Wirtschaftswachstum ist eines der großen Ziele staatlicher Wirtschaftspolitik. Jedes Jahr aufs Neue soll sich die deutsche Volkswirtschaft vergrößern und gleichzeitig die Beschäftigungsquote erhöhen. Sie scheint das goldene Kalb zu sein, dem von allen Wirtschaftsweisen gehuldigt wird. Aber wie lange geht das gut?
Der vorliegende Band widmet sich der Frage, ob dauerhaftes Wirtschaftswachstum überhaupt möglich ist, oder ob jede Volkswirtschaft zwangsläufig irgendwann an den Endpunkt ihrer Leistungsfähigkeit gerät.
Aus dem Inhalt: Zusammenhang von Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum, Technischer Fortschritt, Umweltverschmutzung und Wirtschaftswachstum, Wachstumsbefürwortende Ansätze.
Inhaltsverzeichnis
Ist dauerhaftes Wirtschaftswachstum theoretisch möglich? Von Reinhold Uhlmann
Einleitung
Erneuerbare und nicht-erneuerbare natürliche Ressourcen
Wachstumsbefürwortende Ansätze
Die Ökologische Ökonomik
Wirtschaftswachstum bei konstanter materieller Basis?
Zusammenfassung und Ergebnisse
Technischer Fortschritt, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung von Sebastian Sohn
Einleitung
Grundlagen
Technischer Fortschritt in ausgewählten Modellen
Zusammenhang von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung
Schlusswort
Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum von Gunnar Halden
Einleitung
Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum
Das Simulationsmodell von Julian Simon
Kritische Betrachtung
Umweltverschmutzung und Wirtschaftswachstum von Christoph A. Heinrichsdorff
Einleitung
Emissionen, Immissionen und soziale Kosten
Präferenzen der Bevölkerung bezüglich Umweltverschmutzung und Wachstum
Modelle zur Bestimmung des effizienten Grades der Umweltverschmutzung
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht interdisziplinär die theoretischen Möglichkeiten und Grenzen eines dauerhaften Wirtschaftswachstums unter Berücksichtigung von Ressourcenknappheit, demographischer Entwicklung, technologischem Fortschritt und ökologischen Belastungsgrenzen.
- Theoretische Grundlagen der Wachstumsökonomik (Neoklassik vs. Ökologische Ökonomik)
- Rolle des technischen Fortschritts bei der Entkopplung von Wachstum und Umweltverbrauch
- Auswirkungen des Bevölkerungswachstums auf das Wirtschaftswachstum
- Sozio-ökonomische Implikationen der Umweltverschmutzung und politische Steuerungsmodelle
- Diskussion intergenerationeller Gerechtigkeit und Nachhaltigkeitskonzepte
Auszug aus dem Buch
Erneuerbare und nicht-erneuerbare natürliche Ressourcen
„During the past two hundred years, at least, mankind has enjoyed a fantastic mineral bonanza which has been the great source of an equally fantastic economic growth“ (Georgescu-Roegen 1986a: 13). Das enorme Wirtschaftswachstum der letzten 200 Jahre beruht also vor allem auf mineralischen und fossilen, sprich nicht-erneuerbaren Ressourcen (siehe auch Altvater 2006: 39-43). Laut Luks (2001: 82) kann dies als eine „Abkopplung von den ‚organischen‘ Bedingungen des Wirtschaftens“ gesehen werden. Mit dem Übergang zur fossil-mineralischen Wirtschaft kam es darüber hinaus zum Problem der übermäßigen Senkenbelastung durch Kohlendioxid und andere Abfallstoffe (Norgaard 1994: 44).
