Sind Unternehmen mit Frauen im Topmanagement erfolgreicher?

Aktueller Stand der Forschung


Seminararbeit, 2013

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 THEORIE: MÄNNER SIND DIE BESSEREN FÜHRUNGSKRÄFTE
2.1 Männliche Erfolgsattribute
2.2 Führungsstile im Vergleich - Mann vs. Frau
2.3 Branchen mit starker Frauenquote und Branchen mit starker Männerquote

3 SIND UNTERNEHMEN MIT FRAUEN IM TOPMANAGEMENT ERFOLGREICHER? - ÜBERBLICK FORSCHUNGSERGEBNISSE
3.1 McKinsey & Company
3.2 Ernst & Young
3.3 Catalyst
3.4 Pepperdine University
3.5 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
3.6 Langzeitstudie von Christian L. Dezsö und David Gaddis Ross
3.7 Kritik an den Studien
3.8 Erfolgreiche Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen
3.9 Gründe für den Frauenmangel
3.10 Ausblick: Frauen als Erfolgsfaktor

4 LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN
4.1 Was Frauen unternehmen können
4.2 Was Unternehmen bewirken können
4.3 Wie der Staat eingreifen kann

5 FAZIT

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

1 Einleitung

Die Behauptung, dass Männer die besseren Führungskräfte seien hört man in unserer heutigen Gesellschaft nicht selten. Dabei wird davon ausgegangen, dass Männer den Herausforderungen des harten Unternehmensalltages besser gewachsen seien. Hierbei stelle die Frau das schwächere Geschlecht dar.

Die Aussage, Frauen sind zu sensibel, um sich in der Wirtschaft und vor allem in Führungspositionen durchzusetzen, hat die Frau in die Rolle der Haushälterin gezwungen. Gegen diese unverrückbare gesellschaftliche Geisteshaltung mussten Frauen jahrelang ankämpfen. Erst die Emanzipa- tionsbewegung in den 60er Jahren brachte die längst notwendige Revolu- tion der Rollenverteilung. Alte Vorurteile und Werte wurden umgeworfen, Frauen bekamen mehr Rechte.

Durch diese Wandlung von Gesellschaftsformen schaffen es heute immer mehr Frauen auch in die Topmanagementetagen vieler Unternehmen. Das früher schwächere Geschlecht wird zunehmend als dem Mann eben- bürtig anerkannt. Durch die Wahl einer Bundeskanzlerin in Deutschland wird deutlich, dass Frauen zugestanden wird, mehr Verantwortung tragen zu können.

Wenn man einer Frau sein Land anvertraut, warum nicht dann auch die Führung in der Wirtschaft?

Es herrscht in vielen Unternehmen häufig noch ein starkes Ungleichge- wicht zwischen Männer- und Frauenbeschäftigung auf Führungsebene. Die alte Behauptung, ein Unternehmen mit einem Mann an der Spitze werde besser geführt, gilt in vielen Firmen immer noch als Standard. Doch stimmt es wirklich, dass Männer besser führen als Frauen oder ist dies ein weit überholter Mythos?

Anhand dieser Arbeit werden Unterschiede im Führungsstil beider Geschlechter herausgearbeitet und gegenübergestellt.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Frage, ob Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen wirklich erfolgreicher sind. Dazu wird der aktuelle Stand der Forschung betrachtet und verschiedene Studien ver- gleichend analysiert. Lösungsvorschläge, wie Frauen der Zugang zu füh- renden Positionen künftig erleichtert werden könnte, werden zudem vor- gestellt.

Abgeschlossen wird die Arbeit durch ein persönliches Fazit.

