Die Institutionenökonomik und der neue Institutionalismus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

29 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Abgrenzung der Begrifflichkeiten
2.1 Institutionen
2.2 Organisationen
2.3 Die Handlungsmöglichkeiten der Organisationen

3. Der Institutionalismus
3.1 Der klassische Institutionalismus
3.2 Der neue Institutionalismus
3.2.1 Der Kultur – Ansatz
3.2.2 Der Rational – Ansatz: Die rationale Sozialtheorie und Neue Institutionenökonomik
3.3.3 Leitlinien und Perspektiven

4. Die Institutionsökonomik
4.1 Das Modell der Neoklassik
4.2 Die Ansätze der neuen Institutionenökonomik
4.2.1 Der Property – Rights – Ansatz
4.2.2 Der Prinzipal – Agent – Ansatz
4.3 Die Bedeutung der Institutionen für die Institutionenökonomik

5. Das Transaktionskostentheorem
5.1 Der Begriff der Transaktionskosten
5.2 Der Transaktionskosten – Ansatz
5.3 Anwendungsbeispiele
5.3.1 Stagflation
5.3.2 Institutioneller Wandel

6. Ausblick für die gegenwärtige Forschung

7. Fazit

8. Literatur

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit werde ich auf die Schwerpunkte „Institutionalismus“, die „Neue Institutionenökonomik“ und das „Transaktionskostentheorem“ eingehen. Es werden zu jedem dieser Punkte ausführliche Darstellungen und Erläuterungen erfolgen. Des Weiteren werden, wo es sich anbietet, Beispiele aufgeführt, welche die Theorie verdeutlichen sollen.

Zentral in diesen Schwerpunkten werden die Begriffe der Institution und der Organisation verwendet werden. Um das Verständnis dieser Arbeit zu garantieren erfolgt vorab eine genaue Definition und Eingrenzung dieser beiden Begrifflichkeiten.

Es sind folgende Fragen, welche in den Einzelnen Gliederungspunkten beantwortet werden:

1. Was sind Institutionen?
2. Können Institutionen/ Organisationen handeln?
3. Was versteht man unter dem Institutionalismus, insbesondere unter dem Neuen Institutionalismus?
4. Was sind die Unterschiede zwischen dem Modell der Neoklassik und dem der Neuen Institutionenökonomik?
5. Wozu benötigt man die Transaktionskostenökonomik?
6. Welche Implikationen bietet der Institutionalismus für die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik?

2. Die Abgrenzung der Begrifflichkeiten

Zunächst werden die Begrifflichkeiten „Institutionen“ und „Organisationen“ geklärt, da sie für die nachstehende Analyse der Institutionsökonomik und des Transaktionskostentheorems von großer Bedeutung sind.

2.1 Institutionen

Zu dem Begriff der Institutionen existieren mehrere Definitionen, aus diesem Grund werden nun einige aufgeführt.

Schmoller definiert Institution als „ein System formgebundener (formaler) und

formungebundener (informeller) Regeln einschließlich der Vorkehrungen zu deren

Durchsetzung“[1].

North führt weiter dazu aus: „Eine Institution hat natürlich den Zweck, individuelles Verhalten in eine bestimmte Richtung zu steuern. Und insoweit sie dieses Ziel zu verwirklichen vermag, bringt eine Institution Ordnung in die alltägliche Tätigkeit und vermindert damit Unsicherheit. Praktisch definieren Institutionen die Anreizstruktur von Gesellschaften und insbesondere Wirtschaften.“[2].

Das Lexikon zur Soziologie enthält die folgende Definition einer Institution: „ein Komplex von gesamtgesellschaftlich zentralen, dem planenden Eingriff („Organisation“) jedoch schwer zugänglichen und unspezifischen („überdeterminierten“), trotzdem aber deutlich abhebbaren Handlungs- und Beziehungsmustern, der vor allem durch die Verankerung der zentralen Ordnungswerte in der Antriebsstruktur der Gesellschaftsmitglieder gekennzeichnet ist. […] Der kulturanthropologische Ansatz betrachtet die Institutionen vor allem als

gesellschaftlichen Instinkt-Ersatz zur Stabilisierung des menschlichen Verhaltens. Der strukturell-funktionale Ansatz betont die Bedeutung der Institutionen für die Selbsterhaltung des sozialen Systems. Danach sind drei Momente der Institutionen zu unterscheiden: Erstens ordnet sie das Geflecht der sozialen Beziehungen und Rollen, der materiellen und sozialen Austauschbeziehungen (relationaler Aspekt). Zweitens regelt sie die Zuordnung der Machtpositionen und der Verteilung der sozialen Belohnungen (regulativer Aspekt). Drittens repräsentiert sie – in Ideologien und expressiven Symbolen – den Sinnzusammenhang des sozialen Systems (kultureller Aspekt).[3]