Daly (1996: 185) stellt dabei eine ‚kritische Asymmetrie‘ zwischen der Nutzung erneuerbarer und nicht-erneuerbarer Ressourcen fest. Letztere können nicht nachhaltig genutzt werden, da die Bestände zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgebraucht sind, während dies bei den Erneuerbaren möglich ist, sofern die Ernterate nicht über der Regenerationsrate liegt (Wrigley 1988: 114). Hinzu kommt allerdings, dass bei der zunehmenden Nutzung erneuerbarer Ressourcen räumliche Grenzen auftreten können (Luks 2000: 39, Keil 1999: 151). Laut Luks (2001: 83) ergibt sich daraus eine Wachstumsgrenze, allerdings kein „historische[r] Horizont der Endlichkeit“ (Sieferle 1997: 147) wie bei der Nutzung fossiler und mineralischer Bestände. Aufgrund der Endlichkeit nicht-erneuerbarer Ressourcen müsste bei strenger Betrachtung auf diese für eine dauerhafte Entwicklung völlig verzichtet werden (Pearce 1987: 13f.; Schröder 1995: 163).
Zusammenfassung der Kapitel
Ist dauerhaftes Wirtschaftswachstum theoretisch möglich?: Dieses Kapitel beleuchtet die theoretischen Konflikte zwischen neoklassischer Wachstumstheorie und ökologischer Ökonomik bezüglich der Endlichkeit natürlicher Ressourcen.
Technischer Fortschritt, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung: Der Autor analysiert die Ambivalenz des technischen Fortschritts als Motor für Wachstum und dessen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Beschäftigungsquoten.
Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum: Dieses Kapitel vergleicht Simulationsmodelle, die den Zusammenhang zwischen demographischer Entwicklung und ökonomischer Leistungsfähigkeit untersuchen.
Umweltverschmutzung und Wirtschaftswachstum: Hier wird der Zusammenhang zwischen ökonomischem Output und ökologischer Belastung analysiert, einschließlich politischer Optionen zur effizienten Steuerung der Umweltverschmutzung.
Schlüsselwörter
Wirtschaftswachstum, Nachhaltigkeit, Ökologische Ökonomik, Neoklassik, Ressourcenerschöpfung, Technischer Fortschritt, Bevölkerungswachstum, Umweltverschmutzung, Entkopplung, Intergenerationelle Gerechtigkeit, Modellbildung, Ressourcenökonomik, Stoffstromwirtschaft, Nullwachstum, Innovation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die theoretische Plausibilität und die Grenzen dauerhaften Wirtschaftswachstums unter Einbeziehung ökologischer und demographischer Faktoren.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Ressourcenökonomie, den Auswirkungen von Bevölkerungswachstum, der Rolle technologischer Innovationen sowie den Auswirkungen und der Steuerung von Umweltverschmutzung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Ist ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum unter Berücksichtigung der begrenzten natürlichen Ressourcen theoretisch überhaupt möglich?
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse wirtschaftswissenschaftlicher Wachstumsmodelle sowie die Untersuchung spezifischer Simulationsmodelle (u.a. Coale/Hoover, Julian Simon).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Fachbeiträge, die von den theoretischen Grundlagen der Neoklassik bis zu kritischen Ansätzen der Ökologischen Ökonomik und spezifischen Modellen zu Umweltschutz und Bevölkerungswachstum reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Ressourcenendlichkeit, ökologische Ökonomik, Substitutionsparadigma und nachhaltige Entwicklung.
Wie bewerten die Autoren die Rolle von Innovationen für Nachhaltigkeit?
Während technischer Fortschritt oft als Schlüssel zur Effizienzsteigerung gesehen wird, mahnen ökologische Ökonomen zur Skepsis, da Innovationen oft Rebound-Effekte auslösen oder Ressourcen für ihre eigene Entwicklung verbrauchen.
Was ist das Fazit zur „Bevölkerungsfalle“?
In den untersuchten Simulationsmodellen wird argumentiert, dass eine zu schnelle Abnahme des Bevölkerungswachstums in bestimmten Phasen die Nachfrage schwächen und zu einer wirtschaftlichen Stagnation führen kann.
- Quote paper
- Reinhold Uhlmann (Author), Christoph Alexander Heinrichsdorff (Author), Gunnar Halde (Author), Sebastian Sohn (Author), 2013, Schneller, höher, weiter? Die Grenzen des Wirtschaftswachstums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232754