2 Theorie: Männer sind die besseren Führungskräfte

2.1 Männliche Erfolgsattribute

Die Studie „The Distance between Mars and Venus: Measuring Global Sex Differences in Personality“ der Psychologen Marco del Giudice ,Tom Booth und Paul Irwing aus dem Jahr 2012 hat die Stärken der Männer auf den Punkt gebracht. Emotionale Stabilität, Dominanz, Rollenbewusstsein und Wachsamkeit1 werden hier als Attribute des Mannes verstanden, die ihn zum persönlichen wie auch beruflichen Erfolg bringen. Männer lassen sich nicht von Gefühlen leiten, sondern treffen Entscheidungen auf rein rationaler Basis. Dies ermöglicht ihnen, sich auf das Wesentliche zu fo- kussieren. Niederlagen werden durch Hervorhebung der eigenen Stärken kaschiert. Abgrenzung und Konkurrenz bestimmen viele Karrierewege.2

Diese Eigenschaften haben sich über Jahre bewährt, werden vielseitig geschätzt und haben dazu beigetragen, dass Führungspositionen haupt- sächlich von Männern besetzt sind. Des Weiteren zählen Eigenschaften, wie Schlagfertigkeit und Initiative, zu den wichtigsten männlichen Charak- tereigenschaften.3 Der Mann scheint sich hiermit, als Erfolgsgarant für die Wirtschaft zu qualifizieren.

2.2 Führungsstile im Vergleich - Mann vs. Frau

Ist die Frau das „Fragezeichen“ und der Mann das „Ausrufezeichen“?4

Männer und Frauen zeigen unterschiedliche Verhaltensweisen, die zum Erfolg in einem Unternehmen beitragen. Eine Umfrage unter 9000 männlichen und weiblichen Managern teilt die Ausprägungen der Unterschiede der Verhaltensweisen zwischen Mann und Frau in die Kategorien stärker, leicht stärker, gleich und s chwächer5 auf.

Bei Frauen stärker ausgeprägt zeigen sich:

Erwartungen

Belohnungen

Personalentwicklung

Rollenmodell

Bei Frauen leicht stärker ausgeprägt:

Inspiration

partizipative Entscheidungsprozesse im Unternehmen

Männer und Frauen unterscheiden sich in den Punkten intellektueller Herausforderung und effizienter Kommunikation nicht. Hier sind sie gleich auf.

Männer wiederrum übertreffen das weibliche Geschlecht in folgenden Punkten:

Kontrolle und Korrektur

Entscheidungen alleine treffen6

Der männliche und weibliche Führungsstil zeigt folgende Unterschiede:

Der weibliche Führungsstil wird als eine „kreisförmig teambezogene Netzwerkstruktur mit der Frau im Zentrum des Teams“7 gesehen. Die Frau bildet das Herzstück eines Unternehmens. Sie bemüht sich um Beziehun- gen zu ihren Mitarbeiter/innen. Informationen können schneller beschafft werden, da sie nicht den Umweg über die Hierarchie gehen müssen. Dar- über hinaus ist den Führungsfrauen wichtig, Kreativität und Eigeninitiative zu fördern.8

Männer hingegen bevorzugen die Hierarchie in einem Unternehmen. Das männliche Geschlecht übt gerne Macht aus, frei nach dem Motto: Ver trauen ist gut, Kontrolle ist besser. Männer müssen eine klare Rolle annehmen, um zu wissen, was sie zu tun und wem sie zu folgen haben. Den männlichen Führungsstil beschreiben die Forscher als „pyramidal- hierarchisch, mit dem Führer als Kopf.“9

2 Theorie: Männer sind die besseren Führungskräfte - Seite 4

2.3 Branchen mit starker Frauenquote und Branchen mit starker Männerquote

Laut einer Studie der Firma Hoppenstedt (Abbildung 1) sind die meisten Frauen in Führungspositionen im Gastgewerbe anzutreffen. Dicht gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen. Den dritten Platz belegt die Branche Erziehung und Unterricht10.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Frauenanteil Branchenspezifisch

Warum man die Frauen im Gastgewerbe am häufigsten antrifft, wird damit begründet, dass diese Branche von vielen kleinen Familienbetrieben dominiert wird. Frauen oder auch Ehefrauen werden dort oftmals als Teilhaberin oder Geschäftsführerin eingetragen.