Des Weiteren bestehen zwei Erklärungsansätze zur Entstehung von Institutionen: 1. als spontane Entstehung und 2. als konstruiertes Gebilde. Menger geht davon aus, dass Institutionen spontan (als spontane Ordnung) entstehen, auf der Grundlage des Eigeninteresses der Einzelnen. Sie können sich daher ohne alle Übereinkunft, ohne legislativen Zwang und ohne Berücksichtigung des öffentlichen Interesses entwickeln.[4]

Im zweiten Ansatz wird „behauptet, dass Institutionen das Ergebnis eines zielgerichteten Entwurfes sein können. Eine befugte Instanz, die völlig rational handelt, mag imstande sein, eine bestimmte, ihr angemessen erscheinende institutionelle Ordnung einzuführen.“[5] Hayek spricht in dem Zusammenhang von einem „konstruktivistischen Rationalismus“[6].

2.2 Organisationen

North geht davon aus, dass Organisationen „Institutionen einschließlich der daran beteiligten Personen sind“[7].

Das Lexikon zur Soziologie weist die folgende Definition von „Organisation“ aus: „[1] als Bezeichnung der Organisationswissenschaften die Ordnung von arbeitsteilig und zielgerichtet miteinander arbeitender Personen und Gruppen. Organisation umfasst insofern nicht nur Verbände und Vereinigungen, sondern alle Institutionen, Gruppen und sozialen Gebilde, die bewusst auf ein Ziel hinarbeiten, dabei geplant arbeitsteilig gegliedert sind und ihre Aktivität auf Dauer eingerichtet haben. […] [2] In den angewandten Organisationslehren bedeutet Organisation die bewusste Geplantheit des zielgerichteten Handelns einer Gruppe oder Institution.“[8]

Rehberg beschreibt Organisation wie folgt: „als Organisationen werden hier formale

Zusammenschlüsse von Mitgliedschaftsgruppen im Kontext zweckorientierter

Aufgabenerfüllung (mit Mitgliedschaftsregeln, Organen und Instanzen, Normierungs-,

Führungs- und Verwaltungskompetenzen etc.) verstanden“[9].

Picot, Dietl und Franck formulierten: „Organisationen als ein ´System von Institutionen` und bezeichnen damit die ´Gesamtheit der organisatorischen Regeln eines Unternehmens`“[10].

2.3 Die Handlungsmöglichkeiten der Organisationen

Aufgrund der Vergesellschaftung sind Menschen von Anfang an durch Institutionen geprägt.[11] Des Weiteren werden Organisationen als Institutionen einschließlich der daran beteiligten Personen verstanden.[12] Somit erhalten „Organisationen als Institutionen die

Aufgabe, die Handlungen der Akteure – soweit es sich nicht um ´sich selbst erhaltende

Institutionen` handelt – über Vertrag und Regelsetzung, Anreize oder bürokratisch

hierarchische Kontrolle extern zu steuern, d.h. sie im eigenen Interesse zu veranlassen, einen

Beitrag zum Organisationsziel zu leisten“[13].

Ähnliche Funktionen besitzen die Organisationen im Konzept des kooperativen Akteurs[14],

welche der Rational-Choice-Theorie[15] zugrunde liegt. In diesem Fall werden Organisationen als ein ´System von multilateralen Verträgen` angesehen. Sie sind entstanden, da die mit

Ressourcen und Handlungsrechten ausgestatten Akteure aus rationalen Gründen ihre

Ressourcen und individuellen Handlungsrechte der Organisation übertragen haben. Somit

werden Organisationen als kooperative Akteure handlungsfähig. Dies vollzieht sich

wiederum, in dem die gewonnenen Handlungsfähigen der Personen auf andere Personen

übertragen werden. Hier wird das Prinzipal – Agent – Problem[16] der Institutionsökonomik angesprochen, welches auf die problematische Trennung von Eigentum und

Verfügungsrechten aufmerksam macht. Demnach besteht die institutionelle Leistung der

Organisationen darin eine effiziente Verteilung der Verfügungsrechte zu garantieren, über

institutionelle Maßnahmen Kooperationen zu sichern, Trittbrettfahrer auszuschließen und

einen Beitrag der Individuen am Organisationsziel herbeizuführen.

