Aspekte der Naturdarstellung bei Barthold Heinrich Brockes am Beispiel von „Das Firmament“ und „Die kleine Fliege“


Hausarbeit, 2011

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Die Naturwissenschaft als Gottesbeweis – ein Ausweg aus der kopernikanischen Krise

3. Die Erbringung des Gottesbeweises im Makrokosmos: Das Firmament

4. Mikrokosmische Naturphänomene und Schöpfergott: Die kleine Fliege

5. Abschließender Vergleich und Fazit

Bibliographie

1. Einleitung

Barthold Heinrich Brockes hat sich in seinem zwischen 1721 bis 1748 in neun Bänden erschienenen Werk „Irdisches Vergnügen in Gott, bestehend in Physikalisch- und Moralischen Gedichten“ ganz dem Programm der Aufklärung verschrieben. Er wand sich in ihm der „konkret-physikalischen Natur“[1] zu und wollte mit seiner Dichtung Vergnügen und eine „moralische Besserung“[2] erreichen. Seine Dichtkunst sollte nutzen oder belehren und zugleich belustigen.[3] Diesem Zweck diente die physikotheologische Naturpoesie, deren Ziel es war, die neuesten Erkenntnisse der Naturforschung mit dem altbekannten theologischen Weltbild zu verknüpfen. Da sie die Erkenntnisse der neuen Wissenschaften nicht verwarf, sondern versuchte, sie in die bestehende Ordnung einzubinden, bedeutete die Physikotheologie durchaus ein Stück Aufklärung.[4] Brockes verfolgte dieses Ziel mit Hilfe seines deskriptiven Naturpoems. Er nutzte die neueren Erkenntnisse der Naturwissenschaften, um in seinen Gedichten in der Natur die Existenz eines Schöpfergottes nachzuweisen. So stand bei ihm jedes Naturelement als Zeichen für Gottes Weisheit und Güte und musste vom Menschen nur noch als solches wahrgenommen werden.[5]

Im Folgenden soll dargestellt werden, wie Brockes die Natur und ihre Phänomene darstellt, um sowohl in Makro- als auch in Mikrokosmos den Gottesbeweis zu erbringen und wie er mit dem deskriptiven Naturgedicht versucht, dem Menschen zu „einer auf innerweltliche Zufriedenheit und christliches Schöpfervertrauen gegründeten Lebenshaltung“[6] zu verhelfen. Zunächst werden dazu die erkenntnistheoretischen Folgen der kopernikanischen Krise und ihre Bedeutung für die Dichtung von Brockes erläutert.

Weiterhin werden die Gedichte „Das Firmament“ und „Die kleine Fliege“ untersucht, um an ihnen exemplarisch zu zeigen, wie Brockes die Naturphänomene darstellte, um den Leser mit Hilfe der Erkundung der Naturgesetze zur Entdeckung der göttlichen „causa finalis“ zu führen.[7]

2. Die Naturwissenschaft als Gottesbeweis – ein Ausweg aus der kopernikanischen Krise

Seit Erscheinen der Abhandlung „Über die Kreisbewegungen der Weltkörper“ (1543) des polnischen Astronoms Nikolaus Kopernikus begannen sich das Weltbild des Menschen und die Idee seiner Stellung im Universum fundamental zu ändern.[8] Mit seiner Behauptung, „die Sonne steuere das Planetensystem“[9], stürzte Kopernikus die bis dahin geltende ptolemäische Astronomie um, nach der sich Sonne und Planeten kreisförmig um die Erde bewegten. Er stellte dem „modernen Menschen [, der nun nicht mehr im Mittelpunkt des Kosmos stand,] ein Modell“ bereit, „an dem das autonom gewordene Subjekt durch sein Verhältnis zur Welt sich selbst bestimmen konnte. Das astronomische Modell [wurde] somit zugleich zum Schema für die neue ‚Stellung‘ des Menschen im Kosmos, für seinen ‚Platz‘ in der Natur.“[10] Für das christliche Glaubenssystem stellte „der Wandel vom ptolemäischen zum kopernikanischen System […] eine Bedrohung […] dar, weil man sich Gott nunmehr in Gestalt des allwissenden Naturwissenschaftlers vorstellen mußte, während er seit Jahrtausenden ein geheimnisvoller Herrscher gewesen war, dessen Vorhaben die Menschen auf keine rationale Weise durchschauen sollten.“[11]

[...]


[1] von Borries 2003, 43.

[2] Ebd.

[3] Vgl. Große 2001, 37.

[4] Vgl. Ketelsen 1977, 55.

[5] Vgl. Alt 1996, 133.

[6] Alt 1996, 134.

[7] Vgl. Alt 1996, 136.

[8] Vgl. Wallis 1994, 19.

[9] Wallis 1994, 20.

[10] Garz, Piecha, Schäfer 2005, 19.

[11] Saine 1987, 7.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Aspekte der Naturdarstellung bei Barthold Heinrich Brockes am Beispiel von „Das Firmament“ und „Die kleine Fliege“
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V232642
ISBN (eBook)
9783656493808
ISBN (Buch)
9783656493679
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aspekte, naturdarstellung, barthold, heinrich, brockes, beispiel, firmament, fliege
Arbeit zitieren
Sabrin Werner (Autor), 2011, Aspekte der Naturdarstellung bei Barthold Heinrich Brockes am Beispiel von „Das Firmament“ und „Die kleine Fliege“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232642

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