Die hohe Quote der Frauen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Erziehungs- und Unterrichtswesen rührt daher, dass diese Branchen überwiegend in staatlicher oder kirchlicher Trägerschaft stehen. Das Thema der Gleichstellung wurde hier früher aufgegriffen als in der freien Wirtschaft.11

Wenn man das Ergebnis der Studie betrachtet, scheinen die Vorurteile bestätigt zu werden.

Frauen führen genau in den Branchen, die auch nach außen eher frauen- typisch wirken. Branchen, welche eine hohe Männerquote in Führungspo- sitionen beherbergen, sind am anderen Ende der Skala zu finden. In der allgemeinen Wahrnehmung gelten diese Branchen auch als typische Männerdomänen, in denen überwiegend Ingenieurwissenschaftler arbei- ten. Hierzu zählt unter anderem das verarbeitende Gewerbe, beispiels- weise der Maschinenbau. Die Energie- und Wasserversorgung ist mit nur 13,42% Frauenquote ebenfalls ein eher männlich besetzter Bereich, dicht gefolgt vom Bergbau. Diese Fachrichtungen sind bei Frauen bislang eher unbeliebt.12

Aus der Ausarbeitung wird ersichtlich, dass Frauen und Männer unter- schiedliche Stärken und Schwächen besitzen. Der Eine führt sein Unter- nehmen eher Netzwerk bezogen, der Andere bevorzugt die Hierarchie. Man kann nun nicht sagen, welcher Führungsstil zum Erfolg beiträgt. „Vermutlich gibt es keinen weiblichen oder männlichen Führungsstil, son- dern nur guten und schlechten. Und der gute vereint Herz und Kopf.“13

Der folgende Stand der Forschung soll Aufschluss darüber geben, wer tatsächlich führend ist. Zur präzisen Bestimmung untersucht man den Erfolg eines Unternehmens.

[...]


1 Vgl. Giudice del, Marco, Booth und Irwing Paul, The Distance between Mars and Venus: Measuring Global Sex Differences in Personality, 2012, S. 4

2 Vgl. Henn, Monika, Die Kunst des Aufstiegs,2009,S.39-40

3 Vgl. Henn, Monika, Die Kunst des Aufstiegs, 2009, S.43

4 Vgl. Henn, Monika, Die Kunst des Aufstiegs, 2009, S.40

5 Vgl. McKinsey, Women Matter 2, 2008, S.6

6 Vgl. McKinsey& Company, Women Matter 2, 2008, S.6

7 Bierach, Barbara, Das dämliche Geschlecht, 2011, S. 191

8 Vgl. Bierach, Barbara, Das dämliche Geschlecht, 2011, S. 191-192

9 Vgl. Bierach, Barbara, Das dämliche Geschlecht, 2011, S. 192

10 Vgl. Firma Hoppenstedt, 2010

11 Vgl. W. Fröse,Marlies, Szebel-Habig, Astrid, Mixed Leadership,2009,S.342

12 Vgl. W.Fröse,Marlies,Szebel-Habig,Astrid,Mixed Leadership,2009,S.342-343

13 Bierach, Barbara, Das dämliche Geschlecht, 2011, S. 193

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Sind Unternehmen mit Frauen im Topmanagement erfolgreicher?
Untertitel
Aktueller Stand der Forschung
Hochschule
Hochschule Aschaffenburg
Veranstaltung
Rechtsfragen des Personalmanagements
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V232737
ISBN (eBook)
9783656494904
ISBN (Buch)
9783656495284
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sind, unternehmen, frauen, topmanagement, aktueller, stand, forschung
Arbeit zitieren
Simone Schäfer (Autor), 2013, Sind Unternehmen mit Frauen im Topmanagement erfolgreicher?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232737

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