus und seine Folgen

Der Kolonialismus wird oft als der Grund allen Übels in den Entwicklungsländern dargestellt, aber er kann nicht als alleiniger Sündenbock für alle heutigen Probleme und Missstände dargestellt werden. Unbestritten hatten die Kolonialherrschaften einen großen Einfluss auf die ökonomische Entwicklung der heutigen Dritten Welt. Nach Nuscheler „hat der Kolonialismus sicherlich eigenständige Entwicklungen und Hochkulturen unterbrochen. Der britische Imperialismus hat an der hoch entwickelten indischen Textil- und Seidenmanufaktur ‚industriellen Kindesmord’ begangen, um der eigenen Textilindustrie in Lancashire den indischen Markt zu öffnen; aber er hat auch – wie Karl Marx in dem berühmten Artikel über die ‚Die britische Herrschaft in Indien’ geradezu euphorisch schrieb – Schranken des Provinzialismus und der ‚Dorfidiotien’ niedergerissen“ (Nuscheler 1996, S.164).

Auch wenn der Kolonialismus wesentlich zur miesere der Entwicklungsländer beigetragen hat, so muss man nüchtern feststellen, dass die meisten Staaten die in der Kolonialzeit beherrscht wurden, vor ihrer Unabhängigkeit fähig waren die Nahrungsmittelversorgung selbstständig zu bewerkstelligen, was sie viele davon heute nicht mehr sind. Es hat also nach der Kolonialzeit offensichtlich eine Fehlentwicklung in diesen Ländern stattgefunden, die zum Teil sicherlich eine Folge des Kolonialismus war. Franz Nuscheler stellte eine unterschiedliche nachkoloniale Entwicklung fest: „Die nachkoloniale Geschichte zeigt auch, dass die verschiedenen Gesellschaften und Kulturen die Erfahrung des Kolonialismus sehr unterschiedlich verarbeitet haben. Nicht nur Afrika und Südasien, sondern auch die fernöstlichen ‚kleinen Tiger’ haben eine Kolonialgeschichte. Der brutale Imperialismus von Japan hat allerdings auch zur infrastrukturellen und industriellen Entwicklung Taiwans und Koreas beigetragen. Gerade dort, wo der Kolonialismus eine kolonialwirtschaftliche ‚Inwertsetzung’ anstrebte, hat er auch entwicklungsfähige Produktions- und Verkehrsstrukturen hinterlassen“ (Nuscheler 1996, S.164).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambitionen internationaler Hilfsbemühungen seit 2005 und hinterfragt kritisch, warum trotz zahlreicher Versprechen die Armutsproblematik weiterhin besteht.

1. Aufbau der Arbeit: Es wird die Methodik dargelegt, sich nüchtern und kritisch mit der Armutsbekämpfung der letzten 20 Jahre unter Fokus auf die Millennium-Development-Goals zu befassen.

2. Fragestellung und Hypothesen: Die Arbeit zielt darauf ab, die notwendigen Voraussetzungen für eine Ausrottung extremer Armut zu bestimmen, wobei Wirtschaftswachstum und die Kritik an „klassischer“ Entwicklungshilfe zentrale Thesen bilden.

3. Definition von Armut und Entwicklungsländer: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung der verschiedenen Armutsformen und erläutert die UN-Klassifikationen für den Entwicklungsstatus von Ländern.

4. Bestandsaufnahme: Eine quantitative Analyse zeigt die Entwicklung der Armut in verschiedenen Weltregionen auf und thematisiert die drängenden Versorgungsprobleme durch globale Krisen.

5. Ursachen der Armut: Hier werden komplexe Faktoren wie koloniales Erbe, klimatische Bedingungen, Ressourcenmanagement und politische Instabilität auf ihre wachstumshemmende Wirkung geprüft.

6. Maßnahmen zur Ausrottung der Armut: Dieser Teil betrachtet Strategien wie die Millennium-Entwicklungsziele, Entwicklungshilfe, Schuldenerlasse und die Bedeutung des Wirtschaftswachstums.

7. Akteure der Armutsbekämpfung: Es werden die Rollen und Arbeitsweisen bedeutender Akteure wie OECD, EU, UNO, IWF, Weltbank und Nichtregierungsorganisationen analysiert.

8. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit globaler Partnerschaften sowie die Schwierigkeiten bei der Erreichung der gesetzten Ziele bis 2015.

Schlüsselwörter

Armut, Entwicklungsländer, Millennium-Entwicklungsziele, Entwicklungshilfe, Wirtschaftswachstum, Armutsfalle, Kolonialismus, Ressourcen, Schuldenkrise, Weltbank, IWF, NGO, Globalisierung, Armutsbekämpfung, soziale Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die Bemühungen zur globalen Armutsbekämpfung und untersucht, warum trotz umfangreicher internationaler Hilfsprogramme die Armut weiterhin ein massives globales Problem darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Ursachen extremer Armut, die Effektivität von Entwicklungshilfe, die Rolle internationaler Organisationen sowie die Bedeutung von Wirtschaftswachstum und Schuldenerlass für Entwicklungsländer.

Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche Voraussetzungen und Maßnahmen tatsächlich notwendig sind, um eine nachhaltige Ausrottung der extremen Armut auf globaler Ebene zu erreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Berichten internationaler Organisationen, um die theoretischen Konzepte mit den empirischen Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte abzugleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme, die Untersuchung struktureller Ursachen der Armut sowie die detaillierte Vorstellung und kritische Würdigung der Maßnahmen und Akteure in der internationalen Entwicklungspolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Armut, Entwicklungsländer, Millennium-Entwicklungsziele, Armutsfalle, Entwicklungshilfe und Wirtschaftswachstum.

Welche Rolle spielt der Kolonialismus in der Analyse der Armutsursachen?

Der Autor ordnet den Kolonialismus zwar als historischen Einflussfaktor ein, warnt aber davor, ihn als alleinigen Sündenbock für heutige Missstände zu betrachten, und weist auf die Bedeutung nachkolonialer Fehlentwicklungen hin.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Entwicklungshilfe?

Der Autor sieht in der Entwicklungshilfe einen notwendigen Katalysator für die Kapitalbildung, kritisiert jedoch die oft ineffektive Praxis der Geberländer und betont die Notwendigkeit von Hilfe zur Selbsthilfe.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ausrottung der Armut
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz  (Soziologie)
Veranstaltung
Global Sociology
Note
2
Autor
MA Markus Scholze (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
37
Katalognummer
V232637
ISBN (eBook)
9783656493822
ISBN (Buch)
9783656493594
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arme Armut Entwicklungsländer Millennium Development Goals Entwicklungshilfe Afrika Armutsbekämpfung G8 Hunger UNO VN EU Armutsfalle unterste Milliarde Entwicklungszusammenarbeit Weltbank IWF Schuldenfalle Jean Ziegler Wirtschaftswachstum Schuldenerlass Millenniumsziele Unterernährung Strukturanpassung
Produktsicherheit
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Arbeit zitieren
MA Markus Scholze (Autor:in), 2009, Die Ausrottung der Armut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232637
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  37  Seiten
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