Werden Organisationen instrumentell betrachtet, das heißt als Mittel zur Lösung von

Koordinationsproblemen, so steht die externe Steuerung von Handlungen in Organisationen

durch Institutionen im Mittelpunkt. Erfolgt eine institutionelle Betrachtungsweise, so sind Organisationen Institutionen, die als Handlungssysteme verstanden werden.[17]

Die soziologischen Institutionalisten hingegen sehen Organisationen als ´Manifestationen, Verkörperungen institutioneller Muster der Gesellschaft` an. Diese finden sich nicht nur in den Regeln und Strukturen der Organisationen wieder, sondern auch in den Praktiken, Bewusstseinsformen und Denkgewohnheiten der Akteure.[18]

Des Weiteren kommt die „kulturalistische Ausweitung“[19] des Institutionenkonzepts hinzu. Diese besagt, dass nicht mehr nur das Individuum im Mittelpunkt der institutionalistischen

Beobachtungen steht, sondern auch die Handlung mit ihrer Bedeutung (subjektiver bzw.

objektiver Art), welche sie im Zusammenhang mit der Institution erhält.[20] Hinzu kommt, dass die Institutionen den Akteuren Modelle von etwas und für etwas liefern. Wiederum schließen diese Modelle die Konstitutionen der Akteure und den Sinnzusammenhang organisationalen Handelns ein. Aus diesem Sinnzusammenhang erwachsen letztendlich die

Handlungsrationalitäten für die Akteure und die Organisationen, wobei sich vor diesem Hintergrund sowohl die Ziele als auch die Entscheidungen legitimieren müssen.[21]

3. Der Institutionalismus

Institutionen beeinflussen das Leben der Menschen, da sie Regeln und Normen verkörpern, nach denen die Gesellschaften funktionieren und in deren Rahmen sich die Menschen, welche in der Gesellschaft leben, handeln können. Institutionen unterliegen des Weiteren Entwicklungen und somit ändern sich auch die Rahmenbedingungen der Akteure in einer

Gesellschaft für die entsprechenden Handlungen. In diesem Zusammenhang wird nun

nachstehend sowohl der klassische als auch der neue Institutionalismus erläutert.

3.1 Der klassische Institutionalismus

Der wohl[22] bekanntesten Theoretiker von institutionstheoretischem Denken ist Thomas Hobbes,

der in den Wirren des englischen Bürgerkriegs soziale Regelungen forderte und auf ihre

Notwendigkeit aufmerksam machte. Hobbes entwickelte ein rationales Forschungsprogramm, dass die „Entstehung sozialer Regeln aus dem internationalen, problemlösenden Handeln der Menschen erklären will und dazu auffordert, Situationen zu explizieren, in denen das spontane individuelle Handeln mit sozial unerwünschten Effekten behaftet ist“[23].

Jean Jacques Rousseau betonte hingegen den Zwangscharakter gesellschaftlicher

Institutionen. Er geht von der natürlichen Sozialität der Menschen und vom Eigenwillen

bezüglich des Zusammenlebens aus und nicht vom Eigennutz der Akteure. Aufgrund der hier vorliegenden normativen Fundierung wird erwartet, dass die Menschen ihr Handeln entsprechend den vorherrschenden institutionellen Vorgaben ausrichten und somit Stabilität und Sicherheit schaffen.

In der frühen Sozialtheorie lassen sich somit zwei große Forschungsprogramme finden,

welche sowohl die soziale Ordnung als auch die soziale Institution aus dem Handeln sozial situierter Akteure versucht abzuleiten. Es werden in beiden Programmen die Institutionen als ein Ergebnis menschlichen Handeln vorgestellt und ihre handlungsregulierenden Effekte analysiert. Somit können sie als Vorläufer der Institutionentheorie und –analyse angesehen werden. Die genannten Programme besitzen zwar eine unterschiedliche Ausgangsbasis,

jedoch gleichen sie sich in dem Punkt Institutionen als soziale Phänomene zu behandeln.

Mit den Arbeiten von Durkheim und Weber setzte sich in der Soziologie die folgende

Konzeption durch: Institutionen sind demnach Träger gesellschaftlicher Ideen und

Wertmuster, ihre handlungsregulierende Wirkung kann aus der normativen Rückbindung

gefolgert werden. Somit wird die Entstehung von Institutionen unter der Bedingung der

gemeinsamen Wertbindung erklärt.

Letztlich bleibt festzuhalten, dass der klassische Institutionalismus, mit soziologischer Basis, von erwartungsbestimmten Regeln ausgeht bzw. diese aus vorgängigen Werten ableitet. Des Weiteren wird dem klassischen Institutionalismus entgegengehalten, dass dieser von einer handlungregelnden Kraft der sozialen Regeln ausgeht, die integrativen und erwünschten Effekte der sozialen Regeln überbetont und die negativen Begleiterscheinungen unterschätzt. Die Reflexivität und Intentionalität der Menschen bleiben zudem eher unbehelligt.

