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Die funktionalistische Schichtungstheorie nach Davis/Moore und Parsons. Ein Diskurs

Title: Die funktionalistische Schichtungstheorie nach Davis/Moore und Parsons. Ein Diskurs

Term Paper , 2009 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Harry Körner (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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In ihrem zunächst 1945 in der englischsprachigen American Sociological Review erschienenen Beitrag „Einige Prinzipien der sozialen Schichtung“1 legen die beiden US-amerikanischen Autoren Kingsley Davis und Wilbert E. Moore ihre Ansicht dar, „[…] dass jede Gesellschaft eine ungleiche Verteilung von Belohnungen […] entwickeln wird, da sie Menschen in Positionen zur Befriedigung grundlegender Erfordernisse des Überlebens bringen muss.“2 Diese These einer funktionalen – und somit notwendigerweise immer aufkommenden – Schichtung wurde seinerzeit heftig hinsichtlich eines Für und Wider diskutiert und im Zuge dessen teilweise auch kritisiert, insbesondere aus dem Blickwinkel der Konflikttheorie, aber ebenso außerhalb dieses. Auch Talcott Parsons äußerte sich in seinem ursprünglich 1940 in den USA veröffentlichten Werk „Ansatz zu einer analytischen Theorie der sozialen Schichtung“3 zu diesem Thema, allerdings spielte für ihn in erster Linie der soziale Aspekt, nämlich das soziale Prestige, in der gesellschaftlichen Schichtung eine Rolle. Seiner Meinung nach waren materielle Faktoren in der Erklärung dieser Schichtung nachgeordnet. Im begrenzten Rahmen dieser theoretischen Hausarbeit werde ich zu anfangs das entsprechende Prinzip der funktionalistischen Schichtung mit dem Schwerpunkt auf Davis’ und Moores aber zur Vervollständigung auch Parsons’ Idee nach deren jeweiligen schon oben genannten hierfür zentralen Werken erläutern und daran anschließend verschiedene Kritikpunkte anderer Strömungen und soziologischer Theoretiker zu Davis und Moore anbringen. Hierzu werde ich mich vor allen Dingen der amerikanischen Konflikttheoretiker Melvin M. Tumin und George A. Huaco und ebenfalls einiger grober Aspekte der deutschen Soziologin Renate Mayntz bedienen. Abschließend werde ich in einem kurzen Resümee versuchen, das bis dahin Dargelegte kritisch zu beäugen und Pro und Contra hinsichtlich der Stichhaltigkeit der jeweiligen Thesen gegeneinander abzuwägen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die funktionalistische Schichtungstheorie

2.1. Kingsley Davis und Wilbert E. Moore

2.2. Talcott Parsons

3. Kritikpunkte

3.1. Melvin M. Tumin und George A. Huaco

3.2. Renate Mayntz

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der funktionalistischen Schichtungstheorie auseinander, insbesondere mit den Ansätzen von Kingsley Davis, Wilbert E. Moore und Talcott Parsons, um deren Erklärungsgehalt sowie die darauf geäußerte Kritik soziologischer Theoretiker zu untersuchen.

  • Grundlagen der funktionalistischen Schichtungstheorie nach Davis und Moore
  • Die Perspektive von Talcott Parsons auf soziales Prestige und Schichtung
  • Kritische Auseinandersetzung durch Melvin M. Tumin und George A. Huaco
  • Beiträge der deutschen Soziologin Renate Mayntz zur Debatte
  • Kritische Abwägung der Stichhaltigkeit funktionalistischer Thesen

Auszug aus dem Buch

2.1. Kingsley Davis und Wilbert E. Moore

Entscheidender Punkt der beiden Autoren ist, dass eine Gesellschaft ihre Individuen in eine Sozialstruktur einordnen und mit entsprechenden Motivationen zur Belegung wichtiger Positionen versehen müsse, um als Gesellschaft an sich überleben zu können. Hierzu wird sie vor allem auf zwei Ebenen tätig, nämlich erstens indem sie Anreize setzt, damit Positionen für potenziell fähige Individuen schmackhaft werden und zweitens muss das Individuum innerhalb einer Position zur Pflichterfüllung angeregt werden. Die Positionen als solche unterscheiden sich stark in Bezug auf Anforderungen, Komfort und funktionaler Bedeutung für die Gesellschaft, wodurch zunächst einmal ein Belohnungssystem, welches als Anregung fungiert, und dann ein Verteilungsmodus von Nöten ist, um diese Belohnungen je nach den diversen Positionen zu verteilen. Somit werden sie Teil der sozialen Ordnung und können als Ursache für soziale Schichtung angesehen werden.