3.2 Der neue Institutionalismus

In den[24] achtziger Jahren kam es zu einer Rückbesinnung auf die institutionstheoretischen

Konzepte und Analysen. In der Ökonomie kommt dies insbesondere durch die Neue

Institutionsökonomik zum Ausdruck, welche sich stark auf den methodologischen

Individualismus und auf die Rational-Choice Theorie bezieht. Hinzu kommt, dass sowohl die Effizienz- als auch die Kostenargumente durch „institutionelle Arrangements“[25] erklärt

werden.

In der Soziologie existieren zwei konkurrierende Programme, der Kultur-Ansatz und das Rational-Programm, welches die rationale Sozialtheorie und die neue Institutionsökonomik beinhaltet.

3.2.1 Der Kultur – Ansatz

Diesem Ansatz[26] sind Annahmen zuzurechnen, die von einem sozialem Akteur ausgehen und

eine Ordnung als Sinnzusammenhang begreifen. Soziale Institutionen werden als Spiegel der

Gesellschaft betrachtet, welcher vermittelt, was richtig und verbindlich ist.

Ihre handlungsregulierende Kraft besteht aufgrund der normativen Kraft der vorhandenen

Leitideen und Werte. Des Weiteren wird versucht dem Überdeterminismus und dem

Funktionalismus der klassischen Institutionentheorie entgegenzuwirken, indem

Aushandlungs-, Interpretationsprozesse, die Bewältigung von Ungewissheit oder die

Symbolisierung in die institutionstheoretische Betrachtung mit einbezogen wird.

Die Bemühungen von Swedberg und Granovetter zur Begründung einer Wirtschaftssoziologie könnten als Versuch angesehen werden an den klassischen Institutionalismus, insbesondere an

Webers Wirtschaftsoziologie, anzuknüpfen und somit ein soziologisches

Forschungsprogramm zu verankern. Dieses sollte die sozialen Grundlagen von

wirtschaftlichem Handeln in Erinnerung bringen und sie zum Gegenstand soziologischer

Analysen machen. Der cultural approach beschreibt die Institutionen, in den ihm zugrunde liegenden Arbeiten, als „Transformationsriemen gesellschaftlicher Werte und Ideen und deren Wahrnehmung, Deutung, Übersetzung und Realisierung durch die Menschen zu erfassen“[27].

Das bestehende Wechselverhältnis zwischen der Gesellschaft und den Institutionen soll verstanden werden. Hinzu kommt, dass die Institutionen sowohl als ein Ergebnis als auch als eine Bedingung für individuelles und soziales Handeln angesehen werden. Somit werden ihrer handlungsregelnden und reproduktiven Wirkungen auf die Gesellschaft untersucht.

Es bleibt festzuhalten, dass die Stärke des Kultur – Ansatz darin besteht „Orientierungs- und Sinnstiftungsleistungen der Akteure bei der Um- und Durchsetzung von Institutionen zu berücksichtigen“[28].

3.2.2 Der Rational – Ansatz: Die rationale Sozialtheorie und die Neue

Institutionenökonomik[29] [30]

Aufgrund der Kritik an Durkheims und Webers normativer Sozialtheorie kam es zu einer Rückbesinnung auf die rationale Sozialtheorie, unter Verwendung der Rational-Choice Theorie. Es entspricht einem Erklärungsmodell wie beispielsweise dem von Thomas Hobbes. Es sollen verschiedene typisierbare Ausgangssituationen aufgezeigt werden, in denen ein unkoordiniertes Handeln rationaler Egoisten zu sozial unerwünschten Ergebnissen führt, welches wiederum die Forderung nach bestimmten Verhaltensregeln zur Folge hat.

Hier entsprechen die Institutionen einer Art Antwort der rationalen Akteure auf spezielle

Koordinationsprobleme. Zudem wird eine individuelle Nutzenüberlegung erarbeitet, die sowohl die Etablierung als auch die zur Aufrechterhaltung notwendigen Beiträge erklärt. Somit ist die regulierende Wirkung der Institutionen für das Handeln und die Wirkung der Handlungen bezüglich der Gestaltung von Institutionen erläutert. In diesem Zusammenhang ist Coleman als wohl wichtigster Vertreter der Rational-Choice Theorie zu nennen. Er erklärt und analysiert ganz verschiedene institutionelle Regelungen, wie z.B. Vertrauen, Sozialkapital, Herrschaft und das Vorkommen kollektiver Akteure.

„Die Stärke rationaler Institutionentheorien und –analysen liegt darin, erstens auf Situationen aufmerksam zu machen, in denen soziale Regeln Vorteile für die Akteure haben und deren Entstehung begünstigen, andererseits aber auch in Rechnung stellen zu können, dass der Bestand sozialer Regeln dadurch gefährdet sein kann, dass die nicht mehr durch die individuellen Interessen gedeckt sind.“[31]

Seit den siebziger Jahren zeichnet sich eine Wende in der Ökonomie, in Form der Neuen Institutionenökonomik ab, welche in erster Linie aufgrund der fehlenden

institutionstheoretischen Perspektive der Neoklassik entwickelt wurde. Sie behält allerdings die wesentlichen Merkmale der Neoklassik bei, wie beispielsweise den Methodologischen Individualismus und die Rational-Choice Theorie. Hinzu kommt, dass soziale Beziehungen als ein freiwilliger Tausch angesehen werden. Des Weiteren werden die Handlungsannahmen um kognitive Restriktionen und Fähigkeiten erweitert. Der Fokus richtet sich vor allem auf unvollständige Verträge, somit werden Transaktionskosten als ein Kriterium der Institutionen eingeführt. Daraus folgt, dass die universelle Effizienz der Marktkoordination in Frage

gestellt wird. Somit ist die Neue institutionenökonomik ein eingegenständiges

institutionentheoretisches Forschungsprogramm. Es werden Vertragsprobleme aufgezeigt, die sowohl in freiwilligen als auch in dezentralen Tauschbeziehungen vorkommen, um daraus die Vorteilhaftigkeit von sozialen Regelungen aufzudecken. Zu den Hauptansätzen der Neuen Institutionenökonomik gehören der Property-Rights-Ansatz, der Prinzipal-Agent-Ansatz und das Transaktionskostentheorem.

Hinzu kommt, dass die „Institutionen mit Koordinationserträgen begründet werden, die eine individuelle Nutzenverbesserung versprechen und aus der Sicherung unvollständiger Verträge bzw. Tauschtransaktionen einhergehen können“[32].

Die Neue Institutionenökonomik wendet lediglich Effizienzargumente zur Wahl und Gestaltung von Institutionen an, die Macht bleibt dabei unberücksichtigt.

[...]


[1] Richter/ Furubotn, 1999, 7

[2] Richter/ Furubotn, 1999, 7

[3] Fuchs-Heinritz, 1995, 302

[4] Vgl. Richter/ Furubotn, 1999, 7

[5] Richter/ Furubotn, 1999, 8

[6] Richter/ Furubotn, 1999, 8

[7] Richter/ Furubotn, 1999, 8

[8] Fuchs-Heinritz, 1995, 478

[9] Rehberg, 2002, 49

[10] Edeling, 2002, 225

[11] Vgl. Rehberg, 2002, 39

[12] Vgl. Richter/ Furubotn, 1999, 8

[13] Edeling, 2002, 225-226

[14] Vgl. Edeling, 2002, 226

[15] dieses ist vor allem durch Coleman und Esser entwickelt worden

[16] Begründer: Berle/ Means (1932), Burnham (1948) und Schelsky (1965)

[17] Vgl. Edeling, 2002, 226-227

[18] Vgl. Edeling, 2002, 227

[19] Edeling, 2002, 227

[20] Vgl. Edeling, 2002, 227

[21] Vgl. Edeling, 2002, 227

[22] Vgl. Maurer/ Schmid, 2002, 11-15

[23] Maurer/ Schmid, 2002, 12

[24] Vgl. Maurer/ Schmid, 2002, 15

[25] Maurer/ Schmid, 2002, 15

[26] Vgl. Maurer/ Schmid, 2002, 16-17

[27] Maurer/ Schmid, 2002, 17

[28] Maurer/ Schmid, 2002, 17

[29] Vgl. Maurer/ Schmid, 2002, 17-19

[30] Vgl. Maurer/ Schmid, 2002, 19-21

[31] Maurer/ Schmid, 2002, 19

[32] Maurer/ Schmid, 2002, 20

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Die Institutionenökonomik und der neue Institutionalismus
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Soziologie)
Veranstaltung
Neuere Wirtschaftssoziologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
29
Katalognummer
V232763
ISBN (eBook)
9783656497837
ISBN (Buch)
9783656498926
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
institutionenökonomik, institutionalismus
Arbeit zitieren
Adeline Funke (Autor), 2005, Die Institutionenökonomik und der neue Institutionalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232763

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