Um nun den Rang einer Position im Vergleich zu anderen zu benennen, ist zunächst die Größe der Bedeutung für die Gesellschaft bestimmend (wobei durch gezieltes Einsetzen der Belohnungen wichtige attraktiver als weniger wichtige werden). Außerdem ist das Maß an benötigter Begabung bzw. die Schwere der Ausbildung bedeutend: Zwar ist – großteils – für alle Bereiche genügend Befähigung vorhanden, aber die Attraktivität einer Position ist subjektiv (zur Veranschaulichung nennen Davis und Moore hierbei das Medizinstudium, welches zwar langwierig, nach erfolgreichem Bestehen jedoch traditionell mit hohen materiellen wie immateriellen Belohungen versehen ist).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die funktionalistische Schichtungstheorie ein und skizziert das Vorhaben, die Thesen von Davis, Moore und Parsons anhand soziologischer Kritik zu hinterfragen.

2. Die funktionalistische Schichtungstheorie: Hier werden die zentralen Annahmen von Davis und Moore zur funktionalen Notwendigkeit sozialer Schichtung sowie Parsons’ Fokus auf Prestige und moralische Wertung erläutert.

2.1. Kingsley Davis und Wilbert E. Moore: Dieses Unterkapitel beschreibt das Belohnungssystem der Gesellschaft, welches der Motivation zur Besetzung funktional wichtiger Positionen dient.

2.2. Talcott Parsons: Hier wird der Ansatz von Parsons vorgestellt, der soziale Schichtung als Rangordnung innerhalb eines sozialen Systems definiert, die stark von Prestige abhängt.

3. Kritikpunkte: In diesem Kapitel werden systematisch die Einwände gegen die funktionalistische Theorie dargelegt, insbesondere hinsichtlich mangelnder empirischer Belege.

3.1. Melvin M. Tumin und George A. Huaco: Dieses Unterkapitel führt die zentrale Kritik von Tumin und Huaco an der Davis/Moore-Theorie an, insbesondere deren tautologische Argumentationsweise.

3.2. Renate Mayntz: Hier wird die deutsche Rezeption der Debatte durch Renate Mayntz behandelt, die vor allem die fehlende Präzisierung von Bedeutungshierarchien kritisiert.

4. Resümee: Das Schlusskapitel zieht eine Bilanz aus der Diskussion und betont, dass die Theorie als Erklärungshilfe dient, aber stets kritisch hinterfragt werden muss.

Schlüsselwörter

Funktionalismus, Soziale Schichtung, Davis, Moore, Parsons, Tumin, Huaco, Mayntz, Soziale Ungleichheit, Soziale Ordnung, Prestige, Belohnungssystem, Konflikttheorie, Gesellschaftsstruktur, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die funktionalistische Schichtungstheorie und deren Debatte in der Soziologie, insbesondere basierend auf den klassischen Werken von Davis, Moore und Parsons.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Notwendigkeit von sozialer Schichtung, das Belohnungssystem der Gesellschaft und die kritische Auseinandersetzung mit diesen Postulaten durch Konflikttheoretiker.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die funktionalistischen Thesen zur sozialen Schichtung darzulegen und deren Stichhaltigkeit durch die Analyse soziologischer Kritikpunkte zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die eine Literaturanalyse und einen Diskursvergleich zwischen funktionalistischen und kritischen Theorien vornimmt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Theorien von Davis/Moore und Parsons erläutert und anschließend durch die Kritiken von Tumin, Huaco und Mayntz differenziert beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Funktionalismus, soziale Schichtung, Belohnungssystem, Prestige, sowie die Namen der zitierten Soziologen wie Davis, Moore, Parsons und Tumin.

Welchen Stellenwert räumt Parsons der materiellen Entlohnung ein?

Parsons ordnet materielle Faktoren in seiner Erklärung der Schichtung unter und betont stattdessen das soziale Prestige als entscheidende Komponente.

Warum kritisieren Tumin und Huaco die Davis/Moore-Theorie als tautologisch?

Sie kritisieren, dass die Theorie den Status quo lediglich mit sich selbst begründet, ohne ein unabhängiges Rangkriterium für die gesellschaftliche Bedeutung von Positionen zu liefern.

Was bemängelt Renate Mayntz an der Anwendung der Theorie auf Industriegesellschaften?

Mayntz kritisiert, dass der Beleg für die Kongruenz zwischen der Belohnungsskala und einer tatsächlich existierenden Bedeutungshierarchie in modernen Gesellschaften ausbleibt.

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Details

Title
Die funktionalistische Schichtungstheorie nach Davis/Moore und Parsons. Ein Diskurs
College
University of Bamberg
Grade
2,0
Author
Harry Körner (Author)
Publication Year
2009
Pages
12
Catalog Number
V232766
ISBN (eBook)
9783656495949
ISBN (Book)
9783656496168
Language
German
Tags
schichtungstheorie davis/moore parsons diskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Harry Körner (Author), 2009, Die funktionalistische Schichtungstheorie nach Davis/Moore und Parsons. Ein Diskurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/232766
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